Netzbrumm bei altem Amp

+A -A
Autor
Beitrag
Funkster
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 26. Nov 2003, 15:30
Hallo,
ich sollte mir den Verstärker meiner Schwägerin ansehen.
Ein ca. 30 Jahre alter Sharp SM 511 H mit 2x20W.
Aus dem rechten Kanal war ein Brumm zu hören (Netzbrumm) und es krachte nur manchmal (krächzen der Musik).
Daraufhin habe ich die Elkos um die Gleichrichterschaltung getauscht (soll ja auch weiterhin seinen Dienst tun, das Teil), jedoch keinen Erfolg erzielt (werden ja meist taub und faulen weg, die Teile, sahen aber noch gut aus, allesamt).

Gleichgerichtet wird mit 2 Doppeldioden (alternat. Brückenschaltung). Von da an geht's in Stereo weiter. An den Dioden kann es also eigentlich nicht liegen (sonst hätte der andere Kanal ja auch einen Brumm).

Hab mir Heute einen S-plan geordert (den gab's wirklich noch!).

Hat von Euch jemand 'ne Ahnung, was es sonst noch sein könnte (hab's mal mit Kälte probiert, konnte aber nichts finden). Nur ist mir aufgefallen, dass ein mit einem kleinen Kühlkörper bestückter (verschraubter Alu-Blechwinkel) Transistor (ich denke es ist einer) auf der rechten Seite ziemlich heiss wird, der andere (links) hingegen nicht.

Vieleicht weiss jemand Rat, sonst muss ich wohl auf den Plan warten (grrrr.)
jmibk
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 26. Nov 2003, 17:18
Hallo,

Naja, der 'Transistor' ist heutzutage bei 20 watt ein IC, aber vor 30 Jahren hats sowas noch nicht so gegeben, denk ich mal.
Soweit ich das verstanden habe, brummt ein kanal (nicht beide), es kommt jedoch musik aus der endstufe.
wenn der gleichrichter für beide stufen ist, dann kanns nicht an ihm liegen, weil die 2. stufe brummt ja nicht.

helfen tun da auf alle fälle je ein kondensator mit ca. 1nF parallel zu jeder diode beim gleichrichter.

der brumm der stufe kann einerseits daher kommen, wenn die audiozuleitung (im gehäuse) ein kabel ist, das nahe am trafo vorbeigeht (induktionsspannung) oder die stufe ist vom arbeitspunkt und anderen faktoren so daneben, dass sie mit 100 Hz schwingt.

ich hoffe ein wenig geholfen zu haben ,
DB
Inventar
#3 erstellt: 26. Nov 2003, 17:25
Hallo,

also wenn sich die Endstufen schon thermisch unterschiedlich verhalten, ist was oberfaul. Nichts, was sich mit Kondensator parallel oder so halbwegs "geradebasteln" ließe.
Neuralgische Punkte bei alten Verstärkern sind: die Potis für Ruhestrom und Offset, außerdem die Lötstellen, insbesondere die, welche an Leistungsbauteile gehen.

MfG

DB
Funkster
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 27. Nov 2003, 09:27

Hallo,

also wenn sich die Endstufen schon thermisch unterschiedlich verhalten, ist was oberfaul. Nichts, was sich mit Kondensator parallel oder so halbwegs "geradebasteln" ließe.


... sehe ich auch so. Endstufenschaden (Kurzschl.) scheidet glaube ich ebenfalls aus.


Neuralgische Punkte bei alten Verstärkern sind: die Potis für Ruhestrom und Offset,


... meinst Du ein Kontaktproblem im Poti? Dann sollte ich mir einfach mal die Stellung merken und versuchen zu verdrehen, oder wie?. Aber was haben denn Potis für Ruhestrom und Offset mit Netzbrumm zu tun?- ich dachte immer, erst wird transformiert, dann gleichgerichtet und dann geglättet?. Deshalb hab ich auch erst einen faulen ELKO vermutet (hatte öffters kompafte ITT Vorstufen mit derlei Schäden- ELKO getauscht und alles war wieder ok.)

Ich glaub ich knips die Platine mal und poste Euch mal das Bild.



außerdem die Lötstellen, insbesondere die, welche an Leistungsbauteile gehen.

MfG

DB


... bei Verdacht löte ich sicher nach.
Auch haben die von Sharp sehr viele Kabelverbindungen verwendet, das Platinenlayout ist diesbzgl. nicht besonders innovativ. Sobald ich den Plan erhalten hab, poste ich Euch mal betreffenden Ausschnitt.

Vorerst besten Dank für die Tips!

@jmibk
Da liegen bereits Kondensatore von Seiten des Herstellers parallel zu den Dioden (Brückenschaltung). Insofern keine Verbesserung möglich.


