Was haltet Ihr von Jazz und Lyrik, Dichtung und Jazz?

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Torquato
Stammgast
#1 erstellt: 12. Dez 2004, 13:31
Hallo Jazz-Freunde!

Was haltet ihr von Rezitationen literarischer Werke zu Jazz-Musik? Ich als Literaturfreund und Nicht-Jazz-Kenner finde das sehr anregend. Wie geht es Euch?

Gruß, Torquato
eltom
Inventar
#2 erstellt: 13. Dez 2004, 13:13
Oh oh ja! Das finde ich aucb ziemlich anregend aufregend! Es gibt da zwei CDs von Hazelwood, einem sehr coolem Indy-Label in Frankfurt am Main:



und



Brückner ist die deutsche Stimme von Robert De Niro. Seine Bukowski- und Beat-"Rezitationen" werden dabei von der Jazzkombo seines Bruders (?) begleitet.

ich finde die beiden CDs ausgesprochen gelungen und cool!

Zu beziehen über http://www.hazelwood.de
Fidelio
Stammgast
#3 erstellt: 14. Dez 2004, 08:22
Hallo Eltom,


Jazzkombo seines Bruders (?)


Es ist sein Sohn.

Die "Brückner Beat" habe ich auch.
Ihr Inhalt (Zitate von Beatniks-Lyrik) ist mir auch irgendwie lieber, als die endlose Saufen-und-Bumsen-Masche von Bukowski.

Leider nutzt sich gesprochenes Wort etwas schneller ab, wie gesungenes (siehe Rap ).

P.S. Die Deutsche Grammophon hat ein cooles Indie-Label?


[Beitrag von Fidelio am 14. Dez 2004, 08:26 bearbeitet]
eltom
Inventar
#4 erstellt: 14. Dez 2004, 10:10

Fidelio schrieb:
Hallo Eltom,
P.S. Die Deutsche Grammophon hat ein cooles Indie-Label?


Äh, ich weiß nur, dass die Aufnahme bei Hazelwood in den studios aufgenommen wurde.


[Beitrag von eltom am 14. Dez 2004, 17:11 bearbeitet]
Torquato
Stammgast
#5 erstellt: 14. Dez 2004, 14:06
Hallo Eltom und Fidelio!

Also, ersteinmal Dank für diese Tipps. Ich kenne nur ein paar der alten Jazz & Lyrik-Schallplatten (z.B. mit Gert Westphal). Daher kann ich im folgenden nur von diesen Produktionen sprechen. Bei ihnen zeigt das Wort für mich keine Abnutzungserscheinungen (eher das Vinyl). Durch die Jazz-Musik bekommen Dichter-Worte oft noch mehr Kraft und Bedeutung (vielleicht auch eine andere Kraft und Bedeutung) und dieser Eindruck wächst bei jedem Hören. Allerdings ist es sicher richtig, dass man sich im Gegensatz zu einem Lyrik und Jazz-Track eine gute Gesangsdarbietung mehrmals direkt hintereinander anhören kann. Das liegt m.E. aber eher daran, dass Jazz und Lyrik eine komplexe, vielschichtige Sache ist, die vielleicht noch fordernder und damit auch anstrengender ist als (auch anspruchsvolle) Musik allein - schließlich treffen hier zwei Komponenten aufeinander, die schon allein für sich genommen, als äußerst anspruchsvoll und vielschichtig gelten können, nämlich Literatur (gerade im Fall von Lyrik, von der viele Fachleute meinen, sie könne gesprochen gar nicht erfasst werden, sondern sich nur im eigenen studierenden Lesen entfalten) und Jazz. Im Zusammenklang ergeben sich dann zu der bereits vorhandenen Komplexität der Einzelelemente noch weitere Ebenen. Das kann schon harter Stoff sein

Noch kurz dazu:

P.S. Die Deutsche Grammophon hat ein cooles Indie-Label?


Mir scheint der Begriff "Indie" macht in den letzten Jahren einen Bedeutungswandel durch und daher ist es schwierig eine Definition festzulegen. Was zunächst wohl einfach nur bedeutete, dass ein unabhängiges Label hinter den Künstlern steht und es sich nicht um "Massenware" handelt, wurde zur Bezeichnung für eine bestimmte Art der Musik und Musikproduktion unabhängig von dem dahinterstehenden Label und auch zu einer Haltung der Hörenden. Wenn nun ein großer Musikkonzern unter einem speziellen Label solch weniger massentaugliche Musik für junge Leute herausbringt kann man dieses Label, je nachdem welcher der Definitionen von "Indie" man folgt, als cooles Indie-Label bezeichnen, oder eben nicht Es ist m.E. ähnlich wie mit dem Klassik-Begriff, der sich in der Geschichte ja auch fortwährend erweitert hat.

Aber da bin ich jetzt ganz weg vom Thema und bei einem gelandet, bei dem ich genausowenig Schimmer habe wie beim Jazz (nämlich keinen)! Was ich eigentlich sagen wollte - die Entdeckung der Brückner-CDs durch Euch, läßt mich hoffen das im Bereich "Jazz und Lyrik" weitere interessante Neuerscheinungen auf dem Markt sind. Bei meiner "Heinrich Heine - Lyrik & Jazz"-Platte mit Gert Westphal (von dem man übrigens sagte, dass er sprechend den Swing, die Phrasierung und die Intensität eines Jazz-Bläsers erreiche) hört man nämlich die Rückseite schon durch

Gruß,

Torquato
Fidelio
Stammgast
#6 erstellt: 14. Dez 2004, 14:24
Danke Torquato für den Tipp.

Werde ich berücksichtigen beim nächsten Kauf.

Zu Brückner Beat muss ich noch sagen, daß ich keinen so starken Zusammenhang von Lyrik und Musik empfunden habe wie erhofft. Möglicherweise läuft die Mucke auch schneller, wie mein Nachkommen beim Textinhalt .
lantanos
Stammgast
#7 erstellt: 15. Dez 2004, 10:35
Dazu habe ich die Tage was Interessantes entdeckt:

www.amazon.de/exec/o.../028-4471293-8160520

Geht zwar nicht unbedingt in Richtung Jazz, ist aber trotzdem schön anzuhören. Leider sind die anderen beiden Produktionen von diesem Katholenjammerer X. Naidoo versaut worden, was auch Montserrat Caballe nicht wettmachen kann.

Gruß
Lantanos
Tonnentheo
Neuling
#8 erstellt: 19. Dez 2004, 23:52
Hi!
Der wie immer leider überschaubaren Jazz-und-Lyrik-Fangemeinde meine allerherzlichsten Grüße!

Ich möchte es nicht versäumen, in diesem Zusammenhang auf http://www.blutverteilung.de/ hinzuweisen.

Finde ich großartig.
Aber zugegeben: Ich bin parteiisch.

Hat überdies den Vorteil, daß man sich das Ganze gelegentlich live ansehen kann, z.B. Anfang April in Berlin.
Falls ein weniger parteiischer als ich sich die CD oder einen unserer Auftritte mal anhört, würde ich mich freuen, wenn er oder sie den gewonnenen Eindruck hier posten könnte.

Bei Jazznetwork gibt es übrigens verschiedenes an Jazz & Lyrik:

http://www.jazz-network.com/mic/shop/special/jazzlyrik/

Frohes Fest!
Harald
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