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Welche Jazz-Bücher sind empfehlenswert?

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Fidelio
Stammgast
#1 erstellt: 12. Feb 2005, 13:02
Hallo zusammen,

Gerne würde ich das Forum nutzen, um heraus zu finden, welches geeignete Bücher sind, um Grundlagen des Jazz, Hintergründe zu wichtigen Aufnahmen, Standards und ihre Interpretationen und Musiker-Bios nachzuschlagen. Oder auch nur um unterhaltsam zu Schmökern.

Selber habe ich "Das grosse Buch vom Jazz" (Kaleidoskop), das viele hübsche Bildchen hat, mir aber zu oberflächlich ist, obwohl es sich auch den "wichtigsten" Aufnahmen der verschiedenen Stile widmet (der Teil gefällt mir, ist aber zu kurz).

Das zweite Buch das ich besitze ist "That´s Jazz - Der Sound des 20. Jahrhunderts" (Zweitausendeins). Naja, umfangreich, aber doch irgendwie ohne roten Faden von vielen Autoren zu intelektuell geschrieben. Ohne Platten-Tipps, befasst sich so sehr mit dem Untergrund, dass Hunderte von Namen fallen, ohne dass richtig darauf eingegangen wird. Was interessiert mich ein Victor Przlikcujisky, der am 13.04.64 in Warschau Tröööt auf seinem Saxophon gemacht hat, wenn nicht mal gescheit die Arbeit von Charlie Parker oder Billie Holliday usw. gewürdigt wird. Oder es kommt noch, bin erst bei der Hälfte. So zäh .

Bin sehr gespannt auf Eure Vorschläge.


P.S. Momentan läuft auf Bayern3 wieder die zwölfteilige Jazz-Doku von K.Burns (Fr auf Sa 1:00-2:00). Unbedingt schauen oder aufnehmen! Allerdings sind 3 Folgen schon durch.
ugoria
Hat sich gelöscht
#2 erstellt: 12. Feb 2005, 17:56
Klingt zwar doof, aber meinem Freund hat es zum Einstieg sehr geholfen: Jazz für Dummies, ISBN 3-8266-2836-5

Derzeit lese ich Miles Davis "Die Autobiographie", ISBN 3-453-17177-2 mit einem sehr direkten und manchmal arg vulgären Miles Davis. Tolles Buch. Die zahlreichen Bilder sind ebenfalls klasse.

Davor habe ich von Ashley Kahn "A Love Supreme, John Coltranes legendäres Album", bei Zweitausendeins erschienen (22 Euro) gelesen. Ein bewegendes und hochinformatives Buch mit schönen Bildern.

Hoffe, es ist etwas für Dich dabei.

Viele Grüße
Andi
timmkaki
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 12. Feb 2005, 18:07
Hi

seit MOnaten auf meinem Wunschzettel:
http://www.amazon.de...&colid=3KFKCQQEO9TP1

Mal sehen, wann ich's endlich umsetze.

Gruß Timm
ugoria
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 12. Feb 2005, 18:24
@timmkaki

Danke für den Tipp:

seit MOnaten auf meinem Wunschzettel:
[url]http://www.amazon.de...&colid=3KFKCQQEO9TP1
[/url]

Liest sich klasse, so eben bestellt

Viele Grüße
Andi
timmkaki
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 12. Feb 2005, 20:21
Hi ugoria

da erwarte ich natürlich eine ausführliche Buchbesprechung!

Gruß Timm
ugoria
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 12. Feb 2005, 20:47
Hi timmkaki,


da erwarte ich natürlich eine ausführliche Buchbesprechung!


OK, wird gemacht

Viele Grüße
Andi
knX
Inventar
#7 erstellt: 12. Feb 2005, 20:51
It's all over now (Musik einer Generation - 40 Jahre Rock und Jazz) von Konrad Heidkamp Alexander Fest Verlag ISBN 3-8286-0146-4


mfg
fef
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 13. Feb 2005, 08:52
Kann es sein, dass hier das Jazzbuch von Berendt noch nicht genannt wurde? Ich hab nicht alles gelesen.

