Aktivboxen Kabellänge

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matthias1050
Neuling
#1 erstellt: 30. Nov 2003, 15:15
Eine Frage zum Anschluss von Aktivboxe an den Vorverstärker mittels Cinch-Kabel:
Wie lange dürfen die Kabel sein bzw. wie müssen diese geschirmt sein?

Vielen Dank für einen kurzen Tipp!
Dirk1
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 30. Nov 2003, 19:44
Geschirmt muss das Kabel schon sein. Dann aber ist die Länge ziemlich egal. Ich würd' mal sagen, selbst 100m sind kein Problem. Nur von Conrad darfst du kein Cinch-Kabel kaufen. Die 'normale' Serie dort ist nur eine Zweidrahtleitung ohne Abschirmung. Man kann auch Mikofonkabel als Meterware kaufen und selbst Cinch-Stecker dranlöten.
nullchecker
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 30. Nov 2003, 19:53

Dann aber ist die Länge ziemlich egal. Ich würd' mal sagen, selbst 100m sind kein Problem.

bin zwar der nullchecker, aber sorry, hier wurde m.E. nach einer unsymm. Cinchverbindung gefragt und da koennen (je nach Vorstufe/Aktivboxen) durchaus auch 5 oder 10 m (egal wie gut abgeschirmt das Kabel ist) hoerbare Einbussen mit sich bringen.
Aber wie gesagt, ihr wisst das natuerlich alle besser ...
NC
Dirk1
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 30. Nov 2003, 21:02
Selbst meine 15m lange (S-)Videoverbindung vom AV-Receiver zum FS habe ich über Cinchkabel realisiert. Das Bild ist einwandfrei. Und da wird eine Bandbreite von ca. 4MHz übertragen. Das ist 200 mal höher als die läppischen 20kHz um die es hier geht.
Zweck0r
Moderator
#5 erstellt: 30. Nov 2003, 21:41
Hi,

das hängt vom Ausgangswiderstand des Vorverstärkers ab. Ein Grundig MXV 100 hat einen solchen von 200 Ohm. Ein damals von Grundig verkauftes 10 m-Kabel (normales Abschirmkabel mit 2 DIN-Steckern) hat eine gemessene Kapazität von ca. 1 nF. Die Formel für die Grenzfrequenz (Dämpfung 3 dB) eines Tiefpassfilters lautet:

f = 1 / (2*Pi*R*C).

Damit liegt die Grenzfrequenz dieser Kombination bei ca. 0,8 MHz (!), das sollte für den Hörbereich genügen

Für eine Grenzfrequenz von 20 kHz müsste das Kabel eine Länge von 400 m haben.

Es gibt allerdings noch weitere EinflussMÖGLICHKEITEN, z.B. Verhalten des Preamps bei komplexen Lasten, Kabelinduktivität, Kabelwiderstand/Eingangswiderstand der Aktivbox, nichtideales Verhalten des Dieelektrikums usw.

Du hast im Prinzip 3 Möglichkeiten (Reihenfolge der Aufzählung ist willkürlich und enthält keinerlei wertende Komponente):

- eigene Hörtests,
- Beratung in der Voodoo-Abteilung dieses Forums,
- Messungen (Frequenzgang, Klirrfaktor, Fremdspannungsabstand usw.).

Grüße,

Zweck
nullchecker
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 30. Nov 2003, 22:15

f = 1 / (2*Pi*R*C)

nunja, hab persoenlich eigentlich nichts gegen Naehrungen (aber sehr viel gegen Pauschalaussagen), doch als nullchecker weiss ich z.B. nicht, welche (hab ich extra erwaehnt) Vorstufe und Aktivboxen hier benutzt werden.
Es gibt Meinungen, dass beim DBT durchaus sogar 0,1 dB Differenz den Hoereindruck mitpraegen koennen. Ebenso gibt's nicht gerade wenige Vorstufen mit einer Ausgangsimpedanz von > 1 kOhm (mein ehemaliger AX1 hat da z.B. 1,2 kOhm) und dann relativieren sich sogar solche Rechnungen sehr schnell.
Du hast (und das nehme ich durchaus zur Kenntniss !) natuerlich wieder relativiert und auch ich kann nur raten, hier zu testen, denn warum soll man denn das Kabel als limitierenden Faktor (es geht hier auch ausdruecklich nicht um den Preis o.ae.) fungieren lassen ?
NC
Zweck0r
Moderator
#7 erstellt: 30. Nov 2003, 23:15
Hi,

eine Näherung ist das nicht, sondern die Definition der Grenzfrequenz. Den Frequenzgang (Betrag der Übertragungsfunktion) kannst Du in dB so ausrechnen:

