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Jürgen Egger (RIP) und die HEX Anno `94

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highfreek
Inventar
#1 erstellt: 12. Mai 2006, 07:27
Hallo Leute,
am vorigen Wochenende hab ich mal wieder in den alten Hifi Exclusive von 94 geplättert. Diese Blatt ist ja leider untergegangen und damit mit(durch?) Jürgen Egger

Unvergessen wohl sein Bericht über die HighEnd F-Kempinski in HEX 10 - 1994!

Der Man hatte ja soo recht, dem würd ich heut noch ein Ginnes ausgeben
Was macht der eigentlich heute?

Für Leute die nicht wissen wer das ist, hier ein paar eher lammfromme Textzeilen von 5 - `94:

....im Komplettpacket mit dem TA Sumiko Oyster kostet der Preisprecher (ProJect 1,2) rund 650 Mark. Für dieses Geld verkaufen andere gerade mal einen Meter TA Kabel,pro Kanal versteht sich. Ich bemühe mich wirklich ernsthaft meinen Zorn aud solche Verbrecher im Zaun zu halten.....und da fällt mir der Leserbrief ein... Der Leser hatte sich einen 500 DM Vollverstärker gekauft und sich vom Händler ein isoterisches Kabelpacket für weiter 1500 DM andrehen lassen...dieser Händler gehört mit der von Ihm Verkauften Verkabelung öffentlich ausgepeitscht....usw

Zum Gerät sagte Jürgen E. abschließend:
.....was ich letztlich sagen will, wenn sie 650 DM übrig haben- hören Sie sich den ProJect mit Sumiko Oyster an, sie werden Ihren Spass haben. Darum geht es, um nichts anderes! Klangbeschreibungen werden Sie hier nicht finden, oder legen Sie Wert auf irgentwelche blumigen Adjective? Na also!!!

Zum Rega Planar schrieb er: ...ist, dieses Geschmacksurteil leiste ich mir jetzt einfach mal, der mit abstand eleganteste Plattensp. am Markt.....
Der Planar ist cool, und weil er cool ist, glauben manche Sie müßten ihn in weis oder gar Lila haben und deswegen bietet Rega solche Geschmacksverirrungen an. Natürlich ist er in lila so cool wie ein 911 in Mint und deshalb stehn hier in Schwabing an jeder Ecke mintfarbene 911.......
der Rega Planar ist wegweisend und daher kopierwürdig, s. ProJect.....

tja der Man nimmt kein platt vor den Mund ich find Ihn heut noch unterhaltsamer und gleichzeitig informativer wie alles was sonst noch so am Markt ist!

Respeckt und Prost an Jürgen Egger, wann können wir dich mal wieder lesen????


[Beitrag von highfreek am 12. Mai 2006, 07:30 bearbeitet]
Albus
Inventar
#2 erstellt: 12. Mai 2006, 08:57
Tag,

andere Zeiten, andere Sitten. - Kurz danach schied der Autor aus. Die Redaktionsgemeinschaft distanzierte sich vom Bericht. Der Bericht erschien mit redaktionellem Vorspruch. Der Autor nahm sich Freiheit in der Ferne.

Es kam, wie es kommen musste, der Ausreißer kam zurück. Seit einigen Jahren schreibt Jürgen Egger im Objekt mit dem Titel ImageHiFi. ImageHiFi ist eine Fachzeitschrift (branchenmässig genommen). Egger hat dort eine persönliche Kolumne. Eine lange Kolumne, darin es um Pop-Musik geht, hauptsächlich, aber auch um den VFL Bochum und so Derartiges.

Die ImageHiFi ist ein Hochglanzobjekt: Luxus, Kapitalismus und Liebe zur Musik machen die Mischung zur Unterhaltungsmelange.

MfG
Albus
cumbb
Gesperrt
#3 erstellt: 12. Mai 2006, 09:25
Hai.

