UKW-Radio: Zimmer-Wurfantenne: Länge, Installation?

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Shirai
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 19. Jun 2010, 08:44
Liebes Forum,

ich würde gern Radio hören und das möglichst rauschfrei (auch wegen eventueller Aufnahmen). Ich habe einen qunderbaren Yamaha TX-590 RDS, allerdings folgendes Problem:

Beim Einzug habe ich meinen großen Kleiderschrank vor die Kabel-Steckdose gestellt, an der momentan nur der TV angeschlossen ist. Die zweite Buchse, die mutmaßlich für Radioempfang über die Hausantenne (großes, mehrstöckiges Wohnhaus) da wäre, ist somit verstellt. Außerdem weiß ich nicht, ob es tatsächlich eine Hausantenne gibt (ist das heute noch Standard?).

Die verbleibende Möglichkeit ist also der Empfang via Zimmerantenne. Allerdings scheinen die Wände hier aus Stahlbeton zu sein. Ich habe eine ca. 3,5m lange Wurfantenne (so ein hellrot-transparentes Kabel, das sich am Ende teilt). Mit dieser bekomme ich einen recht gutem Epfang, wenn ich sie mitten ins Zimmer lege bzw. spanne - allerdings muss man dann immer drübersteigen.

Zu den Örtlichkeiten: Die Anlage steht an einer Seite des Zimmers, quasi "eingebaut", nämlich richtung Gebäudeinneres. Auf der gegenüberliegenden Zimmerseite ist eine große Glasfront mit Balkontür. Deshalb wird der Empfang besser, wenn ich die Antenne in diese Richtung lege.

Natürlich kann das nicht so bleiben. Meine bisherigen Überlegegungen mündeten in der Frage, ob es so etwas, was ich momentan habe (Wurfantenne) auch deutlich länger gibt, so dass ich sie unter dem Teppich richtung Fenster verlegen und dort zutage treten lassen kann.
Weiß hier jemand, wie es um die Empfangseigenschaften bestellt ist, wenn die Antenne länger wird? Laienhaft gehen ich davon aus, dass je länger das Kabel, desto besser die Empfangqualität sein müsste.

Aber wer weiß, vielleicht kann mir hier jemand helfen, der mehr Ahnung hat als ich. =)
Wäre nett, danke im Voraus!


Edit: Ich habe mich gerade mal in der Bucht umgeschaut, da gibt es derartige Antennenkabel nur in sehr kurzen Längen, so um die 2m. Ich bräuchte für meinen Plan allerdings ca. 7m.
Alternativ stellt sich mir natürlich die Frage, ob man so etwas notfalls auch selbst basteln kann...


[Beitrag von Shirai am 19. Jun 2010, 08:51 bearbeitet]
anymouse
Inventar
#2 erstellt: 19. Jun 2010, 10:28
Keine Möglichkeit, den Kleiderschrank noch mal abzurücken?

Schau mal nach einem Antennenverlängerungskabel -- Koax mit zwei passenden Stecker. Das kannst Du zwischen der Wurfantenne und dem Antenneneingang schalten.

DIe 2x75cm (ungefähr) sind für den UKW-Dipol schon ziemlich optimal; längere Zuleitung haben eher einen schlechteren Einfluss, allerdings dürften 10m noch kaum Auswirkungen zeigen.
Shirai
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 19. Jun 2010, 11:15
Hallo anymouse, danke für deine Antwort.

Zum Schrank:
Die Möglichkeit besteht schon, aber der Aufwand würde wohl den Nutzen bei weitem übertreffen... jedenfalls, solange es eine andere Lösung gibt, einen guten Empfang zu erreichen.
Der Schrank ist zwar von Ikea, aber begehbar (entsprechend groß und schwer). Zudem weiß ich gar nicht, ob die dahinter liegende Buchse überhaupt einen Radio-Empfang ermöglichen würde.
Zudem bräuchte ich erst mal ein passendes Kabel.

