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High-Fidelity vom Laptop - gibt es wirkliches Oversampling?

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arstrube
Neuling
#1 erstellt: 31. Mrz 2007, 14:16
Also, angefangen hat alles damit, dass VISA, MC und Co. die Russen boykottieren. Ohne Quelle für qualitativ hochwertige Audio-Dateien fand ich mich genötigt, mehr Original-CDs zu kaufen.

Nachdem ich die Scheiben nun mal hatte, dachte ich mir, ich werde sie nicht nur mit Foobar 2000 (paranoid setting) in FLAC rippen, sondern ich würde sie auch gern auf einem richtig guten CD-Player im Original abspielen (ich habe zur Zeit keinen).

Gesagt getan. Dann die grosse Überraschung: Es gibt eigentlich (fast) keine CD-Player mehr im Preissegment zwischen 150 Euro und 300 Euro. Vor allem gibt es die, die es noch gibt, sowieso nicht beim Händler oder im Mediamarkt um die Ecke :-(. Also einen Yamaha CDX-397 bei Amazon bestellt. Dafür, dass die Technologie (1-Bit Wandler) nicht gerade für audiophile Qualität steht, klang er recht gut und besonders bei einem Musikstück (Pat Metheny - If I Could) überraschend detailliert. Leider hatte er für mich unakzeptable Features bzw Macken in der Bedienung. Ich habe mir auch erlaubt, mal ins Innenleben reinzuschauen und fand dort eine ziemlich billige Mechanik, einen wenig überzeugenden Trafo und auch sonst nicht wirklich viel (sah eher nach EUR 99,- aus da drin, als nach dem doppelten Preis). Fazit: Der Player ging zurück.

Mehrere tausend Euro für ein audiophiles Teil will ich nicht ausgeben. Vielleicht kaufe ich mir ja doch noch einen Denon DCD 500 AE. 24-bit 192kHz DAC und 4x Oversampling sieht nicht schlecht aus und das Laufwerk soll ja Berichten zufolge auch ordentlich sein...

Die logische Schlussfolgerung: Wenn ich mir alles in höchster Qualität als FLAC rippe (s.o - das dauert u.U. dreimal so lange wie die CD läuft), dann habe ich ja eigentlich die Hürde des Auslesens bereits genommen (der CD-Player muss auch eine vielleicht nicht mehr so gute CD in Echtzeit auslesen, Fehler korrigieren etc.). Fehlt eigentlich nur ein digitaler Ausgang (optisch oder koax) an meinem Laptop (der hat sowas von Haus aus nicht) und ein ordentlicher DAC und ich hätte einen Klang, der dem o.g. Denon oder Yamaha mindestens gleichwertig sein sollte.

Soweit, so gut. Ich dachte mir, erstmal mit den billigen Teilen etwas experimentieren. Ich sah mir den Behringer UCA-202 an und den Edirol UA-1 EX. Entschied mich dann für den letzteren, weil der ja immerhin 2x oversampling mit 96kHz bietet... Oder das glaubte ich jedenfalls. Ich habe ihn jetzt laufen (mit Foobar 2000) und folgendes festgestellt:

1. 96kHz sampling: UNSINN! Man kann genausogut den halb so teuren Behringer kaufen. Der kann auch 44.1 und 48kHz. Das reicht. Warum? Weil der Edirol nämlich selbst kein Oversampling bietet, sondern nur dann die höhere Samplingfrequenz benutzt, wenn man sie ihm vom Laptop aus so vorserviert. Und das ist, zumindest aus meiner Sicht, Quatsch. Leider sagen nun auch die besseren DACs (z.B. Zhaolu 2.5) nicht von sich, ob sie nur 192kHz verarbeiten können oder aber ein 44.1kHz Signal upsampeln...

2. ASIO vs. DirectSound. Kernel Processing kann man mit F2K ohnehin umgehen. Ich habe ASIO4ALL installiert - und wieder de-installiert. Es sind keine qualitativen Verbesserungen feststellbar mit ASIO gegenüber DirectSound, wohl aber mehrere zusätzliche potentielle Fehlerquellen.

