Deinterlacer tatsächlich so schlecht?

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TheSphereX
Neuling
#1 erstellt: 28. Jul 2017, 12:05
Hi Leute !!!

Ich beabsichtige, noch dieses Jahr meinen 8 Jahre alten Panasonic Plasma in den wohlverdienten Ruhestand zu schicken und mir einen LG OLED 55B7D zu kaufen. Beim studieren der entsprechenden Reviews ist mir allerdings aufgefallen, daß als einer der wenigen wirklich relevanten Kritikpunkte immer wieder das zeitweise Artefakte produzierende Deinterlacing genannt wird. Dieses soll sich insbesondere bei schnell bewegenden Objekten wie etwa einem Fußball bemerkbar machen. LG hat wohl auf Nutzeranfragen hin auch bestätigt, daß ihre 4K TVs dieses Verhalten zeigen. Allerdings sei dies kein klassisches Hard- o. Softwareproblem, also demnach auch nichts, von dem man erwarten könnte, daß es irgendwann mal behoben wird, sondern man sieht bei LG diese Problematik eher wie folgt.

Zitat: " ... 4K TVs are not designed to work with interlaced video at all and doesn't use the same kind of compensation techniques that older and lower resolution TVs do. ... "

Und man empfiehlt daher dem Nutzer zur Vermeidung der besagten Artefakte, die OLED TVs ausschließlich mit progressivem Material zu bespielen.

Tja, was soll ich jetzt davon halten ? Abgesehen von interlaced Inhalten auf Blu-ray und der vorhandenen (sowieso ausschließlich interlaced vorliegenden) DVD-Sammlung, die man ja problemlos vom Player deinterlacen lassen kann, sieht's bei TV-Inhalten aber leider anders aus. Außer den öffentlich-rechtlichen Sendern mit ihren 720p nutzt doch der gesamte Rest der Fernsehlandschaft 1080i oder sogar noch 576i als Format der Wahl. Demnach gibt's hier nach wie vor noch eine Menge zu tun für den Deinterlacer. Und ich bin keinesfalls gewillt, mir sozusagen als faulen Kompromiss oder Workaround zusätzlich noch einen TV-Receiver zu kaufen, der dann das Deinterlacing übernimmt. Schließlich habe ich einen solchen bei meinem Plasma auch nie gebraucht.

Kurzum: Was mich an dieser Stelle interessiert, ist, ob der Deinterlacer der LG OLEDs tatsächlich so schlecht ist, daß ich bei der Hälfte aller Sender, die ich so schaue, ständig mit irgendwelchen Deinterlacing-Artefakten rechnen muß. Sollte dies nämlich so zutreffen, dann wäre das für mich eindeutig ein K.O. Kriterium. Ich müßte dann leider mein Vorhaben, einen 4K OLED zu kaufen, erst mal wieder zu den Akten legen, und zwar so lange, bis zumindest alle Sender in meiner Favoritenliste in 4k senden. Und das wird mit Sicherheit noch Jahre dauern. Handelt es sich zudem hierbei nun tatsächlich um ein grundsätzliches Problem von 4k TVs, so wie es LG beschreibt, bräuchte ich wohl auch nicht bei anderen Herstellern Ausschau halten. Die müßten ja dann eigentlich dasselbe Problem haben!?

In dem Sinne ... An alle Besitzer eines LG OLED TVs von 2017 oder 2016 (ich denke, das Problem existiert modellübergreifend): Wie sieht's aus mit den Artefakten? Problematisch? Ertragbar? Kaum wahrzunehmen?

Grüße,
The SphereX
mule
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 28. Jul 2017, 12:24
Einfach für TV-Sendungen eine separate Settop-Box kaufen die mindestens 1080p ausgeben kann. Die eingebauten TV-Funktionalitäten können doch mit einer separaten Box eh nicht mithalten. Von mir aus könnten die TV-Hersteller die internen Tuner eh komplett weglassen und dafür den TV ein paar € günstiger anbieten.
Bremer
Inventar
#3 erstellt: 28. Jul 2017, 14:01
Also zumindest für meine beiden Modelle der 6er Serie kann ich sagen, dass DVDs störungsfrei wiedergegeben werden. BluRays liegen eh ganz überwiegend in 1080P/24 vor, müssen also nicht deinterleaced werden. TV Material spiele ich über die VU+ Solo4K zu und zwar gleich von der Box progressiv ausgegeben und auf 4K Skaliert. Aber auch wenn ich gelegentlich den internen Tuner nutze, sehe ich kein durch das Deinterlacing verursachten Bildfehler.

