Empfehlenswerte SRPP Schaltung.

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Cpt_Chaos1978
Stammgast
#1 erstellt: 08. Sep 2012, 01:32
Hallo,
da gerade mein neuer Darling fertig geworden ist dieser aber eine relativ heisse Vorstufe benötigt habe ich das Problem das meine Phonostufe zu wenig Pegel bringt.
Also muss ein Aufholverstärker her.
Die Anforderungen an die Verstärkung sind nicht sonderlich hoch, mit 5x komme ich dicke hin aber da es lange Kabel zu treiben gibt ist eine möglichst niedrige Ausgangsimpedanz sicher nicht verkehrt. Da ich an zu verbastelnden Röhren nur noch ECC81 und EL84 und eine ECC83 rumfliegen habe kam mir der Gedanke das eine SRPP-Stufe mit zwei ECC81 da doch gut passen würde.
Nun blicke ich bei der SRPP-Geschichte aber nicht annähernd durch. Nachbauen ist also angesagt.
Nun ist es ja wohl so (wenn ich das richtig verstanden habe) das eine SRPP nur für genau einen Lastwiderstand optimal funktioniert?!
Also kann ich nicht eine beliebige Schaltung nachbauen?!
Daher meine Frage ob mir jemand eine SRPP Schalung mit der ECC81 nennen kann die auf einen Verstärkereingang mit 47k optimal arbeitet und eine Verstärkung zwischen 2 und 7x verstärkt.
Oder kann mir jemand die notwendigen Änderungen an einer Schaltung nennen?

Danke und Gruß
Cpt_Chaos1978
GorgTech
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 08. Sep 2012, 06:36
Hallo,

ich habe recht viel mit "SRPP" und "CCS" experimentiert. Eine richtige SRPP Stufe ( bei der beide Rks gleich groß sind und der untere nicht kapazitiv überbrückt wird ) erzeugt sehr wenig Klirr, jedoch nur wenn die Ausgangslast im Idealfall der Ausgangsimpedanz entspricht. Ansonsten wird auch eine SRPP Stufe, ähnlich viel Klirr erzeugen wie eine normale Anodenfolger-Stufe.

Wird der untere Rk, ganz oder teilweise kapazitiv gebrückt, arbeitet die Stufe im Grunde nur noch wie eine Anodenfolgerstufe bei der das obere System, wie eine Konstantstromquelle funktioniert ( anstelle eines ohmschen RAs ).

Eine ECC82 oder ECC88 SRPP Stufe wäre evtl. sinnvoller für deinen Zweck Die Verstärkung einer ECC81 als SRPP Stufe dürfte im Idealfall, bei knapp µ/2 liegen, also ungefähr bei 30x.

Gruß,

Georg

P.S: Sidolf hatte vor einiger Zeit einen sehr ausführlichen Beitrag über SRPP Stufen, ihre Funktionsweise und Eigenschaften verfasst.
DB
Inventar
#3 erstellt: 08. Sep 2012, 08:00

Cpt_Chaos1978 schrieb:

Daher meine Frage ob mir jemand eine SRPP Schalung mit der ECC81 nennen kann die auf einen Verstärkereingang mit 47k optimal arbeitet und eine Verstärkung zwischen 2 und 7x verstärkt.
Oder kann mir jemand die notwendigen Änderungen an einer Schaltung nennen?

Wie wäre es denn, wenn Du einfach mal LTSpice losläßt und ein wenig damit herumprobierst?

MfG
DB
Cpt_Chaos1978
Stammgast
#4 erstellt: 08. Sep 2012, 09:55
@db
LTSpice ist auch so ein Ding mit dem ich mich noch auseinandersetzen müsste....

@GorgTech
hm, ja. Wie gesagt die ECC81 liegen gerade rum. Und da es ja "nur" ein Aufholverstärker für den Phono werden soll lohnt viel Investition nicht.
Vermutlich fahre ich am besten wenn ich einfach nur eine ECC81 mit ner GK auf die passende Verstärkung kloppe.

War so eine Idee

Gruß
Cpt_Chaos1978
DB
Inventar
#5 erstellt: 08. Sep 2012, 11:15
Wissenserwerb geschieht nicht dadurch, daß man die Lösung einfach gesagt bekommt und so schwer ist LTSpice nun wirklich nicht zu bedienen.

MfG
DB
Tucca
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 08. Sep 2012, 19:48
Hi Cpt_Chaos1978,

Vermutlich fahre ich am besten wenn ich einfach nur eine ECC81 mit ner GK auf die passende Verstärkung kloppe.

Ich habe vor einiger Zeit mal den hier nachgebaut.
Ich finde, daß der Amp sehr neutral klingt.
Vielleicht hast Du ja auch das Buch von R. z. Linde: "Verstärker in Röhrentechnik", da isser drin. Der Verstärker hat eine Verstärkung von ca. 12dB, könnte aber auch über einen Trimmer als Gegenkopplungswiderstand angepasst werden, siehe Schaltbild.
Grüße,

Michael

@DB:

Wissenserwerb geschieht nicht dadurch, daß man die Lösung einfach gesagt bekommt

...aber ein wenig Anschauungsmaterial kann einem erheblich auf die Sprünge helfen...


