Box defekt / Verstärker schaltet ab

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MosiN
Stammgast
#1 erstellt: 26. Feb 2013, 20:20
Hallo Forum

Ich hoffe, meiner Mutter kann geholfen werden. Vor knapp zwei Jahren habe ich bei ihren Rundstrahlern die Chassis von den Tiefmitteltönern gewechselt. Bei den Boxen handelt es sich um Raumtöner HG01 von Gieger Acustic System, Kaufpreis vor ~ 20 Jahren lag bei 1000DM. Statt einer Sickenreparatur habe ich mich damals für den Tausch des Chassis entschieden, da die Membran beim Verschieben bereits kratzte. Auch wusste (und weiss) ich keinen Anbieter für Sickenreparaturen. Natürlich gibt es keine Daten zum Originalchassis, als Ersatz habe ich ein Monacor SPH 100 AL verbaut. Natürlich passt die, dem Hochtöner vorgeschaltete, Frequenzweiche nichtmehr aber in erster Linie ging es darum, dass die Boxen wieder spielen.

Vor ein paar Monaten ist die Endstufe abgeraucht, ich habe meiner Mutter daraufhin einen alten Sony AV-Receiver geliehen. Dieser schaltet ab einer gewissen Lautstärke ab, am Display erscheint blinkend "Protector". Die Lautstärke bei der dies geschieht ist nun wirklich nicht hoch. Gestern wollte ich den Fehler per Ausschlussverfahren eingrenzen und habe mal die Linke, mal die Rechte abgeklemmt. Die Linke kann man wesentlich lauter aufdrehen als beide Boxen zusammen. Hängt nur die Rechte dran schaltet der Verstärker in etwa bei derselben Stellung am Volumeregler ab als wenn beide dranhängen. Bis zu dieser Lautstärke kann ich aber keine Verzerrungen wahrnehmen.

Was kann der Fehler sein? Am Magneten vom Chassis kleben ein paar winzige Metallspäne dran, ansonsten ist mir nichts aufgefallen.

Schonmal Danke fürs Gedankenmachen david
qawa
Stammgast
#2 erstellt: 27. Feb 2013, 11:33
Hallo,
viel fällt mir auch nicht ein. sieht ja irgendwie nach Kurzschluss aus. Den Monacor SPH 100 AL gibts ja nicht in 4 Ohm, oder?
Gruß, Norbert.
Detsi_Bell
Stammgast
#3 erstellt: 27. Feb 2013, 14:35
Ich nehme an, das originale System hatte keine Alumembranen? In so einem Fall ist es nicht unbedingt sinnvoll, diese als Ersatz zu nehmen. Die harten Membranen haben alle eine mehr oder weniger ausgeprägte Resonanz, auf die die Originalweiche natürlich keine Rücksicht nimmt. Aber das nur nebenbei.

Ich stimme Norbert zu, das sieht nach einem niederohmigen Fehler aus. Neben dem Tieftöner könnte es auch der dazugehörige Weichenkondensator sein, falls es den gibt. Ist mir auch schon mal passiert, ein etwas überlasteter Elko wurde zum niederohmigen Shunt, der mir die Endstufe ins Protect gezogen hat.

Best: Detsi
MosiN
Stammgast
#4 erstellt: 27. Feb 2013, 16:48
Danke für eure Zeit.

Was mir beim Kurzschlussgedanken komisch vorkommt: Da müsste der Schutzmodus vom Verstärker doch gleich anspringen, oder? Aber gut, ich bin kein Elektriker.

Heisst das, dass der SPH 100 AL den Kurzschluss erzeugt? Die Weiche besteht aus zwei quaderförmigen Kondensatoren (?) der Marke REMIX. Aufgedruckt ist auf dem ersten:
REMIX
C223
1 µ O M
250V
W9

Dieser ist mit dem Zweiten verklebt, deshalb kann ich da keine Beschriftung erkennen. Laut meiner Mutter wurden die Lautsprecher in Ungarn gefertigt, ebenso die Endstufe bzw der Vorverstärker. Dazu passt auch Remix als ungarischer Hersteller.

Wie geht es jetzt weiter bzw was kann ich tun. Die zweite Box zerlegen um an die Werte ranzukommen? Im besten Fall sind die Kondensatoren so verklebt, dass ich die Kapazität des Anderen ablesen kann. Sonst kann sie vielleicht ein Bekannter messtechnisch erfassen.
Ist ein Bauteiltausch an beiden Boxen sinnvoll?