Bildfehler (Artefakte, "Auren" etc.) kommen in aller erster Linie von der TrueMotion-engine, die ich aber konsequent nicht benutze und schon auf meinem vorherigen TV nicht benutzt habe.

Ich bin übrigens auch von einem Plasma, dem Samsung 64F8590, auf den 65E6 umgestiegen und habe es noch nicht eine Sekunde bereut - ganz im Gegenteil!
norbert.s
Inventar
#4 erstellt: 28. Jul 2017, 17:44

TheSphereX (Beitrag #1) schrieb:
An alle Besitzer eines LG OLED TVs von 2017 oder 2016 (ich denke, das Problem existiert modellübergreifend)...

Die 2016er sind in dieser Form nicht davon betroffen. Auch bei meinem 65E6D konnte ich das beschriebene Verhalten nicht entdecken.

http://www.hdtvtest.co.uk/news/oled55c7v-201706144480.htm
Occasional Combing with Interlaced 50Hz Video
Like the B7, the LG C7 exhibited rare instances of combing artefacts when we watched 1080i/50Hz football from a Sky+HD box on the television. During certain passages of play at specific speeds, the ball or player would break up, which was fully reproducible once we rewound and replayed the footage. We verified that the artefacts didn’t originate from the source by also displaying the video (cleanly) on other TVs side by side, and went away once we sent a progressive signal from the source to the 55C7V. Bottom line is, always try to send a progressive video signal (720p, 1080p, 2160p) to the TV for watching sports in the UK and Europe.


Servus
norbert.s
Inventar
#5 erstellt: 28. Jul 2017, 17:45

Bremer (Beitrag #3) schrieb:
Also zumindest für meine beiden Modelle der 6er Serie kann ich sagen, dass DVDs störungsfrei wiedergegeben werden....

Wundert mich nicht. ;-)

Servus
TheSphereX
Neuling
#6 erstellt: 30. Jul 2017, 11:07

Bremer (Beitrag #3) schrieb:
Also zumindest für meine beiden Modelle der 6er Serie kann ich sagen, dass ...
Aber auch wenn ich gelegentlich den internen Tuner nutze, sehe ich kein durch das Deinterlacing verursachten Bildfehler.


norbert.s (Beitrag #4) schrieb:
Die 2016er sind in dieser Form nicht davon betroffen. Auch bei meinem 65E6D konnte ich das beschriebene Verhalten nicht entdecken.


Tja, was zu beweisen war, würde ich da mal sagen, oder? Und damit zeigt sich eindeutig, daß die Behauptung von LG, es handele sich dabei um ein generelles Problem ALLER 4k Fernseher, an den Haaren herbeigezogener Blödsinn ist . Die haben den Deinterlacer betreffend bei den 2017er Modellen ganz offensichtlich einfach nur Mist gebaut. So einfach ist das. Und das wiederum macht mir meine Kaufentscheidung auch nicht wirklich leichter. Ganz im Gegenteil. Ich tendiere nach dieser Erkenntnis eher dazu, meinen guten alten Plasma noch eine ganze Weile zu behalten, oder aber mich doch noch mal bei der Konkurrenz umzuschauen. Ob wohl die Geräte von Sony, Panasonic, Philips, Loewe oder Grundig besser mit interlaced Material umgehen .... ???