Dreimal High-End aus Deutschland, das bedeutet dreimal schiere Verzweiflung. Zumindest für mich als einen Menschen, der auf gutes Design erhöhten Wert legt. Ich weiß, dass HIFI exklusiv bei manchen Zeitgenossen generell und pauschal als deutschfeindlich gilt, aber ich sage es trotzdem: Deutsches High-End ist technologisch, konstruktiv, preislich und klanglich in vielen Fällen international voll konkurrenzfähig - aber das Design ist, seitdem die Firma Braun aufgegeben hat, fast immer gottserbärmlich, hundsmiserabel und geradezu erschütternd unprofessionell. Klar, Design ist Geschmacksfrage, und mein persönlicher Geschmack ist nun nicht unbedingt von der Sorte, die besonders leicht zu verallgemeinern wäre. Nur: Es gibt eindeutige und sozusagen objektive Prämissen, die eine gute Gestaltung erfüllen muss. Sie muss die Bedienung des Produkts erleichtern und nicht behindern, sie muss die Funktion unterstützen, sie muss eine stilistische Kompetenz und Konsequenz erkennen lassen, und sie muss der Marke eine durchgängige Linie, eine unverwechselbare Handschrift verleihen.
Eine solche Handschrift kann ich bei der MBL-Kombination auch mit größter Toleranz nicht entdecken. Im Gegenteil: Noch nicht einmal untereinander bringen die beiden Geräte den letzten Rest einer übergreifenden Gestaltungsidee mit. Das winzige MBL-Logo auf der Vorstufe ist schamhaft an den äußersten Rand der Frontplatte gequetscht worden, während es auf der Endstufe derart großkotzig in den Vordergrund gerückt wurde, dass der Verdacht eines wankelmütig zwischen Understatement und Hybris hin- und herpendelnden Marken-Selbstbewusstseins nicht von der Hand zu weisen ist. Warum macht man so was? Mir fällt nur eine Antwort ein: Weil es einem halt Wurscht ist. Thank you very much.
Immerhin gibt die MBL-Kombi bedienungsseitig keine Rätsel auf, man findet sich auf der uninspiriert gestalteten, aber einigermaßen übersichtlichen Vorstufen-Frontplatte schnell zurecht, alles funktioniert problemlos und stabil. Nicht schön, aber gebrauchstüchtig.
Die Linear Acoustics gibt es in diesem volltransparenten, voyeuristische Neigungen befriedigenden Finish, das vor etlichen Jahren mal unheimlich angesagt war. Warum, habe ich nie verstanden. Ich weiß nur, dass eine transparente Frontplatte extrem unpraktisch ist, wenn sich, wie hier, die Beschriftung der Bedienelemente denkbar schlecht davon abhebt. In einem zum gemütlichen Musikhören abgedunkelten Wohnzimmer respektive Hörraum gerät die planvolle Handhabung der Vorstufe zum Glücksspiel, und Glücksspiele mag ich nicht. Ich bin offenbar nicht der einzige. Mir klingen noch die wohlgesetzten Worte des Kollegen im Ohr, der bei der Hörsitzung die Linear Acoustics auf den CD-Eingang stellen wollte, im Tuner-Eingang endete und das mit einem "Herrgottnochmal, do sixt ja überhaupt nix bei dem elenden Ding!" kommentierte. Mein persönliches Fazit: Möglicherweise vielleicht potentiell sogar schön, aber nicht wirklich gebrauchstüchtig.
Bei Restek hat man wenigstens den Versuch unternommen, dem Vor-/Endverstärkergespann so etwas Ähnliches wie ein wiedererkennbares Gesicht zu verpassen. Leider nicht übermäßig konsequent und auch nicht unbedingt geschmackssicher. Die Vorstufe ist christbaummäßig in knalligem Rot beleuchtet, auf der Endstufe prangt ein riesiges und entsprechend protziges VU-Meter, das in Blau erstrahlt. Auf Knopfdruck kann man sich diverse Betriebszustände von Leuchtelementen in dem bewährten Christbaum-Rot anzeigen lassen. Besagtes VU-Meter, das man wohl von der klassischen Accuphase-Linie abgekupfert hat, hat einen entscheidenden Nachteil: Der Zeiger ist nicht beleuchtet. Wer also tatsächlich ein gesteigertes Interesse dafür aufbringt, wie viele Watt der Monoblock gerade in den Lautsprecher zimmert, dem bleibt nichts anderes übrig, als vor dem Extent in die Knie zu gehen und sich in quasi-ritueller Haltung die Nase plattzudrücken. Und wehe, die Ehefrau oder Freundin erwischt einen dabei. Das dürfte dann ein ziemliches Hallo beim nächsten Kaffeekränzchen geben - bei solchen Gelegenheiten wird ja gerne über die seltsamen Macken und Tics der Lebensgefährten gesprochen. Gesamturteil, wie immer höllisch knapp und super subjektiv: Netter Versuch.
Tut mir leid, aber in Sachen Styling bleibt mir bei diesen teuren, mit technischen Goodies vollgestopften Gerätschaften wieder mal nur Kopfschütteln. Wenn die wenigen deutschen High-End-Hersteller, die wir noch haben, endlich mal lernen würden, wie wichtig die Verpackung ist - mein Gott, was wäre da alles möglich...
Jürgen Egger, Auszug aus HIFI exklusiv, Oktober 1994, Vor-/Endstufenvergleich

