RFT HMK-V 100 Kanalausfall bei niedriger Lautstärke

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andyholic
Neuling
#1 erstellt: 14. Jul 2005, 03:28
Moinmoin die Herren Klangliebhaber!

Ich hab ein Problem mit meinem alten Hifi-Verstärker HMK-V 100 von RFT.

An sich ist diese Glanzleistung der DDR-Wirtschaft ein feiner kleiner Verstärker mit angenehmen Klang. Leider fällt mir bei niedrigen Lautstärken gern mal einer der beiden Kanäle aus (willkürlich einer der Beiden, bei verstellter Balance immer der leisere). Durch die Dynamikwechsel der laufenden Musik kommt der entsprechende Kanal immer mal wieder. (bei höheren Lautstärken laufen die beiden Kanäle ohne Aussetzer)

Woran kann dieses Verhalten liegen? Früher hat der Verstärker dieses Verhalten mit den gleichen Lautsprechern (CAT-Woofer + Novex-Standlautsprecher) nicht gezeigt. Gibt es irgendwelche Komponenten, die durch das Alter des Geräts beeinflußt wird und nun nicht mehr ordentlich bei niedrigen Lautstärken reagiert? Das Schmuckstück stammt immerhin aus den 80er Jahren!

Ich wäre für sachdienliche Ratschläge wirklich dankbar.

der bedenkliche Andyholic
ROBOT
Inventar
#2 erstellt: 14. Jul 2005, 04:08
Hi,

hmm HMK100...stark nachdenk..

Die Teile hab ich mal verkauft und auch repariert...also ein grundsätzliches Problem waren/sind ungekapselte Schalter/Relais/Poti´s.

Ein preiswerter Tip ist, mit entsprechender chemischer Keule (Kontakt-Chemie: Kontakt60 als Reiniger, Kontakt61 als "Versiegelung" ) mal in alle entsprechenden, in Frage kommenden Bauteile hineinzusprühen (im ausgeschalteten Zustand!) und diese mehrmals zu betätigen.
Dies kann Dir für einige Wochen/Monate wieder Heilung verschaffen.

Kalte Lötstellen - kann man mal eine Sichtprüfung durchführen.

Nicht auszuschließen ist, dass auch einige Kondensatoren hinüber sind, dass Fehlerbild spricht aber nicht direkt dafür.
andyholic
Neuling
#3 erstellt: 14. Jul 2005, 04:25
woran erkenne ich kalte lötstellen? was ist der unterschied zu normalen lötstellen?

danke für die prompte antwort!
raedel
Stammgast
#4 erstellt: 15. Jul 2005, 07:09
Moin

@andyholic: Kalte Lötstellen erkennt man (optisch) meist gar nicht, das ist ja das Übel.

Kalte Lötstellen - kann man mal eine Sichtprüfung durchführen.

Kannst vergessen, hatte mal eine im Tuner die war messereif und kalt wie ne Hexentitte Nur Messen oder/und nachlöten.
Mach ma Spray rein (Potis und mechanische Kontakte) und kuckste denn.

Gruß
Burkhard
ROBOT
Inventar
#5 erstellt: 15. Jul 2005, 11:47
Ja raedel hast natürlich recht,

kalte Lötstellen erkennen ist selbst für den Elektroniker eine schwierige Angelegenheit - für den Ungeübten fast unmöglich.
schnubbilein
Stammgast
#6 erstellt: 15. Jul 2005, 12:04
Bei meinem RFT Verstärker ist das gleiche Problem!
Das kommt aber nur bei den RFTs der höheren Klasse vor...
Ich hab noch einen bedeutend Leistungsärmeren VErstärker von RFT da und da hab ich nicht das Problem, ob wohl der um 10 Jahre älter ist
andyholic
Neuling
#7 erstellt: 15. Jul 2005, 16:19
na denn eile ich mal los um mir kontaktsprays zu organisieren.

von den rft-verstärkern für den heimbereich ist der hmk-v 100 mit 2x 30W @ 4Ohm wohl einer der stärksten.

der alte RFT SV3000 verstärker hat das problem auch nicht. (hat wohl 2x 13W an 4Ohm).


[Beitrag von andyholic am 15. Jul 2005, 17:58 bearbeitet]
magiceye04
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 09. Jun 2020, 23:32
Hallo,

ich buddel den Thread mal aus, weil ich auch so einen Verstärker mit ausfallendem Ton habe.
Der produziert für meine Ansprüche hervorragende Musik - wenn er es denn mal tut.
Denn immer mal wieder verschwindet der Ton, kommt wieder, usw. bis er irgendwann ganz weg bleibt.
Es hilft immer, am Lautstärkeregler zu drehen, vor allem lauter zu stellen.
Es sind immer beide Kanäle gleichermaßen betroffen.
Mein Verdacht geht daher stark in Richtung des Lautstärkereglers, zumal der auch noch etwas locker erscheint, lässt sich fast wie ein Joystick hin und her bewegen, nicht nur drehen - keine Ahnung, ob das normal ist.

