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Radio ist zu basslastig. Nachträglich Höhenregler einbauen?

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mikromeister
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 11. Nov 2008, 11:37
Halo,

ich habe als Radiowecker einen Boston Acoustics recepter radio, mit dem ich eigentlich sehr zufrieden bin.
Leider ist er laut Beschreibung auf "starke" Bässe ausgelegt, was ich bestätigen kann.
Mir gefällt das aber morges zum Aufwachen nicht und ich sinne auf Abhilfe.
Ein bisschen hat es gebracht dass ich Dämmwolle in den Bassreflex Ausgang auf der Rückseite gestopft habe. Das beeinträchtigt aber den Klang insgesamt negativ.

Kann ich irgendwie direkt vor den einzigen Lautsprecher z.B. einen Hochpass schalten, der mir wie ein simpler Equalizer die tiefen Frequenzen etwas abdämpft?

Schaltplan gibt es natürlich keinen und vor der Endstufe kann ich auch nicht eingreifen.

Beste Grüße
Markus
turbo_rolf
Stammgast
#2 erstellt: 11. Nov 2008, 17:08
Hallo MArkus,
mikromeister schrieb:
Kann ich irgendwie direkt vor den einzigen Lautsprecher z.B. einen Hochpass schalten, der mir wie ein simpler Equalizer die tiefen Frequenzen etwas abdämpft?
Klar! Der einfachste Hochpass ist ein Kondensator.

Allerdings brauchst Du schon einen "großen" Kondensator, will sagen, einen Kondensator mit großer Kapazität und wahrscheinlich niedriger Spannungsfestigkeit.

Der Effekt ist schwer abzuschätzen. Hast Du Zugriff auf eine Bastelkiste mit Elektronikbauteilen?

Als ersten Wurf würde ich einen Elko mit 100µF vorschlagen.

Ist auf der Platine, an der der Lautsprecher angeschlossen ist, direkt am Lautsprecheranschluß bereits ein Elko eingebaut? Dazu mal die Leiterbahnen verfolgen und/oder Bilder von Ober- und Unterseite einstellen.

Dann weiß man nämlich schon, wie rum (Polarität) der zusätzliche Kondensator eingebaut werden muss. Gibt es keinen Elko im Verstärkerausgang brauchst Du einen bipolaren (=Tonfrequenz-)Elko.

HTH
Rolf
mikromeister
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 11. Nov 2008, 20:07
Elektronikteile habe ich schon rumliegen. Leider verstehe ich nicht besonders viel von der Sache. Bin halt Mechaniker.
100µF sollten als Elko aber kein Problem sein.

Auf einen Widerstand als Teil eines klassischen RC Gliedes kann ich also verzichten?

Wenn ich die Sache richtig verstehe, sollte der Hochpass eine sehr schlechte Flankensteilheit haben, und/oder eine schlechte Dämpfung, weil ich ja nicht die tiefen Frequenzen einfach abschneiden will sondern nur dämpfen.
turbo_rolf
Stammgast
#4 erstellt: 12. Nov 2008, 09:22
Hallo,
mikromeister schrieb:
Elektronikteile habe ich schon rumliegen. Leider verstehe ich nicht besonders viel von der Sache. Bin halt Mechaniker.
100µF sollten als Elko aber kein Problem sein.

Auf einen Widerstand als Teil eines klassischen RC Gliedes kann ich also verzichten?
Den Teil übernimmt der Lautsprecher mit seinem ohmschen Widerstand. Die Induktivität des Lautsprechers vernachlässigen wir hier einfach.


Wenn ich die Sache richtig verstehe, sollte der Hochpass eine sehr schlechte Flankensteilheit haben, und/oder eine schlechte Dämpfung, weil ich ja nicht die tiefen Frequenzen einfach abschneiden will sondern nur dämpfen.

Stimmt! Einfach ein Kondensator in Reihe zum Lautsprecher ergibt eine Flankensteilheit von 6dB/Oktave.

Noch eine Idee: den eingebauten Lautsprecher mal ganz abklemmen und eine "gute" Lautsprecherbox mit gleicher Nennimpedanz (die eingebauten Tröten haben manchmal bis zu 32 Ohm!) anschließen, um zu beurteilen wie verbogen der Klang aus dem Verstärker bereits ist.

