Klangunterschiede zwischen Kondensatoren - und Whisky

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S04-Hotspur
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 07. Mrz 2017, 21:38
Liebes Forum,

widerwillig schreibe ich hier unter "Voodoo", weil die Zahl der "Gläubigen", vor allem unter den Jüngeren und denen, die lieber messen als hören, hier im Forum klein zu sein scheint.

Seit 35 Jahren baue ich Lautsprecher selbst und experimentiere mit der Qualität von Weichenbauteilen. Aufgrund der Behauptung einiger an anderer Stelle, Klangunterschiede zwischen Kondensatoren seien Einbildung, habe ich verschiedene Kondensatoren im Signalweg vor dem Hochtöner ausgiebig Probe gehört und bin zu folgendem Ergebnis gekommen: Klangunterschiede zwischen Kondensatoren im Signalweg zum Hochtöner sind so deutlich wahrnehmbar wie Geschmacksunterschiede zwischen Single-Malt-Whiskys!

Ausgangsbasis ist eine Anlage mit einem Pioneer PD-S 701 CD-Player, einem Luxman M-363 Endverstärker und Selbstbauboxen, die aus der Mischung zweier Klang und Ton High-End Bauvorschlägen bestehen: Audax HM 170 Z0 doppelt in D'Appolito-Anordnung, in 2 x 30 Liter Volumen pro Box, Weiche und Bassreflexabstimmung wie in Klang und Ton 1994. Als Hochtöner kommt der Scan Speak D 2010 zum Einsatz, der im selben Jahr mit einem Görlich Tiefmitteltöner in Klang und Ton vorgestellt wurde.

Folgende Kondensatoren kamen in den letzten Jahren zum Einsatz und wurden von mir in den letzten 18 Monaten intensiv verglichen:

Intertechnik Audyn Q 4;
Solen MKP PB;
Mundorf Evo Alu;
Mundorf Evo Alu Öl und
Jantzen Z-Superior.

Zum Einsatz kamen Typen mit 5,6 uF in einer Weiche zweiter Ordnung mit Spannungsteiler, der aus Jantzen MOX-Typen mit 10 Watt besteht.

Da ich gerne mal einen schottischen Single-Malt-Whisky trinke, drängte sich mir beim Hören und gleichzeitigen Trinken der Vergleich auf.

Dass es Klangunterschiede gibt, sticht besonders beim Mundorf Evo Alu Öl heraus. Dieser Kondensator klingt im Vergleich zu den anderen dermaßen hell, dass sich bildlich gesprochen ein Fenster weit öffnet, durch das grelles Licht in's Zimmer scheint. Dieser Kondensator macht Details hörbar, die ein Solen oder Intertechnik nicht hörbar macht. Gleichzeitig verziehe ich das Gesicht, weil der Klang vordergründig wird und mich anspringt. Diesen Kondensator mag man oder nicht - er polarisiert...genau wie der Laphroig 10 Single Malt. Für die einen vorbildlich torfig und rauchig, für mich schmeckt er vor allem nach Fahrradöl. Also gibt es diesen Whisky bei mir nicht mehr und auch den Kondensator habe ich wieder herausgenommen und in einer anderen Box an anderer Stelle reingelötet, wo er weniger Schaden anrichten kann.

Intertechnik und Solen klingen fast gleich unauffällig, wenig komplex, lassen Details ungehört, die der Jantzen deutlich und konturiert hervorbringt. Da fällt mir der Loch Lomond Single Malt ein, der nicht besser schmeckt als ein herkömmlicher Blended...der sogar ganz gut sein kann, wie zum Beispiel der Johnny Walker Black Label.

