Warum klingt neuerdings UKW so grauenhaft?

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udokarl
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 30. Jul 2020, 13:12
Hallo,

auf UKW ist eine zunehmende Verschlechterung der Klangqualität zu beobachten. Besonders der Einsatz der Kompander ist grauenhaft. Man hört regelrecht das "Pumpen" in der Musik. Laute Passagen werden gekappt und leise Passagen werden lautstärkemäßig angehoben. Des Weiteren wird zum Teil mit hohen Lautstärkepegeln gearbeitet, wo schon das ungeschulte Gehör den Klirrfaktor wahrnimmt. Auf manchen CD´s ist das auch der Fall.

Angefangen hat der Niedergang der UKW-Klangqualität mit der Einführung des Verkehrsfunk Anfang der 80er Jahre, RDS tat dann noch ein Weiteres.
DAB ist auch nicht viel besser. Es fehlt oft Volumen und Räumlichkeit. Manche Sender klingen regelrecht grauenhaft und andere wiederum passabel. Das hängt sicherlich von der übertragenen Bitrate ab.

Ich kann mich noch erinnern, wie gut vor 30-40 Jahren die UKW-Qualität war, wo im Südwestfunk Konzerte oder Kunstkopf-Stereophonie in erstklassiger Qualität übertragen wurden. Besonders abends, wo keine Störanteile von Industrie und Verkehr etc. auf UKW zu verzeichnen waren.

Letztendlich bleibt nur noch Streaming übrig?
Otis_Sloan
Stammgast
#2 erstellt: 30. Jul 2020, 14:46
Ich denke, dass liegt an der Lautstärkeregulierung, welche von der EU umgesetzt wird.

Durch Kompression und Limiting entsteht genau der Effekt, den du beschrieben hast.

Schau mal hier
https://de.wikipedia.org/wiki/EBU-Empfehlung_R_128
Rascas
Stammgast
#3 erstellt: 30. Jul 2020, 15:04
Ich habe SWR3 immer als komprimiert empfunden. Was schade war, weil dort früher die beste Musik lief... Wenn man dort nachfragt wird man wahrscheinlich die Information bekommen, dass man das macht, weil es sich um einen Verkehrsfunksender handelt und im Auto hohe Dynamik eher von Nachteil wäre (was ja auch stimmt).

Das heutige UKW-Signal ist eigentlich nur noch ein analog angezapftes DAB+ Signal. Es wird nicht parallel analog und digital produziert. Deshalb kann es auch nicht besser klingen.

Der Niedergang des Radio-Signals fing für mich mit der Abschaltung von DSR an (1999). Das war ein unkomprimierter Digital-Standard, der nah an der CD war. Als das abgeschaltet wurde waren nicht nur diverse Geräte mit einem Schlag Schrott und damit Kunden verprellt. Das geschah so unerwartet, dass es noch etliche Geräte am Markt gab, die plötzlich wertlos im Regal standen. Sony hatte z.B. einen DSR-Empfänger in Ihrer ES-Serie.

Dass UKW auch hochwertig kann wissen wahrscheinlich nur noch diejenigen, die das in den 70/80ern selbst erlebt haben.

Wenn es nicht so viele funktionierende super UKW Tuner aus dieser Zeit gäbe, würde ich sagen: schaltet es doch bitte endlich ab. Aber was mache ich dann mit meinem Pioneer TX 9500 II?!
Passat
Moderator
#4 erstellt: 30. Jul 2020, 15:37
UKW ist nur hier so komprimiert.
In anderen Ländern gibt es diverse Bestimmungen nicht.
Da wird auch mit größerem Sendehub gearbeitet.

Und bei der großen Sendervielfalt hierzulande machen viele Sender ein absichtliches Soundprozessing, damit man lt. deren Aussage "Den Sender gleich am Klang erkennt".
Besonders die Privatsender machen den Schrott exzessiv. Und die Dudelwellen des ÖRs meinen, das man das nachmachen muß.
Ergo klingen auch die mieß.

Furchtbar finde ich auch die Unsitte (fällt mir insbesondere in Hessen (z.B. FFH) auf), die Sendernamensanzeige als Radiotext zu mißbrauchen.
Die Sendernamensanzeige (Dienst PS bei RDS) ist als statische Anzeige gedacht.
Für das, was die Sender da treiben, gibt es den Radiotext (Dienst RT bei RDS).
Mich stört die ständig wechselnde Anzeige im Radiodisplay beim Autofahren massiv, weshalb ich, wenn ich in Hessen unterwegs bin, so gut wie nie Radio höre.

Und was das Signal angeht:
Da wird nichts "abgezapft", sondern das Signal kommt aus dem Studio, geht digital zur Sendestation und wird dort entweder per UKW gesendet oder in DAB+ kodiert und gesendet. Wobei bei DAB+ die Signale vorher noch zu einem Ensemble zusammengefasst werden. Es werden da ja auf 1 Kanal mehrere Programme gleichzeitig übertragen.

Heutzutage liegt die Musik bei den Sendern auch nicht mehr unkomprimiert vor, sondern z.B. als MP3.
Eine CD legt da niemand mehr ein, das kommt alles von einem Server.

Und dementsprechend mieß klingt das dann auch.

Den besten Klang über UKW bekommt man immer noch bei den Klassikwellen und den Programmen abseits des Mainstreams.
SWR 1 und 2 klingen z.B. deutlich besser als SWR 3.

Und bei DAB+ ists auch nicht viel besser. Insbesondere die Privatsender senden da mit rel. niedrigen Datenraten.
Bei Internetradio ist es ähnlich.

Den besten Klang bei Radio bekommt man heutzutage über Kabel (DVB-C) und Satellit (DVB-S).
Jeder TV-Receiver kann auch Radio empfangen. Und einige Sender senden über DVB-C/S sogar 5.1!

Grüße
Roman


[Beitrag von Passat am 30. Jul 2020, 15:40 bearbeitet]
dacander100
Stammgast
#5 erstellt: 31. Jul 2020, 22:07
Wie die heutige UKW-Qualität ist kann ich nicht sagen, ich habe keinen UKW-Tuner mehr. Es dürfte aber nicht nur neuerdings so grauenhaft klingen, sondern schon seit vielen Jahren. Angefangen dürfte die Verschlechterung vor mehr als 20 Jahren, als die Studios von rein analog auf digital umstellten.

Zu dieser Zeit dürfte auch das heutige Format mp2 bzw. mp3 eingeführt worden sein. Es soll einige Hörer gegeben haben, die sich danach beim SWF über die auf einmal schlechtere Klangqualität beschwert heben sollen. mp2 oder mp3 ist aber nicht das Problem, es ist das Soundprozessing bzw. die Dynamikkorrektur, heute wahrscheinlich noch mehr als vor 20 Jahren. Und möglicherweise wird diese bei UKW, wie Passat schon schrieb, noch stärker eingesetzt als z.B. bei DVB-S.

