Neuer AV-Receiver mit Videoausgabe sinnvoll?

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jethi
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 13. Jan 2013, 09:55
Hallo,

zzt. rippe ich meine CD-Sammlung, hauptsächlich um sie dann später in meinem Wohnzimmer hören zu können. Da ich dafür ein netzwerkfähiges Gerät benötige und mein Receiver (ein Denon 1903) bereits 10 Jahre alt ist, habe ich überlegt, mir einen neuen Receiver (evtl. wieder Denon) zuzulegen.

Gleichzeitig habe ich das Problem, dass mein Fernseher (ein Plasma von Panasonic, ca. 5 Jahre alt) bei Filmwiedergaben über meinen LG-Blu-Ray Player bei Schwenks ruckelt (irgenwdie fehlt dem Fernseher 50p, oder so ).

Nun ist meine Überlegung, durch einen neuen Receiver mit Videoausgabe dieses Ruckeln zu unterbinden, wenn ich das Videosignal des Blu-Ray Players über den Receiver zum Fernseher laufen lasse.

Jetzt habe ich folgende Fragen an euch:

- Kann man das Ruckeln dadurch tatsächlich verhindern (und wenn ja, auf welches Detail muss ich beim Kauf eines Receivers achten, damit der das auch kann)?

- Wäre euch das die 150 - 200 Euro Mehrkosten wert oder würdet ihr noch ein paar Jahre warten und einen neuen Fernseher kaufen?

Ich haben übrigens 5.1 Lautsprecher von Magnat (2xVector Needle vorn, 2x kleine Vector hinten, 1 Center von Canton (ging nicht anders wg. Platzproblemen) und ein Subwoofer von Nubert.


Der Jethi
flyingscot
Inventar
#2 erstellt: 13. Jan 2013, 10:14
BluRay-Filme können auf verschiedene Weise "ruckeln". Die meisten Filme liegen auf der BluRay, wie das Kino-Original, in 24p vor. Also mit 24 Bildern pro Sekunde.

Diese geringe Bildrate erzeugt schon einiges an Ruckeln bei Kameraschwenks, allerdings genau wie im Kino und das wird nicht selten als "Kinofeeling" verkauft/geschätzt/interpretiert.

Vorraussetzung zur korrekten Wiedergabe von 24p ist aber ein TV, der 24p unterstützt. Die erste/zweite Generation der Flachbildschirme konnte das noch nicht. Dort rechnet der Blu-Ray-Player das Signal auf 60p um. Das macht er mittels des "3:2-Pulldown". Dadurch entstehen bei Schwenks seinerseits zusätzliche (Mikro-)Ruckler.

Beide Effekte lassen sich nicht durch einen AVR beeinflussen!
Gegen den 1. Effekt gibt es in modernen Fernsehern die Zwischenbildberechnung, die Zusatzbilder "dazuerfindet" und die Bildrate so vervielfacht. Dadurch geht dann dieses vielbeschwohrene "Kinofeeling" verloren, dieser Verlust und die z.T. auftretenden Darstellungsfehler werden auch gerne als "Soap-Opera-Effekt" bezeichnet.

Gegen den 2. Effekt hilft nur ein neuerer Fernseher mit 24p-Abspielmöglichkeit.


[Beitrag von flyingscot am 13. Jan 2013, 10:25 bearbeitet]
jethi
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 13. Jan 2013, 12:19

flyingscot schrieb:
Voraussetzung zur korrekten Wiedergabe von 24p ist aber ein TV, der 24p unterstützt. Die erste/zweite Generation der Flachbildschirme konnte das noch nicht. Dort rechnet der Blu-Ray-Player das Signal auf 60p um. Das macht er mittels des "3:2-Pulldown". Dadurch entstehen bei Schwenks seinerseits zusätzliche (Mikro-)Ruckler.
[...]
Gegen den 2. Effekt hilft nur ein neuerer Fernseher mit 24p-Abspielmöglichkeit.

Genau das habe ich gemeint!