Der Mundorf Evo Alu vermeidet klanglich das, was beim Evo Öl zu viel ist. Er läuft bei mir jetzt im Auto und sitzt vor einem Fostex FT 2 Bändchen. Spritzig, differenziert, lebendig, mit Tiefgang...wie ein richtig gut ausbalancierter Single Malt: Highland Park 12. Dieser Whisky schmeckt vollmundig, ein wenig rauchig, mit langem Abgang. Dass dieser Whisky jetzt schon für 30 Euro zu bekommen ist, finde ich erfreulich.

Schließlich gab ich 50 Euro aus, um zwei Jantzen Z-Superior auf's Brettchen zu löten. Dieser Kondensator vereinigt für mich alle positiven Eigenschaften, die ich erwarte: Detailreich, spritzig, gleichzeitig warm und mit Tiefgang...wie ein richtig guter Whisky: Lagavulin 16.

Die Lieblings-CD über meine Anlage hören, der feine Kondensator, der aus dem Hochtöner alles herausholt und einen Schluck von einem richtig guten Whisky dazu. Da brauche ich nichts zu messen. Hören und genießen.

Audiophilen Gruß, Andreas


[Beitrag von S04-Hotspur am 07. Mrz 2017, 21:42 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#2 erstellt: 08. Mrz 2017, 11:57
Hallo,

mal wieder einer der sich dolle weit aus dem Fenster lehnt... hol ich Popcorn?
Ach, lohnt nicht... diskreditiert hat er sich ja schon selber.

Na denn viel Spaß im Tal der Elfen und Einhörner.

Peter
Steven_Mc_Towelie
Inventar
#3 erstellt: 08. Mrz 2017, 14:22

S04-Hotspur (Beitrag #1) schrieb:
Liebes Forum,

widerwillig schreibe ich hier unter "Voodoo"

Da wäre dein Beitrag sowieso gelandet
hifi_angel
Inventar
#4 erstellt: 08. Mrz 2017, 15:04
Noch treffender wäre gewesen, http://www.hifi-forum.de/viewthread-230-2518.html

oder auch gleich im Forum für betreutes Hören. Dort kann jeder seinen HiFi-Voodoo-Fetisch hemmungslos ausleben, der eine hört lieber mit Stromkabel aus Silber, der andere nur mit bestimmten Kondensatoren, etc.



[Beitrag von hifi_angel am 08. Mrz 2017, 15:05 bearbeitet]
computerfouler
Inventar
#5 erstellt: 08. Mrz 2017, 15:39
Fanden die Hörtestst vor, während, oder nach der Verkostung von Whisky statt?
Mickey_Mouse
Inventar
#6 erstellt: 08. Mrz 2017, 15:52
ich finde das eigentlich ganz interessant und bei den Kondensatoren halte ich Klangunterschiede auch nicht für völlig ausgeschlossen...

nur ist doch die allererste Frage die sich aufdrängt: wurden denn die Werte, zumindest die Kapazität überprüft?!?

und vielleicht muss ja der Mundorf quer zur Spule verbaut werden und nicht längs (also mechanische Anordnung, nicht elektrisch gesehen!) weil das elektromagnetisch Feld der Spule sonst einen größeren negativen Einfluss hat?
pelowski
Inventar
#7 erstellt: 08. Mrz 2017, 16:06

S04-Hotspur (Beitrag #1) schrieb:
... Seit 35 Jahren baue ich Lautsprecher selbst ...

Dann gehe ich mal stark davon aus, dass du dir in den Jahrzehnten auch das entsprechende Grundlagenwissen und natürlich auch Messtechnik zugelegt hast, mit der du deine "Tests" belegen kannst?
Oder kommt jetzt hier: Messen kann man das (noch) nicht, nur hören?

Was natürlich auch noch interessiert: Wie genau liefen denn diese Hörtests ab?

Grüße - Manfred
hifi_angel
Inventar
#8 erstellt: 08. Mrz 2017, 16:08

...
und vielleicht muss ja der Mundorf quer zur Spule verbaut werden und nicht längs...


