Radio über Kabelanschluss

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123gigi
Neuling
#1 erstellt: 17. Sep 2019, 21:17
Hallo,

nach dem im Nov. 2018 unser Kabelanschluss digital wurde kann ich über den Receiver der Stereoanlage nicht mehr direkt Radio in einer immer gleich guten Qualität empfangen.
Um Radio via Kabel zu empfangen benötige ich einen Kabeltuner für Radio (ca. 65 euro] und dann an die Stereoanlage anschliessen. Also Kabeltuner an Sender wählen, Stereoanlage an Radio hören.
Meine Frage nun weiss jemand ob es einen Receiver gibt der schon einen Tuner für Kabel empfang enthält?
So wie im Fernseher heute driple Tuner enthalten sind.

Danke für eine Hinweis und evtl. schon vorh. Erfahrungen mit dem Gerät.


Grüße
Gigi
Master_J
Moderator
#2 erstellt: 17. Sep 2019, 22:12
Fertige Stereo-/Surround-Receiver (d.h. mit Endverstärker-Sektion) mit dieser Funktion sind mir nicht bekannt.

Du kannst einen externen DVB-C-Receiver nehmen, der auch TV kann und halt nur auf Radio für den "normalen Boxen-Verstärker/Receiver" betreiben.
Geht, ist nur unkomfortabel (ohne richtiges Display).

Es setzen sich allerdings seit Jahren Netzwerk-Empfänger durch, also Internet-Radio.
100.000 Sender bei z.B. TuneIn sollten eigentlich reichen.

Gruss
Jochen
lanturlu
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 19. Sep 2019, 00:25
Es gibt seit einiger Zeit auch auch spezielle DVB-C Radio Tuner, die für genau den Anwendungsfall bestimmt sind, dass man den FM Radioempfang über Kabel nicht mehr nutzen kann.
Es gibt z.B. den Technisat CABLESTAR 100 und den Vistron VT855.

Zur Bedienungs- und Empfangsqualität kann ich nichts sagen.
Der entscheidende Punkt ist, dass diese Geräte natürlich nur das wiedergeben können, was auch als DVB-C Radio ins Kabel eingespeist wird. Das dürfte ein Großteil der öffentlich-rechtlichen Sender sein. Ob auch die Privatsender, die du ggf. hören möchtest, eingespeist werden, ist eine interessante Frage.
Vielleicht hat dein Kabelanbieter irgendwo in den Untiefen seiner Webseite eine Übersicht versteckt, welche Sender er digital einspeist. Oder du fragst bei ihm direkt nach.
(hier eine Beispielliste)

Deutlich flexibler (und ein wenig zukunftssicherer) bist du aber tatsächlich mit einem Kombiempfänger für FM, DAB+ und Internetradio. Für FM und DAB+ bräuchtest du dann eine Wurfantenne.
Neben der Programmvielfalt dürfte Internetradio auch bei der Klangqualität oft besser als DAB+ sein.
Die meisten öffentlich-rechtlichen Sender haben 128kbit/s MP3 Streams. (WDR3 hat 256 kbit/s)

Ich habe vorige Woche auf der IFA in Berlin mit einem Menschen von der ARD über Radioempfang gesprochen und ihn u.a. gefragt, ob demnächst auch Internetstreams mit höherer Datenraten angeboten werden. Er sagte, dass die Ausspielung ins Internet über spezielle Dienstleister erfolgt, mit denen ein Datenvolumen vereinbart ist. Da jetzt zunehmend Menschen Internetradio über sprachgesteuerte Lautsprecher wie Amazon Echo hören, ist das übertragene Datenvolumen deutlich angestiegen und es kann passieren, dass sie teuer nachbestellen müssen. Das klang leider nicht nach einer baldigen Klangverbesserung.
Ich habe ihn auch gefragt, welche Zukunft Radio über Satellit hat, wenn der ARD-Radiotransponder über den derzeit auch SD-Fernsehprogramme gesendet werden, mit der SD-Abschaltung 2022 in Frage steht.
Er meinte, dass die SAT-Signale auch intern für die Verbreitung genutzt werden und es eine Lösung geben wird, zumal auch einige Kabelnetze ihre (Radio-)Signale über Satellit erhalten.
Wenn die Kabelbetreiber diese Signale (meist MP2 (nicht mit MP3 verwechseln) mit 256 oder 320 kbit/s) direkt von DVB-S in DVB-C übernehmen, hat man mit DVB-C Radios auch die beste (für diese Sender!) erreichbare Qualität.
Es sei denn, es schraubt jemand mutwilig an der Datenrate:

Fast alle Radiosender der ARD senden mit 320 kbit/s, (Vodafone) Kabel Deutschland reduziert auf 192 kbit/s.

