Wo kann das Röhrenradio reparieren lassen?

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Jackylee
Neuling
#1 erstellt: 21. Apr 2011, 13:20
Hallo alle, ich habe vor einigen Tagen Ebay ein Telefunken Röhrenradio D860 gekauft, aber kenne nicht,ob es funktioniert oder nicht, denn ich keine Ahnung von das Radio. Ich möchte es reparieren lassen ,aber wo ist Radio Techniker weiss ich auch nicht, vielleicht kann jemanden mir helfen? ich wohne in Pirmasens. Normalerweise wieviel kostet es, wenn es komplett restauriert wird?

Vielen Dank!!

Froh Ostern!
amplitudensieb
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 21. Apr 2011, 21:52

Jackylee schrieb:
.. aber kenne nicht,ob es funktioniert oder nicht, denn ich keine Ahnung von das Radio. ..


na, schalte es halt ein. es ist völlig normal solltest du nach ein, zwei minuten gesang oder stimmen hören.

Ingor
Inventar
#3 erstellt: 22. Apr 2011, 09:12
Das aller wichtigste ist, dass du den, der es repariert davor warnst, das Chassis auszubauen ohne vorher den Skalenzeiger abgemacht zu haben, andernfalls reißt das Seil und man bekommt es nie wieder hin ohne ein zweites Gerät zu haben bei dem man abschauen kann. Diese Info fand ich hier: http://www.dampfradioforum.de/viewtopic.php?f=2&t=4503

Solche Geräte repariert heute keine normale Werksatt mehr. Also im Internet nach entsprechenden Angeboten suchen, oder in die Gelben Seiten von Pirmasens schauen.
pragmatiker
Administrator
#4 erstellt: 22. Apr 2011, 09:20
Servus zusammen,

amplitudensieb schrieb:
na, schalte es halt ein. es ist völlig normal solltest du nach ein, zwei minuten gesang oder stimmen hören

da wäre ich ein bißchen vorsichtig. Der Telefunken D860 ist ein Vorkriegs-Kriegsbeginn-Spitzensuper (1939 / 1940), der heute - wenn er in Ordnung ist - durchaus heftige Preise erzielt, siehe hier:

http://hammarlund.ru/ld2/viewtopic.php?f=2&t=7

Die frohe Botschaft ist, daß es ein Wechselstromgerät ist - die bei Allstromgeräten üblichen Probleme und Gefahren hier also nicht auftreten sollten. Auf der anderen Seite würde ich so ein altes Gerät, daß vielleicht auch noch Jahrzehnte nicht eingeschaltet war, beim ersten Wiedereinschalten langsam mit einem Stelltrafo hochfahren, um die Elkos zu formieren.

Und dann - das ist aus dem Internet angelesenes Wissen: Bei diesem Gerät muß man vor dem Ausbau des Chassis wohl die Skalenzeiger demontieren. Tut man das nicht, reißt das Skalenseil - und Seillaufpläne sind für dieses Gerät wohl keine mehr verfügbar, außerdem soll der Seillauf dieses Gerätes einer der kompliziertesten überhaupt sein.

Insgesamt also ein Gerät für einen (grauhaarigen oder haarlosen) Fachmann, der weiß was er tut. Ich persönlich würde mich bei www.radiomuseum.org http://www.radiomuseum.org/r/telefunken_spitzen_super_d860wk.html anmelden und nach einem solchen Fachmann in der Nähe von Pirmasens fragen. Vielleicht führt auch ein Anruf beim Rundunkmuseum der Stadt Fürth (0911/7568110) zum Erfolg - die können vielleicht an jemanden weitervermitteln, der jemanden kennt, der jemanden in der Nähe von Pirmasens kennt....

Das Gerät gehört defitiv nicht in die Hände von jungen Fachleuten, die keine Affinität zu historischer Technik haben und die diese Geräteart in der Ausbildung nicht mehr gesehen haben.