Der Einfluss ist jedoch nur dann nennenswert, wenn das elektromagnetische Feld der Spule parallel zum Erdmagnetfeld verläuft. Lässt sich jedoch einfach mit einem Kompass überprüfen. Ich mache das auch immer, wenn ich neue LS aufstelle.


[Beitrag von hifi_angel am 08. Mrz 2017, 16:09 bearbeitet]
ZeeeM
Inventar
#9 erstellt: 08. Mrz 2017, 18:08
Für den TE sicherlich lesenswert http://www.humblehomemadehifi.com/Cap.html
S04-Hotspur
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 08. Mrz 2017, 19:50
Liebes Forum,

ich bereue und rechtfertige nichts!

Die Humblehomemade-Tests kenne ich. Haben zweifellos abgefärbt.

Gruß, Andreas

P.S.: Whisky wurde während des Hörens in kleiner Dosierung konsumiert. Danke für den Verweis zum Whisky-Thread!


[Beitrag von S04-Hotspur am 08. Mrz 2017, 19:53 bearbeitet]
pelowski
Inventar
#11 erstellt: 09. Mrz 2017, 01:58

S04-Hotspur (Beitrag #10) schrieb:
... ich bereue und rechtfertige nichts! ...

Ich hatte auch nicht verlangt, dass du etwas bereust.

Aber ich halte es für eine Frage der Höflichkeit, dass man zumindest Fragen beantwortet, oder?

Grüße Manfred
8erberg
Inventar
#12 erstellt: 09. Mrz 2017, 10:15
Hallo,

tja, ich bereue meine Jugendsünden auch nicht.

Aber das Zeuchs was Du geschrieben hast über Kondensatoren würd ich mal überdenken und mal in einem direkten Blindtest nochmals wiederholen.

Hört sich alles einfach nach zuvielen aus High-End-Sprech besorgten Versatzstücken an und selbsterfüllender Prophezeihung an.

Ich hab so mit ca. 17-18 Jahren mich selber für einen ganz begabten und pfiffigen Boxenbauer gehalten, bis ich mal Leute kennengelernt habe die das richtig machten.

Und es war nicht schlecht mal festzustellen das man nix trauen kann auf dieser Welt, erst recht nicht seinen eigenen Sinnen.

Peter
S04-Hotspur
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 09. Mrz 2017, 19:05
Hallo Peter und andere,

Leute kennengelernt, die das richtig machen, habe ich auch: Peter Tschimmel von Teufel (der mit Bausätzen begann), Rainer Krönke von Proraum und Willi Gohla, der jede Weiche umstrickte, die ihm Peerless und Co. vorsetzten.

Ich führe keine Messungen durch und verbinde mir auch nicht die Augen, wenn ich meine Anlagen höre. Außer der oben genannten betreibe ich noch eine Heimkinoanlage und eine Anlage im Auto, beides Selbstbau. Im Grunde bin ich in meiner Entwicklung in den 80er- und 90er-Jahren stehen geblieben. In den 80-ern verkaufte ich als Student Hifi-Anlagen, wie das zu dieser Zeit viele als zeitweise Mitarbeiter in Hifi-Studios machten. Die Lautsprecher, die ich einsetze, stammen überwiegend aus den 90er-Jahren. Die einzige Industriebox, die ich im Einsatz habe, ist ein Teufel M 520 als Center.

Beiträge in der Kategorie "Voodoo" sind ja gerade zum Schmunzeln und nicht ganz so ernst nehmen da. Dennoch frage ich mich, warum HiFi-Enthusiasten das eine verleugnen und das andere für möglich halten. Beispiel: In einem der Beiträge wurde gefragt, ob ich die Kapazität 5,6 uF nachgemessen hätte. Wenn ich voraussetze, dass die Toleranz von 5 % bzw. 2% bei Jantzen stimmt, dann reden wir von einem Unterschied von maximal 5,32 uF gegenüber gegenüber 5,88 uF. Maximal! In einer 12 dB-Weiche macht das einen Unterschied von maximal 0,5 dB (oder weniger?) aus. Das soll nun hörbar sein und der Unterschied zwischen Kondensatorentypen nicht?