Das ist zumindest auf Deutsch gewiss nach wie vor das Beste. Es endet anfang der 90er Jahre, aber was an deutschsprachiger Literatur für die Zeit danach zu finden ist, ist nach meiner Erfahrung eh nicht der Rede wert.
amazon.de
http://www.amazon.de.../302-7132465-0993615
Fidelio
Stammgast
#9 erstellt: 13. Feb 2005, 10:09
Vielen Dank für die zahlreichen Antworten!

Das Buch über die Standarts kommt mir sehr interesant vor.

Gibt es auch noch etwas, wie ein Standartwerk der wichtigsten Aufnahmen, möglicherweise sogar mit grossformatigen Abbildungen der Plattencover? (gerne auch online)
tjobbe
Inventar
#10 erstellt: 13. Feb 2005, 12:20
ein etwas anderes JazzBuch ist auch vom Papst selber

Ein Fenster aus Jazz von J.E. BEhrend beschreib eher die Sozialgeschichte des Jazz (leider ist es nur noch in Antiquariaten erhältlich, da die letzte Auflage 1989 wohl erschienen ist, meine ist von 1979 und hört mit Fusion auf)

Highlight ist für mich das Interview mit Mangelsdorff und seinem Verständnis des deutschen Jazzer nach 1945 und dem radikalen Bruch der (Musik-)Tradition sowie Einblicke in die Produzentätigkeit JEB bei MPS.

Es ist eher eine Ansammmlung von Essays, Interviews u.a.

http://www.amazon.de.../028-3347786-3369352

Cheers, Tjobbe
Josser
Stammgast
#11 erstellt: 14. Feb 2005, 12:46
Habe ich etwas übersehen, oder hat wirklich noch keiner dieses Buch genannt...

amazon.de Geoff Dyer "But Beautiful"

Das ist ein sehr schönes Buch. Wirklichkeit + Fiction + Feeling.

"But Beautiful" ist das einzige Buch über Jazz, das ich meinen Freunden empfehle. Ein Juwel."... Keith Jarrett

Fidelio
Stammgast
#12 erstellt: 14. Feb 2005, 13:43
Danke tjobbe und josser,

die werde ich mir mal genauer anschauen, oder danach googlen. Jazzfeeling ist mir schon lieber, als reine Datenflut.
ugoria
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 20. Feb 2005, 14:13
Schenken sollte man sich das Buch von Peter Niklas Wilson: Miles Davis "Sein Leben - Seine Musik - Seine Schallplatten".
Hier wird ständig aus anderen Büchern zitiert und die Themen sind nur kurz angerissen und manchmal reichlich seltsam in der Interpretation. Wenig Buch für viel Geld.

Da ist mir die Discographie aus der Autobiographie lieber.

Viele Grüße
Andi
ugoria
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 20. Feb 2005, 17:58
Ein riesiges Werk und von beachtlicher Informationsdichte ist dieses: Arrigo Polillo "Jazz", die neue Enzyklopädie.
Was der Italiener hier zu den Wurzeln und der Geschichte des Jazz wiedergibt ist grandios und vor allen Dingen "leicht verständlich".

Teil 1 beschäftigt sich mit der Geschichte des Jazz und Teil 2 mit exemplarischen Persönlichkeiten. Auf mehr als 700 Seiten im großen Buchformat(!) kennt man nach der Lektüre die Wurzeln, die Stile und vor allen Dingen die vielfältigen Zusammenhänge.

Derzeit für mich das beste Buch derzeit und gerade beim zweiten Lesen, ich habe damit heute Vormittag angefangen, wird einem vieles klarer.

Mit Sicherheit lohnenswert, wenngleich auch knapp 40 Euro teuer.

Viele Grüße

Andi
dietmar_
Inventar
#15 erstellt: 22. Okt 2010, 16:38
Falls hier noch jemand liest ……

Seit 10 Jahren das mir wichtigste Nachschlagewerk – ich habe noch die erste Ausgabe, warte auf die Dritte … :

Rough Guide Jazz:
Der ultimative Führer zur Jazzmusik. 1800 Künstler und Bands von den Anfängen bis heute,
von Ian Carr, Digby Fearweather, Brian Priestley,
bei Metzler