Meiner Meinung nach wurden damals die Geräte und Komponenten auch von anderen Schreibern, wie RK oder UM kritischer beurteilt. Ein DS war, denke ich, selten in der Lage, eine Komponente angemessen einzuschätzen.
C.
mamü
Inventar
#4 erstellt: 12. Mai 2006, 09:32
Hallo,

zwischendurch hat Jürgen Egger auch noch Drehbücher geschrieben. Eines wurde mit Heinrich Schafmeister und mit Martina Gedeck verfilmt. Hochanspruchsvoller Film . Ich gebs zu, ich hab ihn gesehen .

Gruß
highfreek
Inventar
#5 erstellt: 12. Mai 2006, 11:16

Albus schrieb:
Tag,

andere Zeiten, andere Sitten.

Es kam, wie es kommen musste, der Ausreißer kam zurück. Seit einigen Jahren schreibt Jürgen Egger im Objekt mit dem Titel ImageHiFi. ImageHiFi ist eine Fachzeitschrift (branchenmässig genommen). Egger hat dort eine persönliche Kolumne. Eine lange Kolumne, darin es um Pop-Musik geht, hauptsächlich, aber auch um den VFL Bochum und so Derartiges.

Die ImageHiFi ist ein Hochglanzobjekt: Luxus, Kapitalismus und Liebe zur Musik machen die Mischung zur Unterhaltungsmelange.

MfG
Albus



Tja, dann muß ich wohl mal versuchsweise von STEREO Abo zu image-hifi wechseln! Das isoterische M. Böde- klangverbesserungs geschwafel geht mir eh auf den Keks, sollte man aber mal live mitgemacht haben , da fällt einem nix mehr ein! genauso krass wie eine ingo hansen representation! (Ob wohl ich dessen alten umgebauten Komponenten gut finde)
Times
Stammgast
#6 erstellt: 12. Mai 2006, 13:12
Servus,

die beiden o.g. Auszüge waren die ersten, die ich von Herrn Egger lesen durfte... und ich muss sagen... herrlich. Einfach nur herrlich. Wie gern würde ich solche Kommentare, Aussagen und Test mal in einer der aktuellen Zeitschriften wie AUDIO lesen. Einfach mal unverblümt und direkt ansprechen wenn irgendwas nicht stimmt. Einfach mal einen dieser Voodoo-Verkäufer öffentlich für Vogelfrei erklären. Stattdessen wird alles verblümt-nichtssagend umschrieben und stets absolut positiv dargestellt.

Mehr davon... bitte.

Gruß,
Times
highfreek
Inventar
#7 erstellt: 12. Mai 2006, 16:01
Zitat HEX 10/94....Was treibt taussende von Menschen zu einer High End Messe?...Geld und Geilheit!Die Austeller sind wg. des Geldes da, um sich zu präsentieren...der bleibt vieleicht im Gespräch und kann event. Geräte verkaufen, geld verdienen. Vieleicht, denn vorher kostet der Spass Geld, viel Geld, soviel Geld das manche Händler anschließend fast Pleite sind...nach JEDER HighEnd!