Wie ist der Hörtest abgelaufen: Ich hatte in zwei Boxen den Solen drin und in zwei baugleichen Boxen die Intertechnik. Habe dann die Solen rausgenommen und durch Mundorf Evo Alu ersetzt. Den habe ich mehrere Wochen gehört und dann zurück zum Solen. Den wieder heraus und weiter gehts mit dem Mundorf Evo Öl. Den raus und den Jantzen rein. Wiederum einige Wochen gehört...

Dann frage ich andersherum: Welche Unterschiede sind denn für Euch hörbar? Ob ich das, was ich da höre, aktiv oder passiv betreibe? Dem würden vermutlich alle zustimmen - oder? Ob ich den Hochtöner in der Version mit oder ohne Ferrofluid einsetze? Besteht diesbezüglich Einigkeit?

Sogar Rainer Krönke, der seit 30 Jahren im Geschäft ist, setzt bei seinen Bausätzen inzwischen hochwertige Bauteile ein. Gab es früher noch ein 10 uF-Elko vor dem guten HD 13 D 34, so sind jetzt KP-Typen in den hochwertigen Bausätzen im Einsatz. Haltet Ihr das nur für Marketing?

Was sind denn aus Eurer Sicht Kriterien für nachvollziehbare Klangunterschiede?

Herzliche Grüße, Andreas


[Beitrag von S04-Hotspur am 09. Mrz 2017, 20:01 bearbeitet]
8erberg
Inventar
#14 erstellt: 09. Mrz 2017, 19:20
Hallo,

das Ohr hat ein schlechtes "Gedächnis", daher geht ohne verblindete Tests nix. Sonst spielt immer das Ding zwischen den Ohren durch Erwartungshaltung einem einen Streich.

Die die Kabel und sonstigen Tinnef bis hin zum Stecker oder Sicherung "glauben" wurden meist durch FUD aber nie durch Blindtests überzeugt.
Die Voodoobranche hasst nachvollziehbare Tests und sagt sogar das diese nicht funktionieren aufgrund der Stresssituation.
Und - natürlich - kann man feinste Klangunterschiede sowieso nicht messen.

Da kann nur gesagt werden, dass nicht nur in der Lebensmittelindustrie der Blindtest Goldstandard ist.

Und ganz ehrlich: was soll der "reine Klang" sein? Es kann bestenfalls nur das sein, wass der Tonmeister beim Abmischen des Masters in seinem Studio durch die Monitore hört. Warst Du schon einmal bei einer Aufnahmesituation? Dann wüsstest Du das man den "wahren Klang" garnicht aufzeichnen KANN...
Aber egal, jeder glaubt eh was er will und es möge keiner mit solchen lästigen Dingen wie Realität kommen...

Peter
Mickey_Mouse
Inventar
#15 erstellt: 09. Mrz 2017, 20:00

S04-Hotspur (Beitrag #13) schrieb:
Dennoch frage ich mich, warum HiFi-Enthusiasten das eine verleugnen und das andere für möglich halten. Beispiel: In einem der Beiträge wurde gefragt, ob ich die Kapazität 5,6 uF nachgemessen hätte. Wenn ich voraussetze, dass die Toleranz von 5 % bzw. 2% bei Jantzen stimmt, dann reden wir von einem Unterschied von maximal 5,32 uF gegenüber gegenüber 5,88 uF. Maximal! In einer 12 dB-Weiche macht das einen Unterschied von maximal 0,5 dB (oder weniger?) aus. Das soll nun hörbar sein und der Unterschied zwischen Kondensatorentypen nicht?
Dann frage ich andersherum: Welche Unterschiede sind denn für Euch hörbar?

