Unterschied zw. normalem Amp und Kopfhörer-Verstärker?

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Fu_Manchu
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 12. Jan 2004, 20:44
Ok, die Leisung wird ein Punkt sein, für Kopfhörer wird man keine 100 Watt oder so brauchen.
Aber wozu dient ein spezieller Kopfhörerverstärker und welche (klanglichen?) Vorteile hat er im Vergleich zu einem normalem Verstärker?
richi44
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 13. Jan 2004, 15:01
Es gibt beispielsweise elektrostatische Kopfhörer, die eine eigene Stromversorgung brauchen. Ausserdem benötigen sie eine hohe Sprechspannung. Dies wird oft mit einem Trafo gelöst, der das Signal hochtransformiert. Nur sind Trafos nicht ideal. Besser ist da eine entsprechende Verstärkerstufe, die mit Röhren oder Hochspannungs-Transistoren bestückt ist.
Es gibt auch Geräte, die keinen Kopfhöreranschluss besitzen und die abgehört werden sollten. Oder der Kopfhörerausgang eines Mischpultes. Dieser hat normalerweise nichts mit dem Hauptausgang zu tun, sondern ist autonom. Natürlich ist dann der Kopfhörerverstärker im Mischpult eingebaut, aber es ist ein eigenständiges Gebilde.
cr
Inventar
#3 erstellt: 13. Jan 2004, 15:30
Bei normalen Endverstärkern (in Vollverstärkern) ist der Kopförer-Ausgang meist mit einem etwa 150-Wiederstand angekoppelt. Das dient dazu, dass niederohmige KH nicht so leicht vom Endverstärker zerstört werden
(Wenn ein KH zB 50 Ohm hat, dann erhält er durch den Vorwiderstand nur mehr ein Viertel der Spannung (150:50)).

Wenn der Vorverstärker einen KH-Ausgang hat, dann ist dies ein eigener KH-Verstärker, wie sie auch in CDPs usw verwendet werden (vielleicht etwas besser aufgebaut bei einem teuren Gerät).

Die meisten dynamischen KH (also nicht Elektrostaten) sind recht anspruchslos bezüglich der erforderlichen Leistung.
In diesen Fällen erfüllen auch einfache KH-Verstärker, wie sie in CDPs verwendet werden, durchaus ihren Zweck. Hier kann man aber natürlich mit einem teureren KH-Verstärker aufrüsten (obs klanglich was bringt, kann nicht generell bejaht werden).

Ob ein externer KH-Verstärker gegenüber dem KH-Ausgang des Endverstärkers klanglich was bringt, ist ebenfalls fraglich (er hätte halt statt 150 Ohm meist einen tieferen Ausgangswiderstand). Das einzige Problem ist eventuell, dass manche Endverstärker etwas rauschen, was man dann am Kopfhörer uU deutlicher hören kann.

Da DVDPs kaum KH-Ausgänge haben, besteht inzwischen wieder ein stärkerer Bedarf nach KH-Verstärkern. Im Studio-Handel gibts diese Teile ab etwa 40 Euro, im High-End-Bereich ab 200 Euro.
TBuktu
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 13. Jan 2004, 15:50
Man kann sich einen reinen Class-A Betrieb leisten, weil eben nicht so viel Leistung verlangt wird.

Gruss
Tim
cr
Inventar
#5 erstellt: 13. Jan 2004, 16:57
Genau, das ist eventuell ein Vorteil gegenüber einer Endverstärker-KH-Buchse, auch weil der Endverstärker beim KH-Betrieb nicht in seinem optimalen Bereich arbeitet (sehr geringer Stromfluß im Gegensatz zum LS-Betrieb)
richi44
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 13. Jan 2004, 17:50

Genau, das ist eventuell ein Vorteil gegenüber einer Endverstärker-KH-Buchse, auch weil der Endverstärker beim KH-Betrieb nicht in seinem optimalen Bereich arbeitet (sehr geringer Stromfluß im Gegensatz zum LS-Betrieb)