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 22. Apr 2011, 09:22 bearbeitet]
Pimok
Stammgast
#5 erstellt: 25. Apr 2011, 12:54

pragmatiker schrieb:


Das Gerät gehört defitiv nicht in die Hände von jungen Fachleuten, die keine Affinität zu historischer Technik haben und die diese Geräteart in der Ausbildung nicht mehr gesehen haben.


Hallo Herbert,

diese Aussage sehe ich kritisch.
Ich selber habe meine Ausbildung zum Informationselektroniker (vormals Radio-Fernseh-Techniker) abgeschlossen und habe sehr wohl noch alle Haare auf dem Kopp - davon sogar noch verdammt viel - und kenne mich trotzdem mit der Röhrentechnik aus.
Selbstverständlich NICHT in dem Maße wie ein alteingesessener Techniker, der die Geräte noch selbst entwickelt haben könnte. Allein schon weil es heutzutage nicht mehr gelehrt wird. (Aber wozu gibt es Hobbys?)

Aber mal ehrlich: Muss das sein?
Für eine Restauration reicht es doch "schon" aus wenn man weiß wie das entsprechende Gerät funktioniert, den Schaltplan lesen und verstehen kann, entsprechende Vorsicht im Umgang mit kritischen Schaltungsteilen walten lässt und sich, vor allem, auch für die Geräte und ihre Erhaltung einsetzen möchte. Dazu gehört dann auch, neben der reinen Elektronik selbstverständlich auch die Mechanik. (Skalen, Gehäuse, Chassis etc).

Ich finde, mit einer solchen Pauschalisierung verunmöglichst du (und sehr viele andere "alte Hasen") uns "Jünglingen" die Möglichkeit, die Erhaltung der Geräte weiterzuführen.
Denn wer soll in 50 Jahren solche Schätze reparieren, wenn die Greise mittlerweile von Holz umtäfelt oder pulverisiert in einer Kanne vor sich hin modern, wenn nicht die heutigen Jungtechniker?
Aber: Ohne Praxiserfahrung hilft keine Theorie! Und Praxis kommt nur, indem man sich an solche Sachen herantraut. Das kann man aber nicht, wenn es von vorn herein verteufelt wird, getru dem Motto "Die heutige Jugend kriegt eh nix gebacken!".
pragmatiker
Administrator
#6 erstellt: 25. Apr 2011, 16:11
Servus Kai,

Pimok schrieb:
Ich selber habe meine Ausbildung zum Informationselektroniker (vormals Radio-Fernseh-Techniker) abgeschlossen und habe sehr wohl noch alle Haare auf dem Kopp - davon sogar noch verdammt viel - und kenne mich trotzdem mit der Röhrentechnik aus........Für eine Restauration reicht es doch "schon" aus wenn man weiß wie das entsprechende Gerät funktioniert, den Schaltplan lesen und verstehen kann, entsprechende Vorsicht im Umgang mit kritischen Schaltungsteilen walten lässt und sich, vor allem, auch für die Geräte und ihre Erhaltung einsetzen möchte. Dazu gehört dann auch, neben der reinen Elektronik selbstverständlich auch die Mechanik. (Skalen, Gehäuse, Chassis etc)......Ich finde, mit einer solchen Pauschalisierung verunmöglichst du (und sehr viele andere "alte Hasen") uns "Jünglingen" die Möglichkeit, die Erhaltung der Geräte weiterzuführen.......Denn wer soll in 50 Jahren solche Schätze reparieren, wenn die Greise mittlerweile von Holz umtäfelt oder pulverisiert in einer Kanne vor sich hin modern, wenn nicht die heutigen Jungtechniker?......Aber: Ohne Praxiserfahrung hilft keine Theorie! Und Praxis kommt nur, indem man sich an solche Sachen herantraut. Das kann man aber nicht, wenn es von vorn herein verteufelt wird, getru dem Motto "Die heutige Jugend kriegt eh nix gebacken!".

mit allem, was Du schreibst, bin ich vollständig einverstanden - und nichts liegt mir ferner, als die technikinteressierte Jugend zu verunglimpfen (ich hab' schließlich selbst so einen technikinteressierten Filius).