ich verkneife mir jetzt jegliche Spitzen und versuche so logisch und vernünftig wie möglich zu sein.

wir können uns auf das Ersatzschaltbild aus dem Hubble Home Link einigen?

wenn es also Unterschiede beim Klang zwischen den Kondensatoren gibt (was ich nicht ausschließen möchte), dann hängt es mit Unterschieden bei einem oder mehreren dieser 4 Parameter: C, Rl, Re, Le anders kann es nicht zu einer Änderung im Klang kommen. Entweder man einigt sich auf dieses Ersatzschaltbild oder nicht. Wenn nicht, dann können wir das hier abbrechen und ich bin raus.

am "vernünftigsten" wäre es natürlich, mit geeigneten Test Schaltungen diese 4 Parameter für die verschiedenen Kondensatoren zu ermitteln und gucken ob man daran ein Muster erkennen kann. Dann würde man sich auch die Hörtests sparen können und den Klang der Kondensatoren vorab "messen".

du kannst ja mal mit realistischen Werten und Toleranzen dieses Ersatzschaltbild in die Berechnung der Weiche einbeziehen.
ich lehne mich mal ganz weit aus dem Fenster und behaupte: du kommst mit halbwegs realistischen Wertebereichen von Rl, Re und Le nichtmal ansatzweise in den Bereich der 0,5dB die du für die Toleranz von C geschätzt hast!

Verstehst du jetzt, warum ich C als "das Zünglein an der Waage" ansehe?!?
S04-Hotspur
Ist häufiger hier
#16 erstellt: 09. Mrz 2017, 20:07
Nein, Mickey Mouse, das habe ich beim ersten Lesen nicht hinreichend verstanden - aber nicht schlimm.

Was ich aber an meiner Anlage nachvollziehen konnte: Der Wert 5,6 uF war für meinen Geschmack eine Nummer zu groß gewählt. In einem anderen Paar hatte ich 4,7 uF laufen. Mit 5,6 waren mir die Hochtöner etwas zu laut. Ich habe dann die Spule "radikal" verkleinert von 0,33 mH auf 0,15 mH. Das war nun deutlich hörbar. Nun ist der Hochtonpegel genauso, wie ich ihn haben will. Oder vielleicht genauer: Der Übergang von den Tiefmitten- zu den Hochtönern klingt harmonischer.

Geht das in die Richtung dessen, was Du meinst?

Gruß, Andreas


[Beitrag von S04-Hotspur am 09. Mrz 2017, 20:10 bearbeitet]
Dadof3
Inventar
#17 erstellt: 10. Mrz 2017, 15:15

S04-Hotspur (Beitrag #13) schrieb:
Ich führe keine Messungen durch und verbinde mir auch nicht die Augen, wenn ich meine Anlagen höre.

Das ist genau das Problem. Du versuchst mit einem Sinnesorgan, das naturgemäß äußerst unzuverlässig ist und stark von tausend Dingen beeinflusst wird, die nichts mit dem Kondensator zu tun haben, Schlussfolgerungen auf letzteren zu ziehen. Das Ergebnis ist entweder rein zufällig oder spiegelt deine Erwartungshaltung wider, aber es hat niemals etwas mit dem Kondensator zu tun.

Das ist etwa so, als wolltest du die Lufttemperatur auf 0,1 °C genau durch Fühlen bestimmen, egal ob du gerade eine Badehose anhast oder eine Daunenjacke, egal wie stark der Wind weht, egal ob du seit zwei Stunden liegst oder vorher 5 km gejoggt bist.

Man kann so etwas nur entweder messen oder durch einen Blindtest nachweisen. Letzterer ist nicht perfekt und ein Fehlschlagen schließt nicht aus, dass es doch Unterschiede geben kann, aber da befindet man sich nun mal rein im Bereich des Glaubens.