Ich höre seit 20 Jahren nur noch mit Satellit. Vor 20 Jahren gab es auch noch ADR (Astra-Digital-Radio). Das war damals eine Digitalübertragung auf der noch analogen Astraschiene. Ich habe davon noch unzählige Mitschnitte im Waveformat. Wenn ich mir diese heute anhöre, bin ich oftmals über die Klangqualität erstaunt, und das wo nur mit 192 kbs gesendet wurde, wobei es natürlich auch da schon Abstriche gab. Das Signal war aber in der Dynamik unkomprimiert und das hörte man, auch schon in den Lautstärkeunterschieden einzelner Titel. Aber auch DVB-S mit mp2 kann heute, je nach Sender, durchaus akzeptabel klingen.


[Beitrag von dacander100 am 31. Jul 2020, 22:13 bearbeitet]
Otis_Sloan
Stammgast
#6 erstellt: 31. Jul 2020, 22:31
Außer Nachrichten höre ich gar kein Radio mehr.
Sound ist schlecht und es wird immer das Selbe in Dauerschleife gespielt.

Die "Radiosender" von Amazon Music Unlimited sind ehr mein Geschmack.
Passat
Moderator
#7 erstellt: 31. Jul 2020, 23:53
UKW könnte, wenn man es ließe, sehr nahe an der CD-Qualität dran sein.

In den 80ern haben die HiFi-Zeitschriften den Klang von Tunern mit eigenen Meßsenders geprüft:
Vom CD-Player direkt, ohne irgendwelche Effektgeräte etc in den Meßsender.
Tuner an Anlage, dazu auch den CD-Player, der am Meßsender hängt, ebenfalls an die Anlage.
Dann CDs abgespielt und zwischen Eingang, an dem der CD-Player hängt und Eingang an dem der Tuner hängt, umgeschaltet.

Außer minimal weniger Höhenauflösung waren bei sehr guten Tunern keine Unterschiede hörbar.
Das minimal höhere Rauschen durch die UKW-Kette war in der Praxis nicht relevant.
Gute Tuner schaffen ca, 75 dB Rauschabstand, sehr gute sogar knapp 80 dB.

Das Problem bei UKW ist das, was die Sender draus machen.
Viele Privatsender wenden das ekelige Prozessing übrigens auch bei DAB+ an.

Grüße
Roman
fotoralf
Inventar
#8 erstellt: 01. Aug 2020, 18:56

Passat (Beitrag #4) schrieb:
UKW ist nur hier so komprimiert.
In anderen Ländern gibt es diverse Bestimmungen nicht.


Dann fahr mal nach Frankreich. Danach wirst Du selbst unseren Privatsendern die Füße küssen.


Otis_Sloan (Beitrag #2) schrieb:
Schau mal hier
https://de.wikipedia.org/wiki/EBU-Empfehlung_R_128


Die Empfehlung (!) R128 der European Broadcasting Union, einer Vereinigung der europäischen ÖR-Sendeanstalten - die wohlgemerkt keine EU-Einrichtung ist - hat nun wirklich gar nix damit zu tun, und soll vielmehr das genaue Gegenteil bewirken: Sie soll der Dampframmenkomprimierung ein Ende bereiten.

Es hat auch nichts mit MP3 oder der Umstellung der Studios auf Digitaltechnik zu tun.

Die Ursache für diesen grauenhaften Sound, den es ja nicht nur auf UKW sondern auch auf Tonträgern zu hören gibt, sitzt in den Marketingabteilungen der Sender und der Musikindustrie.

Dort gilt seit Jahren die Devise: je lauter desto besser. Und da man die Aussteuerung nicht beliebig hoch treiben kann, muss die durchschnittliche Lautstärke angehoben werden, also in den leisen Stellen. Und wenn das immer noch nicht reicht, müssen einzelne Frequenzbänder in der NF nochmal getrennt hochgepuscht werden, bis die Ober- und Unterkante der Hüllkurve linealglatt ist.

Dann kommen bei den Sendern noch externe Berater hinzu, die jedem Sender einen eigenen Sound verkaufen, von wegen der Wiedererkennung.

Zum Schluss heben wir dann nochmal kräftig die Bässe an, damit auch aus dem letzten Küchenbrüllwürfel noch was richtig fettes herauskommt.

Und das Ergebnis gibt es dann auf UKW zu hören, teilweise sogar schon auf DAB, denn der Hörer soll ja den tollen Sound seines Senders auch da erkennen.

So, und nun schließe die Entwickler der R128 brav in Dein tägliches Nachtgebet ein, dann wird es vielleicht irgendwann wieder besser. :-)

Ralf


[Beitrag von fotoralf am 01. Aug 2020, 18:59 bearbeitet]
Otis_Sloan
Stammgast
#9 erstellt: 01. Aug 2020, 19:13
@fotoralf


Die Empfehlung (!) R128 der European Broadcasting Union, einer Vereinigung der europäischen ÖR-Sendeanstalten - die wohlgemerkt keine EU-Einrichtung ist - hat nun wirklich gar nix damit zu tun, und soll vielmehr das genaue Gegenteil bewirken: Sie soll der Dampframmenkomprimierung ein Ende bereiten.


Ja. Du hast recht.
Es war nicht die EU sondern die deutsche Regelung.

Zitat (https://de.wikipedia.org/wiki/EBU-Empfehlung_R_128):

"Bisher galt im deutschen Rundfunk eine Aussteuerungsgrenze, die sich ausschließlich am Spitzenpegel orientierte. So durfte ein Maximalpegel von +6 dBu, gemessen mit einem Quasi-Spitzenpegelmessgerät, nicht überschritten werden. Da für das menschliche Ohr ein gleicher Pegel nicht ein gleiches Lautheitsempfinden bedeutet, hat in den vergangenen Jahrzehnten sowohl die Musik- als auch die Werbeindustrie durch den massiven Einsatz von Kompressoren dafür gesorgt, dass Musikstücke und Werbespots immer lauter wurden, ohne dabei den Spitzenpegel zu überschreiten. In der Fachwelt wird dieses Phänomen „Loudness War“ („Lautheits-Krieg“) genannt."

Danke für die Verbesserung
burkm
Inventar
#10 erstellt: 01. Aug 2020, 19:14
Man sollte auch nicht die anvisierten Zielgruppen laut ermittelten Hörer- und Verbreitungs-Daten vergessen.