Die Besucher sind aus Geilheit da, auf Stahl, chrom, Echtholz, Kupfer, Aluminium, sogar auf Papier!... sie wollen die geilen Teile mit den fingern penetrieren, daran herumfummeln, lüstern Schallwände herunterreissen- und manchmal wollen Sie die Geräte sogar hören!Für die Besucher ist die H.E. wie eine pupertäre Teenie-Party, mehr heavy petting ist nicht drinn.

High end das ist die bewegung, sie sich zum Ziel genommen hat Musik wiedergabe zum höchstmöglichen Niveau zugänglich zu machen. Es geht also um musik, besser: es ging mal um Musik Bei der diesjährigen H.E. gab es Sie wieder, die Aussteller die sich weigern mitgebrachte Musik zu spielen!
Dort war nur die amtlich beglaubigte highendig litsensierte Musik erlaubt, das übliche audioph. gezierpe, das jedem zusammengebastelten Mini LSP das Leben erleichtert! Ich persönlich gehe nicht mehr in solche messeräume....
Es gibt Sie die aussteller die lässig genug sind egal welche mitgebrachte musik zu spielen, sie scheren sich einen Teufel darum, das bestimmte Klasse Platten rauschen, grummeln, ...das der Song besser ist als die Aufnahme. Das sind die coollen aussteller, die lieben Musik!
Es gibt aber auch die, die ein strenges einhalten des Hörrituals verlangen,... mit welcher konzentration, meditativen Haltung.... der Zuhörer lauschen soll.... Dort herscht brutaler Hörstress!

Das amüsanteste Gespräch führte ich mit A. Michaelson....(Musikal fidelity)... berichtete über Marktvorschungsmaßnahmen...er hatte HIFI Interessierte dazu eingeladen Prototypen kommender Geräte anzusehen, und lies die Leute dann allein mit den Geräten im Raum. Was die nicht wusten, Sie wurden gefilmt. Er deutete an, er habe beim anschaun oft vor lachen auf dem boden gelegen.

Zum Abschluß etwa noch das :
Die high end ist eine Veranstaltung die einem den Spass an der Musik gründlich verderben kann.


[Beitrag von highfreek am 12. Mai 2006, 16:16 bearbeitet]
HiFi_Addicted
Inventar
#8 erstellt: 12. Mai 2006, 18:06
Mir ist letztes Jahr nur Tannoy und Avangarde Acoustics positiv aufgefallen da gabs musik ansonsten hab ich nur audiophilen Schrott zu Ohren bekommen. Irgendwie hab ich keinen Zwang mir dieses Jahr auch wieder die Realsatiere anzuschaun.

MfG Christoph
hgisbit
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 12. Mai 2006, 21:36
In der letzten oder vorletzten habe ich den Egger in der Image-Hifi vermisst... hatte mich schon so drauf gefreut wieder "electronix" zu lesen.

Is der noch dabei? Weiß man da was? Nicht, dass der bei Image-Hifi ausgeschieden ist.
Haltepunkt
Inventar
#10 erstellt: 14. Mai 2006, 06:50
Das Wort zum Sonntag


Zum Abschluß etwa noch das :
Die high end ist eine Veranstaltung die einem den Spass an der Musik gründlich verderben kann
Ratbert
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 17. Mai 2006, 13:03
Mir verderben gruselige Zitate mindestens genauso den Spaß wie die High End.
Ich zitiere: "Hifi Exclusive, geplättert, Der Man, Ginnes, Komplettpacket, Preisprecher, im Zaun zu halten, isoterisches Kabelpacket,...."
Alles PISA oder was? Die beste Realsatire schreiben immer noch die Freaks hier in diesem Forum - nach dem Motto "alle plöd, außer ich".
Hüb'
Inventar
#12 erstellt: 17. Mai 2006, 13:10

Ratbert schrieb:
Mir verderben gruselige Zitate mindestens genauso den Spaß wie die High End.
Ich zitiere: "Hifi Exclusive, geplättert, Der Man, Ginnes, Komplettpacket, Preisprecher, im Zaun zu halten, isoterisches Kabelpacket,...."
Alles PISA oder was? Die beste Realsatire schreiben immer noch die Freaks hier in diesem Forum - nach dem Motto "alle plöd, außer ich".

Dies ist ein Internet-Forum - und keine redaktionell redigierte Zeitschrift.

