Endstufe HK Lucas Performer defekt - Reparatur der Spannungsversorgung

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om-martinr
Neuling
#1 erstellt: 07. Jun 2020, 19:20
Hallo,

ich habe hier einen defekten QuadAMP einer HK Lucas Performer liegen. Die Anlage hat sich während dem Betrieb an einem Notstromaggregat mit einem lauten Knall verabschiedet.

Zerlegt hat sich dann folgendes Bild ergeben:

Platine 1IMG_20200606_155004IMG_20200606_155034

Feststellung: Es hat offensichtlich einen NTC in der Spannungsversorgung zerrissen. Dieser ist gemeinsam mit einem Schrumpfschlauch und Wärmeleitpaste an einen PTC gepresst. Ein Bild von einem identischen Amp ohne Schaden habe ich hier mal mit beigefügt.

IMG_20190510_153322

Bei dem NTC handelt es sich um einen S20 K275 und bei dem PTC um einen CL22 250100. Diese sind (wenn ich die Leiterbahnen korrekt zurückverfolgt habe) in Reihe mit dem + Ausgang des Gleichrichters verbunden. Ich nehme an, der NTC sowie ein daneben angebrachter Thyristor (MCR25MG) sind wohl für einen Softstart des Netzteils verantwortlich.

Was ich nicht so wirklich verstehe ist warum dazu in Reihe ein PTC dazukommt und vor allem warum mit Schrumpfschlauch und Wärmeleitpaste thermisch koppeln?

Meine aktuelle Vermutung ist, wenn ich den NTC erneuere sollte das Netzteil wieder anlaufen. Ich würde zur Vorsicht auch den PTC mit erneuern da dieser evtl. auch etwas abbekommen hat.

Vielleicht kann jemand etwas zu dieser Schaltung sagen? Im Internet habe ich leider nichts dazu gefunden. Bevor ich die Bauteile besorge würde ich das ganze gerne testen. Normal sollte es doch möglich sein dafür den Thyristor (Cathode -> Anode) zu überbrücken um zu sehen ob der Amp dann anläuft oder?

Für den PTC (CL22 250100) hab ich leider nirgends einen Händler gefunden. Vielleicht könnte mir jemand einen passenden (ähnlichen) raussuchen. Mir ist nicht 100% klar welche Parameter aus dem Datenblatt relevant sind damit er am Ende die Aufgabe genauso erfüllt.

Vielen Dank schonmal für eure Hilfe!

Hier nochmal die Bilder in groß:

https://s12.directupload.net/images/200607/ezluko97.jpg
https://s12.directupload.net/images/200607/ouzqp9m9.jpg
https://s12.directupload.net/images/200607/bfn78pjg.jpg
https://s12.directupload.net/images/200607/2xi2uke8.jpg
https://s12.directupload.net/images/200607/3l24schy.jpg
https://s12.directupload.net/images/200607/jm4yhkpk.jpg


[Beitrag von om-martinr am 07. Jun 2020, 19:27 bearbeitet]
om-martinr
Neuling
#2 erstellt: 08. Jun 2020, 14:51
Hab die Schaltung noch etwas beschriftet:

CAG (Cathode-Anode-Gate) des Thyristors

schaltung

Wenn ich es richtig verfolgt habe, ist das Gate des Thyristors mit dem rechten PIN des PTCs verbunden. Dieser geht dann weiter zum NTC bzw. dem kleinen Kondensator (welcher vermutlich die Spannung stabilisiert fürs Gate).

PTC und NTC fungieren also als Spannungsteiler fürs Gate um den Thyristor durchzuschalten bzw. zu trennen bei einem Überstrom.

Zumindest verstehe ich das so.

NTC und PTC konnte ich jetzt doch bestellen. NTC war problemlos und für den PTC hab ich jetzt doch einen Händler gefunden.


[Beitrag von om-martinr am 08. Jun 2020, 14:57 bearbeitet]
Rabia_sorda
Inventar
#3 erstellt: 08. Jun 2020, 15:19
Hallo

Ich würde noch weitere Messungen am primären Brückengleichrichter und den Elkos vornehmen. Evtl können sie auch einen Schaden genommen haben, wenn das Aggregat kein "echter" Sinuswandler war.
om-martinr
Neuling
#4 erstellt: 09. Jun 2020, 07:59
Ich werde am Wochenende mal die beiden Bauteile (PTC und NTC) auslöten und dann mal die Spannung am Gleichrichter messen. Mal sehen was da so rauskommt. In diesem Moment sollte der Thyristor ja nicht durchschalten -> Folglich sind auch die/der Glättungskondensator(en) Spannungsfrei - außer der Thyristor hat auch etwas abbekommen. Die Kondensatoren selbst schließe ich aktuell erstmal aus, da sie keinerlei mechanische Auffälligkeiten aufweisen.

Ich tippe, dass der NTC (Varistor) die gesamte Überspannung aufgenommen hat, genau hierfür ist er ja da. Die Feinsicherung am 230V Eingang ist ebenfalls immernoch intakt. Alternativ könnte ich mir auch vorstellen, dass der Thyristor nicht mehr schaltet und der gesamte Strom über PTC & NTC läuft. Wenn ich den Amp aktuell anschließe wird jedenfalls der PTC gut heiß und raucht, weil die Wärmeleitpaste verdampft.

Gibt es noch andere Ideen? Vermutungen?


[Beitrag von om-martinr am 09. Jun 2020, 08:03 bearbeitet]
om-martinr
Neuling
#5 erstellt: 20. Jun 2020, 18:47
Also, ich hab nun alle Ersatzteile besorgt (NTC und vorsichtshalber PTC). Hab vor dem einlöten der Neuteile noch den Gleichrichter durchgemssen. Kam eine saubere Gleichspannung raus. Also NTC und PTC eingelötet und auch die abgebrannte Leiterbahn auf der Rückseite mit etwas Draht verstärkt. Endstufe läuft nun wieder.

ptc
Rabia_sorda
Inventar
#6 erstellt: 20. Jun 2020, 22:01
Glückwunsch!

Das nenne ich Glück, dass da nicht noch mehr abgebrannt war.

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