Hier werden hauptsächlich, Küchen-, Auto- und Wecker-Radios bedient, deren Anforderungsprofile ganz anders positioniert sind als bei einem HiFi-Gerät. Leider hat sich herausgestellt, dass diese Gerätegruppen inzwischen das Haupt-Klientel in diesem Bereich sind. Darauf hat man sich eingestellt mit den entsprechenden Konsequenzen. UKW- oder DAB+-Radio ist ansonsten (mit Ausnahme wohl der meisten Klassik-Kanäle) kaum noch in Benutzung, da meist Streaming Angebote genutzt werden, außer in den o.g. Konstellationen. Man kann das ja auch an den veröffentlichten Finanzierungs-(Spar-)Plänen für die Öffentlich-Rechtlichen erkennen. Da wird derzeit wegen der abnehmenden Hörerschaft und Verbreitung "kräftig" gespart.


[Beitrag von burkm am 02. Aug 2020, 07:51 bearbeitet]
Passat
Moderator
#11 erstellt: 01. Aug 2020, 20:41
Das ist aber ein Henne-Ei-Problem, das die ÖRs sich da selbst geschaffen haben.
Da kommt man so schnell nicht wieder heraus.

Grüße
Roman
fotoralf
Inventar
#12 erstellt: 02. Aug 2020, 11:05
Das Problem der ÖRs ist, dass sie sich ohne Not auf ein Wettrennen mit den Privaten eingelassen haben. Kaputtformatierung, Programmverflachung und Klangverschandelung inklusive.
dacander100
Stammgast
#13 erstellt: 03. Aug 2020, 00:41
Schon schade das sich UKW so entwickelt hat. Wie Passat schon schrieb war das früher eine exzellente Übertragung. Mit Einführung der Digitaltechnik wurde das nicht besser, sondern nur verschlimmbessert. Ein Digitalsignal läßt sich durch Software leichter bearbeiten als ein analoges Signal. Und wenn der Senderchef es möchhte durch einen Klick auch mal ausschalten, was wohl kaum vorkommen wird.

Da ich früher ortsbedingt in einer schlechten Empfangslage wohnte, war ich mit der Einführung des digitalen Rundfunks (ADR) erst einmal erfreut. Das klang für mich gut, weil rauschfrei und ich viele Sender mehr empfangen konnte. Leider wurde ADR nach wenigen Jahren wieder abgeschaltet, dann blieb für mich nur noch DVB-S übrig.

Das ist kein Vergleich mit der früheren UKW-Qualität. Was ich mit der Dachantenne rauschfrei vom Sender Donnersberg empfangen konnte war SWF 1. Aufgenommen auf einem Dual Tapedeck mit Dolby B und einem zusätzlichem schaltbaren Dynamikkompressor, der die Dynamik erhöhte und nicht wie heute verringert, waren diese Aufnahmen besser als von meinem Dual Plattenspieler und zu 98 % rauschfrei. Und besser als die meißten CD´s der heutigen 08/15 Musikindustrie.
sohndesmars
Stammgast
#14 erstellt: 03. Aug 2020, 11:14
Halten wir fest: Tuner wie der Onkyo T-9990 oder die Revox-Boliden sind mittlerweile Perlen vor die Säue. Ich verkaufte so gegen 2011 ein Tivoli-UKW-Radio über eBay explizit mit dem Hinweis, dass ich die miese Qualität von UKW nicht mehr ertrage. Für's Auto gerade noch erträglich, für ein Untermküchenschrankplärer sicher auch. Mit HIFI hat das aber immer weniger zu tun. Bestenfalls noch so mancher Klassiksender (NDR-Kultur....) steuert niedriger aus und vermindert die akustische Kompimierung. Selbst über Youtube bekommt man heute oft höhere Qualität.
Irgendwann in nicht ferner Zukunft wird die letzte analoge Austrahlung eingestellt, dann ist unser Jammern aber ein ganz anderes. Ich sehe es schon kommen.
Passat
Moderator
#15 erstellt: 03. Aug 2020, 11:25
Tuner wie der Onkyo oder die Revox waren in 90% der Anlagen auch noch zu der Zeit, als UKW noch gut klang Perlen vor die Säue.

Die klingen nicht besser als Mittelklasse-Tuner.

Das, was die heraushebt ist die Empfangsleistung, d.h. Trennschärfe, Empfindlichkeit und Übersteuerungsfestigkeit.
Wer viele dicht beeinander liegende Sender hat oder Fernempfang will, der nimmt solche Tuner-Boliden.
Und wer es damit richtig ernst meint, hat auch eine große Antenne auf dem Dach, die zudem per Rotor drehbar ist.
Diverse Revox haben sogar einen Anschluß für einen Antennenrotor und die Position der Antenne lässt sich mit auf die Stationstasten programmieren.

Grüße
Roman


[Beitrag von Passat am 03. Aug 2020, 11:26 bearbeitet]
Bollze
Inventar
#16 erstellt: 03. Aug 2020, 11:51
Nach meiner Einschätzung (Theorie) wird derzeit verstärkt am Prozessing gedreht, um den Ton an den DAB/ HE-AAC Codec anzupassen. Dabei ist der Mitteltonbereich besser zu definieren, damit der HE-AAC Decoder brauchbare Fakehöhen hinzurechnen kann. Aber, durch die bessere Auflösung des Mitteltonbereich können störende Artefakte des Prozessings im Ton mit auftauchen. Anders gesagt ,der HE-AAC funktioniert am besten bei natürlichen Dynamikverhältnissen, aber bereits der Loudnesswar auf der CD ist dabei schon kontraproduktiv. Eine weitere Verschlechterung für UKW tritt ein, wenn UKW mit den analogisierten DAB-Signal versorgt wird, wobei der Ton dann noch durch einen Limiter laufen muss, damit die Fakehöhen nicht den Hub und die zulässige MPX-Leistung sprengen. Dann gibt es auch noch Fakehöhen und noch schlechteren Klang über UKW, als bis jetzt. In wie weit das heute bereits so gemacht wird, weiss ich nicht, bei manchen Sender habe ich aber den Verdacht, dass es so gemacht wird. Da man den Dogma verfallen ist, dass alle Empfangswege gleich klingen müssen, so müsste das minderwertige HE-AAC Audio von DAB dann auch noch über das Internetradio bzw. DVB-S zu hören sein.
Es einer der wenigen Sender sendet der HR seine Dudelfunkradios in besseren LC-AAC Codec, der das herkömmliche UKW-Soundprozessing problemlos wiedergeben kann, so kann alles beim Alten bleiben.

Bollze

Das Argument, was pro Prozessing sprechen soll, dass die Hörer die Sender an Hand des Klangbildes wiedererkennen soll, kann nach meiner Erfahrungen, auch aus meinen Umfeld, nicht bestätigen. Es ist auch unheimlich schwer auf den üblichen China-Plastikradio, die Sender nach dem Klang zu unterscheiden, zu schlecht ist die Klangwiedergabe und zu gross sind bereits Verzerrungen , die die billigen Radios mitbringen.