Gruss david
qawa
Stammgast
#5 erstellt: 28. Feb 2013, 10:52
Kurzschluss: Lautsprecher haben heutzutage meist 4, 6 oder 8 Ohm.
Allein die Zuleitung kann gut 0,5, bis 1 Ohm Widerstand haben.
Schutzschaltungen springen an, bzw der Hitzetod einer Schaltung findet statt, wenn die Leistung im Verstärker zu groß wird.
Das ist der Fall, wenn die Last zu niederohmig ist, gleichzeitig aber größere Leistung gefahren wird. Es braucht also 2 K omponenten.
Bei relativem Kurzschluss gehts auch noch bei gringer Leistung.
Auch ohne Kurzschluss rauchts bei zuviel Saft irgendwann.
qawa
Stammgast
#6 erstellt: 28. Feb 2013, 11:11
Was ist das eigentlich mit den Metallspänen? Wo kommen die her?
Dass sie sich am Magneten sammeln ist dann normal. da richten sie auch am wenigsten Schaden an.
Aber wenn die beiden Quader aufeinandergeklebt sind, liegen ja "+" und "-" da recht eng beieinander.
Aber das ist alles Stochern im Nebel.
Ich stell mir das so vor:
Der Tieftöner ist unbeschaltet, d.h. "+" und "-" gehen direkt an die Eingangsklemmen.
Detsi Bell schrieb:

Die harten Membranen haben alle eine mehr oder weniger ausgeprägte Resonanz, auf die die Originalweiche natürlich keine Rücksicht nimmt.

Vor dem Hochtöner liegen ein Kondensator (vielleicht 1myF, 250V-Kondensator) und ein Widerstand zur Pegelsenkung.
Alles eigentlich kein Grund für einen relativen Kurzschluss in einem bestimmten Frequenzbereich.
Sollte jetzt ein Tieftöner plötzlich niederohmiger sein als der andere?
Zu Anfang hats doch gut funktioniert, oder?
Windungs(kurz)schluss? Die Chassis sind doch relativ neu. Überlastung hats doch auch nicht gegeben.
Kannst du den Widerstand des defekten (oder nicht defekten) Chassis messen?
Gruß, Norbert.
Detsi_Bell
Stammgast
#7 erstellt: 28. Feb 2013, 11:19

qawa (Beitrag #6) schrieb:
Kannst du den Widerstand des defekten (oder nicht defekten) Chassis messen?

Das ist im Moment das einzig Sinnvolle. Denn wir wissen praktisch nichts über diese Box, und das hier


Die Weiche besteht aus zwei quaderförmigen Kondensatoren (?)

mutete doch recht seltsam an. Ich kann mir eine solche Konstruktion erst mal nicht erklären, es sei denn, es wären Satellitenboxen zu einem Sub.


Heisst das, dass der SPH 100 AL den Kurzschluss erzeugt?

Das solltest Du mit einer Messung herausfinden, wir raten uns sonst einen Wolf....

Best: Detsi
MosiN
Stammgast
#8 erstellt: 01. Mrz 2013, 19:05
Mit diesen Antworten kann ich schonmal was anfangen, habt Dank.

Die Metallspäne kommen von mir. Original hat das Chassis ja die vier Befestigungsbohrungen, bei dieser Box ist es aber nur mit drei Abstandshaltern niedergeschraubt. Auf den Abstandshaltern sitzt der Diffusor welcher gleichzeitig den Hochtöner und die Weiche beinhaltet. Deshalb musste ich zwei zusätzliche Bohrungen in den Befestigungsring einbringen. Eigentlich hätt ich dazu alles sauber eingetütet bzw abgeklebt aber scheinbar haben ein paar stählerne Winzlinge ihren Weg gefunden. Vielleicht ist einer durch die Polkernbohrung zur Schwingspule? Ich denk mal, dort könnt so ein Spänchen diesen niederohmigen Kurzschluss verursachen.
Am Anfang hats gut funktioniert, ja. Deshalb hab ich mir gedacht, dass ich den SPH im Gehäuse mal direkt an das Terminal anschliesse. Hochtöner und Weiche lasse ich einfach weg. Schaltet der Verstärker bei der bereits bekannten Pegelstellung in den Selbstschutzmodus, ist wohl das Chassis defekt, oder?

@ Detsi Bell

Widerstand messen hätt ich wohl gekonnt aber heut morgen ist mir ein Reh vors Auto gelaufen und ich hab vergessen, mir ein Multimeter auszuborgen. Da war ich mit dem Kopf mehr beim Auto und der Versicherung und der Werkstatt und und und.
Morgen hängen wir das Chassis mal an und danach kann ich was dazu sagen. Ein Messgerät kann ich mir erst nächste Woche ausborgen.

Gruss david
qawa
Stammgast
#9 erstellt: 01. Mrz 2013, 20:03
Ja,ja, so ein Magnetlein ist schon ein kleiner Teufel.

Aber, tut mir leid mit deinem Unglück heute morgen.
Gruß, Norbert.
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