Nun habe ich über Kontaktspray auch einige sehr negative Meinungen gelesen. Sie helfen wohl, wie auch hier beschrieben, nur kurzfristig und können langfristig sogar schaden.
Daher meine Frage: Gibt es noch andere Möglichkeiten der Fehlerbehebung?

Viele Grüße
MagicEye
Ingor
Inventar
#9 erstellt: 10. Jun 2020, 10:32
Es ist nicht der Lautstärkeregler, sondern das Relais am Lautsprecherausgang. Die Kontakte sind oxydiert und bilden einen Halbleiter, der leitend wird, wenn man die Lautstärke und damit die Spannung erhöht. Kontakte reinigen, oder Relais austauschen. Testweise kannst du es auch überbrücken.
magiceye04
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 16. Jul 2020, 20:33
Ich habe heute mal reingeschaut, da kommt ja eigentlich nur ein hochkant stehendes blaues Relais mittig auf der Hauptplatine in Frage. Direkt daneben gehen das Kabel zu den Lautsprecherausgängen an die Hinterseite.

Den Deckel bekomme ich leider nicht komplett ab, daneben ist ein Kondensator im Weg. Aber zur Seite klappen geht.
Wie reinigt man die Kontakte schonend genug und trotzdem so, dass es hilft?

Auf die Schnelle fällt mir nur ein dicker Pappstreifen ein, der vorher mit Kontaktspray getränkt wurde.
Ingor
Inventar
#11 erstellt: 16. Jul 2020, 22:50
Ausloten wäre wohl am besten und durch ein neues ersetzen. Ansonsten so wie du es beschrieben hast machen.
CarlM.
Inventar
#12 erstellt: 16. Jul 2020, 22:59
Bei diesen Geräten würde ich einen Ersatz empfehlen. Schließlich ist nicht alles mit "Reinigen" zu beheben.
Kontaktabbrand und erlahmte Kontaktfedern, die keinen ausreichenden Anpressdruck mehr liefern sind ebenso denkbar.
magiceye04
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 03. Aug 2020, 00:17
Bisher habe ich an dem Relais noch nichts gemacht.
Aber seitdem ich einfach mal reingeguckt habe, kann ich das Problem aktuell nicht mehr reproduzieren.
Ich habe leider hier zum Testen nur andere Lautsprecher (Canton Plus MX.2, 40W RMS, 4-8Ohm, 120Hz-25kHz), während am eigentlichen Standort des Verstärkers 2 große RFT-Boxen unbekannter Art vorhanden sind.

Edit: Mit größeren Lautsprechern (Heco Victa, 80W) kam das Problem sofort wieder zum Tragen.
Also habe ich nun doch die Kontakte mit einem dünnen Papstreifen gereinigt. Seitdem spielt er nun schon 2 Stunden durchgängig ohne Aussetzer.


[Beitrag von magiceye04 am 03. Aug 2020, 20:57 bearbeitet]
magiceye04
Ist häufiger hier
#14 erstellt: 04. Aug 2020, 11:23
Wie warm darf so ein Relais im laufenden Betrieb werden?
Nach ein paar Stunden führte es sich schon gut erwärmt an.
Deutet das auf einen immer noch zu hohen Übergangswiderstand hin.
CarlM.
Inventar
#15 erstellt: 04. Aug 2020, 11:34
Du musst unterscheiden zwischen dem Spulenstrom und dem Strom der Signale über die Kontakte.
Auch bei Lautstärke "0" werden die Kontakte ja durch den Elektromagneten geschlossen. Hierbei kann durchaus eine Leistung von 0,5W benötigt werden.
Das ist nicht viel, kann aber durchaus eine geringe Erwärmung bewirken.
Du müsstest also das Gerät bei Lautstärke "0" eine zeitlang laufen lassen und dann die Temperatur messen bzw. vergleichen.
Der Unterschied zur Temperatur im Normalbetrieb geht dann auf den Wärmeumsatz an den Kontakten.
Ingor
Inventar
#16 erstellt: 04. Aug 2020, 11:52
Der Übergangswiderstand führt nicht zu einer fühlbaren Erwärmung des Relais. Die Wärme des Relais ist normal und stammt von der Spule, nicht von den Kontakten. Dass das Problem mal auftritt und dann mal wieder nicht, ist typisch für diesen Fehler und häufig zufällig. Daher messen der Übergangswiderstände der Kontakte und gut ist es.
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