Hilfe WIGO 4-Wege-Boxen WB-70

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holli05
Stammgast
#1 erstellt: 14. Mai 2011, 11:02
hallo miteinander,
habe zwei 4-Wege-Boxen von WIGO aus den 70ern wegen dem super Klang gekauft (warscheinlich WB-70; kein Schild mehr; 70x40x27cm) und bitte um Hilfe, wie ich an die Frequenzgangpotis und die Weichen komme. Die Potis sind leider nicht mehr sauber einzustellen und eine Box ist hörbar leiser, obwohl gleich angesteuert und alle Lautsprecher laufen.
Die Boxen sind ringsum geschlossen, so dass es nur durch die Lautsprecheröffnungen geht, warscheinlich Bass oder Mittelhochtöner? Wie baut man diese Lautsprecher ohne Schaden zu machen aus? Der Basslautsprecher ist eingedichtet/eingeklebt, der andere hat nen "Blechdeckel?".
Elektronische Erfahrungen und handwerkliche Möglichkeiten sind vorhanden ...
Vielleicht kann auch mit den Daten der Weichen jemand helfen.
Dank im Voraus
holli05
shabbel
Inventar
#2 erstellt: 14. Mai 2011, 15:39
Die Chassis sind doch von vorne auf das Gehäuse aufgeschraubt? Mach mal eine Foto.
holli05
Stammgast
#3 erstellt: 14. Mai 2011, 16:47
WIGO WB-70
den LS oben links konnte ich ohne Schwierigkeiten ausbauen, der Raum dahinter ist geschlossen. Wenn bei dem LS in der Mitte rechts die Schrauben raus sind, müsste man irgenwie ziehen? Der Bass-LS ließ sich nach Lösen der 4 großen Befestigungsschrauben auch nicht bewegen.
Grüsse
holli05


[Beitrag von holli05 am 14. Mai 2011, 19:43 bearbeitet]
shabbel
Inventar
#4 erstellt: 14. Mai 2011, 20:43
Da braucht es Geduld. Mit einem breiten Hebel (Spachtel, Stemmeisen) hinter die Chassis gehen und ganz langsam nach oben ausheben. Verschiedene Punkte ausprobieren. Außer Kratzern im Holz kann nichts passieren. Irgendwann ist der Tieftöner raus.
holli05
Stammgast
#5 erstellt: 14. Mai 2011, 22:03
Danke,
aufgefallen ist mir noch ne Buchse mit Gewinde im Tieftönerchassis bei 8:30Uhr. Kann die zum Abdrücken sein? Und muss der LS anschließend wieder eingeklebt werden?
Noch ne Idee, wo die geringere Lautstärke herkommen könnte?
Die LS sehen für ihr Alter gut aus und an den grossen hatte offensichtlich auch noch keiner geschraubt ....
Grüsse
holli05
shabbel
Inventar
#6 erstellt: 15. Mai 2011, 07:31
Wenn Du passende Gewindeschrauben hast und Gewinde vorhanden sind, kannst Du mit Schrauben abdrücken. Das Dichtungsmaterial klebt immer mehr oder weniger. Die Reglerknöpfe kann man von außen abziehen, darunter abschrauben und nach innen herausschieben.

Wie weich sind die Gummisicken? Sind die des leiseren Lautsprechers vielleicht hart geworden?
holli05
Stammgast
#7 erstellt: 15. Mai 2011, 17:20
So, mit passender Schraube versucht abzudrücken, braucht aber zusätzliche Kraft, die ohne Druckstellen im Frontholz nicht zu machen ist. Hab den LS-Ausbau erst mal abgebrochen und die LS, die Kabel und den Verstärker nochmal umfangreich getestet. Es scheint doch einen Einfluß außerhalb der Boxen zu geben. Werde die Tage Kabel mit größerem Querschnitt besorgen. Die Sicken sind nicht verhärtet.
Bleiben die Potis. Nach Abziehen der Knöpfe kommt man an die Befestigungsschrauben. Habe ne Einstellung gefunden, die gefällt. Muß nicht unbedingt dran drehen, wenn der Widerstand konstant bleibt. Vielleicht kann mir doch jemand zum mechanischen Aufbau und den Weichen helfen.
Habe heute den vom Vorbesitzer aufgebrachten und zerkratzten Lack von den LS gezogen, hat nett gedauert und gestaubt ... Das ursprüngliche Furnier ist noch recht gut zurecht. Bin mir noch nicht sicher, ob gebeizt oder neu lackiert wird, da zur Zeit kein geeigneter Kompressor.
Danke für die Hilfe
holli05
holli05
Stammgast
#8 erstellt: 18. Mai 2011, 17:13
2,5mm² Cu in gleicher Länge haben die unterschiedliche Lautstärke beseitigt. Ist der Spannungsabfall gewesen, vielleicht der Verstärker auch etwas schwach ...
Bleiben irgendwann die Potis und die Weichenkondensatoren.
Grüße
holli05
Stammgast
#9 erstellt: 20. Mai 2011, 12:02
nach oben schieb ...
mit der Frage, ob denn keiner Infos zum Aufbau der Wigo´s hat?
Sanug
Stammgast
#10 erstellt: 23. Mai 2011, 13:33
Zum Aufbau kann ich dir leider nichts sagen. Aber probier doch mal, ob du die Steller für Mitten und Hochton durch sehr häufiges Hin- und Herdrehen nicht wieder flott bekommst. Oft ist da nur Dreck und Korrosion drin, was sich durch fleißiges Betätigen freikratzen lässt. Zerlegen ist nicht immer problemlos machbar.