Deswegen schrieb ich auch in meinen Satz die Formulierung: ".....die keine Affinität zu historischer Technik haben....." - eine mir sehr wichtige Formulierung.

Wenn ein junger Mensch umsichtig, wißbegierig, lernfähig und lernwillig an alte technische Themen (eigentlich egal welche - siehe z.B. die Jugend bei Dampfloks, historischen Flugzeugen, alten Hammond-Orgeln, Zuse- und ähnlichen frühen Computern usw.) rangeht und sich in diese systematisch einarbeitet, dann ist er mit Sicherheit früher oder später ein exzellenter Fachmann auf dem Gebiet - und von diesen jungen Menschen gibt es (aller Unkenrufe zum Trotz) durchaus einige.

Mir ging es um folgendes: Da hat jemand ein ca. 70 Jahre altes und erhaltenswertes Gerät. Er sucht einen Fachmann zur Reparatur / Überprüfung dieses Gerätes. Der logische Weg wäre das Radio- und Fernsehgeschäft früherer Ausprägung - und da hat seine Geschichte jetzt drei Möglichkeiten, sich zu entwickeln:

  • Es wird ehrlich gesagt: wir haben keine Ahnung von so alter Technik und er wird wieder heimgeschickt. Dann ist das Gerät nachher in keinem schlechteren Zustand als vorher.
  • Es gibt tatsächlich Fachleute in diesem Geschäft, die auch noch über einen entsprechenden Ersatzteilbestand verfügen (Röhren, Skalenseile, Federn, Hochvoltelkos, axiale Hochvoltfolienkondensatoren, Hochlastwiderstände im [kOhm]-Gebiet usw. - alles Zeugs, was in heutiger Unterhaltungselektronik (mit Ausnahme von Röhrenfernsehern) nicht mehr vorkommt)). Das ist dann der Optimalfall und das Gerät ist nachher in einem besseren Zustand als vorher.
  • In dem Geschäft hat man zwar keine Ahnung von der Materie, wittert aber Umsatz und nimmt deswegen das Gerät nach dem Motto "schau mer mal" an. Das ist dann der worst-case-Fall und das Gerät ist nachher mit hoher Wahrscheinlichkeit in einem schlechteren Zustand als vorher.

Da der Kunde die Fachkompetenz des ihm Gegenüberstehenden in Sachen historischer Technik schwer einschätzen kann, bleiben ihm nur andere Merkmale, an denen er sich festhalten kann. Und eines dieser Merkmale kann das Lebensalter des Werkstattmitarbeiters sein - je älter er ist, desto wahrscheinlicher ist es natürlich, daß er sich auch in dieser Technik noch auskennt.

Wenn natürlich der Kunde genau weiß, daß er sein Gerät einem 22-jährigen Fachmann in die Hand drückt, der aus Leidenschaft und Interesse seit Jahren an beiden Enden für die Röhrentechnik brennt, dann ist auch bei diesem jungen Fachmann des Gerät sicher in sehr guten Händen.

Also, nochmals: ich wollte hier niemanden pauschal verunglimpfen - ich wollte nur die Chancen für einen fachlich nicht beschlagenen Kunden steigern, sein Gerät nach einem Eingriff in einem besseren Zustand wiederzubekommen als vorher.

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 25. Apr 2011, 16:17 bearbeitet]
Pimok
Stammgast
#7 erstellt: 25. Apr 2011, 20:53
Hallo Herbert,

so liest sich das gleich besser.
Ich hatte deinen Satz bezüglich der Affinität zu historischer Technik als Pauschalaussage, bezogen auf junge Techniker, verstanden.

Mit deiner jetzt ausführlicheren Definition bin ich völlig zufrieden
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