Ok, ein paar, ganz wenige Namen fehlen mir, doch es ist schon sehr umfassend und kaum „rough“. Tolle Plattentipps, nicht nur für Anfänger, Stile, Begriffe etc. Meine Ausgabe von 2000 ist schon arg zerfleddert.
Mr._Lovegrove
Inventar
#16 erstellt: 05. Nov 2010, 07:52
Ich werfe mal folgende Bücher ein, die dem IUnteressierten den Jazz recht nahe bringen:

amazon.de
Basis-Diskothek Jazz
von Ralf Dombrowski

Dieses kleine, aber feine Büchlein erklärt die Faszination des Jazz anhand ausgesuchter Platten aller Jahrzehnte. Dombrowski schafft es dabei, die Inhalte und Wirkungen der Aufnahmen sehr plastisch zu beschreiben, so daß jeder LEser ungefähr abschätzen kann, ob ihm die Musik gefallen könnte.

amazon.de
Horizons Touched: The Music of ECM

Wer des Englischen mächtig ist, findet hier eine wahre Fundgrube speziell über das Label ECM und seine Protagonisten.
Das großformatige und sehr wertig gemachte Buch läßt den Kosmos von ECM und den des Jazz klar und spannend erstrahlen.

kahn_ger
Kind of blue : die Entstehung eines Meisterwerks
von Ashley Kahn

Kurz gesagt ist dieses Buch nicht nur die faszinierende Geschichte des großartigsten Jazzalbums überhaupt, sondern ein wunderbar verfasstes Bild des Jazz der 50er und 60er.


[Beitrag von Mr._Lovegrove am 05. Nov 2010, 07:56 bearbeitet]
trompet
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 05. Nov 2010, 20:16
Tja, um das ECM-Buch wird man wohl nicht herumkommen. Ich habe es auch bestellt.

Ich möchte bei dieser Gelegenheit aber noch mal auf

Wolbert, Klaus (Hrsg.):
That's Jazz. Der Sound des 20. Jahrhunderts. Eine Musik-, Personen-, Kultur-, Sozial- und Mediengeschichte des Jazz von den Anfängen bis zur Gegenwart, Hrsg. vom Institut Mathildenhöhe Darmstadt
Frankfurt / M. Bochinsky, 1990. mit zahlreichen oft farbigen Abb. XV, 723 S. 4° Illustr. OKart. ISBN: 3923639872

verweisen. Ich halte den Katalog, anders als seinerzeit "Fidelio", für eines der lesenswertesten Bücher über Jazz. Ich hole den dicken Band immer wieder aus dem Regal. Bekommt man regelmäßig bei ZVAB...es lohnt sich.

Gruß

Peter
dietmar_
Inventar
#18 erstellt: 08. Nov 2010, 20:40
Ich möchte einmal kein Sachbuch empfehlen. Eine Kurzgeschichte für die Charlie Parker Pate gestanden hat: Der Verfolger, Julio Cortázar. Keine hundert Seiten.
Für mich ist Cortázar ziemlich nah dran an Birds Fieber.

Ich verlinke mal die Kundenrezensionen auf Amazon der preisgünstigen SZ-Bibliothek (Süddeutsche Zeitung Bibliothek) wegen dem Cover-Foto mit Bird und weil ich diese Ausgabe gelesen habe.
hier


verfolger

Es gibt aber auch eine Suhrkamp-Ausgabe.
Micha_L
Stammgast
#19 erstellt: 09. Nov 2010, 18:05
Ganz persönlich würde mich eine Autobiografie von John McLaughlin interessieren. Seltsam, daß er noch keine Memoiren geschrieben hat.
Auf diversen DVDs ist er in dieser Richtung sehr mitteilsam.

Gruß

Micha


[Beitrag von Micha_L am 09. Nov 2010, 18:05 bearbeitet]
trompet
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 11. Nov 2010, 18:33

dietmar_ schrieb:
Ich möchte einmal kein Sachbuch empfehlen.


Wenn dich "Jazz-Romane" interessieren, wären da noch zu nennen:

Hans Janowitz: Jazz. Weidle-Verlag Bonn 1999,
mit einer CD mit Jazz aus den 20ern.