Herzlichen Glückwunsch zu den schönen Lautsprechern übrigens! Ich hatte sie auch schon auf dem Schirm, habe mich wegen der Entfernung aber doch dagegen entschieden. Heute Abend hole ich statt dessen meinen Wigo XL 1700-Bucht-Kauf ab, und bin schon extrem gespannt
holli05
Stammgast
#11 erstellt: 23. Mai 2011, 17:15
Leider ist das mit den Potis so, dass man da doch mal ran muss, wenn die Einstellung des Frequenzganges öfter erforderlich ist. Nur Freidrehen wird nicht reichen. Wie oben beschrieben, hat sich aber eine Stellung fast bei Maximum finden lassen, die zufriedenstellt. Übrigens stehen wieder WB-70 in der Bucht link. Leider hat der Anbieter auch keine Infos.
Habe jetzt nen 100W Verstärker aus ungefähr der Entstehungszeit dran, gefällt noch mal besser. Ist aber noch nicht der endgültige.
Was kommt da XL-mäßiges auf Dich zu?
Grüße
holli05


[Beitrag von holli05 am 23. Mai 2011, 17:16 bearbeitet]
Sanug
Stammgast
#12 erstellt: 23. Mai 2011, 17:35

holli05 schrieb:

Was kommt da XL-mäßiges auf Dich zu?

Meine Wigos sind es diese hier geworden
Wigo XL 1700
Nun, ich denke, es macht wohl schon Sinn, den Tieftöner mal auszubauen, allein um an die Frequenzweiche dranzukommen. Die Elkos dürften nach etwa 30 Jahren ihre beste Zeit längst hinter sich haben. Wobei mir immer noch unklar ist, ob ich die Tonfrequenz-Elkos nicht besser durch Folien ersetzen sollte. Hierzu habe ich ein Thema aufgemacht:
Grundsatzfrage: Tonfrequenz-Elkos durch Folienkondensatoren ersetzen?
holli05
Stammgast
#13 erstellt: 23. Mai 2011, 17:59
Beachtliches Preis-/Leistungsverhältnis! Glückwunsch.
Habe die Baureihe bisher nicht gesehen, gefallen aber. Sind reparaturfreundlicher aufgebaut, alle LS von vorn auf dem Frontholz aufgeschraubt.
Bei den WB-70 ist der Bass versenkt und der Mittelhochtöner offenbar von hinten verschraubt ...
Die Diskussion zu dem Kondensatortausch in Weichen hab ich interessiert gelesen, da ich Erfahrungen mit gestorbenen Elkos in Schaltnetzteilen gemacht habe.
Eine fundierte Antwort gäbe es, wenn einer das Alterungsverhalten der damaligen TF-Cs untersucht hat oder aus Erfahrung sagen kann, das eine signifikante Änderung der Werte passiert.
Sanug
Stammgast
#14 erstellt: 24. Mai 2011, 08:53
Zu meinen Wigos habe ich mal ein neues Thema aufgemacht:

Wigo XL 1700 Reparaturbericht
holli05
Stammgast
#15 erstellt: 14. Jun 2011, 13:02
Ein Blick auf ein Foto des Innenraums der WB-70 brachte Klarheit, dass der TT raus muß. Leider reichten die erhaltenen Hinweise nicht, das ohne Schaden an der Front zu bewerkstelligen. Da das Abdrücken durch die vorhandene Gewindebuchse ohne Wirkung blieb, wurde Abziehen favorisiert. Mangels "Abzieher" wurde das physikalische Phänomen des Hebels umgesetzt.
Also Box auf den Rücken, Befestigungsschrauben raus, stabiles Brett quer auf die Front und mit einem vorhandenem Winkelbelech an der eingeschraubten langen 4mm-Schraube gehebelt.
Hebel 1
Der Dichtkitt des TT wehrte sich kräftig, mußte aber doch nachgeben.
IMG00467
Der Abdrückversuch hatte die Schraube durch das Pressholz gedrückt und zum Glück nur geringen inneren Schaden gemacht.
IMG00469
Ein erster Blick auf die mit 2 LPs relisierten Weichen.