Wenn die Unterschiede aber wirklich "so deutlich wahrnehmbar wie Geschmacksunterschiede zwischen Single-Malt-Whiskys" wären, dann sollte doch auch der Nachweis über einen Blindtest kein Problem sein, oder?

Deinen Tipp zum Highland Park 12 werde ich mal ausprobieren ...


[Beitrag von Dadof3 am 10. Mrz 2017, 15:17 bearbeitet]
Mickey_Mouse
Inventar
#18 erstellt: 10. Mrz 2017, 15:43

S04-Hotspur (Beitrag #16) schrieb:
Der Wert 5,6 uF war für meinen Geschmack eine Nummer zu groß gewählt. In einem anderen Paar hatte ich 4,7 uF laufen. Mit 5,6 waren mir die Hochtöner etwas zu laut. Ich habe dann die Spule "radikal" verkleinert von 0,33 mH auf 0,15 mH. Das war nun deutlich hörbar. Nun ist der Hochtonpegel genauso, wie ich ihn haben will. Oder vielleicht genauer: Der Übergang von den Tiefmitten- zu den Hochtönern klingt harmonischer.

Geht das in die Richtung dessen, was Du meinst?

in dem Sinne, dass die "eigentlichen Werte" einen größeren Einfluss auf die "Klang Änderungen" haben als die "Dreckeffekte". Also eine Änderung um 10% bei der Kapazität eines Kondensators wirkt sich sicherlich stärker aus als eine 10% Änderung seines Widerstands (der im theoretischen Idealfall eh bei Null liegen sollte).

aber was du beschreibst ist schon irgendwie "lustig". Du baust radikal die Weiche um und hörst dir das Ergebnis an?
machst du keine Simulationen z.B. zum Phasengang?

ich gebe zu, dass ich ein ganz schlechter "Frequenzgang Hörer" bin. Wenn ich eine Stunde (leise) ohne Loudness gehört habe, dann kommt mir das völlig normal vor. Schalte ich die Loudness ein, dann erscheint mir das im ersten Moment viel zu dick. Schalte ich die nach einer Weile wieder aus, dann frage ich mich wie man sich diesen Kofferradio-Klang vorher anhören konnte.

dagegen bin ich empfindlich gegen Klirr und noch mehr gegen Phasenfehler. Eine Differenz von 5cm von einem LS zum anderen höre ich sofort, selbst ohne Vergleich (indirekt ist es ja ein Vergleich der Laufzeit zwischen den beiden LS bis zum Hörplatz).
S04-Hotspur
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 10. Mrz 2017, 18:18
Im Grunde ist es ja so, dass der Timmermanns eine Schaltung gemacht hat, die ich übernehme. Nur mit dem Unterschied, dass ich die Werte im Hochtonbereich ein wenig variiere. Wenn ich den Wert der Spule verkleinere, dann stelle ich mir in meinem Fall vor, dass der Pegel im Bereich von 3 bis ca. 6 kHz um ca. 2 dB reduziert wird.

Wenn ich mit dem Ergebnis vom Hören her zufrieden bin, dann reicht mir das.

Das ist die Freiheit, die ich mir gönne. Ich bin ja zufrieden mit dem Endergebnis.

Weil ich es nicht weiß:Was würde es denn kosten, mir ein Equipment zum Messen zuzulegen?

Gruß, Andreas
cr
Moderator
#20 erstellt: 11. Mrz 2017, 01:30
Ist doch inzwischen ein alter Hut, dass beim Austausch von bipolaren Elkos auf Weichen gegen Folienkondensatoren GERINGFÜGIGE Klangunterschiede entstehen KÖNNEN, selbst bei identischer Kapazität, weil der Innenwiderstand geringfügig differieren kann.
Die Induktivität von Kondensatoren können wir gleich vergessen und Unterschiede in Tangens Delta liegt bei für Weichen geeigneten Kondensatoren ebenfalls in einem Bereich, der keinen juckt.

