Yamaha A-500 Kondensatoren ausgetrocknet

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Stefan-Heim
Stammgast
#1 erstellt: 25. Feb 2007, 15:03
Hallo,
ich habe einen Yamaha A-500 Vollverstärker, Baujahr 82/83. Er funktioniert trotz seines Alters immer noch einwandfrei und ich bin sehr zufrieden mit dem Gerät. Bei hohen Leistungen kann man allerding ein flackern an den LED's des Verstärkers feststellen. Ich denke, dass dies an den Kondensatoren liegt, die nach den vielen Jahren keine so hohe Leistung mehr haben. Außerdem sind die Kondensatoren an der Oberfläche etwas aufgebeult, was auch dafür spricht, dass sie ausgetrocknet sind.
Nun bin ich am überlegen, ob ich die Kondensatoren austausche. Ich denke ein so hochwertiges Gerät bekommt man heute sowieso nicht mehr, desshalb würde es sich bestimmt lohnen.
Ich weiß aber leider nicht wo ich solche Kondensatoren bekommen kann. Auf den kondensatoren steht:
nichicon
12000 µF 56wv
CE 85°C negative black

Theoretisch würde sich die Leistung des Verstäkers erhöhen, wenn ich Kondensatoren mit einer höheren Leistung einbauen würde. Ist meine Behauptung richtig oder liege ich da falsch? Was muss ich alles beim wechsel der Kondensatoren beachten?
Ich wäre um jede Hilfe dankbar!!

MfG Stefan
hf500
Moderator
#2 erstellt: 25. Feb 2007, 19:35
Moin,
Du musst darauf achten, dass die Kondensatoren erstmal mechanisch passen. Das wird bei den kleineren modernen Typen in der Regel moeglich sein.
Fuer den Ersatz nimm 15000µF/63V, das ist ein Standardwert.
Die Leistung des Verstaerkers vergroessert sich bei groesseren Kapazitaeten nicht, nur die Musikleistung steigt etwas an, weil die Energie dafuer
aus den Kondensatoren des Endstufennetzteiles kommt und groessere natuerlich mehr speichern koennen. Das ist aber alles akademisch, denn ein paar Watt mehr hoert man nicht.

Laesst sich die Beule auf dem Kondensator eindruecken, dann hat sich nur die eingeschrumpfte Isolierscheibe hochgewoelbt, das ist kein Fehler.
Zu den flackernden LEDs sollte man herausfinden, aus welchem Teil der Stromversorgung die gespeist werden.
In der Regel ist das nicht die Endstufenbetriebsspannung, die Geraete haben meist mehrere Netzteile. Und wenn die LEDs aus einem unstabilisierten Hilfsnetzteil gespeist werden
(ein Kandidat ist die Versorgung der Lautsprecherschutzschaltung mit dem Relais), dann flackern sie, weil der Trafo hoch belastet wird.
Man muss also das Schaltbild sehen, um zu wissen, was hier los ist.

73
Peter
armin777
Gesperrt
#3 erstellt: 26. Feb 2007, 09:41

Stefan-Heim schrieb:
Hallo,
ich habe einen Yamaha A-500 Vollverstärker, Baujahr 82/83. Er funktioniert trotz seines Alters immer noch einwandfrei und ich bin sehr zufrieden mit dem Gerät. Bei hohen Leistungen kann man allerding ein flackern an den LED's des Verstärkers feststellen. Ich denke, dass dies an den Kondensatoren liegt, die nach den vielen Jahren keine so hohe Leistung mehr haben. Außerdem sind die Kondensatoren an der Oberfläche etwas aufgebeult, was auch dafür spricht, dass sie ausgetrocknet sind.
Ich wäre um jede Hilfe dankbar!!
MfG Stefan :)


@stefan

Laß die Kondensatoren dort wo sie sind! Ich hätte hier ein paar Original-Kondensatoren aus einem A-500, der läuft (bis auf gammelnde Schalter und Potis) auch noch wunderbar, wenn ich nicht am Donnerstag den Netztrafo augebaut hätte (brauchte ich für eine Reparatur eines anderen YAMAHAs!

Elektrolyt-Kondensatoren trocknen nicht aus, sie laufen (zum Glück nur selten) aus! Dann kommt die Säure unten raus und verätzt alles, was ihr in den Weg kommt!