G(f) = 20 * log ( 1 / SQRT ( (2*Pi*f*R*C)^2 + 1 ) )

Bei dem Beispiel oben (200 Ohm, 1 nF) wären das -0,0055 dB für 10 m Kabel bei 20 kHz. Erst bei 60 m wären die 0,1 dB erreicht.

Der MXV 100 ist 23 Jahre alt und hat damals ca. 300 DM gekostet. Bei Studiogeräten sind, wenn ich mich recht erinnere, sogar 40 Ohm üblich. Ein Vorverstärker mit 1 kOhm Ausgangswiderstand ist also zumindest in diesem Punkt eine Fehlkonstruktion.

Grüße,

Zweck
nullchecker
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 30. Nov 2003, 23:55

eine Näherung ist das nicht, ...

doch, hast Du die Formel schon einmal mittels des guten alten Maxwell hergeleitet ?
Zudem sind sowohl der Widerstand, als auch die Kapazitaet frequenzabhaengig und Du "missbrauchst" die Formel, um eine maximale Kabellaenge auszurechnen.
Aber sei's drum. Ich kann nur wiederholt raten: Macht am entsprechenden Equipement den eigenen Test (wegen mir mit Umschalteinheit und verschiedenen Kabellaengen wie z.B. 100 m <--> 5 m), wobei im "normalen Homehifihoerraum wohl die 5 m (wenn die Vorstufe zentral steht) durchaus ausreichen sollten.

Bei Studiogeräten sind, wenn ich mich recht erinnere, sogar 40 Ohm üblich. Ein Vorverstärker mit 1 kOhm Ausgangswiderstand ist also zumindest in diesem Punkt eine Fehlkonstruktion.

nunja, es waere mir keine Vorschrift bzgl. Ausgangsimpedanz im Studiobereich bekannt und bei mir ueblichen Kabellaengen zwischen Vor-/Endstufe (jawohl, das hab ich durchaus getestet) von < 1 m hab ich persoenlich eben auch keine Probleme heraushoeren koennen.
Eine Vorstufe mit 40 Ohm Ausgangsimpedanz ist zumindest im Hifibereich so gut wie nicht zu finden (meine Tag kommt da auch auf etwa 47 Ohm, ein Funk Lap-1 auf 100 Ohm ...).
NC
Dirk1
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 30. Nov 2003, 23:58
Nur zur Info:

Die Dämpfung von Koax-Kabeln verhält sich nicht nach deiner genannten Formel. Ich rechne euch das mal vor wie ich das sehe:

Ich nehm' extra ein schlechtes Koaxkabel, damit wir das mit dem üblichen Cinchkabel vergleichen können: RG179 hat bei 200MHz 40dB Dämpfung pro 100m (aus Datenblatt). Bei 20kHz hat es eine Dämpfung von 40/Wurzel(200MHz/20kHz)=40/100=0,4dB pro 100m!

Schlappe 0,4dB pro 100m, im Wohnzimmer sind üblicherweise sehr viel geringere Strecken zu überwinden.
Zweck0r
Moderator
#10 erstellt: 01. Dez 2003, 00:23
Hi,

da habe ich dich wohl falsch verstanden Bezogen auf Kabel ist das natürlich eine Näherung, die für Hochfrequenz überhaupt nicht zu gebrauchen ist, wie Dirk1 schon gesagt hat.

Die Formeln beziehen sich auf einen RC-Tiefpass und sind in dem Zusammenhang auch keine Näherungen. Dass bei dem Kabel noch andere Effekte eine Rolle spielen können, hatte ich aber auch schon angedeutet.

Das erwähnte 10 m-Kabel habe ich übrigens vor einiger Zeit zwischen Line Out (5 kOhm) und Monitor eines Verstärkers geschaltet und mit der Monitor-Taste verglichen. Einen Unterschied habe ich nicht gehört.

Grüße,

Zweck



[Beitrag von Zweck0r am 01. Dez 2003, 01:14 bearbeitet]
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