Faire KHV-Preise?

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Fakir
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 19. Jul 2005, 14:40
Hi!
Ich habe eine ganz allgemeine Frage: sind Preisdimensionen von jenseits der 200 euro-marke für KHV gerechtfertigt, v.a., wenn man immer wieder liest, daß aus nem Billig-KHV mit dem entsprechenden Elektroniktuning ähnliche Klangwelten herausgezaubert werden können? Was zeichnet beispielsweise einen Lake People so aus, daß mindestens 220 Euro dafür berappt werden müssen? Das Alu-/Edelstahl-Gehäuse? Der Name? Die verbauten Komponenten?
Um objektive Antworten wäre dankbar,

JULIAN
xxlMusikfreak
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 19. Jul 2005, 14:51
Ich denke die Vergleiche zwischen Vollpreisprodukten und Eigenbauten sind häufig (nicht immer) auch etwas "parteiisch", da die Erbauer häufig selbst testen und man ausserdem von einem günstigen DIY-Produkt nicht so guten Klang erwarten -> also deutlich positiver überrascht ist.

Natürlich bezahlt man auch die Verarbeitung mit - mein X-Can V³ gefällt mir bsw. von der Verarbeitung her sehr gut - selbst hätte ich sowas nicht hinbekommen.

Ein HD53 zum Beispiel hat eine recht komplizierte Schaltung eingebaut, die man nicht so ohne weiteres nachbauen könnte - bzw. ein klanglich ähnliches Produkt.
ROBOT
Inventar
#3 erstellt: 19. Jul 2005, 15:35
Hallo,

ich bin der Meinung dass man Selbstbau und Fertiggeräte grundsätzlich nicht objektiv einem Preisvergleich unterziehen kann.
Durch Selbstbau wird alles auf den ersten Blick erstmal billiger, ob KHV, LS, Haus, Auto usw.

Nur: Der Hersteller muss die Teile erstmal entwickeln, steht für die Garantie grade, stellt sicher das das Gerät aktuellen Normen entspricht (gerade im Studiobereich) und will letztendlich auch noch Geld dran verdienen - ganz legitim.

Es ist sicherlich auch nicht jedermanns Sache, in einem Billig-KHV herumzulöten, ganz abgesehen davon dass man dazu gewisse Elektronik-Kenntnisse haben sollte.

Wer schonmal in einen HD53 oder eben auch in einen G99 hineingeschaut hat weiss auch was professionelle Fertigung bedeutet. Die Bauteile sind natürlich auch ein gewichtiger Kostenfaktor: Allein hochwertige Lautstärke-Potis kosten ein vielfaches ggü. 08/15 Potis. So läppert sich das alles zusammen.
Apalone
Inventar
#4 erstellt: 19. Jul 2005, 16:11

Fakir schrieb:
Hi!
Ich habe eine ganz allgemeine Frage: sind Preisdimensionen von jenseits der 200 euro-marke für KHV gerechtfertigt, v.a., wenn man immer wieder liest, daß aus nem Billig-KHV mit dem entsprechenden Elektroniktuning ähnliche Klangwelten herausgezaubert werden können? Was zeichnet beispielsweise einen Lake People so aus, daß mindestens 220 Euro dafür berappt werden müssen? Das Alu-/Edelstahl-Gehäuse? Der Name? Die verbauten Komponenten?
Um objektive Antworten wäre dankbar,

JULIAN



Was ich immer wieder überraschend finde, dass in Deutschland so wenig Verständnis für die Marktwirtschaft vorhanden ist.
Von den 220 müssen erstmal ca. 30 € MwSt abgezogen werden, dann Personalkosten der Entwicklung (ein Ingenieur kostet in D ca. 60.000 € PK/Jahr), Werbung, Rückstellungen für Gewährleistung, Einkommen-/Körperschaftssteuer, Einkauf usw.
In dem LP f 220 € stecken maximal 50 € Bauteile drin (= tatsächliche Einkaufskosten für den Hersteller), der Rest ist das oben genannte!
Das ist normal!

Es ist nunmal so, dass den Rest immer der Verbraucher bezahlt.
Das ist bei KHV, Lautsprechern, Autos, usw gleich.

Marko
Fakir
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 20. Jul 2005, 01:44
Hmhmhm, ok. Hört sich alles plausibel an. Aber letzten Endes war halt eben keine Antwort dabei, die besagt hat daß man aus klanglicher Sicht was für den Mehrpreis bekommt. Ich mein, ich kenn mich nicht aus, aber logisch wäre doch zumindest, daß die von LP standardmäßig verbauten Elektronikkomponenten an sich schon besser wären, als die, die im getunten Conrad-Teil drin stecken... Und somit hätte man wieder was, was den Preis rein audiophil gesehen rechtfertigt.
ROBOT
Inventar
#6 erstellt: 20. Jul 2005, 02:25
Selbstverständlich bekommt man von vornherein ein in sich schlüssiges Gerät, bei dem es nicht nötig ist dran rumzubasteln! Und das ist ein reeller Mehrwert IMHO.
Verstehst Du? Die Bauteile müssen gar nicht unbedingt extrem teuer sein - es kommt darauf an ob der Entwickler sein Handwerk wirklich versteht, und die nachfolgende Produktionskette dies auch umsetzen kann.

Natürlich gibt es beispielsweise bei OPV´s eine des selben Typs diverse Selektionsstufen..üblicherweise sind die "military grade" die mit Abstand teuersten. Nur deren Einsatz nutzt nix, wenn ein Schaltungsentwickler letztendlich nicht weiss was er da tut - bei einigen "High-End" Klitschen mag einem das so vorkommen, wie auch bei den meisten Lieferanten von Conrad & Co (hier werden um m Beispiel zu bleiben natürlich die billigsten verfügbaren OPV´s eingesetzt).

Weiterhin würde ich den Begriff "audiophil" im Zusammenhang mit Studiotechnik und Preis/Leistung nicht in Verbindung bringen wollen:
1. ist Studiotechnik i.A. deutlich schlechter (seriöser???) für den Verkäufer kalkuliert
2. ist "audiophil" derart nebulös und von vielen Herstellern/Anwendern missbraucht, hierzu ein Beispiel:

Der "Audiophile" ist begeistert von einem australischen "Bullet-Plug"- Vollplastik Stecker und seiner Theorie/Marketing dahinter.

Der Studiotechnik Profi vertraut auf den seit Jahrzehnten bewährten Neutrik-XLR Stecker der NG-Serie, die weltweit zu Millionen eingesetzt werden. Elektrisch und mechanisch absolut überzeugend. Dieser kostet ein Viertel des "Bullet-Plug"...

Was hat die bessere Preis-Leistung?
cr
Inventar
#7 erstellt: 20. Jul 2005, 03:25
In erster Linie hängen die Herstellkosten von der Losgröße ab. Wenn man eine ordentliche Losgröße industriell fertigen kann, kostet das Gerät sehr wenig. Wenn an jedem Gerät ein paar Leute händisch herumschustern müssen, wird es teuer. Besser jedoch noch lange nicht.

Und Studiogeräte werden nunmal meist in vernünftiger Losgröße gefertigt, HighEnd-Produkte selten.
Daher sind sie teuer, aber noch lange nicht besser i.A.
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