[Beitrag von Bollze am 03. Aug 2020, 12:00 bearbeitet]
dacander100
Stammgast
#17 erstellt: 03. Aug 2020, 18:51

einem zusätzlichem schaltbaren Dynamikkompressor


Entschuldigung, ich muß mich da korrigieren, bin gestern nicht auf den Namen gekommen. Das war kein Dynamikkompressor, sonder ein Dynamik Compander, als Kompressor und Expander umschaltbar. Eleminierte das noch Restrauschen vom Tape, mit deutlicher Dynamiksteigerung. War so etwas wie meine Zaubermaschine damals. Das könnte man auch heute wieder gebrauchen :).
Ralf65
Inventar
#18 erstellt: 04. Aug 2020, 10:31
sagen wir eher, es holte damit das mögliche aus dem Tape heraus, was ja generell nicht das Dynamik Wunder im Vergleich zum Open Real war, da es eben u.a. mehr Grundrauschen besaß, dabei diente das Expandieren vor der Aufnahme und komprimieren bei der Wiedergabe zur Absenkung des Rauschpegels, aber nicht zur einer zusätzlichen Dynamik Steigerung im Vergleich zum Original.

aus der teilweise so kaputt komprimierten UKW Ausstrahlung kann man auch mit einem nachgeschalteten Expander nicht mehr das Original herausholen, sondern verschlimmert das Ergebnis wahrscheinlich nochmals, bestes Beispiel sind diverse Dance Tracks mit Schlagzeug Solis, die teilweise dann so deutlich expandiert werden, das Gesang dann plötzlich deutlich leiser ist und die ganz Sache mit einer Art pumpen rüber kommt
pixelpixel
Ist häufiger hier
#19 erstellt: 04. Aug 2020, 11:24
Interessantes Thema.

Also bei uns in Österreich ist mir eigentlich keine Verschlechterung der Tonqualität bei UKW aufgefallen, allerdings kommt es mir so vor, dass da die Sendeleistung der Sendestationen immmer mehr abnimmt, so hat meine Mutter mit ihrem Küchenradio immer öfter schlechten Empfang...


[Beitrag von pixelpixel am 04. Aug 2020, 11:24 bearbeitet]
Bollze
Inventar
#20 erstellt: 04. Aug 2020, 14:34
Nun ob die Sendeleistung abnimmt, da kann man ja mal bei Wikipedia die Seite für den heimischen Sender studieren, oft werden da die Leistungen angegeben.
Das Empfang von Radio im Gebäuden immer schlechter wird, kann daran liegen, dass die elektronischen Geräte immer mehr Schaltnetzteile oder DC/DC Konverter verwenden, die einen ordentlichen Störnebel erzeugen können, ausserdem werden immer Class D Audioverstärker eingesetzt die auch nicht ohne sind, oder das Radio lässt empfangstechnisch nach.


Den Prozessingsound wieder zu normalisieren ist kaum möglich, das ist wenig sinnvoll, wie ein Grillhähnchen versuchen wiederzubeleben. Es laufen zu viele Prozessoren, selbst die menschliche Stimme wird noch extra durch den Kakao gezogen.

Antenne Bayern lässt sich da mal in das Prozessing schauen. Vorher habe ich immer gedacht, das ist ein Privatsender, der mit möglichst wenig Aufwand, einen "geilen Sound" machen will , es kling jedenfalls schrottig und billig. Aber falsch gedacht, da stehen zig tausend Euro rum.
Videoserie "Technik Inside: Antenne Bayern " auf den Youtubekanal Zerobrain
https://www.youtube....YfQr1KmoPZ3IS8-KazEU

Bollze


[Beitrag von Bollze am 04. Aug 2020, 19:41 bearbeitet]
dacander100
Stammgast
#21 erstellt: 04. Aug 2020, 20:57

sagen wir eher, es holte damit das mögliche aus dem Tape heraus, was ja generell nicht das Dynamik Wunder im Vergleich zum Open Real war, da es eben u.a. mehr Grundrauschen besaß, dabei diente das Expandieren vor der Aufnahme und komprimieren bei der Wiedergabe zur Absenkung des Rauschpegels, aber nicht zur einer zusätzlichen Dynamik Steigerung im Vergleich zum Original.



Das Gerätchen war glaube ich von MKL und hatte einstellbare Kompressor und Expanderstufen, und man mußte natürlich aufpassen nicht zu hoch zu expandieren, dann fing es natürlich an zu "pumpen". Richtig eingestellt hörte es man aber kaum und das Grundrauschen war auch deutlich leiser. Das es dann nicht mehr am Original war ist klar. Da die Dynamik der Musik damals aber deutlich höher war als heute, konnte die Elektronik im Compander schon nahe am Original arbeiten.

Bei der heutigen kaputten Dynamik, wüßte die Elektronik gar nicht wo die Schaltschwelle ist. Das würde sich wahrscheinlich grauenhaft anhören.
Passat
Moderator
#22 erstellt: 04. Aug 2020, 22:07
Solche Geräte arbeiten i.d.R. auch statisch, d.h. die Dynamik wird um einen festen Wert verändert.

Bei den Teilen, die im Rundfunk eingesetzt werden, geschieht das dynamisch, d.h. die Dynamikkomprimierung ist auch abhängig vom Tonsignal.

Und so etwas kann man mit keinem Gerät wieder rückgängig machen.

Grüße
Roman
dacander100
Stammgast
#23 erstellt: 05. Aug 2020, 01:03
Es war für mich auch nur ein Gedankenspiel, was nichts daran ändert, das es in Verbindung mit dem damaligen UKW-Rundfunk erstklassige Aufnahmen waren.

Meine heutigen im Waveformat gespeicherten Rundfunkmitschnitte von DVB-S konvertiere ich, meißt mit Any Video Converter, in AC3. Ist wahrscheinlich kontraproduktiv, aber was soll ich sagen, es klingt für mich danach reiner und klarer, mit einem Hauch mehr an Dynamik. Ob dadurch Informationen, die ich sowieso nicht höre, verloren gehen ist mir egal.

Bei der heutigen Rundfunkübertragung ist mir jedes mittel recht, damit es für mich subjektiv einigermaßen gut klingt. Ist schon skurril das man überhaupt versuchen muß einen besseren Klang zu bekommen. Und dafür bezahlt man auch noch Rundfunkgebühren. Das sagt man doch auch noch heute dazu?


[Beitrag von dacander100 am 05. Aug 2020, 01:17 bearbeitet]
Ralf65
Inventar
#24 erstellt: 05. Aug 2020, 04:08

dacander100 (Beitrag #21) schrieb:

sagen wir eher, es holte damit das mögliche aus dem Tape heraus, was ja generell nicht das Dynamik Wunder im Vergleich zum Open Real war, da es eben u.a. mehr Grundrauschen besaß, dabei diente das Expandieren vor der Aufnahme und komprimieren bei der Wiedergabe zur Absenkung des Rauschpegels, aber nicht zur einer zusätzlichen Dynamik Steigerung im Vergleich zum Original.