Grüße,
The SphereX
bitjaeger
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 30. Jul 2017, 12:04
Ein TV Receiver hat doch noch diverse andere Vorteile, verstehe nicht wieso sich so viele von den onboardfunktionen der smart tvs abhängig machen. Ein TV hält doch auch länger als die Tv Hersteller die Funktionen patchen und auf neuestem Stand halten? Dies ist aber nötig wie bei jedem anderen Computersystem welches vor allem am inet hängt. Also lieber ein oder mehrere spezialisierte Zuspieler und den TV als Anzeigegerät nutzen, entlastet auch die Software/Hardware des TVs
TheSphereX
Neuling
#8 erstellt: 30. Jul 2017, 14:13
Ein Fernseher ist für mich in erster Linie halt immer noch ein Fernseher. Und von diesem erwarte ich nun mal, daß er sämtliche aktuell (noch) genutzte Ausstrahlungsformate auch adäquat darstellt. Dabei ist ein qualitatives Deinterlacing ja nun wirklich auch kein Hexenwerk, oder sollte es zumindest heutzutage nicht mehr sein, gerade wenn man bedenkt, welche Rechenpower die TVs mitbringen. Was die TV-Software angeht, bin ich wiederum sehr genügsam. Eine vernünftige Sendersortierfunktion, die Möglichkeit einer Favoritenliste und ein ordentlich umgesetzter EPG reichen mir schon vollkommen aus. Der ganze andere Schnickschnack ist zumindest für mich vollkommen überflüssig. Dementsprechend sehe ich auch absolut keinen Grund, einen externen TV-Receiver zu verwenden. Ganz im Gegenteil: ein sinnloser Strom- u. Platzverbraucher mehr und eine zusätzliche Fernbedinung, die ich in mein Harmony-Setup integrieren muß. Und das alles nur für eine vernünftige, sprich artefaktefreie Darstellung von interlaced TV-Sendern, zu der ein 2000+ € Fernsehgerät nicht in der Lage ist? Nee, also bei aller Liebe ....

Grüße,
The SphereX
bitjaeger
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 30. Jul 2017, 19:44
Grundsätzlich gebe ich dir ja recht, aber das Optimale und die Realität liegen oft auseinander. Deine Erwartungshaltung wollen die Hersteller womöglich auch erfüllen, können es aber nicht (aus welchen Gründen auch immer). Denke nicht das die das machen um uns zu ärgern.
Dazu kommt das der riesige Sprung in der Auflösung und die relativ neue Technologie die an Hardware und Software höhere Anforderungen stellt.

Deshalb halte ich es für überlegenswert diese Defizite mit einem Receiver zu beseitigen/mindern. Einmalig die Harmony zu programmieren ist für mich kein Showstopper, ausserdem brauchst kaum noch Tasten für die TV Bedienung. Stromverbrauch des TV sinkt womöglich auch wenn er weniger rechnen muss, gleicht den Verbrauch des Receivers vielleicht etwas aus. Nur den Preis halt nicht, nen ordentlicher Zuspieler kostet natürlich, 2000 Euro für ein TV ist aber auch kein Naturgesetz dafür das optimale System zu bekommen. Teure (relativ) Dinge haben doch meist trotzdem Mängel. Der Preis kommt ja auch nicht zustande weil man ein perfektes System verkauft, der entsteht durch andere Faktoren. Wären die Kisten perfekt wären sie vielleicht deutlich teurer?

Ob wirklich deinterlacingprobleme bestehen ignoriere ich hier mal, aber auch andere Dinge sprechen für externe Zuspieler


[Beitrag von bitjaeger am 30. Jul 2017, 19:45 bearbeitet]
mule
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 31. Jul 2017, 14:03

TheSphereX (Beitrag #8) schrieb:
Dabei ist ein qualitatives Deinterlacing ja nun wirklich auch kein Hexenwerk, oder sollte es zumindest heutzutage nicht mehr sein

Das würde ich nicht so sehen, denn Deinterlacing ist mindestens genauso komplex wie eine Zwischenbildberechnung bzw. eigentlich noch komplexer, denn auch hier müssen im Quellmaterial nicht vorhandene Bildinformationen künstlich errechnet werden und dies bei weniger Bildinformationen, da ja nur ein Halbbilder vorliegen.


bitjaeger (Beitrag #9) schrieb:

Dazu kommt das der riesige Sprung in der Auflösung und die relativ neue Technologie die an Hardware und Software höhere Anforderungen stellt.

Das es an der Auflösung liegt würde ich mal ausschließen, da es kein 4k-Interlaced-Material gibt. Somit wird mit 99,99999%iger Wahrscheinlichkeit ein 1080i-Bild zunächst auf 1080p deinterlaced und dieses dann schlich un einfach geupscaled. Der Rechenaufwand für der Deinterlacing bleibt damit äquivelant zu einem FullHD-Gerät.

Aber es gibt ja Lösungen: Schlicht und einfach ein exterenes Gerät das das Deinterlacing entsprechend beherrscht und 1080p zuspielen kann.


[Beitrag von mule am 31. Jul 2017, 14:05 bearbeitet]
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