Reparatur Schiit Valhalla

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GallinaPB
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 28. Apr 2019, 19:32
...und da wollte ich gerade meinen geliebten Schiit Valhalla (1, also ohne Vorverstärkerausgang, den hat erst der 2) einschalten und es macht <Bitzzz>, selbst der FI-Schalter im Haus ist rausgeflogen. Böse...
Nichts geht mehr, alles ist dunkel. Und eine erreichbare Sicherung kann ich nicht entdecken.

Da ich den KHV gebraucht erstanden habe, bin ich nun etwas ratlos: Wer repariert so etwas, ohne dass ich erst einen Kredit aufs Haus aufnehmen muss? Ich wäre für ein Tipp sehr dankbar.

Vielleicht als Zusatzinfo: Ich wohne in OWL, in der Nähe von Paderborn.

LG Rolf/GallinaPB
CarlM.
Inventar
#2 erstellt: 28. Apr 2019, 21:20
Auf jeden Fall gibt es eine Glassicherung im Inneren in der Nähe der Trafos. Ob es eine weitere Sicherung gibt, kann ich nicht sagen. Du solltest aber einmal gucken, ob es in der Einheit wo die 230V ins Gerät geheneine "verborgene" Sicherung gibt. Bei manchen Geräten ist sie in der 230V-Buchse des Netzkabels integriert.

Nun aber zur Ursache. Sicherungen gehen selten grundlos kaputt. Im einfachsten Fall ist eine der Röhren durchgebrannt. So wie Glühlampen auch meistens beim Einschalten kaputtgehen, ist es mit Elektronenröhren auch. Der Heizfaden brennt i.d.R. beim Einschalten durch.

Wenn man ein Multimeter hat, kann man mit dem Durchgangsprüfer messen, ob die Heizdrähte (Filamente) noch in Ordnung sind.
Ansonsten: Nach dem Sicherungswechsel gucken, welche Röhre nicht leuchtet. Häufig kann man defekte Röhren auch an einem weißen Belag erkennen, der sich als Oxid (Rauch) des Metallfadens gebildet hat.
Für Details zur Messung bitte Röhrenbezeichnungen hier posten (z.B. EF95 oder ECC83 ...).

Wenn die Sicherung sofort wieder durchbrennt oder alle Röhren glimmen, ist etwas anderes defekt. Das ist dann Sache für einen Profi, der sich auch mit Röhrentechnik auskennt. Gut aufgehoben ist man da auch stets bei Betrieben, die Musiker-Verstärker vertreiben und auch reparieren.

Bei geöffnetem Gerät Netzstecker ziehen. Auch bei diesem KH-Röhren-Verstärker wird mit immerhin 275V DC gearbeitet!

Falls Du das Gerät öffnest, mache bitte ein Photo.


[Beitrag von CarlM. am 28. Apr 2019, 21:22 bearbeitet]
GallinaPB
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 28. Apr 2019, 22:21
...da sage ich schon erstmal recht herzlich "Merci"! Suerschneller Service!

Ja, ist beim Einschalten passiert.

Ich werde mich mal am 1. Mai dransetzen, vorher habe ich leider keine Zeit.

Röhren: Sind nicht mehr die Auslieferungsröhren, ich durfte mir beim Erwerb Röhren nach meinem Hörgeschmack aussuchen.
Siemens E88CC (sollen NOS-Röhren sein) laut Aufschrift auch auf der Pappschachtel, zwischen den Stiften steht 28.
Nowosibirsk (?) 6P6P (keine Pappschachteln vorhanden)? Aufgedruckt ist (kyrillisch?) "6H6N" (das N sieht aus wie ein mathematisches großes Schnittmengenzeichen), drunter VI <ein Fünfeck> 72, innen handschriftlich ggj auf einem Blech, weiter oben I-73 auf dem Glas. Auf dem Boden zwischen den Stiften steht noch einmal 17 im Glas.

Ein Niederschlag innen auf dem Glaskolben ist nicht zu erkennen, kenne ich, wenn bei mir in der Schule in der Physik mal wieder eine Röhre (wie zuletzt eine Elektronenbeugungsröhre für schlappe 2000.- €, dank Überlstung durch Kollegen) durchknallt. Habe ich auch sofort nach geschaut.