HTH
Rolf
mikromeister
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 12. Nov 2008, 12:50
Vielen Dank für die Tipps erstmal.
Ich werde das ausprobieren und berichten.

Der eingebaute Lautsprecher ist schon ganz ordentlich und sieht von innen auch äusserst solide aus.
Was anderes löte ich da jedenfalls nicht rein.

Der Radiowecker ist ein 160 EUR Teil.

Mit 6 dB/Oktave komme ich ja recht schnell in einen Bassbereich rein, von dem man dann garnichts mehr hört.
Oder ich schiebe die "Trennfrequenz" sehr weit ins Tiefe.
Das ist beides eigentlich ja nicht optimal.

Lässt sich der Grad der Dämpfung nicht irgendwie mildern?
turbo_rolf
Stammgast
#6 erstellt: 12. Nov 2008, 13:14
Hallo,
mikromeister schrieb:
Der eingebaute Lautsprecher ist schon ganz ordentlich und sieht von innen auch äusserst solide aus.
Was anderes löte ich da jedenfalls nicht rein.
Du sollst den anderen Lautsprecher auch nur zum Klangvergleich mal testweise anklemmen.


Ein Anbieter bei ebay schrieb:
Hierfür hat Boston Acoustics eine gerade zum Patent anstehende BassTrac® Schalttechnik entwickelt, die zur kompakten Größe unverhältnismäßige Baßleistung abgibt.
Das ist vielleicht schon ein Grund für den übermäßigen Bass.


mikromeister schrieb:
Mit 6 dB/Oktave komme ich ja recht schnell in einen Bassbereich rein, von dem man dann garnichts mehr hört.
Oder ich schiebe die "Trennfrequenz" sehr weit ins Tiefe.
Das ist beides eigentlich ja nicht optimal.

Lässt sich der Grad der Dämpfung nicht irgendwie mildern?
6dB/Oktave ist schon eine recht geringe Dämpfung. Probier das einfach mal aus.

HTH
Rolf
Ingor
Inventar
#7 erstellt: 14. Nov 2008, 20:37
Das ist in etwa so, als würde man bei einem Auto die Beschleunigung durch anziehen der Handbremse reduzieren. Einen Kondensator in Reihe mit dem Lautsprecher wird wenig bringen. Solltest du es ausprobieren wollen benötigst du Wechselstromkondensatoren. Ein normaler Elko geht kaputt. Du wirst dem Problem nur Herr werden, wenn du die ominöse Bassanhebung verhinderst. Das kann in der Schaltung durch den Einsatz eines aktiven Filters, oder durch Umbauen der eingebauten Filter erfolgen. Beides ist nicht einfach und erfordert gute Kenntisse der Elektronik. Versuche mal die Länge des Bassreflexrohres zu verändern. Einfach mal eine Pappröhre hineinschieben und unterschiedlich weit herausziehen. Dämmmaterial in das Gerät nicht in den Bassreflexkanal stopfen. Dabei aber darauf achten, dass die Kühlung noch gewährleistet ist.
mikromeister
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 20. Nov 2008, 20:18
Hier der Ergebnisbericht meiner Bemühungen:

Zuerst habe ich provisorisch einen 100µF Elko in Reihe mit dem Lausprecher geschaltet.
Anscheinend etwas zu provisorisch, denn die Leitung kam an den Kühlkörper des Verstärkers und dieser gab kurz und schmerzlos den Geist auf.

Klasse, mal wieder typisch Maschinenbauer.

Nach 3 Tagen Recherche wegen des TDA8512 habe ich entweder deutsche Anbieter für 20 EUR + 6 EUR Versand oder einen amerikanischen für 3 EUR mit 18 EUR Versand gefunden. (Digi-Key)
Letzterer hat dann wenigstens blitzschnell geliefert und hatte nebenbei sehr günstige Knopfbatterien.