3. Edirol Treiber vs. Standardtreiber. Ich habe den Ediroltreiber installiert, mit dem ich also dann 96kHz gesampelten Sound in 24 bit an den Edirol schicken könnte - was ich aber gar nicht habe. Habe den Treiber deinstalliert und verwende jetzt den Standard Windows Treiber. Eine Qualitätseinbusse konnte ich nicht feststellen. Meine eingebaute ESS Maestro via (voll aufgedrehten) Headphone-Ausgang am Lappi klingt genauso gut - oder die Edirol Box genauso schlecht, wie man's nimmt. Artefakte gibt es keine, ausser bei voll ausgelastetem Prozessor oder Datenbus. Die Detailtreue hält sich beiderseits in Grenzen. Zumindest bei meinem Laptop (einem in die Jahre gekommenen Dell Inspiron 4000) scheint es egal zu sein, auf welchem Wege ich Daten schaufle (USB, Soundkarte, Ethernet, ...) oder welchen Treiber ich verwende - wenn ich zu viel über den Bus schicke, kommt er eben an seine Grenzen.

4. Einen für mich positiven Nebeneffekt hat sowohl Behringer als auch Edirol noch: Man kann sie als dedizierten Ausgang für F2K verwenden. Damit ist absolut sichergestellt, dass etwaiges Windows-Gequietsche und Geklingel nicht aufs Hifi-Gerät ausgegeben wird. Allderdings auch keine anderen, vielleicht gewünschten, Soundquellen, CD-Player, Amazon Probehören, Russen etc. Dafür kann ich aber jederzeit am Amp auf einen anderen Eingang stellen, den ich wie bis her via ESS Maestro / Kopfhörerausgang verbinde. Windows Kernel Mixing kann eben auch durchaus seine Vorteile haben...

5. Man könnte sicher mit dem Edirol ordentliche Aufnahmen von MC oder sonstigen analogen Quellen machen, aber ich hab alles schon digitalisiert, was mir lieb und teuer war, ist mir also eher unwichtig.

Fazit: Für das Hören von Audio kann man genausogut das Behringer UCA-202 zum halben Preis verwenden. Die zusätzlichen Features des Edirol UA-1 EX sind meines Erachtens verschenkt. Beide Teile sind vermutlich gleich gut geeignet, ein einfaches digitales Interface zu einer richtigen DAC zur Verfügung zu stellen (über optische Verbindung). Ich bin so ziemlich entschlossen, das Edirol gegen das billigere Behringer Teil umzutauschen.

Nun aber die eigentlich spannende Frage. Wie sieht es denn mit den "höherwertigen" Teilen aus? Dass da ein Chip drinsteckt, der 24 Bit 192 kHz kann, heisst offensichtlich noch gar nichts. Wenn ich nämlich 44.1kHz vom Lappi rausschicke, und kein wirkliches Upsampling im DAC stattfindet, ist das ganze für die Katz. Nun habe ich zwar hier im Forum und anderswo Beiträge gelesen, die implizieren, dass z.B. das Zhaolu 2.5 sehr wohl Oversampling durchführt, aber in der Produktbeschreibung steht das nicht. Und seit der Edirol-Erfahrung bin ich da eher vorsichtig geworden.

Falls ich mich für den Zhaolu 2.5 entscheide, würde ich wohl eher das dort angebotene PC-Link verwenden als Behringer/Edirol, bin mir aber noch nicht so ganz sicher.

Noch eine letzte Frage: Warum haben eigentlich CD-Player mit einer relativ guten DAC (wie der Denon) keinen Digitaleingang? Dann hätte man doch CD-Player und einen guten DAC für den Lappi in einem Gerät, oder?

Ich würde mich über Antworten zu der Thematik von wirklichem und - vielleicht nur - eingebildetem Oversampling freuen. Kann man irgendwo sehen, ob der Lappi tatsächlich mit 44.1kHz rausschickt, oder vielleicht ist es ja doch 48kHz? Wie weiss ich, dass der DAC diese Frequenz tatsächlich hochsampelt? Und müsste nicht das Oversampling eigentlich auch wieder zu Ungenauigkeiten führen, so wie der Windows Kernelmixer, wenn er umsampelt?

Mit einem Kopf voller Fragen,
Arnd
Taritan
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 31. Mrz 2007, 18:06
Hallo Arstube,
ich habe mir gerade eine "m-audio Audiophile USB" gegönnt, die hängt jetzt zwischen Läptop und Röhrenämp.
In meinem PC-werkelt die selbe Karte als Einbaukarte, unter Windows.
Mit WinÄmp hab ich upsämpling auf 96 khz gemacht, aber mein Eindruck ist, das das ganze (hab ich mit einer Ubuntu live CD) unter Linux besser klingt - sogar ohne upsämpling. Jetzt läuft auf meinem Läptop Ubuntu. Das klingt irgendwie ruhiger.
Das externe USB Interfäce hat mich neu 144,- Euro gekostet.
Es gibt sicher noch bessere (u.a. mit 192khz und Firewire, z.B. Focusrite scheint mir cool zu sein) aber was solls.
Diese Wandler findet man unter bei Ebay unter "Musikinstrumente->Soundkarten", und nicht unter Hifi.
Jetzt such ich im Forum gerade nach einem guten Pläyer unter Ubuntu.
arstrube
Neuling
#3 erstellt: 01. Apr 2007, 23:07
Hallo Taritan,


Taritan schrieb:
Mit WinÄmp hab ich upsämpling auf 96 khz gemacht, aber mein Eindruck ist, das das ganze (hab ich mit einer Ubuntu live CD) unter Linux besser klingt -...