[Beitrag von Funkster am 27. Nov 2003, 09:37 bearbeitet]
Albus
Inventar
#5 erstellt: 27. Nov 2003, 10:07
Morgen,

es wird wohl nicht ohne Service Manual gehen. Es wird darum gehen, die Spezifikationen des Gerätes für Power Supply Voltage, Ruhestrom, DC Offset, usw. (je nach Konstruktion) wieder her zu stellen. Selbiges hatte ich kürzlich bei einem Receiver von 1975 zu tun, der leicht linksseitig brummte. Der linke Verstärkerzug war gänzlich außerhalb des zulässigen Bereiches gelandet (Überspannung schon in der Netzversorgung, 70 V statt 65 +/- 0,5 V), die Erwärmung war einseitig merklich höher gewesen. - Nach Justage war es wie "erneuert".

MfG
Albus
Funkster
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 27. Nov 2003, 10:10
Ja hallo Albus!

... mal sehen, was der Schaltplan hergibt (wenn er denn kommt).

Anderenfalls wäre es doch möglich, die linke Seite der rechten Seite anzupassen (Vergleichsmessung/ Regelung) oder?
Dann wär ja alles halb so wild?!

Andererseits stelle ich mir die Frage, warum sich die Werte derart ändern sollten, obwohl die Elkos alle noch gut innerhalb der Tolleranz liegen (waren komischerweise allesamt noch prima erhalten, trotz des hohen Alters)?.


[Beitrag von Funkster am 27. Nov 2003, 10:14 bearbeitet]
Albus
Inventar
#7 erstellt: 27. Nov 2003, 10:24
Morgen,

hinzufügen möchte ich, die VR-Potis zu den Testpunkten waren nicht gleich zuverlässig nutzbar, ich hatte diese kleinen Potis zunächst reichlich links/rechts 'sauber zu räkeln', bis die Messungen nicht mehr oder weniger rasch pendelten. Zuletzt, DCOffset am LS-Ausgang = 0,001 mV (also innerhalb der Genauigkeitsgrenze des DMM), hat nicht jeder.

Wie wird es ungefähr sein? Netzversorgungsspannung des Verstärkungszuges so 40 VoltDC +/-0,5 Volt; DCBias 0 +/-10 mV; Ruhestrom 20 +/-5 mV. Wenn aber nun nach einer ersten Messung herauskäme, auch der Wert des anderen - vermeintlich noch immer korrekt eingestellten - Kanals ist außerhalb der Spezifikationen? Ich wartete lieber, die älteren Schaltpläne zeigen die Sollwerte zu den Testpunkten noch häufig in die Stufen eingetragen.

MfG
Albus

Nachtrag: Bei drei Geräten, die je mindestens ein Mal zur Reparatur oder nur zur Beobachtung in einer Werkstatt gewesen waren, war mindestens ein Justagewert deutlich außerhalb des zulässigen Bereiches der Spezifikationen, tja. Ansonsten, Alterungsphänomene könnte es an vielen Drahtsteckkontakten geben, auch heißt es, Kondensatoren sind häufig mit 120% Ladekapazität produziert, eingesetzt, nach Jahren dann - vermeintlich - bei 90% oder 100% noch frisch, und, die erste Justage hatte also andere Komponentenwerte zu justieren. Und so ...
A.


[Beitrag von Albus am 27. Nov 2003, 10:43 bearbeitet]
zucker
Moderator
#8 erstellt: 29. Nov 2003, 20:29
hallo,

ohne plan etwas schwierig, deshalb nur eine vermutung. vielleicht hilft es

anzunehmen ist, das die endstufe, aufgrund ihres alters, eine quasikomplementäre ist.
sie hat bestimmt einen großen elko als koppelelko zum ls. wenn nun im "negativen" zweig der leistungstransistor defekt ist, ist ein netzbrummen zu hören, welches durch einen noch intakten treiber (PNP) mit geringer leistung - als musik o.ä. wahrnehmbar - überlagert wird.

wenn der plan nicht kommen sollte, alle T auslöten und prüfen.

die ursache einer zerstörung der T kann auf einem kurzschluss der endstufe zurückzuführen sein. vielleicht hat sich im ls stecker (waren damals bestimmt noch die mit rundem und rechteckigem stift) ein draht gelöst und kontakt gegeben.

wenn der I ruhe ER defekt ist, müßte mehr schaden angerichtet worden sein. in diesem fall sind meißt beide treiber und LT betroffen.

sollte die endstufe keine I ruhe ER haben, sondern über in reihe geschaltete dioden zur einstellung verfügen, sind auch diese zu prüfen.
Funkster
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 01. Dez 2003, 13:49
Hallo Zucker,
ja, ich glaube, mit dem (negativen) Koppelelko hast Du recht (2200 uF, ziemlich großer Topf) (der Amp ist übrigens gute 30Jahre alt). Der ELKO sitzt zentral. Das mit dem Treiber scheint auch möglich. Leistungstransistoren sitzen (ich denke 4 gesamt) allesamt verschraubt am Kühlkörper. Kann ich ned einfach mal was von "links" auf "rechts" schrauben und sehen, was geht?

... hab übrigens soeben den Bescheid gekriegt, dass die mir den Plan umgehend zuschicken.
Nachher scanne ich betreffende Stellen und poste Euch mal die Links (stelle die Sachen mal im Netz bereit).