Quelle

Da MP2 älter und weniger effizient als MP3 ist, wäre man dann wieder auf einem ähnlichen Niveau wie beim Internetradio.
Ralf65
Inventar
#4 erstellt: 20. Sep 2019, 03:55
man könnte sich auch für eine Luxusvariante eines reinen DVB-C Tuners entscheiden, den es bereits seit Jahren gibt, den Restek MCAB+
*astranase*
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 17. Nov 2019, 15:45
Ich als ohnehin TechniSat Verrückter habe seid der Umstellung Anfang des Jahres den Cabelstar 100 in Betrieb, ich bin mit dem Teil an sich zufrieden, nur eines macht hier Probleme und ich frage mich ob der die Garantiezeit übersteht.
Das Problem besteht darin dass sich das Display langsam verbraucht, ausbrennt oder wie man es nennt.
Da man das Display im Standby nicht abschalten kann sieht man immer das off in der Anzeige und dieses beginnt nun im laufenden Betrieb sich von der restlichen Schrift immer deutlicher abzusetzten.
Auch der Sender den ich am meisten höre (NDR Niedersachsen) wird nun langsam "Lichtschwach".
Etwas ärgerlich sind auch die nur 10 Favoritenplätze und das umständliche bedienen des Gerätes in der
Gesamtliste, sowie das langatmige wechseln zwischen beiden Listen.
Ein weiteres Problem, aber nicht Geräteseitig sind die teils völlig sinnlose Einspeisung von Radios die hier für Leipzig keinen Sinn ergeben, was will man hier mit Elsterwelle oder Radio Zwickau, Programme die vorher im Analogkabel waren und hier doch eine Hörerschaft hatten - SAW, Landeswelle Thüringen, Antenne Thüringen .... - bleiben trotz Versprechungen der PYUR das man seine Programme weiter hören könnte außen vor, selbst auf die Regionale Version von MDR 1 Sachsen für die Region Leipzig musste man Monatelang warten ... ohne Druck und Meldungen an den MDR hätten die sich wohl auch dabei nicht bewegt.
u47
Neuling
#6 erstellt: 11. Dez 2019, 14:19
Hallo Master J

Diese "vorgeschalteten" Receiver nützen mir leider nichts, wenn der eigentliche Empfänger (Radio, Tuner o.ä.) keinen eigenen Coaxial-Antenneneingang hat.
Ich besitze z.B. ein sehr schönes altes Sony ZS-F1 mit defektem CD-Teil, das ich gerne reparieren lassen würde. Aber ohne Antennenbuchse, so dass mir die im Kabelnetz vorgehaltenen Sender versperrt sind. Kann man dieses Gerät überhaupt noch irgendwie ertüchtigen? Es empfängt ja sowieso nur FM/UKW über Teleskopantenne.

LG aus Berlin.

Reinhard
dialektik
Inventar
#7 erstellt: 11. Dez 2019, 22:29
Du verwechselst hier etwas.......
Der "vorgeschaltete" DVB-C Reciever ist der "Empfänger = Tuner" der kommt an einen Verstärker/Anlage ganz normal per Cinch-Kabel
net-explorer
Inventar
#8 erstellt: 11. Dez 2019, 22:43

dialektik (Beitrag #7) schrieb:
... Der "vorgeschaltete" DVB-C Reciever ist der "Empfänger = Tuner" der kommt an einen Verstärker/Anlage ganz normal per Cinch-Kabel


Richtig!

Ich nutze dazu seit vielen Jahren vu+ Receiver, die gibts auch mit Kabeltuner und anderen Tuner-Kombinationen, je nach Bedarf, bei mir via Satellit.
Der Clou ist, dass man nicht nur bequem TV auf Festplatte aufzeichnen kann, sondern eben auch Rundfunksendungen. So einen Mitschnitt kann man dann am PC auch für die eigene Musiksammlung sauber passend schneiden, wie früher mit Magnetband.
Die Qualität ist bei mir eher besser als beim ehemaligen UKW-Empfang.
Das Kabelsignal kann ich leider nicht beurteilen.
Master_J
Moderator
#9 erstellt: 11. Dez 2019, 23:57

dialektik (Beitrag #7) schrieb:
... der kommt an einen Verstärker/Anlage ganz normal per Cinch-Kabel

Ergänzend:
Falls die alte Anlage keinen Cinch-Eingang (Aux etc., NICHT Phono) hat, gibt es auch noch FM-Transmitter.
Sowas macht aus dem eigentlichen "vorgeschalteten" Radio-Receiver einen UKW-Sender.
War vor ~20 Jahren mal für Autoradios in Mode.