Bill Moody: Solo Hand, Unionsverlag 2001


auch die Charles Mingus Autobiographie ist eher ein Roman:
C.M.: Beneath the Underdog, Autobiographie, Edition Nautilus 2003


Dann noch ganz anders, aber auch nicht schlecht, aber dick:
Michael Köhlmeier: Abendland dtv 2008.

Dann noch eine Frage an die Miles-Experten hier: Kennt einer schon die neue Miles-Bio von dem FAZ-Redakteur Sandner? (gerade erschienen bei Rowohlt).

Gruß

Peter
dietmar_
Inventar
#21 erstellt: 11. Nov 2010, 22:17
Danke, Peter, für Deine Tipps. Einiges klingt interessant. Wenn ich nur so viel lesen würde, wie ich Musik höre


trompet schrieb:
Bill Moody: Solo Hand, Unionsverlag 2001
Davon hatte mir schon meine Frau erzählt. Ich versäumte damals allerdings es zu lesen ... Vielleicht diesmal ...



auch die Charles Mingus Autobiographie ist eher ein Roman
Ist mir auch nur bekannt(, dass es diese gibt). Doch noch niemand hatte mir näheres darüber sagen können.



Dann noch ganz anders, aber auch nicht schlecht, aber dick:
Michael Köhlmeier: Abendland dtv 2008.
Ist das richtig, in dem Buch spielt Jazz nicht die "erste Geige"?
trompet
Ist häufiger hier
#22 erstellt: 12. Nov 2010, 18:22

dietmar_ schrieb:
Ist das richtig, in dem Buch spielt Jazz nicht die "erste Geige"?


Ja, das ist richtig - aber eine Solostimme hat er schon!

Gruß

Peter
bela
Inventar
#23 erstellt: 12. Nov 2010, 22:20
Sehr lesenswert:

Ashley Kahn - A Love Supreme

Dicker Wälzer mit Dutzenden von Bildern über die Entstehung eines der schönsten Alben der Jazzgeschichte, John Coltranes "A Love Supreme".

Erschienen bei: Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins
arnaoutchot
Moderator
#24 erstellt: 13. Nov 2010, 13:18

dietmar_ schrieb:

auch die Charles Mingus Autobiographie ist eher ein Roman

Ist mir auch nur bekannt(, dass es diese gibt). Doch noch niemand hatte mir näheres darüber sagen können.


Ich hab sie und hab sie vor Jahren auch gelesen. Ist sehr amüsant, allerdings ist Mingus nicht gerade der Typ, der den Mund nicht voll nimmt. Teilweise trägt er schon dick auf, u.a. wenn es seine Männlichkeit, Sex und ähnliche Dinge geht. Wieviel davon stimmt, sei mal dahingestellt.

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Aus der gleichen Ecke stammt Miles Davis' Autobiographie, auch nicht gerade das, was man bescheidenes Understatement nennen würde, aber höchst interessant zu lesen. Es geht ja auch primär um das generelle Feeling. Vor allem schreibt Miles wie ihm der Schnabel gewachsen ist, ich kenne kaum ein Buch (Bukowski inbegriffen!) in dem dieses Wort, das mit F beginnt und ck aufhört, öfters vorkommt .

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Ein ganz hervorragendendes Nachschlagewerk zum Jazz ist und bleibt für mich der "New Grove Dictionary of Jazz", allerdings mit der Einschränkung dass alle Entwicklungen und Musiker Mitte der 80er enden (da 1988 das letzte Mal aufgelegt). Für alles davor an Detailfülle und Genauigkeit kaum zu übertreffen.

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Schliesslich noch eine Reihe von Büchern, die immer neben meinem Bett liegen: Die "Penguin Guide to Jazz Recordings" (mehrere Auflagen). Ein unerschöpfliches Nachschlagewerk. Man muss mit den Autoren nicht immer übereinstimmen und sicherlich wäre es besser, alle Aufnahmen eines Künstlers zu besprechen, egal ob sie nun erhältlich sind oder nicht (wie im Rough Guide), und nicht wie bei Penguin nur die aktuell gerade erhältlichen Versionen aufzunehmen. Deswegen muss man manchmal zwischen den verschiedenen Auflagen hin und her springen. Ende des Jahres müsste die 10. Auflage erscheinen, da bin ich sicherlich wieder dabei (aktuell ist die 8. meine aktuellste). Das ist wirklich ein Buch, in dem man mal kurz etwas nachschlägt, und zwei Stunden später immer noch sitzt und liest. Highly recommended !!!