[Beitrag von Tucca am 08. Sep 2012, 19:51 bearbeitet]
E130L
Inventar
#7 erstellt: 09. Sep 2012, 09:29
Hallo,


Ich habe vor einiger Zeit mal den hier nachgebaut.


So, wie die Schaltung da wiedergegeben ist, wird sie fehlerhaft sein.

Welchen Sinn macht die Reihenschaltung von 100k (R4) mit 220R (R9)?

Vermutlich gehört C4 an den Verbindungspunkt.

MfG
Volker
Tucca
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 09. Sep 2012, 10:34
Hi Volker,

Vermutlich gehört C4 an den Verbindungspunkt.

Ganz bestimmt!
R.z.L. schreibt im Buch dazu:
"R9 und C4 sieben abschließend die Betriebsspannung und sorgen für ausreichende Entkopplung der Kanäle"
Ich habe seinerzeit beim Aufbau auf das zweite Siebglied verzichtet (R9/C4 weg und "Pfeil R" direkt an den Anodenwiderstand R4)und nur eine ECC81 statt der zwei EC92 verbaut und hatte keine Probleme.

Grüße,

Michael
richi44
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 09. Sep 2012, 14:31
14dB Preamp
Ich würde sowas vorschlagen. Da haben wir nicht nur einen normalen Verstärker (wenn ja eh genug Röhren da sind), sondern einen Katodenfolger, der in die Gegenkopplung eingebunden ist.
Eine richtige SRPP wäre möglich, nur stimmt deren Klirrminimum nur bei einer defineirten Last. Also muss der Ausgang zusätzlich entsprechend belastet werden (vermutlich um die 30k) und da spielt dann die kapazitive Last des Kabels eine Rolle. Diese könnte den Klirr bei hohen Frequenzen stark anheben.
Kommt hinzu, dass so eine Schaltung bei einem Röhrenwechsel neu abgeglichen werden sollte (um das Optimum zu erreichen) und dass dazu entweder ein Analyzer oder eine Klirrmessbrücke nötig ist. Und der Ri der Schaltung ist keineswegs so tief wie man allgemein annimmt.

Bei meiner vorgeschlagenen Schaltung wird die Verstärkung (5 fach) durch das Widerstandsverhältnis des Längswiderstandes (100k) zum Gegenkopplungswiderstand (510k) bestimmt. Und diese Gegenkopplung drückt den Klirr auf einen Wert von rund 0,15% bei 10V eff am Ausgang, bei geringeren Spannungen entsprechend tiefer. Man darf also in der Praxis von deutlich unter 0,1% ausgehen. Und durch den geringen Ri sind auch keine kapazitiven Brummeinstrahlungen auf das Kabel zu erwarten. Und bei einer üblichen Kapazität dürfte das Kabel sogar 10m lang sein ohne dass Klirr oder Frequenzgang darunter leiden.
Cpt_Chaos1978
Stammgast
#10 erstellt: 10. Sep 2012, 16:25
Hallo,
danke richi das sieht sehr interessant aus. In die grobe Richtung gingen meine Überlegungen auch. Nur den Kathodenfolger in die Gegenkopplung mit einzubeziehen war mir noch nicht eingefallen.
Denke damit bin ich dann wohl "versorgt" und das löten kann losgehen.

Gruß
Cpt_Chaos1978
audiosix
Stammgast
#11 erstellt: 11. Sep 2012, 06:44
Hallo,

in einer SRPP würde die ECC81 mindesten *30 verstärken, eher noch mehr. Der Tip von Richi ist schon der Richtige. Durch die GK können die Röhren in ihren Werten auch breiter streuen.

Reinhard
richi44
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 11. Sep 2012, 06:54

audiosix schrieb:
Hallo,

in einer SRPP würde die ECC81 mindesten *30 verstärken, eher noch mehr..

Reinhard

Bei einer SRPP kann die Verstärkung MAXIMAL Mü/2 sein, niemals mehr!
Und Mü ist ja S mal Ri.
Ri hängt ab vom Rk.
Und der untere Rk muss für Klirr-Minimum gleich sein in der Wirkung wie der obere, also keine Überbrückung!
Und V hängt letztlich von Ra ab. Das bedeutet, dass, wenn wir zum Klirr-Abgleich eine regelbare Last an den Ausgang hängen, diese Last die Verstärkung bestimmt (immer unter Einbezug des Rk) und dass folglich V abhängig ist von den Röhrenparametern, denn diese bestimmen den Klirr-Abgleich und damit Ra.

Eine gegengekoppelte Schaltung hingegen lässt sich genau berechnen und die erreichten Daten sind zwar theoretisch etwas schlechter als bei SRPP, in der Praxis aber meist besser und zumindest WESENTLICH niederohmiger und stabiler.
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