DAB+ Empfang über SAT Multiswitch möglich

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Guido06
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 30. Sep 2014, 11:21
Moin zusammen,

für mein Bad habe ich ein KB Sound Deckenradio eingebaut. Cooles Teil!
Nun möchte ich DAB+ empfangen, nach Möglichkeit über einen SAT Multiswitch, den ich über den terrestrischen Eingang mit einer (evtl. aktiven) Antenne speise. Ist das möglich? Wenn ja, welche Antennen (auch für UKW) empfehlt ihr da? Die muss allerdings beim Switch unter dem Dach auf dem Dachboden platziert werden.

Grüße


[Beitrag von Guido06 am 30. Sep 2014, 11:29 bearbeitet]
DaPickniker
Inventar
#2 erstellt: 30. Sep 2014, 21:56
Geht problemlos... Am besten montierst du auf deinem Dachboden getrennte Antennen für UKW und Band III ( DAB+) welche du dann über einen Mehrbereichsverstärker ( zB von Kathrein,Axing,Televes etc. ) zusammenführst und vom Verstärker aus in den terr. Eingang deines Multischalters gehst.

Für Band III ( DAB+ ) eignen sich übrigens auch die alten Fernsehantenne für Kanal 5-12 welche zu analogen TV Zeiten zuhauf benutzt wurden und noch oft auf den Dächern von älteren Häusern zu sehen sind .

Von dem ganzen kompakten aktiven Antennenspielzeugkram rate ich dir übrigens ab.. Das sind alles nur Kompromisslösungen welche nur für starke Signale ( Ortsender ) zu gebrauchen sind. Der Anschluss solcher Antennen an einen Multischalter liesse sich aber über ein Fernspeisenetzteil zw. Antenne und Multischalter trotzdem machen...

Dein DAB+ Radio musst du übrigens an den TV Anschluss deiner Satdose anschliessen weil an diesem das BAND III Spektrum anliegt was aber von Dose zu Dose auch unterschiedlich sein kann.

Günstige DAB und UKW Antennen gibts übrigens bei Antennenland.net ;).

Achja bei Montage auf dem Dachboden achte bitte darauch dass dein Dachboden nicht mit Alukaschierter Glaswolle oder ähnlichem isoliert ist weil das den Empfang unter Dach zusätzlich stark dämpft .

UKW Antennen werden übrigens zumeist horizontal und DAB Antennen vertikal montiert

Für UKW würde ich da jetzt ( je nach Empfangslage ) eine Drei Element Antenne und für DAB eine VHF Logper Antenne bestellen... Kostet glaub ich nicht die Welt ;).


[Beitrag von DaPickniker am 30. Sep 2014, 21:58 bearbeitet]
Guido06
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 01. Okt 2014, 10:37
Wow, danke für die ausführlichen Infos.

Der Dachboden ist ungedämmt. Hier ist nur eine (elektr. nicht-leitende) Folie und Ziegel drauf.
Da das DAB Radio in der Decke eingebaut ist, schließe ich direkt das Koaxkabel an den Multiswitch an.

Das Ganze mit mehreren Antennen und Verstärker ist mir fast zu aufwendig für ein bisschen Radio im Bad.
Gibt es eine Empfehlung über eine passive Antenne für UKW und DAB, die ich dann an einen Mehrbereichsverstärker anschließe?
Bollze
Inventar
#4 erstellt: 01. Okt 2014, 12:13
Das dürfte für den Empfang der Ortsender reichen. Eine Universalantenne.
http://www.amazon.de...chluss/dp/B008QMTV1S
Ansonsten würde ich für zu Hause ehern über ein WLAN Radio- nachdenken, falls der Internetanschluss das hergibt und eine (W)LAN- Verbindung zu dem DSL-Router sich realisieren lässt. Die Vorteile liegen auf der Hand, mehr Auswahl an Radiostationen und oft nicht ganz so armselige Bitraten wie bei DABplus. Es gibt sogar einige Radios ohne Werbung und ohne den, nach meinen Geschmack, überhandnehmenden senderseitigen Soundprozessing.

Bollze.


[Beitrag von Bollze am 01. Okt 2014, 12:16 bearbeitet]
Radiowaves
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 01. Okt 2014, 12:29
Antennen sind auf ihren Einsatzzweck hin konstruiert. Eine UKW-Antenne hat andere geometrische Abmessungen als eine Band-III-Antenne (und die wieder andere als die filigranen UHF-Antennen, die einst fürs "Zweite" und heute für DVB-T Anwendung finden). Antennen außerhalb ihres vorgesehenen Frequenzbereichs zu betreiben bringt erhebliche Verluste an Empfangsstärke. Schon innerhalb des vorgesehenen Bereichs schwankt der Antennengewinn, vergleiche mal eine klassische Band-III-Antenne (hier der Gewinnverlauf) und eine log-per-Antenne für Band III (Gewinnverlauf). Die log-per-Antenne ist so konstruiert, daß sie über den gesamten beabsichtigten Frequenzbereich nahezu gleichen Gewinn hat.

Merkregel 1: Antennen, die für einen bestimmten Bereich gedacht sind, bitte nicht für andere Bereiche mitnutzen. Also keine UKW-Antenne für DAB nehmen oder keine DAB-Antenne für UKW. Ausnahme: die Empfangsmöglichkeiten des "Zweitnutzens" sind so derbe stark, daß man eigentlich gar keine Antenne braucht.