Wäre echt super, wenn wir das Schätzchen wieder hin bekämen.
Verlangt aber bitte nicht allzuviel Sachkenntnis von mir, gell?
DB
Inventar
#10 erstellt: 01. Dez 2003, 14:40
Hallo Funkster,

nicht krumm nehmen: wenn Du nicht gerade mit Elektronikkenntnissen bekleckert bist, ist das ja keine Schande. Dann ist es aber vielleicht besser, Du läßt das Gerät von einem Experten reparieren und schaust ihm dabei über die Schulter.
Gerade bei Halbleiterei, wo viele Stufen galvanisch gekoppelt sind, reicht schon 1x Abrutschen mit der Meßspitze aus, um eine Endstufe halbleitermäßig komplett auszuräumen.

MfG

DB
Funkster
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 08. Dez 2003, 12:57
@ Zucker,

klär mich doch ma bitte auf was I ruhe ER heisst.

Gruss
F
zucker
Moderator
#12 erstellt: 08. Dez 2003, 16:28
@ funkster

Iruhe (ruhestrom) ER (einstellregler)

kann sein, das es den bei dir nicht gibt. bei manchen endstufen wird mittels festwiderständen und dioden der ruhestrom eingepegelt.
Funkster
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 18. Dez 2003, 12:02
Hallo Leute!
Gestern hab ich (nach Vergleichsmessungen) einen Leistungstransistor im rechten Strang erneuert und siehe da:
Alles funktioniert wieder einwandfrei!

Materialaufwand letztlich 59 Cent!

Kleines Teil, grosse Wirkung.

Vielen Dank für Eure Denkanstöße! Euch kann man empfehlen!
brandy1880
Neuling
#14 erstellt: 02. Aug 2018, 19:01
Haaaaalooo, das das Thema schon einpaar jahre Alt ist, bin ich nicht sicher ob der Verfasser mit dem Sharp SM-511H noch imm im Netz ist und das Problem mit dem Netzbrumm gefunden wurde. ich habe ein ähnliches Problem und suche seit Wochen verzweifelt einen Schaltplan für das Gerät. ich habe zwar einen für den Tuner ST-511H bekommen, nicht aber für den SM-511H. Wer könnte Helfen, vielleicht auch im Tausche gegen den Schaltplan vom Tuner? Problem des Verstärkers es kommt garnichts heraus, außer, wenn das Gerät ausgeschaltet wird ertönt ein lautes Gurgeln/Blubbern in den Lautsprechern. Ob also der Tuner überhapt arbeitet kannich nicht sagen (auch weil das original DIN-Kabel zwischen Tuner und verstärker fehlt. Habe deshalb ein 5-poliges Din-.Kabel mit 1 zu 1 Verbindung angeschlossen, aber ohne Erfolg. Die Phonoeingänge erzeugen allerdings ein lautes Kratzen wenn man die Eingangskontakte L + R leicht berührt.
Wer könnte etwas dazu sagen, oder wer hat einen Schaltplan ???

MfG
Suche:
Das könnte Dich auch interessieren:
Einschaltgeräusche bei altem Verstärker
phippel am 09.11.2005  –  Letzte Antwort am 13.11.2005  –  5 Beiträge
Hilfe bei altem Receiver
ersoichso am 12.02.2009  –  Letzte Antwort am 13.02.2009  –  10 Beiträge
Anfängerfragen zu altem Verstärker
theskynet am 06.09.2006  –  Letzte Antwort am 06.09.2006  –  3 Beiträge
Problem mit altem Verstärker
cobase am 29.03.2005  –  Letzte Antwort am 30.03.2005  –  8 Beiträge
Problem mit altem Verstärker
der_paket am 01.04.2008  –  Letzte Antwort am 01.04.2008  –  14 Beiträge
Problem mit altem Rotel Receiver!
Tricoboleros am 25.01.2009  –  Letzte Antwort am 07.02.2009  –  7 Beiträge
4x8ohm mit altem Braun Verstärker ?
KingOfKingz am 27.07.2007  –  Letzte Antwort am 27.07.2007  –  2 Beiträge
Probleme mit altem Technics Verstärker
AltAiR2K3 am 21.11.2008  –  Letzte Antwort am 24.11.2008  –  10 Beiträge
Knackende Lautsprecher bei 8 Jahre altem Verstärker
Razo am 10.10.2006  –  Letzte Antwort am 12.10.2006  –  3 Beiträge
Problem mit altem Denon Verstärker
noiseman89 am 03.02.2009  –  Letzte Antwort am 11.02.2009  –  6 Beiträge

Anzeige

Aktuelle Aktion

Partner Widget schließen

  • beyerdynamic Logo
  • DALI Logo
  • SAMSUNG Logo
  • TCL Logo

Forumsstatistik Widget schließen

  • Registrierte Mitglieder872.650 ( Heute: 39 )
  • Neuestes MitgliedPatrick44
  • Gesamtzahl an Themen1.454.703
  • Gesamtzahl an Beiträgen19.678.654