Andererseits reduziert der geringe Stromfluss die Übernahmeverzerrungen, da der Ruhestrom bereits dem Kopfhörerstrom entspricht und die Endstufe als Quasi Klasse A funktioniert.
cr
Inventar
#7 erstellt: 13. Jan 2004, 18:00

Andererseits reduziert der geringe Stromfluss die Übernahmeverzerrungen, da der Ruhestrom bereits dem Kopfhörerstrom entspricht und die Endstufe als Quasi Klasse A funktioniert


Bei allen Schaltungskonzepten? Bei einem angenommenen Stromfluß von 0-100 mA? (damit wäre wohl der ganze Bereich für alle herkömmlichen dynamischen Kopfhörer abgedeckt, von 4-2000 Ohm).
cr
Inventar
#8 erstellt: 13. Jan 2004, 18:13
Eine Frage, die sich ferner stellt:

Kann es nicht zu einer Höhenbetonung kommen, wenn ein KH über den Vorwiderstand von 150 Ohm betrieben wird (im Vergleich zu einem niederohmigen KH-Verstärker)?
Vor allem bei niederohmigen KH; so hatten zB die Pioneer-KH nur 8 Ohm?
Wenn hier die Impedanz des KH mit steigender Frequenz zunimmt (Induktivität der Schwingspule), müßten eigentlich die Höhen stärker dargestellt werden als die Bässe (weil es bei den Höhen zu einem geringeren Spannungsabfall als bei den Tiefen am 150 Ohm Widerstand kommt) - unter der Annahme, dass der KH an einem niederohmigen Verstärker linear ist.
Bei 2-Weg-KH könnte es wegen des komplizierteresn Impedanzverlaufes noch kritischer sein.
Ferner ist der Dämpfungsfaktor praktisch 0 (völlig irrelevant bei KH?)
richi44
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 13. Jan 2004, 20:00
Ich gehe einmal davon aus, dass ein seriöser Kopfhörerhersteller seine Produkte dem Verwendungszweck anpasst. Das bedeutet, dass er normale Heim-Stereohörer für den Betrieb über 150 Ohm optimiert. Hörer für Walkmen sind für eine Quellimpedanz von etwa 30 Ohm oder weniger ausgelegt. Bei Highend-Hörern wird eh die Verwendung des separaten (eigenen!) Verstärkers empfohlen.
Die Dämpfung des Systems ist bei einem Lautsprecher wichtig, um eine einigermassen präzise Basswiedergabe zu erreichen. Rechnet man mit dem Gehäusevolumen und der Membranfläche, so ist ein Kopfhörer eher im Volumen zu klein und daher recht gut bedämpft. Weiter ist die Membrane meist aus einem Material mit hoher Eigendämpfung. Folglich sind die Fehler erträglich. Dies einmal, weil ein kleineres Objekt (Fläche quadratisch, Masse kubisch) trotz geringerer Masse wesentlich stabiler ist und zweitens, weil Resonanzbereiche problemlos ausser den Hörbereich befördert werden können.
Zweiweg-Hörer gehören zu jenen Exoten, die es kaum mehr gibt und wenn, dann hat der Hersteller dafür zu sorgen, dass sie mit entsprechendem Equipment betrieben werden.
Heute übliche Heim-Hörer haben eine Impedanz von 100 bis etwa 800 Ohm und eine Empfindlichkeit von grösser 90 dB pro Milliwatt. Bei einem Schalldruck von 110 dB wäre das 100 mW, entsprechend 11 bis 31 mA und so hoch ist der Ruhestrom der Endstufe auf jeden Fall (Autoradio-Endstufen und Endstufen in Billig-Kompaktanlagen ausgenommen).
cr
Inventar
#10 erstellt: 13. Jan 2004, 21:53
Tendenz fallend. AKG hat jetzt 3 ihrer besten KHs auch in einer 50-Ohm-Version herausgebracht, die mglw. die 600 Ohm Version ablöst (den geschlossenen K271 gibts nur mehr als 50 Ohm KH)
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