Zu JE:
Den Bericht habe ich mittlerweile bestimmt 4 oder 5 mal gelesen. Ist immer wieder ganz groß!

Egger war mein Lieblingsautor bei der HEX. Leider schreibt er nicht mehr über Hifi. In der IH gibt es 2 Berichte von ihm. In der ersten Ausgabe wird ein kleiner, cooler AMC-Amp besprochen und in einer der jüngsten Ausgabe ein Technics 12xx-Irgendwas Plattenspieler.

Grüße

Hüb'
gangster1234
Inventar
#13 erstellt: 17. Mai 2006, 15:02
Ich habe schon öfter versucht, die genannten HEX-Ausgaben zu ergattern, leider habe ich die drei falschen Ausgaben in meiner Sammlung.

Weitere Zitate bitte, die sind köstlich.

gruß gangster
highfreek
Inventar
#14 erstellt: 17. Mai 2006, 16:17

Ratbert schrieb:
Mir verderben gruselige Zitate mindestens genauso den Spaß wie die High End.
Ich zitiere: "Hifi Exclusive, geplättert, Der Man, Ginnes, Komplettpacket, Preisprecher, im Zaun zu halten, isoterisches Kabelpacket,...."
Alles PISA oder was? Die beste Realsatire schreiben immer noch die Freaks hier in diesem Forum - nach dem Motto "alle plöd, außer ich".



Hallo, wie bist Du den drauf????
highfreek
Inventar
#15 erstellt: 17. Mai 2006, 16:26

gangster1234 schrieb:
Ich habe schon öfter versucht, die genannten HEX-Ausgaben zu ergattern, leider habe ich die drei falschen Ausgaben in meiner Sammlung.

Weitere Zitate bitte, die sind köstlich.

gruß gangster



Wenn nicht so umständlich und aufwendig wäre könnt man ja den HighEnd bericht der HEX komplett ins NET stellen!
Hat das jemand drauf? Würd sich echt lohnen liest sich klasse!

Na´wer kanns?
gruß
Hüb'
Inventar
#16 erstellt: 06. Jul 2009, 08:39
Hi,

ich wärme diesen alten Thread aus traurigstem Anlass mal wieder auf.

Vor ein paar Tagen ist er gestorben.
http://www.filmakade.../vita-juergen-egger/

Meiner Ansicht nach ein großer Verlust für die Hifi-Welt.
Seine Beiträge in der Image Hifi waren für mich ein Hauptgrund zum Erwerb dieser Zeitschrift.

Auf der Homepage der IH findet sich allerdings kein Hinweis.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 06. Jul 2009, 08:42 bearbeitet]
kinodehemm
Inventar
#17 erstellt: 06. Jul 2009, 09:21
Moin

JE war sicher einer der Schreiber, die durch ihren individuellen und unangepassten Stil so manchen Inserenten vergrault haben.

Gut so!

Mir werden seine 'Single Malt statt High-End' Berichte oder seine Tourette-Anfälle bei voodoo-Themen sehr fehlen.

Zudem war ich auch immer ein Fan seiner Musiktips, vor allem auch im elektronischen Bereich- sowas wie 'Senor Coconut' mal aussen vor

Mir geht's wie hüb, mein letztes Argument für die IH ist nun gewissermassen gestorben- mit sowas wie den Lobeshymnen meines Landsmannes über Tri-wiring Kabel, Animatoren und 1000€-Kautschukbälle zur 'Klangoptimierung' kann ich wirklich nichts anfangen...

Alles Gute, Herr Egger- dann wird das mit dem 'Abend auf der Couch' wohl in diesem Leben nichts mehr...
Milo_Minderbinder
Inventar
#18 erstellt: 06. Jul 2009, 12:27