IMG00472
Frequenzgangbeeinflussung durch Reduzierung des Ansteuersignals der entsprechenden Lautsprecher ...
IMG00473
Leider hat ein Kraftprotz 2 der insgesamt 4 Drahtpotis überdreht. Dadurch wurden die Schleiferwendel(nicht die eigentlichen Widerstandswendel) zerstört.
Die originalen 8Ohm-Ausführungen müssen durch beschaffbare mit 10Ohm Widerstand ersetzt werden.
Die Überprüfung der Kondensatoren ergab, dass sich alle Werte bis zu 20% erhöht hatten. Ein Elko war ausgelaufen.

Fazit:
1. Die WIGO-Konstrukteure waren sich der Haltekräfte der Dichtmasse bewußt und haben eine Demontagemöglichkeit eingebaut. Die Nutzung einer 4mm Schraube bei dem notwendigen Zug ist allerdings grenzwertig und erschließt sich nicht unbedingt sofort.
2. Die Elkos sind nach 35Jahren trotz guter eingebauter Qualität unbedingt zu tauschen.

und nun in Erwartung unendlich verbesserten Klangs

bald wieder so
WIGOs


[Beitrag von holli05 am 14. Jun 2011, 13:18 bearbeitet]
Sanug
Stammgast
#16 erstellt: 14. Jun 2011, 21:44
Klasse Bericht über ungewöhnliche Lautsprecher! Und, wie klingen sie? Hat sich die Arbeit gelohnt?

Zur Frequenzweiche: Waren da sowohl raue als auch glatte Tonfrequenz-Elkos verbaut? Welche hast du als Ersatz verwendet, genau die gleichen Typen?

Ich habe bei meinen Wigo XL 1700 im Hochtonbereich Folien, und ansonsten generell Glattelkos statt der ursprünglichen Mischbestückung aus glatten und rauen Elkos verwendet. Ich bin mir aber nicht sicher, ob ich damit nicht eine Verschlimmbesserung erzielt habe. Die Messwerte waren bei mir nur bei den 33µF-Elkos daneben, interessanterweise auch nach oben, alle anderen Werte stimmten selbst nach 30 Jahren noch.
Mwf
Inventar
#17 erstellt: 15. Jun 2011, 01:52

Sanug schrieb:
... interessanterweise auch nach oben,...

Ich kann dir versichern:
Das ist ein typisches Verhalten, speziell von Elkos glatt (also den theoretisch etwas besseren) nach 10 - 20 Jahren.

Ursache wahrscheinlich:
Abbau der Formierung
-- "spannungslose Lagerung" (lange nicht /fast nie /nur leise betrieben),
Verlust der Bi-Polarität (zunehmender K2-Klirr).
Kann durch Nachformieren (Nenn-DC abwechselnd in beide Richtungen) ca. zur Hälfte wieder aufgefrischt werden.

Da ist Austauschen angesagt.
Die Glattfolien-Elkos in Oldie-LS sind meist so groß, dass aktuelle MKT 100V-Folien + ca. 0.33 Ohm ersatzweise reinpassen.

Gruss,
Michael
holli05
Stammgast
#18 erstellt: 28. Jun 2011, 19:18
hallo Sanug,
habe Deine Fragen zu den elkos erst heute richtig gelesen. Tschuldigung für die späte Antwort:
Der Klang wurde besser, wieviel kann keiner sagen. Sicher ist zumindest, dass die Weiche mit dem kaputten elko wieder funktioniert.
Eingebaut waren Kondensatoren mit der Bezeichnung MFD, Tonfrequenz-Elko glatt. Habe wieder Tonfrequenz-Elkos eingesetzt, allerdings ohne Bezeichnung der Ausführung. Wenn ich dazu komme, messe ich im Winter mal ne Weiche nach.
Der Aufbau der Weichen ist übrigens komplizierter als bei den xl1700, da 4 Wege und einige Widerstände eingebaut.
Letztendlich hab ich die 2 kaputten Potis für den Mittelhochfrequenzbereich dringelassen und totgelegt, da ich keine Ausführung mit langem Befestigungsgewinde bekommen hab. Im Gehäuse tiefer fräsen erfordert besondere Technik und von außen sollte die Ansicht bleiben. Wird halt nur am Hochtonzweig gedreht ...
In der Zwischenzeit wurden dem alten Verstärker pma-600 die Krankheiten geheilt, er litt an einem gestorbenen Regelzweig in der Vorstufenspannungserzeugung und einem kaputten Koppelkondensator.
Grüße und viel Spaß mit den alten Teilen


[Beitrag von holli05 am 28. Jun 2011, 19:19 bearbeitet]
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