Zum Verlängerungskabel:
Meinst so etwas hier?

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen 75 und 300 Ohm? Obwohl ich schon öfter davon gelesen habe, werde ich aus den Forumseinträgen nicht schlau.
Auch in der BDA meines Tuners sind beide Kabelvarianten aufgeführt. Die Anschlussstecker sehen gleich aus, lediglich die Kabel ander (flach bzw. rund). Hier steht, dass das Flachbandkabel billiger und leichter zu verlegen sei, das runde (koaxial) allerdings besser zur Störungsunterdrückung sei. Ist es abgesehen von der Intefferenzempfindlichkeit also völlig egal, welches Kabel ich nehme?

Was meinst du mit 2 x 75cm? Spannbreite zwischen den beiden Antennenkabelenden?
Und was ist mit den 10m? Bezieht sich das auf eine Wurfantenne dieser Länge oder auch auf ein dazwischen verlegtes Verlängerungskabel? Wie lang darf beides maximal sein?
Uwe_Mettmann
Inventar
#4 erstellt: 19. Jun 2010, 12:07
Oft liegt das Radiosignal auch an der TV-Buchse der Antennendose an. Schließe also einfach mal das TV-Antennenkabel, welches von der Dose kommt, an das Radio an. Dazu brauchst du aber so einen Adapter.

Hast du guten Radioempfang, so besorge dir einen Aufsteckverteiler. Das Antennenkabel von der Dose geht dann zum Aufsteckverteiler, von dem es dann zum Radio und zum TV geht.

Wenn du Glück hast, funktioniert diese Lösung.


Shirai schrieb:
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen 75 und 300 Ohm?

75 bzw. 300 Ohm ist der Wellenwiderstand. Wichtig ist, dass der Wellenwiderstand des Kabels mit der Impedanz der Antenne und des Empfängereingangs übereinstimmt.

Die 300 Ohm Technik wird heute nicht mehr angewendet und 300 Ohm Kabel sind eigentlich nicht mehr erhältlich.


Shirai schrieb:
Die Anschlussstecker sehen gleich aus, lediglich die Kabel ander (flach bzw. rund).

Das kann eigentlich nicht sein, denn 300 Ohm Stecker sind flach mit zwei Stiften.


Shirai schrieb:
Was meinst du mit 2 x 75cm? Spannbreite zwischen den beiden Antennenkabelenden?

Ja, 1,5 m Spannweite, das meinte anymouse sicherlich. Bei so einer Kabel-Zimmerantenne handelt es sich um einen Halbwellendipol. Die Spannweite solch eines Dipols ist abhängig von der Frequenz, die man empfangen möchte. Bei UKW beträgt diese Frequenz ca. 100 MHz. Die Spannweite eines Halbwellendipols berechnet sich:

L = 150 / Frequenz



Gruß

Uwe
Marsupilami72
Inventar
#5 erstellt: 19. Jun 2010, 12:15
An der Dose liegt das Kabelsignal an - und zwar nicht nur Kabel-TV, sondern auch Kabel-Radio (keine Hausantenne!).

Damit empfängst Du deutlich mehr Sender, als per Antenne - also weg mit dem Schrank und Kabel da hin legen.


[Beitrag von Marsupilami72 am 19. Jun 2010, 12:16 bearbeitet]
Shirai
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 19. Jun 2010, 12:36

Marsupilami72 schrieb:
An der Dose liegt das Kabelsignal an - und zwar nicht nur Kabel-TV, sondern auch Kabel-Radio (keine Hausantenne!).

Damit empfängst Du deutlich mehr Sender, als per Antenne - also weg mit dem Schrank und Kabel da hin legen.


Das kann schon sein, allerdings kann es auch sein, dass der Schrank das nicht überlebt (wurde schon mehrmals auf- und auseinandergebaut, jetzt in der 3. Wohnung).