Jürgen Egger schrieb:
Es gibt ein Restaurant am Rande des Universums.
Eigentlich ist es kein Restaurant, sondern eine üble, stinkende Kaschemme,
in der ausschließlich fettige, dunkle Batzen mit einer glibberigen, hellen Sättigungsbeilage
serviert werden. Immer das gleiche. Jeden Tag. Und zum Trinken gibt es nur warme Cherry Coke.
In dieses Restaurant am Rande des Universums werden alle Highender eingesperrt,
die in ihrem irdischen Leben gesündigt haben.
Man trifft dort Leute, die ein oder mehrere Male Leistungen von Endstufen in Pferdestärken
angegeben haben, die mit Kabel-, Spray- oder Gerätebasen-Voodoo ein Vermögen gemacht haben,
die ihre windig zusammengeschusterten Dreckslautsprecher für ein Schweinegeld an die von der
Fachpresse verdummten Junkie-Käufer verdealt haben.
Der eine oder andere HiFi-Journalist sitzt übrigens auch dort herum.
In diesem Restaurant läuft den lieben langen Tag Chris de Burgh von Mini-Disc über ein permanent
clippende Vor-/Endverstärkerkombi und Sechsweg-Boxen mit kaputten Mitteltönern.
So habe ich es einmal in einer unruhigen Messenacht geträumt.
Ich weiß nicht, wieviel Wahrheit in diesem Traum steckt.
Aber es ist eine ungemein beruhigende Perspektive.



... ...
Hüb'
Inventar
#19 erstellt: 06. Jul 2009, 12:31
Auch meine Lieblingspassage.
Danke, dass Du es abgeschrieben hast.
Werde das Heft auch mal wieder hervorkramen.
_ES_
Administrator
#20 erstellt: 06. Jul 2009, 12:36
Das sollte ein gewisser J.P. auch mal lesen..

Super geschrieben, da scheine ich ja echt was verpasst zu haben...

Shadow410
Stammgast
#21 erstellt: 06. Jul 2009, 13:02
Das IH wurde auch mir meist nur gekauft, um seine literarischen Ergüsse zu lesen. Leider ist wieder ein guter und offenbar im Umgang mit Hifi sehr ehrlicher Mensch von uns gegangen. Seine Zeilen werden mir fehlen.

Unvergessen doch sein Bericht über Plattenspieler im Allgemeinen und den 1210er Technics im besonderen - nicht nur genialst geschrieben, sondern von jedem Plattenspielerbenutzer auch mehr als nur nachvollziehbar.

Und auch wenn viele Hifi-Heftchen heute eher nur belustigende Bilderbücher sind: Hochachtung vor einer Zeitschrift wie IH, die sich nicht scheute, die Zeilen von Herrn Egger auch abzudrucken. Denn sicher waren seine Ansichten teilweise "geschäftsschädigend". Ehrlichkeit hat halt leider keinen Stellenwert mehr...

LG,
Peter
enoelle
Stammgast
#22 erstellt: 06. Jul 2009, 19:18
Und ich habe mich gewundert, warum seine Kolumne in der aktuellen IH fehlte...

Schade, schade

Der von mir in diesem Metier mit Abstand am liebsten gelesene Autor.

Ansatzweise kam ihm nur Ulrich Michalik nahe.

Den angesprochenen Messebericht habe ich. Ich versuche mal einen Scanner aufzutreiben. Wenn ich bei Veröffetlichung hier keine Urheber- oder sonstigeRechte verletze, stelle ich ihn ein.

Gruß

Eric


[Beitrag von enoelle am 06. Jul 2009, 19:20 bearbeitet]
mamü
Inventar
#23 erstellt: 07. Jul 2009, 05:17
Das ist ja schade. Ich habe seine Beiträge vom Stil immer gerne gelesen.

Don-Pedro
Inventar
#24 erstellt: 08. Jul 2009, 07:02
Alles Gute Herr Egger!!

"Electronix" hat mir eigentlich immer ein Grinsen ins Gesicht gezaubert!

"... eine verdammte Kirchenglocke..." /Zitat Ende.
Hüb'
Inventar
#25 erstellt: 08. Jul 2009, 13:58
Hi,

hier der Nachruf der Image Hifi.

Grüße
Frank


[Beitrag von Hüb' am 08. Jul 2009, 13:58 bearbeitet]
Milo_Minderbinder
Inventar
#26 erstellt: 10. Jul 2009, 13:43

Hüb' schrieb:
Werde das Heft auch mal wieder hervorkramen


... habe noch ein paar mehr gefunden ...