Weiterhin gibt es gerichtete Antennen und ungerichtete (Rundempfangs-)Antennen. Letztere greifen von allen Seiten nahezu gleich empfindlich ab, holen dafür aber nirgendwo wirklich richtig was raus an Empfangsleistung. Stattdessen nehmen sie auch bereitwillig z.B. von hinten einfallende Reflexionen (Berg, hohes Gebäude) gleichberechtigt rein, was beim analogen TV zu den Geisterbildern führte und bei UKW zu zwitschernden Geräuschen oder zu im Takte des Programmsignals sehr heftigen Verzerrungen.

Merkregel 2: Rundempfangsantennen sind etwas für Gegenden ohne Reflexionen (flaches Gelände, hoher Montageort) und mehrere nahe/starke Sendeanlagen ringsum - da sind sie optimal, mit wenig Aufwand alles an Bord. Wenn gezielt aus einer Richtung empfangen werden soll oder hohe Empfindlichkeit erreicht werden muß, sind Richtantennen das Mittel der Wahl. Damit ist dann aber kein Ringsum-Empfang möglich und einfache Zusammenschaltung mehrerer Antennen, die auf mehrere Richtungen zielen, ist nicht möglich.

Es gibt UKW-DAB-Kombiantennen als Rundempfangsantenne. In Berlin City auf nem Hochhausdach wäre das eventuell super. Auf dem flachen Land 10 km vom UKW/DAB-Grundnetzsender weg auch. In einem Talkessel kurz vorm Berghang (Reflexionen von hinten) mit gewünschtem UKW-Senderstandort längs durchs Tal den Fluß entlang 50 km weiter scheitert sei. Da muß eine Richtantenne ran.

UKW/DAB-Kombi-Rundempfangsantennen: http://www.antennenland.net/3H-DAB-FM (Text des Anbieters lesen!) oder auch http://www.berlin-sa...rg-wb2345-2-N678.htm


So, und nun entscheide, wie die Situation bei Dir aussieht. Unter www.fmscan.org kannst Du links "Frequencies For Any Location" anklicken, Deinen Standort eingeben (bzw. genau via Google Maps suchen) und Dir dann eine UKW-Liste anzeigen lassen. Im oberen Teil der Tabelle stehen die rein rechnerisch (einfaches Geländemodell, alle Senderdaten aus Europa sind drin) irgendwie empfangbaren Programme. Unten gibt es eine zweite Tabelle, da stehen die stärksten Frequenzen drin. Die ist interessant für Dich. Ganz hinten gibt es eine Spalte "dBµV", da sollten schon Werte über 60 stehen für brauchbaren Empfang an der Rundantenne. Wenn der Multischalter einen unverstärkten terrestrischen Eingang mit hoher Dämpfung hat (z.B. 15 dB), dann halt mehr als 75.Nach meiner Erfahrung wird die Signalstärke deutlich überschätzt, ich hatte vergleichen mit der Realität da schon teils 20 dB zuviel am exakten Standort versprochen bekommen.

Die Spalte "azi" gibt den Winkel an, unter dem die Programme einfallen. 0 wäre Norden, 90 wäre Osten, 180 Süden, 270 Westen. Da kannst Du sehen, aus welchen Richtungen Du empfangen mußt/kannst. Wenn nur eine in Frage kommt, ist eine Richtantenne besser als eine Rundantenne.

Du kannst FMscan nochmal aufrufen und mottig auf DAB umschalten. Dann das gleiche Spiel: von wo kommen die DAB-Kanäle und wie stark sind sie? Da sind > 45 dBµV zzgl. Multischalterverlust ein Richtwert.
DaPickniker
Inventar
#6 erstellt: 01. Okt 2014, 13:29
Schon mal sehr gut dass dein Dachboden ungedämmt ist. An deiner Stelle würde ich mir jetzt mal ein kleines UKW/DAB Radio mit Teleskopantenne schnappen und mit diesem auf den Dachboden gehen und testen was empfangsmäßig so alles geht und anhand der Ergebnisse dann die passende Antenne auswählen.

Wenn der Empfang auf deinem Dachboden schon mit nem kleinen Radio rauschfrei und in Stereo ( DAB Blubberfrei ) geht kannst du die von Radiowaves verlinkte UKW/DAB Kombiantenne nehmen ( Ringdipol UKW mit vertikalem DAB Dipol ).

Bei Einspeissung dieser Antenne in deinen Multischalter kannst du dann einen Breitband Inlineverstärker ( 47 Mhz - 862 Mhz ) und ein Fernspeisenetzteil ( 5V DC ) dazwischenschalten.

Die Lösung mit Mehrbereichsverstärker und separaten Antennen ( separate selektive Eingänge für Band III und Band II/FM ) stellt aber die bessere Alternative da.

Bei der UKW/DAB Kombiantenne von Antennenland.net kann man auch zwei getrenne Koaxleitungen anschliessen und diese dann separat auf den Mehrbereichsverstärker geben was besser als mit einem einfachen Inlineverstärker geht.

Beim Mehrbereichsverstärker würde ich einen mit regelbaren Eingängen (zb SPAUN MBV 425 )nehmen weil du dann die Pegel bequem einstellen kannst und bei zu hohen UKW oder DAB Pegeln der Multischalter evtl. übersteuert werden könnte wodurch der Satempfang auch leiden kann.

Die Regler von den nichtbenutzten Eingängen ( UHF/BAND I ) drehst du bitte ganz zu weil dadurch der C/N ( Signal/ Rauschabstand ) meistens besser wird was sich auf den Empfang positiv auswirkt ;).
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