Netzkabeleingang: Ist geschraubt, kann dann wohl nach innen abgezogen werden. Ist wohl fertigungstechnisch gewollt, da mein Exemplar eine EU-Variante ist, da ist die Modifikation so wohl schnell zu bewerkstelligen.

Durchgangsprüfer: Gibt es Pläne, in denen man nachschauen kann, zwischen welchen Pins man messen müsste? Röhren (nach bestem Wissen und Fähigkeiten meiner Augen) s.o..

Musiker-Ausstatter: Gibt es hier in Paderborn, ist eine Option.

Photo: Mache ich, wenn ich das Teil öffne.

Nochmals besten Dank!

Rolf
GallinaPB
Schaut ab und zu mal vorbei
#4 erstellt: 28. Apr 2019, 22:41
Nachtrag:

Bilder vom Inneren und Details gibt es hier:

Bilder Schiit Valhalla 2

Ursprüngliche Röhren:
6N1P
6N6P

LG

Rolf
CarlM.
Inventar
#5 erstellt: 28. Apr 2019, 22:44
Die Pins kann man leicht im Netz finden. Die Suche nach "E88CC" bringt unter anderem als Ergebnis:
http://www.tubeprofi...c-6922-6dj8-cca.html

Korrigiert:
Hier sind offensichtlich beide Filamente parallel geschaltet, so dass zwischen 4 und 5 die Heizspannung (6,3 V AC) anliegt.
Entsprechend sollte im ausgebauten Zustand ein Ohmmeter niedrige Werte zwischen den Pins 4 und 5 anzeigen.
Trotzdem ist diese Parallelschaltung Mist, weil man im Gegensatz z.B. zur ECC83 (vergleiche: https://www.radiomuseum.org/tubes/tube_ecc83.html )
nicht einfach messen kann, ob beide Filamente okay sind. Korrekterweise müsste man also die Stromstärken im Betrieb messen (soll: 0,365 A).
Dazu Schaltung mit Labornetzgerät, Amperemeter aufbauen und Pins 4 und 5 mit geeigneten Messklemmen anschließen.

Zu Deinem Nachtrag:
Du hast aber doch Version 1 und nicht 2 ...


[Beitrag von CarlM. am 28. Apr 2019, 23:16 bearbeitet]
GallinaPB
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 28. Apr 2019, 23:58
Jupp, ich habe Version 1 - aber dazu gibt es nichts im Netz. Die beiden Versionen unterscheiden sich nur im zusätzlichen Vorverstärkerausgang beim 2er.
GallinaPB
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 08. Mai 2019, 21:01
... Update...

So, ich habe den Valhalla eben (mit tatkräftiger Hilfe meines Nachbarn - ich habe mich nicht getraut, den stramm aufsitzenden Lautstärkereglerknopf von der Achse abzuziehen...) zerlegt. Ich muss schon sagen: Wertig verarbeitet.

Und siehe da: Auf der Platine sitzt eine Sicherung (500mA/250 V). Und die ist definitiv platt. Morgen eine neue besorgen, und dann beten, dass der Valhalla wieder läuft.

Mag sein, dass die Sicherung durchgeknallt ist beim Einschalten, weil der letzte Nutzer recht laut gehört hat und der Regler relativ weit aufgezogen war, mit einem 250 Ohm - Beyerdynamik DT 990 Pro. Ich hatte die Kopfhörer gewechselt (auf einen AKG K702 mit 62,5 Ohm). Vielleicht war die Einschaltstromstärke zu hoch. Und ich kann mit meinen Augen die winzige Markierung auf dem Lautstärkeregler nicht mehr erkennen.

Nochmals besten Dank für die Hilfe!

Rolf
GallinaPB
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 10. Mai 2019, 20:37
Schiit Valhalla 1Schiit Valhalla 1...und einmal zwei Fotos:
CarlM.
Inventar
#9 erstellt: 10. Mai 2019, 20:49
Das sieht ja soweit ganz ordentlich aus. Dann sollte die erste Vermutung sein, dass eine der Röhren defekt ist.
Hast die Heizdrähte (Filamente) mit dem Durchgangsprüfer bzw. Widerstandsmessgerät geprüft?
GallinaPB
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 10. Mai 2019, 21:11
Nein, erst einmal habe ich mir neue Sicherungen besorgt, was sich wegen des Formats 6 x 32 mm bei mir vor Ort als nicht ganz so einfach erwiesen hat. Die "großen" Sicherungen hatte dann doch noch ein Radio & Fernsehhändler in seinem Antiquariat gefunden.