Das Gerätchen war glaube ich von MKL und hatte einstellbare Kompressor und Expanderstufen, und man mußte natürlich aufpassen nicht zu hoch zu expandieren, dann fing es natürlich an zu "pumpen". Richtig eingestellt hörte es man aber kaum und das Grundrauschen war auch deutlich leiser.


Im Prinzip ein externen Rauschunterdrückungssystem für Bandgeräte, wie es es z.B. von Telefunken als High-Com, Nakamichi als Dolby B/C, oder Tascam als DBX gab


[Beitrag von Ralf65 am 05. Aug 2020, 04:12 bearbeitet]
Klipsch66er
Stammgast
#25 erstellt: 05. Aug 2020, 04:20
Man merkt es auch stark an SWR4 zum Beispiel. Ich höre hier ja alles zuhause über Webradio über die große Anlage.
SWR4 ist fast bassfrei (Subwoofer sind klanglich nicht vorhanden) und extrem dünner Sound. Schalte ich auf den Schweizer Sender SRF3 den ich auch gerne hier im Süden höre, ballern meine 2 Subwoofer richtig los, auch electroradio.fm wo ich täglich höre, da gehts richtig zur Sache...

Ob es in den 1980ern besser klang, kann ich jetzt nachträglich nicht bestätigen. Früher war zumindest Analog und alles aus Holz, das war dann auch alles besser.
Ralf65
Inventar
#26 erstellt: 05. Aug 2020, 06:26
ich kann mich zumindest noch an die Ben Liebrand Grand Mixe in den 80ern erinnern, die im Niederländischen Radio jeweils kurz vor Weihnachten ausgestrahlt wurden, das kam seinerzeit richtig gut rüber, auch diverse andere Sendungen dort hatten m.M.n. einen wirklich guten Sound...
Bollze
Inventar
#27 erstellt: 05. Aug 2020, 06:48
Der verzerrte Klang hat nichts mit analog oder digital zu tun. Digital bietet immer mehr Möglichkeiten beim Prozessing, was immer absurdere Ergebnisse bringt, jetzt gerade bei der Umstellung von UKW auf DAB mit HE-AAC Codec, da wird wieder an vielen Knöpfen gedreht. Die nächste Prozessingdrehzeit wird dann kommen, wenn UKW abgeschalten ist, in X Jahren oder es fällt ganz aus.
SWR 4 ist ein Sender für ältere Leute, die alterbedings etwas schlechter hören, dann ist es sinnvoll nicht die Bässe reinzudrehen, der Ton ist so für ältere Hörer verständlicher. Auch z.B. bei Mikrofonen zur Sprachwiedergabe bei 0815- PA-Anlagen ist durchaus sinnvoll, alles unter 100..150Hz wegzufiltern, die Stimme kommt dann viel verständlicher über die Boxen, das Ploppen wirkt nicht mehr so störend
SWR 3 und SFR 3 ist der typische Dudelfunk, die typischen Bassreindreher, ein Bass von den man auf dem Plastikradio nicht viel hat. Und was bei den meisten Anlagen, z.B. im Auto, die so tief wiedergeben, so eine Art "Dauerwummern" erzeugt. Die meisten Woofer sind auch ehern Basspauken, die dann ständig von dem Verstärker bzw, Audiosignal getrommelt werden müssen, damit sie (er-)klingen.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 05. Aug 2020, 08:11 bearbeitet]
DOSORDIE
Inventar
#28 erstellt: 08. Aug 2020, 16:18
Ich glaub eigentlich, dass gerade SWR4 noch ein recht neutrales Processing hat. Es ist eher so, dass SRF3 krasser ballert als es sollte und im direkten Vergleich dann natürlich erst mal „voller“ wirkt. SWR4 klingt dann aber eben fast so, wie von der CD, während SRF3 was dazu dichtet und gerade durch das Processing und die höhere Lautheit hat man dann nach einiger Zeit, wenn man auf SWR4 Schaltet das Gefühl, da hat Einer die Bässe raus gedreht und es ist viel zu leise und dünn... ist aber genau umgekehrt.

Wenn das Soundprocessing gut eingestellt ist, kann das aber auch echt Laune machen. R.SA hat z.B. ein ganz angenehmes Soundprocessing, das offenbar sehr schnelle Filter hat. Wenn abends die Maxis laufen klingt die Kick immer sehr präzise, für Parties find ich das super, auch die leichte Basisverbreiterung. Im Gegensatz dazu ertrage ich z.B. Radio BOB! oder Rock Antenne kaum. Sunshine Live ist auch brutal, das ist keine Badewanne mehr, das ist schon ein V. Richtig eklig ist auch Globus Guld aus Dänemark, Fundament ist komplett weg und dann plärrt es richtig.

LG Tobi


[Beitrag von DOSORDIE am 08. Aug 2020, 16:24 bearbeitet]
Bollze
Inventar
#29 erstellt: 09. Aug 2020, 09:30
RSA Sachsen sendet auch auf DAB mit HE-AAC. Das Prozessing ist in der Tat ein guter Kompromiss aus Bässe reindrehen aus Lautheit und die nötige Anpassung an HE-AAC. Letzterem haben wir wahrscheinlich den "Kick" zu verdanken, man hört erstaunlich viele Details, auch auf einfachen Empfängern z.B. den Küchenradio mit mit Spannholzgehäuse von RFT, ( Bild) Auf meiner guten Stereoanlage stört wieder der "Kick", die Bässe dreh ich etwas raus. Den Tuner nutze ich dort kaum noch.

Der Marketingvorteil des Radios "Rock Antenne" ist der Name, der mal neugierig macht, wenn man diese Musik mag, dessen Klang (Prozessing) sorgt wahrscheinlich ehern dafür, dass man diesen Sender ehern weniger hört oder nur einmal.

Bollze



Strelasund 1021


[Beitrag von Bollze am 09. Aug 2020, 09:42 bearbeitet]
fotoralf
Inventar
#30 erstellt: 09. Aug 2020, 13:41
DOSORDIE
Inventar
#31 erstellt: 09. Aug 2020, 15:05
Naja das Programm von Rock Antenne finde ich erstaunlich vielseitig - besser als Radio BOB! Wir meckern immer darüber, dass die Vielfalt im Radio verloren gegangen ist, aber es gibt ja doch noch durchaus gute Programme und wenn man mal abends einschaltet, dann laufen auch noch die kleinen Besonderheiten.