Seit Anfang der 90er wurde Jürgen Egger als "Ständiger freier Mitarbeiter" im Bereich "Technik" bei der STEREO geführt - neben Ernst Pfau.
Seine Vita als Mitglied der "Redaktion" der HIFI exklusiv ist übrigens in Ausgabe 2/3 1994 Seite 16 zu finden, als diese Zeitschrift auf monatliche Erscheinungsweise umstellte.

Zum Abschluß ein Schmankerl über Testartikel, das er Mitte der 90er verfaßte und wie man sieht in Threads dieses Forums brandaktuell ist:


Jürgen Egger schrieb:
Vor ungefähr sieben Wochen habe ich einen schwerwiegenden Entschluß gefaßt.
Ich habe beschlossen, bis auf weiteres keine Testartikel über Hifi-Geräte mehr zu schreiben...

...Ich habe mit den Schreiben von Tests aufgehört, weil mich HiFi-Geräte nicht mehr interessieren...

...Dies liegt an der Art, wie Gerätetests hierzulande üblicherweise geschrieben werden.
Emotionslos, schablonenhaft, vollgepfropft mit jederzeit austauschbaren Textblöcken,
die sich der eine oder andere Schreiber eigentlich als Makro in sein Textverarbeitungsprogramm
einspeichern könnte.
Sie, die Leser, Sie kennen sie alle, diese eigentlich steindummen Formulierungen,
die einen klassischen deutschen HiFi-Testartikel durchwuchern wie ein Krebsgeschwür:

"Der Geräuschspannungsabstand von soundso viel dB ist als gut zu bezeichnen." oder

"Während der XYZ mit überragender Spielfreude zu Werke ging, wußte der UVW mit akribischer Genauigkeit und stupender Auflösung zu überzeugen. Etwas mehr Schwärze im Tiefbaß hätte ihm allerdings gut zu Gesicht gestanden." oder

"Der Blick ins Innenleben des ABC förderte blitzsaubere Platinen zutage, die durchweg mit feinsten Ingredienzien bestückt sind und mit dem in sündhaft teures Mu-Metall gekleideten, streufeldarmen Ringkerntransformator aus der ostpreußischen Nobelschmiede Kaludrigkeit & Weikowitz auch so mancher Endstufe zu Ehre gereichen würden."

Und all dieser Schwachsinn.

Mit diesem Käse kommen sie immer durch, die HiFi-Schreiber, und keiner merkt was.
Weil sie nämlich schon immer so geschrieben haben, auch damals, seinerzeit, als sie sich noch richtig für die Geräte interessiert haben.
Warum ?
Weil dieser dumme, dröge, völlig sinnentleerte Stil genau der Stil ist, den die Leser lesen wollen.
Warum wollen die Leser so einen Mist lesen ?
Weil die Händler genau den gleichen Stuß daherreden.
Also muß man sich dagegen wappnen.
Man muß trainieren.
Man muß jahrelang schlechtgeschriebene HiFi-Tests lesen, dann hat man irgendwann den Bogen raus
und kann den Wortschwall des Händlers seinerseits mit einer Breitseite geballten Schwachsinns kontern.
Dann ist man wer.



... ...
Hüb'
Inventar
#27 erstellt: 10. Jul 2009, 13:52
Ich muss mir wohl die gesammelten Egger aus HE und IH nochmals zu Gemüte führen...

Er ist ja aktueller denn je.

Grüße
Frank
Hüb'
Inventar
#28 erstellt: 01. Okt 2009, 18:21
lapuschka
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 02. Okt 2009, 10:05
Ich erinnere mich auch gerne an Jürgen Egger zurück. Er hob sich von der Masse der Hifi-Schreiberlinge ab, indem er eben nicht irgendwelchen klangverbessernden Vodoo empfahl, sondern stinknormale Verstärker und auch bezahlbare Boxen bekannter Hersteller (z.B. Cabasse, Klipsch, Tannoy).

Gerade seine Boxen-Empfehlungen waren herausragend. Unvergessen der Bericht über verschiedene Hornlautsprecher, u.a. Klipsch Scala. Solche Lautsprecher werden heute kaum mehr besprochen. Wenn mal ein Hornlautsprecher vorgestellt wird, ist es irgendeine superteure Konstruktion. Egger hat Normal-Hifi adäquat besprochen, das ist meiner Meinung nach sein grosser Verdienst.
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