Ich teste erst einmal aus, ob nur der Einschaltimpuls zu hoch und die Sicherung deswegen durchgeknallt war. Falls es das nicht war, dann muss ich mal an die Röhren ran.
CarlM.
Inventar
#11 erstellt: 10. Mai 2019, 21:29
Okay. Ich drücke die Daumen.

Aber zumindest sollte der Volumenregler beim Einschalten auf "0" stehen.
Bei größeren Röhrenverstärkern ist es üblich, zunächst die Röhren zu heizen und dann erst nach 30-60 Sekunden die Kathoden-/Anoden-Spannung auf die Röhren zu geben.


[Beitrag von CarlM. am 10. Mai 2019, 21:31 bearbeitet]
Ingor
Inventar
#12 erstellt: 10. Mai 2019, 23:49
Bevor du jetzt eine Sicherung nach der anderen killtst, mach erst mal ein paar Messungen.

Wie hoch ist der Widerstand zwischen den Polen am Netzstecker?
Wie hoch ist der Widerstand gegen dem Schutzleiter?

Leider sind die Thesen von defekten Heizdrähten nicht sehr wahrscheinlich. Es dürfte sich um einen Kurzschluss im Primärkreis handeln. Also da wo die Sicherung sitzt. Selbst wenn man auf der sekundären Seite alles kurzschließt geht niemals die Haussicherung raus. Wenn der FI-Schalter auslöst hat man in der Regel einen Erdschluss. Die Einschaltspitze ist völlig belanglos, im Vergleich zu einem Computer oder Staubsauger. Der Trafo ist vergleichbar mit einem Spielzeugtrafo für die Eisenbahn.

Die Stellung des Potentiometers beim Einschalten ist übrigens völlig egal. Das kleine Verstärkerchen zieht kaum Strom. Das ist eine Röhrenschaltung ohne Ausgangsübertrager, mit Röhren, die normalerweise in einem Vorverstärker ihren Dienst tun. Das Einschalten der Anodenspannung nach der Aufheizphase diente dem Schutz der Kathode in der Röhre, sollte aber nicht die Leistungsaufnahme im Einschaltmoment reduzieren. Das kam nur wirklich selten zum Einsatz und dann bei Hochleistungsverstärkern, nicht für Kopfhörerverstärkerchen.
GallinaPB
Schaut ab und zu mal vorbei
#13 erstellt: Gestern, 16:52
Update:

Lässt man das Gerät über einen Phasentrenner z.B. in einer Werkstatt laufen, dann funzt alles. Platine ist also heile mit allen Bauteilen, Röhren sind auch in Ordnung.

Ohne Phasentrenner kostet das jedesmal eine Sicherung und den Weg zum FI-Schalter.

Der Gleichrichter ist getestet worden, in Ordnung.

Hat jemand eine Idee? Trafo?

Bin für jeden Tipp dankbar.

LG

Rolf
CarlM.
Inventar
#14 erstellt: Gestern, 17:26
In Ordnung ist das Gerät trotzdem nicht. Habt Ihr denn einmal den Strom gemessen, während das Gerät am Trenntrafo hing?
Ebenso müsste man am Trenntrafo die Spannungen AC gegen das Gerätechassis messen.
Rabia_sorda
Inventar
#15 erstellt: Gestern, 20:24

Ebenso müsste man am Trenntrafo die Spannungen AC gegen das Gerätechassis messen.


Die Spannung ist bei einem Auslösen des FI´s nicht unbedingt ausschlaggebend und er soll hauptsächlich bei einer angegebenen Stromstärke auslösen. In "moderneren" Haushalten sollte ein 0,03A-FI (RCD) verbaut sein, der bei annähernden 30mA auslöst (erfahrungsgemäß oft schon zwischen 22 und 28mA), sobald ein Körperschluß/Ableitstrom (Phase/Nulleiter gegen Erde) am Gerät vorhanden sein sollte.
Dies ist aber keine "Messung" und es sollte daher unbedingt eine Messung der Isolation, der Berührungsstrom und der Schutzleiterstrom des Gerätes vorgenommen werden.

Interessant:
VDE-Vorschriften und VDE 0701-0702/0751/0100 im Detail
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