Irgendwann ist halt auch für "sehr schöne alte" Geräte die Zeit gekommen, wo sie nicht mehr sinnvoll nutzbar sind...

Gruss
Jochen
u47
Neuling
#10 erstellt: 12. Dez 2019, 14:58
Ja, ich hab da was verwechselt. Ich dachte halt, man könnte das Teil einfach zwischen Antennendose und Antenneneingang des Tuners setzen, quasi als "Umsetzer", ähnlich dem von Jochen beschriebenen Teil fürs Autoradio.

Aber jetzt doch nochmal zum Cablestar 100 bzw. VT 855: Habe ich das richtig verstanden, dass es sich dabei quasi um spezielle Receiver/Tuner handelt, die dann genauso angeschlossen werden würden wie ein Tuner (alt):

1. Antennendose via Antennenkabel mit Antenneneingang des Tuners (neu) verbinden
2. Tuner (neu) über Cinch-Kabel mit dem "Tuner" Eingang der HiFi Anlage verbinden (oder einem anderen freien?)

Klingt zu einfach, um wahr zu sein. Aber wo und wie stimme ich dann die Sender ab?
LG und danke für die Geduld

Reinhard
DB
Inventar
#11 erstellt: 12. Dez 2019, 15:46


[Beitrag von DB am 12. Dez 2019, 15:47 bearbeitet]
Ingo_H.
Inventar
#12 erstellt: 12. Dez 2019, 18:08

*astranase* (Beitrag #5) schrieb:
Ich als ohnehin TechniSat Verrückter habe seid der Umstellung Anfang des Jahres den Cabelstar 100 in Betrieb, ich bin mit dem Teil an sich zufrieden, nur eines macht hier Probleme und ich frage mich ob der die Garantiezeit übersteht.
Das Problem besteht darin dass sich das Display langsam verbraucht, ausbrennt oder wie man es nennt.
Da man das Display im Standby nicht abschalten kann sieht man immer das off in der Anzeige und dieses beginnt nun im laufenden Betrieb sich von der restlichen Schrift immer deutlicher abzusetzten.
Auch der Sender den ich am meisten höre (NDR Niedersachsen) wird nun langsam "Lichtschwach".


Genau das Problem wird massenhaft im Internet geschildert und ist somit beileibe kein Einzelfall, weshalb ich von dem TechniSat die Finger lassen würde, egal wie günstig der ist. Ich würde den an deiner Stelle schnell umtauschen oder noch besser das Geld erstatten lassen. Wenn dann lieber den Vistron VT 855, da der auch das Fernsehsignal durchschleift bei Bedarf, wobei ich nicht sicher bin, ob der das dann auch in ausgeschaltetem Zustand macht.
Ingo_H.
Inventar
#13 erstellt: 12. Dez 2019, 18:11
@u47: https://www.vistron....leitung_VT_855-N.pdf

Lese da übrigens gerade, dass im Standby das Signal durchgeschleift wird, nur vom Netz trennen darf man den dann nicht.


[Beitrag von Ingo_H. am 12. Dez 2019, 18:13 bearbeitet]
Debakel
Stammgast
#14 erstellt: 16. Dez 2019, 20:56
Den Vistron VT 855 N habe ich seit längerer Zeit im Betrieb, das Display ist bisher nicht negativ aufgefallen. Er steht auch nicht so kippgefährdet in der Gegend wie der Technisat, der hat schon ein gewöhnungsbedürftiges (Hoch-) Format .Gibt immer wieder mal Software Updates hier:
https://vistron.eu/de/download

Aber darauf achten, den N zu nehmen, der hat den optischen Digitalausgang nicht mehr an der Seite, sondern endlich an der Rückseite. Ich würde den Digitalausgang dem analogen Cinch vorziehen, falls der Verstärker/Receiver einen entsprechenden Eingang besitzt.
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