Wenn hier klangliche Unterschieden postuliert werden, und nicht mal die Kapazität gemessen wurde, frage ich mich schon, was das Ganze wirklich soll........
_ES_
Administrator
#21 erstellt: 11. Mrz 2017, 03:49

Wenn hier klangliche Unterschieden postuliert werden, und nicht mal die Kapazität gemessen wurde, frage ich mich schon, was das Ganze wirklich soll........



Ist doch inzwischen ein alter Hut, dass beim Austausch von bipolaren Elkos auf Weichen gegen Folienkondensatoren GERINGFÜGIGE Klangunterschiede entstehen KÖNNEN, selbst bei identischer Kapazität, weil der Innenwiderstand geringfügig differieren kann



Ich frage mich da was ganz anderes...
Dadof3
Inventar
#22 erstellt: 11. Mrz 2017, 04:08
Ist doch kein Widerspruch. Eine abweichende Kapazität begründet Klangunterschiede. Daher muss man sie messen, um sie als Ursache ausschließen zu können. Wenn sie gleich ist, ist ein abweichender Widerstand die nächste mögliche Ursache.


S04-Hotspur (Beitrag #19) schrieb:
Weil ich es nicht weiß:Was würde es denn kosten, mir ein Equipment zum Messen zuzulegen?

Kommt drauf an, was du messen willst. Für Schall ist ein gutes Messmikrofon das UMIK1 für ca. 100 €. Einen PC hast du ja sicher, die Software REW ist kostenlos.

Es gibt auch preiswertere Mikrofone, die für reine Vergleichsmessingen auch ausreichen.
_ES_
Administrator
#23 erstellt: 11. Mrz 2017, 04:20

Ist doch kein Widerspruch.


Habe ich das gesagt ?
Nein..
ZeeeM
Inventar
#24 erstellt: 11. Mrz 2017, 12:14

cr (Beitrag #20) schrieb:

Wenn hier klangliche Unterschieden postuliert werden, und nicht mal die Kapazität gemessen wurde, frage ich mich schon, was das Ganze wirklich soll........


Eigentlich brauch man nur vergleichend im Schallfeld messen ob es einen Unterschied gibt, wird dann aber nie erfahren, falls es einen gibt, welcher Parameter dafür verantwortlich ist. Das wäre aber so als würde man mit einer Balkenwaage im fahrenden Bus genaue Messungen durchführen - zuviele Störeffekte.
Dadof3
Inventar
#25 erstellt: 11. Mrz 2017, 12:24

_ES_ (Beitrag #23) schrieb:
Habe ich das gesagt ?
Nein..

Dann lass uns doch bitte wissen, was du in deinem kryptischen Beitrag, insbesondere durch die Hervorhebungen, zum Ausdruck bringen wolltest.
simko87
Ist häufiger hier
#26 erstellt: 18. Mrz 2017, 14:07


[Beitrag von simko87 am 18. Mrz 2017, 18:24 bearbeitet]
cr
Moderator
#27 erstellt: 18. Mrz 2017, 15:59
hier eine Aussage, die man immer wieder antrifft:

........ , dass insbesondere im Signalweg liegende Bauteile "mitwirken", insbesondere die im Bereich (Hochton)...

(aus dem obigen Link, #25)

Eine Aussage, die sich hartnäckig hält. Fakt ist, dass nicht im Signalweg liegende Bauteile (zB ein parallel zu einem Chassis liegender Kondensator) genauso wirken. Durch Nachdenken kommt man ev. darauf, warum.


selbst wenn dabei nichts rauskommt, ein ELKO hat im Signalweg nichts zu suchen, alleine schon aus Gründen der Langzeitstabilität.
ebenda #54

Ah ja, und bei einem parallel legenden Elko macht es ja dann wohl nichts aus, wenn sich seine Kapazität verändert Dann könnte man ihn auch gleich weglassen......


[Beitrag von cr am 18. Mrz 2017, 16:07 bearbeitet]
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