Was Du da beobachtest (Flackern der LED's beim Aufdrehen der Lautstärke) ist völlig normal!! Du reizt die Leistung des Vesrtärkers (vermutlich in Zusammenhang mit aufgedrehten Bass- und /oder Höhensteller) bis zum Zusammenbruch des Netzteiles aus. Dann bricht die Spannung (im Takt der Bassimpulse der Musik!) kurzzeitig zusammen und das sieht man als LED-Flackern in der Front.

Fazit: Laß den armen, kleinen A-500 so wie er ist und schau Dich mittelfristig nach etwas größeren um, bei dem Du die Leistungsgrenzen nicht mehr (so schnell) erreichst!

Beste Grüße
Armin777
Stefan-Heim
Stammgast
#4 erstellt: 27. Feb 2007, 15:54
Vielen Dank für die schnelle und hilfreiche Antwort.

Wenn ich an meinem Verstärker keine Lautsprecher angeschlossen habe und ich den Lautstärkeregler bis zum Anschlag aufdrehe kann man aus den großen Kondensatoren des Verstärkers Musik hören. Dies habe ich auch schon an meinem alten Pioneer-Verstärker festgestellt. Bei den neueren Verstärkern ist das nicht mehr zu hören. Wieso ist das so? Liegt das am Alter der Kondensatoren? Die Beule auf den Kondensatoren lässt sich im übrigen eindrücken.

Was mir auch auffällt ist, dass der Verstärker enorm heiss wird, nicht nur der Kühlkörper sondern auch der Traffo. Bei längerer Belastung sogar so heiss, dass es im inneren etwas verschmort riecht, vermutlich die Isolierung der Kabel. Hat dieser Verstärker eine Sicherung gegen Überhitzung, die den Verstärker ausschaltet? Gegen Kurzschluss und Überlastung ist er auf jedenfall abgesichert, das hört man am klacken eines Relais, das sich wieder einschaltet sobald der Fehler behoben ist.
Wäre es vielleicht Sinnvoll einen kleinen Lüfter in den Vertärker einzubauen oder können bei diesen hohen Temperaturen keine Schäden entstehen?

MfG Stefan
audiophilanthrop
Inventar
#5 erstellt: 27. Feb 2007, 22:41
Verdächtige Gerüche sind nicht gut. Hast du ihn innen mal komplett gereinigt (z.B. Pinsel und Staubsauger)? Ein bißchen Staub auf den Kühlkörpern kann erstaunlich viel ausmachen. Aber eigentlich sollte das Gerät nicht "extrem" heiß werden, das ist auf die Dauer sicher nicht gut. Wenn die Elkos nicht mehr so fit sein sollten, kriegt der Trafo mehr Leistungspeaks ab, würde ich jedenfalls meinen...
armin777
Gesperrt
#6 erstellt: 28. Feb 2007, 09:14
@Stefan Heim

Lieber Stefan,
ein A-500, der in Ordnung ist wird nicht besonders heiß! Die maximale Temperatur nach stundenlangem Betrieb darf nicht größer als 45° C werden (außen). Geschieht dies doch, ist vermutlich der Ruhestrom der Endstufen so hoch eingestellt, daß diese auch im Leerlauf (also keine Töne, aber eingeschaltet) sehr warm werden. Dieser sollte dann korrekt, bzw. lieber etwas zu niedrig eingestellt werden. Diese Korrektur erhöht zwar (theoretisch) den Klirrgrad, ist aber in der Praxis gesünder für den Verstärker. Als weitere Wärmequellen sind Längstransistoren in den Niederspannungsnetzteilen zu vermuten, diese bedürfen u.U. ein Neu-Einlöten in die Platine, da durch die lange Wärmeeinwirkung die Lötverbindungen schwächeln und dann dort Übergangswiderstände entstehen.
Das Relaisklicken signalisiert lediglich die "Freigabe" der Schutzschaltung (keine Gleichspannung am Ausgang). Der Trafo hat im Innern seiner Wicklung eine Temperatursicherung, die bei 88°C auslöst (aber nicht wiedereinschaltbar ist!). Achte also lieber darauf, daß das Gerät nicht so warm wird, den Trafo gibt es nämlich nicht mehr als Ersatzteil.
Aus liebhabergründen würde ich vom Einbau eines Ventilators abraten, zudem dies stets ein anderes Problem mit sich bringt: Staub, der wird dann nämlich angesaugt und wieder ausgeblasen und setzt die Kühlöffnungen langsam aber sicher zu. Schau mal bei Deinem PC nach, dann weißt Du was ich meine...

Beste Grüße
Armin777


[Beitrag von armin777 am 28. Feb 2007, 09:14 bearbeitet]
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