Hmm. Das bestätigt meine Vermutung / Befürchtung. Mir scheint es wenig sinnvoll, einen DAC mit 24/192 einzusetzen, wenn der PC das Upsampling besorgen soll. Ich habe übrigens auch mal einen Sound mit Audacity hochgesampelt, aber einen Unterschied hören konnte ich nicht, und es gibt auch keine Möglichkeit festzustellen, ob nun wirklich 96kHz über den USB rausgehen, oder ob DS das wieder hübsch auf 48kHz runtersamplet. Ist mir aber eigentlich auch egal. Gibt es nun wohl irgendein Interface, dass 44.1kHz vom Laptopp annimmt und _selbst_ upsampelt? Das ist die Frage. Wenn nicht, dann wäre eigentlich ein Billigteil wie das Behringer die pragmatischte Lösung. Oder eben vielleicht doch ein 'richtiger' CD-Player...
luckypunk
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 11. Feb 2008, 21:22
[b]Hallo! Der Fred ist zwar nicht neu, aber scheinbar ist da mal jemand der den Edirol in Gebrauch hat oder wenigstens hatte.


Ich digitalisiere gerade Vinyl zu mp3 in der höchsten Qualität und Bitrate, einen Teil will ich aber als FLAC archivieren. Da der OnBoardSound grässlich ist, suche ich nach einem günstigen aber guten Interface.

Meine Kette ist:
Goldring GR T1 mit Electra-System
Cambridge Audio Phono Preamplifier 54OP
SoundOnBoard eines MoBo ASrock 936N68PV-Glan
Creative 2.1 Sytem Inspire T3000 (als Monitorsystem)
bzw. Yamaha AX-380 und sehr gute Eigenbaulautsprecher (zum richtigen Hören)

Ich hab mir schon folgendes angesehen:

American Audio Genie

Behringer

Und eben das hier:

Edirol UA-1EX


Macht es Sinn eines dieser Teile für meine Zwecke als DA/AD-Wandler einzusetzen?
Ich meine, wie deutlich hörbar besser wird die Qualität der Aufnahme und deren Wiedergabe im Vergleich zum Soundchip (ich denke mal sehr deutlich?) und im Vergleich zur M-Audio Delta Audiophile 24/96 USB?
Wenn das Edirol für 69€ den Sound fast ebenso verbessert, wie das M-Audio Delta Audiophile 24/96 USB für 129€, mir aber die sonstige Ausstattung des Edirol reicht, wäre das ja schon meine erste Wahl.

Was meinst Du? Hast Du mit edem Edirol schon mal Vinyl oder andere analoge Signale digitalisiert? Und wenn ja, wie war das Ergebniss?

Hoffe Du kannst mir helfen!

Danke, Gruß Lucky
Artemus_GleitFrosch
Stammgast
#5 erstellt: 14. Feb 2008, 17:03

arstrube schrieb:
Leider sagen nun auch die besseren DACs (z.B. Zhaolu 2.5) nicht von sich, ob sie nur 192kHz verarbeiten können oder aber ein 44.1kHz Signal upsampeln...

Ich hab einen Zhaolu 2.5, will aber das das signal was ich reinschicke nicht upgesampelt wird. Der Zhaolu 2.5a akzeptiert zwar 88,2 kHz am eingang aber ob das was da raus kommt wirklich mein 88,2kHz signal oder ein upgesampeltes signal ist weis ich nicht.
wäre echt super wenn das mal jemand wüsste.

arstrube schrieb:

Falls ich mich für den Zhaolu 2.5 entscheide, würde ich wohl eher das dort angebotene PC-Link verwenden als Behringer/Edirol, bin mir aber noch nicht so ganz sicher.

falls du die TG-Link-Karte meinst, die gibts nur für den Zhaolu D3 und die kostet stolze $85. der Zhaolu 2.5 hat einen optischen und einen coaxialen digitaleingang.
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