Seit die BöFis weg sind höre ich nicht mehr so viel R.SA, obwohl ich immer noch ab und zu sehr nette Kontakte zu einigen Moderatoren habe. Christoph und Poschi sind nach wie vor wie Bekannte, wenn mal was ist, sind die immer noch da. Letztes Jahr hatte ich einer Freundin Cassetten zum Geburtstag gemacht und Beide kurzfristig gebeten für sie eine Ansage zu machen, die ich dann vor die Songs geschnitten habe, das hat nach meiner Anfrage ein paar Minuten gedauert, dann hatte ich die per Mail, die liefen nicht im Radio. Sowas finde ich immer besonders und dann weiß ich auch, dass ich in Leipzig irgendwie Freunde habe. Das war schon immer mein Knuddelsender. Irgendwie sind die da anders - herzlicher und wenn dann wieder sowas passiert wie an Pfingsten und ich dann noch eine liebe Grussbotschaft von Jürgen Karney und Lippi bekommen habe, dann geht mein Radioherz wieder auf. Das war eine derart liebevolle Sendung, das gibts wo anders nicht. Da dachte ich echt mal wieder, ich bin auf einem anderen Planeten. Lippi ist schon sehr blumig, der findet immer Alles „ganz wunderbar“, aber irgendwie mag ich das manchmal. Die waren so locker und lieb miteinander, wenn er bei damals war’s vom Teleprompter abliest, dann wirkt das Alles so steif und inszeniert, aber bei R.SA war irgendwie Alles so aus dem Bauch heraus. Es gibt keinen anderen Sender, der es immer wieder aufs Neue schafft, mich so zu beeindrucken, immer wenn ich denke, dass die fetten Jahre jetzt vorbei sind, kommt wieder so eine schöne Aktion. Und gerade die Ostrock Fahne als Privatsender so hochzuhalten, finde ich sehr mutig und das ist ein absolutes Alleinstellungsmerkmal.

Und zum Sounding: vom DAB+ Sound war ich aufgrund der geringen Bitrate nicht sonderlich begeistert, wenn sich das gebessert hat, wäre es natürlich sehr sehr toll. Es gab mal ne Zeit wo es bei bestimmten Songs gezischt hat. Ich hab mich dann da gemeldet und die haben sich drum gekümmert, ein paar Tage später war es weg. Hatte dann auch noch mal nachgefraft und Carsten Richter hatte mir gesagt, dass er nicht weiß, was es war, dass sich aber Techniker drum gekümmert haben und es wohl auch mehreren Hörern aufgefallen war. Es ist schön, wenn man als Hörer ernst genommen wird.

LG Tobi
Bollze
Inventar
#32 erstellt: 10. Aug 2020, 10:42
Anderseits lässt es auch Blicken, wenn erst Hörer darauf hinweisen müssen, dass das Prozessing fehlerhaft ist. Also, ich gehe oder ging davon aus, dass das Prozessingsignal auch über die Kopfhörer oder die Monitore im Studio läuft. Oder tut man sich den verzerrten Sound selbst nicht an ? unter Kopfhörer wäre das auch verständlich.

Wie RSA über DAB derzeit klingt, weiss ich nicht, Erwarten würde ich nicht viel, bei den HE-AAC Codec und der niedrigen Bitrate. Derzeit habe ich auch kein DAB-Radio mehr. Mein letztes war ein Digitradio 1 von Technisat, das hatte ein mittelmässen Empfang, mutet oft auch bei gute Empfangslage das DAB-Signal und unter Kopfhörer klang UKW (über SDR) eindeutig besser, als die DAB-Sender (HE-AAC). Der UKW-Klang kann heute immer besser durch die SDR-Technologie demoduliert werden und das immer billger. Dabei wird der ZF-Filter, die Demodulation, der Stereodecoder über einen DSP erledigt, der heute in einem Chip passt, der kleiner ist, als eine Briefmarke.

@fotoralf, "ehern" habe ich falsch geschrieben, richtig ist es "eher" Danke für den Hinweis.
Bollze


[Beitrag von Bollze am 10. Aug 2020, 10:44 bearbeitet]
DOSORDIE
Inventar
#33 erstellt: 10. Aug 2020, 15:03
Naja ich war da mal zu Besuch, normalerweise laufen da Monitorboxen im Hintergrund, aber man kann es auch auf die Kopfhörer legen. Das fiel echt kaum auf. In der Zeit wo ich gehört habe, betraf das eigentlich nur ein Lied (Shannon - Let the Music Play) mir kam es aber trotzdem komisch vor. Ich hab ne Shannon Maxi, die auch sehr zischelig ist, kannte das aber von genau dem Track eigentlich nicht, deshalb hatte ich zur Sicherheit mal geschrieben. Als ich das Lied ein paar Tage später wieder dort gehört habe, war das Zischen weg.

LG Tobi
Bollze
Inventar
#34 erstellt: 10. Aug 2020, 20:58
Shannon "Let the Musik Play" oder auch "Das Omen" von Mysterious Art kommen schon schlecht von den Tonträger. Völlig überspitze Höhen. In nenne das den SONY-Effekt. Die Tonträger die unter einen Label von SONY verkauft werden, sind nach meine Einschätzung alle nochmal nachgemastert, klingen alle leicht überspitzt, nicht nur bei den CDs, bei Vinyl scheint es auch so zu sein, mal mehr auffällig oder mal weniger auffällig. Ich hatte früher auch viel SONY-Technik zu Hause mit ähnlichen Effekten, alles klang überspitzt, schlapp in den Mitten, Klopfbässe und furchbar digital die CD-Player, ein nerviger Sound.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 10. Aug 2020, 21:02 bearbeitet]
DOSORDIE
Inventar
#35 erstellt: 11. Aug 2020, 06:08
Ein CD Player klingt wie ein CD Player, da gibts keine hörbaren Unterschiede, höchstens in der ersten Generation. Und Shannon ist doch gar nicht auf Sony erschienen, zumal... wann haben die Columbia/CBS gekauft? Das war doch erst später, oder?

Keine Ahnung ob’s am Song lag und die einfach die Höhen angeglichen haben oder was es nun war. Ich hab die Omen Maxi, die klingt eigentlich ziemlich gut. Hat halt so den damals typischen Dance Sound, noch kein Eurodance, halt noch sehr 80er, aber keinesfalls schlecht, weder im Mixing noch vom Sound an sich. Dass CDs in den 80ern schrill klingen liegt in erster Linie daran, dass sie ganzen Limitierungen plötzlich weg waren. Die Tontechniker mussten erst mal damit umgehen können. Es gibt total viele Produktionen - grad aus der zweiten Hälfte der 80er, die total dünn und schrill klingen, weil sie einfach so abgemischt wurden. Mit einer Platte kann man das nicht machen, ohne dass sie mies klingt. Wenn man was in den DAC rein gibt kommt es auch exakt so wieder raus. Gibt auch genug analoge Produktionen, die mies klingen. Shannon ist garantiert nicht digital gemastert, aber selbst wenn: mit den ganzen Rauschgeneratoren, die da drin sind (Synthesizer, Drum Computer, etc.), klingt das Alles Andere als „digital und steril“, es ist höchstens überbrilliant gemastert, aber da kann die CD nix für.