Zwischenzeitlich hatte ich auch das Datenblatt studiert und zu meiner Überraschung genau den von Rolf empfohlenen Kondensator mit 1000 µF im Applikationsbeispiel gefunden.
Aha, Boston hat wirklich viel Entwicklungsarbeit in eine Bassanhebung investiert!
Die haben sich einfach den großen Elko gespart.

Mit dem neuen Verstärker und dem Elko läuft der Radio wieder und ich bin erleichtert.
Der Klang ist jetzt etwas ausgewogener, wobei ich keinen direkten Vergleich mehr gemacht habe.
Der Unterschied ist aber denke ich nicht riesig.

Vielen Dank nochmal für die Tipps.


[Beitrag von mikromeister am 20. Nov 2008, 20:20 bearbeitet]
Mülleimer
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 21. Nov 2008, 10:27
Die Dämpfung eines Hochpasses läßt sich mildern, indem man einen Widerstand parallel zum Kondensator schaltet, z.B 47 Ohm/Hochlast.
mikromeister
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 21. Nov 2008, 11:12
Hi,

wir wollen hier aber den Hochpass verstärken, nicht schwächen.

Nachtrag zum letzten Post:
Der Klang hat sich durch den 1000µF doch nennenswert verbessert und die Basslastigkeit ist weg.
Ich hatte vergessen, dass ich vor dem Elektronikumbau das Bassreflexrohr verdämmt hatte und nachher nicht mehr.
Trotzdem war der Klang nachher etwas heller als vorher.
turbo_rolf
Stammgast
#11 erstellt: 21. Nov 2008, 14:35
Hallo,
mikromeister schrieb:
Der Klang hat sich durch den 1000µF doch nennenswert verbessert und die Basslastigkeit ist weg.
Ich hatte vergessen, dass ich vor dem Elektronikumbau das Bassreflexrohr verdämmt hatte und nachher nicht mehr.
Trotzdem war der Klang nachher etwas heller als vorher.

Welche Schaltung hast Du denn nachgebaut? Seite 12 (bzw. Seite 13 die oberen Lautsprecher) oder Seite 13 den einzelnen Lautsprecher.
Sobald der Lautsprecher mit einem Anschluss an Masse hängt, benötigt dieser Verstärker zwingend den Kondensator. Wenn der Lautsprecher mit beiden Beinen am IC hängt braucht er keinen Kondensator.

Und 1000µF ist zuviel, um den Bassbereich abzuschwächen. Probier mal kleinere Werte (die 100µF waren ernst gemeint).

Aber schön, wenn es Dir jetzt erstmal besser gefällt.

Gruß
Rolf
Mülleimer
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 21. Nov 2008, 14:36

mikromeister schrieb:

Wenn ich die Sache richtig verstehe, sollte der Hochpass eine sehr schlechte Flankensteilheit haben, und/oder eine schlechte Dämpfung, weil ich ja nicht die tiefen Frequenzen einfach abschneiden will sondern nur dämpfen.



wir wollen hier aber den Hochpass verstärken, nicht schwächen.


Du wirst schon wissen was Du willst.
mikromeister
Schaut ab und zu mal vorbei
#13 erstellt: 21. Nov 2008, 22:44
Jetzt bin ich verwirrt.

Sorry an Mülleimer, ich habe mich missverständlich ausgedrückt.

Am Lautsprecher habe ich rausgemessen, dass minus auf Masse liegt und davon ausgegangen dass es damit einen Schaltung nach Seite 12 ist.

Jetzt bin ich mir aber nicht mehr sicher ob ich das auch gemessen habe nachdem das IC ausgelötet war.
Immerhin war das Ding ja defekt und der Pin 12 könnte deshalb auf Masse gelegen sein.

Jedenfalls baue ich das windige Plastikgehäuse jetzt nicht mehr freiwillig auseinander sonst brechen mir noch die Befestigungsnasen ab.
Der Radio ist jetzt mit Kondensator ok und wenn es nur der Glaube daran ist bin ich auch zufrieden.
Ausserdem hat mich die Aktion mal wieder dran erinnert, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe.
Ich brauche einfach Öl und Schrauben, wo man was sieht und nicht so viel denken muss.

Danke nochmal an alle Helfer.


[Beitrag von mikromeister am 21. Nov 2008, 22:47 bearbeitet]
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