Dann habe ich wohl diese Aussage bei "Areadvd.de" über den Denon 2113 falsch verstanden:
"Abgesehen von der 3D-Funktionalität bietet der Denon mit dem neuen 12 Bit Analog Devices Prozessor Upconversion auf 1080p von analogen und digitalen Quellen inkl. Reverse-Pulldown von 60Hz auf 1080p24 sowie einen Video-Equalizer."

Ich hatte das "1024p24 so verstanden, dass er das Signal entsprechen korrigiert.

Also brauche ich für meine Anforderungen gar nicht nach einem Receiver mit Video Komponenten zu schauen.
flyingscot
Inventar
#4 erstellt: 13. Jan 2013, 12:54
Ich weiß jetzt nicht genau, was der Denon da tut. Eine Vermutung habe ich aber: Dieser 3:2-Pulldown ist eigentlich ein alter Hut aus Analog-Zeiten: Amerikanische DVDs von Spielfilmen benötigten diesen ebenfalls.

Auf der DVD (in NTSC für amerikanische Fernseher) wurden die 60Hz gespeichert, nicht das Ausgangsmaterial mit 24Hz. Beim Mastering haben die diesen 3:2-Pulldown durchgeführt, inkl. Mikro-Ruckler.

Viele AVRs haben heutzutage einen "Scaler" eingebaut, der analoge Videosignale oder Signale mit geringer Auflösung auf HDTV aufbläst. Eine Funktion zur Beseitigung des 3:2-Pulldowns (deshalb "reverse") bei Wiedergabe von NTSC-DVDs ist ein interessantes Feature! Allerdings nur für Leute, die viele amerikanische DVDs haben und einen 24p-fähigen Fernseher!

Bei deutschen DVDs wurde das ganze anders gemastert: Mittels PAL-Speedup: der Film wurde minimal von 24p auf 25p beschleunigt und jedes Bild verdoppelt -> 50p. Hier gab es keine Mikro-Ruckler!

Dieses Verfahren wäre eigentlich auch ganz toll bei BluRay-Playern. Mir ist aber kein Player bekannt, der dieses Feature hat.

Lange Rede kurzer Sinn: Dieses "reverse pulldown" hilft dir nicht weiter.


[Beitrag von flyingscot am 13. Jan 2013, 13:00 bearbeitet]
katze2ooo.
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 13. Jan 2013, 13:30
Hi,


flyingscot schrieb:
Bei deutschen DVDs wurde das ganze anders gemastert: Mittels PAL-Speedup: der Film wurde minimal von 24p auf 25p beschleunigt und jedes Bild verdoppelt -> 50p. Hier gab es keine Mikro-Ruckler!

Dieses Verfahren wäre eigentlich auch ganz toll bei BluRay-Playern. Mir ist aber kein Player bekannt, der dieses Feature hat.


Du meinst sicher 24 Hz,oder?
Beim Philips BDP7600 ist die Funktion HDMI-Video 1080p/24Hz auswählbar.
Die Auflösung muss aber auch vom TV unterstütz werden.

Gruß katze2ooo
flyingscot
Inventar
#6 erstellt: 13. Jan 2013, 17:40
Es geht um die BluRay-Wiedergabe von 24p-Material auf nicht 24p-fähigen Bildschirmen. Alle aktuellen BluRay-Player führen hier automatisch den problematischen 3:2-Pulldown aus, um aus den 24p ein 60p-Signal zu erzeugen.

Viel eleganter wäre das PAL-Speedup-Verfahren, so wie europaische DVDs gemastert wurden. Hier wird aus dem 24p ein 50p-Signal.

Im Detail ist ein PAL-Speedup bei digitalen Quellen allerdings in der Tat komplizierter, da der Film ja minimal beschleunigt wird. D.h. der Player müsste im Prinzip die Tonspur völlig neu kodieren, um diese ebenfalls zu beschleunigen. Bei dem 3:2-Pulldown braucht die Tonspur nicht verändert zu werden, da der Film keine Beschleunigung erfährt.

Das Problem ist aber in absehbarer Zeit keins mehr, da nur noch Altgeräte den 24p-Modus nicht unterstützen.


[Beitrag von flyingscot am 13. Jan 2013, 17:41 bearbeitet]
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