Wie klingt denn was „digital“, dieses „das klingt so kalt und steril...“ das liegt doch nicht am Medium. Und wie sollen CD Player unterschiedlich klingen, zumal eine CD ein Datenträger ist. Ob der Stream von der CD kommt und im Wandler gewandelt wird, oder ob das Ganze auf dem Smartphone oder dem PC passiert ist doch piepegal. Gibt ja Leute, die meinen CD Player mit Riemen hätten einen besseren Gleichlauf, oder wenn man Hohlräume mit Kork ausfüllt, dann ist die Dämpfung besser. Dann geben die Leute 6000 Euro für einen CD Player aus und behaupten es Klänge um Welten besser oder kaufen sich ne alte PlayStation, die sie auf ein Kissen legen... naja muss ich nicht verstehen.

Bei Tonabnehmersystemen und im Analogbereich sind wirklich offensichtlich hörbare Welten zwischen einem Feinschliff und einer normalen Nadel und auch da gibts dann noch mal Unterschiede, schon allein, weil sie tonal völlig unterschiedlich sind. Ein CD Player gibt aber immer ein lineares Signal raus. Dass es bestimmte Rechteckspannungen im Messprotokoll nicht ganz sauber waren war mal 1984 so, wirklich hörbar ist aber selbst das selten. Mal davon ab, solche Unreinheiten findet man im Analogbereich doch ständig und da „ist das dann eben so...“, da kauft man sich Tapedecks für mehrere 1000 Mark und nimmt aber hin, dass der Sound trotzdem nie optimal ist, bei einer CD will man dann aber plötzlich die Flöhe husten hören und wahrscheinlich auch, dass sie „nur“ 44.1/16 Bit auflöst. Verstehe ich Alles nicht. CD Klang, wie er propagiert wird gibt es nicht. Eine CD klingt nicht, sie reproduziert nur, genau wie Alles Andere Digitale oberhalb einer bestimmten Bitrate.

LG Tobi
Bollze
Inventar
#36 erstellt: 11. Aug 2020, 07:14
Ich nenne das, den SONY Effekt, das hat nichts mit analog oder digital zu tun, es ist die Philosophie der Firma SONY, alles etwas schärfer zu machen, ob Bild oder Ton, meiner Meinung nach. Man kann solche Effekte digital ( durch Prozessing) oder analog erreichen. So sind mir neben CD-Player aus den 90er vor allen auch Tapedecks, TV-Geräte (vor allen die Röhren) von SONY usw. in dieser Richtung aufgefallen. SONY ist ein Sonderfall sticht bei Audio aus der Masse raus, während man Technics, Yamaha,Onkyo, Pioneer u.a. kaum unterscheiden kann.
Den Werbespruch von SONY aus den 90er: "It's not a Trick it's a Sony" deute ich als einen Seitenhieb von SONY auf seine Kritiker, die genau diese Effekthascherei kritisieren.
Und nein, die System CD kann nichts dafür, es gib auch CDs die natürlich klingen.
Hör die einfach CDs von SONY an, dann mal welche von Warner Music oder kleinen Verlagen.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 11. Aug 2020, 07:20 bearbeitet]
DOSORDIE
Inventar
#37 erstellt: 11. Aug 2020, 09:04
Kann ich nicht bestätigen. Ich habe ein Sony TC-K 790 ES und das klingt gegenüber anderen Geräten absolut unauffällig. Außerdem habe und hatte ich mehrere Sony Walkmans, wo das ebenfalls nicht zutrifft. Ich habe nur bei diversen Kopfhörern das Problem, dass der WM DD33 und auch der Vorgänger DD30 keinen richtigen Tiefbass mehr macht. Auffällig ist, dass Geräte davor dieses Problem nicht zeigen, aber grundsätzlich sehr viele Portable Cassettenspieler ab Ende der 80er. Ich schätze mal, dass man ab da effizientere Endstufen eingebaut hat, auch in den Geräten, die nicht als Stromsparwunder verkauft wurden, vielleicht ist es aber auch einfach nur eine Inkompatibilität mit der Impedanz meiner Kopfhörer. Hab jedenfalls auch Geräte von Aiwa und Panasonic, die sich untenrum genau so dünn anhören. Geräte vor 1988 betrifft das aber eher weniger.

Und wenn das so gewesen wäre, dann müsste es ja messbar sein. Dann würden CD Player, Tapedecks oder Tuner aus der Zeit keinen linearen Sound ausgeben. Die Trinitrons machen ein schärferes und kontrastreicheres Bild, als viele andere Geräte, das liegt aber einfach daran, dass sie gut sind. Gut waren aber auch Quintrix, Loewe, Metz, Grundig oder Philips, wenn Bilder übersättigt und überschärft wirken kann man das normalerweise in den Settings ausgleichen und dann ist das auch kein Problem mehr. Sowas müsste dann ja in diversen Fachzeitschriften angekreidet worden sein. Es hätte dann sowas wie „die Sony Verschwörung“ geben müssen, ich höre das jetzt aber wirklich zum ersten Mal.

Komisch übrigens, dass in dem Zusammenhang selten mal Jemand ankreidet, dass auf Samsung Handies bis vor 2 Generationen die Farben immer total verstrahlt waren und man entweder übersättigte Farben hatte oder einen beschissenen Weisswert, da haben mich die Leute immer für bescheuert erklärt und meinten das sähe doch ganz normal aus. Mittlerweile gehen zum Glück Alle Hersteller in Richtung „neutrale Farben“.

Und zu Sony Music: heute ist ja quasi Alles Sony oder Universal, dann Müsste ja fast jede Produktion so klingen. Und Früher hmm... Billy Joel, die Stormfront oder a Different Light Von den Bangles sind z.b. Von Sony. Klanglich für ihre Zeit typisch, kann nicht sagen, dass mir das negativ oder positiv aufgefallen wäre im Vergleich zu wea oder anderen. Von wea fallen mir grad die späteren Veronika Fischer Alben oder Juliane Werding ein, also grad so zum Ende der 80er wird es halt typisch überbrilliant und klingt genau so „digital“, wie du es beschreibst.