Der Vorschlag von Uwe_Mettmann klingt mir nach weniger Aufwand. Wäre das hier ein passender Aufsteckverteiler? Da steht nämlich, dass der direkt an die Dose kommen würde, nicht ans Kabel, was ja bei mir schon von der TV-Buchse aus gelegt wurde. Ich glaube mich zu erinnern, dass es die linke war, weiß es aber nicht mehr mit Sicherheit.
Uwe_Mettmann
Inventar
#7 erstellt: 19. Jun 2010, 12:55

Shirai schrieb:
Wäre das hier ein passender Aufsteckverteiler?

Wahrscheinlich. Da aber keine Daten angeben sind, kann ich dir das nicht genau sagen.


Da steht nämlich, dass der direkt an die Dose kommen würde, nicht ans Kabel, was ja bei mir schon von der TV-Buchse aus gelegt wurde.

Das Kabel in die Dose und den Verteiler an das Kabel geht auch.

Gruß

Uwe
Shirai
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 19. Jun 2010, 13:12

Uwe_Mettmann schrieb:

Wahrscheinlich. Da aber keine Daten angeben sind, kann ich dir das nicht genau sagen.


Nach welchen Daten müsste ich fragen?


Uwe_Mettmann schrieb:

Das Kabel in die Dose und den Verteiler an das Kabel geht auch.


Das klingt ja gut!
Uwe_Mettmann
Inventar
#9 erstellt: 19. Jun 2010, 13:24

Shirai schrieb:
Nach welchen Daten müsste ich fragen?

Anschlussdämpfung zwischen dem Eingang und den beiden Ausgängen.

Ein üblicher Verteiler hat ca. 4 dB Dämpfung.

Es könnte auch sein, dass das Teil eine Frequenzweiche beinhaltet. Dann ist die Dämpfung deutlich unter 4 dB, was von Vorteil ist. Allerdings können dann bei digitalem TV-Kabelempfang einige Programme fehlen.


Gruß
Shirai
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 19. Jun 2010, 13:28
Bei mir ist alles analog.

Ich danke dir, das hat mir sehr geholfen!
Shirai
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 19. Jun 2010, 16:11
Nach euren vielen guten Tipps und Ideen habe ich mich nun zu folgendem Vorgehen entschlossen:

Zunächst werde mir, wie von anymouse vorgeschlagen, ein Antennenverlängerungskabel kaufen und damit meine Wurfantenne verlängern.
Wenn ich mit dem Ergebnis nicht zufrieden bin, kaufe ich noch einen Verteiler und versuche die Variante mit dem TV-Kabel (danke Uwe!). Das Kabel brauche ich ja in jedem Fall, deshalb die Reihenfolge.

Nur eine Frage noch: Ich dachte da so etwas. Wie ist es mit der Länge bei diesen 75-Ohm Koaxialkabeln? Gibt es da einen Verlust bei langer Leitung? Kann ich die 10 oder sollte ich lieber 7,5m nehmen?

Euer Shirai
Uwe_Mettmann
Inventar
#12 erstellt: 19. Jun 2010, 16:48

Shirai schrieb:
Nur eine Frage noch: Ich dachte da so etwas. Wie ist es mit der Länge bei diesen 75-Ohm Koaxialkabeln? Gibt es da einen Verlust bei langer Leitung? Kann ich die 10 oder sollte ich lieber 7,5m nehmen?

Bei UKW sind die Verluste recht gering, so dass das 10 m lange Kabel kein Problem darstellt.

Wenn möglicherweise irgendwann das Kabel mal für den TV-Empfang eingesetzt werden könnte, so nimm ein hochwertiges Kabel, wie z.B. das TAK 2050 von Preisner. Allerdings ist das Kabel nur 5 m lang, so dass du zwei zusammenstecken musst. Später kann das aber auch von Vorteil sein, wenn du irgendwann 2 nicht so lange Kabel brauchst.

Die Kabel gibt es z.B. in diesem Shop.


Gruß

Uwe
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