LG Tobi
Bollze
Inventar
#38 erstellt: 11. Aug 2020, 15:15
Die Röhren TVs von SONY sind doch eine Mogelpackung. Das Bild nachschärfen ist doch keinen Kunst, das haben auch viele Billigerhersteller in den letzten Jahren der Röhre gemacht und heute bei den Flachbildschirmen ist das schon normal. Ich (als Naivossi) habe mir damals 1993 auch einen SONY-Trinitron für 1800 DM gekauft, das Bild war (zu) scharf, die Farben waren schwach,<- hat man sich mal einen Philips- oder Panasonic TV zum Vergleich angeschaut. Durch Veränderung der Einstellung am SONY konnte ich das Bild nicht wirklich gut hinbekommen, ich habe auch unterschiedliche Satreceiver probiert, analog und dann auch digital. Die Digitalreceiver können auch RGB ausgeben und somit wird ein Grossteil des PAL Deocders des SONYs umgangen und siehe da, eine deutliche Farbverbesserung trat ein, je weniger SONY man im Signalweg hat, um so besser, könnte man diesen Fall sagen.
Dass die Farbwiedergabe bei Samsung sagen wir mal "speziell" ist, ist mir auch schon aufgefallen, muss man ja nicht kaufen und du sagst es doch, komisch, dass das niemand ankreidet... ich kann sagen warum, weil die Fachzeitschriften sich es bei diesen Herstellen nicht versch**ßern wollen, weil sie Werbekunden sind.
Aiwa hat teilweise gesoundet ohne Ende, jedenfalls mein Tapedeck von Aiwa aus Anfang der 90er, Aiwa wurde dann von SONY übernommen. Da haben sich zwei gefunden.

Bollze


[Beitrag von Bollze am 11. Aug 2020, 15:22 bearbeitet]
turbo_rolf
Stammgast
#39 erstellt: 11. Aug 2020, 19:17

Bollze (Beitrag #32) schrieb:
Also, ich gehe oder ging davon aus, dass das Prozessingsignal auch über die Kopfhörer oder die Monitore im Studio läuft. Oder tut man sich den verzerrten Sound selbst nicht an ? unter Kopfhörer wäre das auch verständlich.
ich kenne das aus meiner Zeit mit dem Rundfunk so, dass der Optimod von Orban erst im Technikraum kurz vor der Ortssendeleitung sitzt. Im Studio ist noch der Originalklang der Quelle zu hören.
Anekdote dazu: zur Abstimmung des Klangs saß der Technikchef vor dem Funkhaus in seinem Kleinwagen und hat Rückmeldung gegeben, wie es aus seinem Autoradio klingt.
dialektik
Inventar
#40 erstellt: 11. Aug 2020, 19:24
Tja - so ist das mit den subjektiven Erfahrungen....

Mir ist noch nie ein Sony Gerät (Tuner, Tape, CD, Amp...) mit dem angeblichen Sounding untergekommen

Und die Sony Trinitron hatten für Röhren TV für mich das beste Bild und ich habe dort auch keine Überschärfung wahrgenommen.......

Gleiches gilt für meine heutigen Sony LCD die schon 12 und 11 Jahre ihren Dienst tun - mit natürlichen Farben.....
Bollze
Inventar
#41 erstellt: 11. Aug 2020, 19:29
Hier eine Führung beim Sender Scholzplatz Berlin, mit Audiokommentar, zu sehen ist auch ein Optimod, der mal am Sender steht, mal im Studio, es wird auch erklärt, warum das so ist.
https://www.wwwagner.tv/?p=21754
fotoralf
Inventar
#42 erstellt: 11. Aug 2020, 20:21

turbo_rolf (Beitrag #39) schrieb:
ich kenne das aus meiner Zeit mit dem Rundfunk so, dass der Optimod von Orban erst im Technikraum kurz vor der Ortssendeleitung sitzt. Im Studio ist noch der Originalklang der Quelle zu hören.


Genau so. Welchen Sendeweg hätte man z.B. in der Senderegie beim DLF auch abhören wollen? Den für UKW, den für die Mittel- und Langwelle oder - nach meiner Zeit - den für DAB? Haben wir alles gekonnt, wenn wir wollten, aber normalerweise hingen Pegelmessung und Abhöre am Ausgang vom Sendepult. Alles weitere war nicht unser Bier.

Ralf
Ralf65
Inventar
#43 erstellt: Gestern, 06:20

Bollze (Beitrag #34) schrieb:
Shannon "Let the Musik Play" oder auch "Das Omen" von Mysterious Art kommen schon schlecht von den Tonträger. Völlig überspitze Höhen.
Bollze


das liegt aber vielfach schon an der Abmischung der elektronischen Musik und ist auch ein Stück weit vom Ort der Veröffentlichung abhängig.
Vielfach klingen, um bei den Beispielen zu bleiben, Pressungen aus den USA deutlich harmonischer, als deutsche bzw. EU Pressungen,
diverse US 12" Pressungen aus dem Black Musik Sektor der 80er, klangen z.B. sehr ausgewogen, dynamisch, die EU Pressungen teilweise dünn, zischelnd, das konnte man seinerzeit auch über die ersten CDs aussagen, möglicherweise meinte man damit eher den Hörgeschmack des Europäers zu treffen
DOSORDIE
Inventar
#44 erstellt: Gestern, 07:11
Das Problem bei Platten ist halt, dass sie bei zu viel Höhen anfangen zu zischen, das ist total eklig und in der CD Zeit kam das auch bei Maxis häufig vor. Selbst mit Feinschliff in der Einlaufrille gibt es Intros, die schon bei den ersten paar Takten furchtbar zischeln. Ich hab auch Alben, die sind trotz DMM fast nicht hörbar, weil sie zugunsten des überbrillianten Mixings lieber Zischeln und kratzige Verzerrungen in Kauf genommen haben, vielleicht auch um die CD zu pushen. Zur Innenrille hin wird es dann ganz furchtbar. Es gibt aber auch Positivbeispiele: Ich habe einen Sampler mit sehr vielen Titeln drauf, da zischt auch in der Innenrille ohne Feinschliff nix. Klingt für 1990 echt sauber. Das ist son Bertelsmann Ding. Das sehr seltene „Alles nur geträumt“ von Merlin ist - obwohl es das letzte Stück auf der Platte ist noch gut hörbar, man hört zwar die Dynamikkompression und die fehlende Brillianz, dafür sind die Höhen aber sauber und der Noise Floor kaum wahrnehmbar.

LG Tobi
Passat
Moderator
#45 erstellt: Gestern, 10:27
Mir scheint, da ist/war dein Tonabnehmer falsch justiert.

Grüße
Roman
DOSORDIE
Inventar
#46 erstellt: Gestern, 11:21
Ist bei einem Concorde mit OM40 Nadel schwierig. Mal davon ab habe ich die selben Platten auch auf Tangential Spielern ausprobiert und mit mehreren anderen Nadeln und die klingen immer gleich scheisse.

Dass Alle immer meinen es läge am Tonabnehmer... ich krieg hier ständig zu hören, dass bei mir Alles komplett falsch ist, nur an den Platten liegt es nie. Ich habe sehr sehr viele Platten die Scheisse klingen, vor Allem aus der zweiten Hälfte der 80er und Singles. Singles sind oft schon „out of the Box“ mies.
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