P.S.: Den New Grove und die Penguin Guides gibt es nur in englisch.

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poubelle
Inventar
#25 erstellt: 13. Nov 2010, 18:36
da der rahmen ja schon erweitert wurde, gebe ich hier auch noch nen tipp ab.
nämlich die Schriften, Glossen und Kritiken über Jazz von Boris Vian erschienen in 2 bänden und z.B. bei amazon noch günstig zu erstehen.



band 2 leider ohne bild.


wunderschön auch sein romanDer Schaum der Tage, der, wie auch seine krimibände, immer wieder das thema jazz umkreist.
amazon.de




kundenrezensionen zum Schaum der Tage finden sich natürlich alle unter einer anderen ausgabe.
hier kann man ein paar nachlesen.


[Beitrag von poubelle am 13. Nov 2010, 18:44 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#26 erstellt: 14. Nov 2010, 12:09

poubelle schrieb:
wunderschön auch sein romanDer Schaum der Tage, der, wie auch seine krimibände, immer wieder das thema jazz umkreist.


Guter Tipp, hab auch die Zweitausendeins-Edition. Lange nicht mehr gelesen.

Noch ein guter Tipp für das Kennenlernen der Entstehung des Jazz und der Entwicklung bis zu den Sechzigern ist James Lincoln Colliers "Making of Jazz". Meines Erachtens eines der Standardwerke. Collier hat auch lesenswerte Biographien über Louis Armstrong und Benny Goodman geschrieben.

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dietmar_
Inventar
#27 erstellt: 14. Nov 2010, 13:30
Vor vielen Jahren habe ich das hier verschlungen:
Jack Kerouac, Unterwegs
Kerouac

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob bei erneutem Lesen diese Faszination anhalten würde? Ich war damals etwa 20.

Ich erinnere mich aber, dass das Lebensgefühl einer rebellischen, haltlosen Jugend in den späten vierziger Jahren sehr authentisch beschrieben wird. Kerouac hat das mehr oder weniger selber so gelebt. Der Roman gilt als stark autobiographisch.

Ich erinnere mich insbesondere über die Beschreibung eines Bebopkonzertes (ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Pianist George Shearing war?). Unter anderem dieses Buch hat mich damals neugierig auf den mir damals ziemlich unbekannten Jazz gemacht.
trompet
Ist häufiger hier
#28 erstellt: 14. Nov 2010, 18:01
Hallo,

ich weiß gar nicht, warum der Kunzler noch nicht genannt wurde:

51NMS1MBH2L._SL500_AA300_

Ich arbeite viel damit und habe ihn wohl schon in der dritten Auflage. Für mich ist dieses Jazz-Lexikon absolut empfehlenswert.

Gruß

Peter
trompet
Ist häufiger hier
#29 erstellt: 14. Nov 2010, 18:29

dietmar_ schrieb:
Ich erinnere mich insbesondere über die Beschreibung eines Bebopkonzertes (ich bin mir nicht mehr sicher, ob der Pianist George Shearing war?)


Ja, das war ganz sicher George Shearing (ob es allerdings deshalb ein Bebop-Konzert war, ist nicht ganz so sicher). Die schon fast sklavische Begeisterung der Beat-Generation für Shearing ist mir damals bei der Kerouac-Lektüre schon ein wenig seltsam vorgekommen.

Gruß

Peter
dietmar_
Inventar
#30 erstellt: 15. Nov 2010, 00:02
Ja, hm, war das so? Mir hat sich im Gedächtnis die wiedergegebene Euphorie des Konzertes bewahrt – Shearing hin oder her.
Doch letztlich erwähnte ich „Unterwegs“ nicht wegen dieses Details. Es ist die Stimmung des Ganzen, die mich zu dieser Empfehlung bewogen hat.
arnaoutchot
Moderator
#31 erstellt: 15. Nov 2010, 14:17

trompet schrieb:
Hallo,

ich weiß gar nicht, warum der Kunzler noch nicht genannt wurde:

Ich arbeite viel damit und habe ihn wohl schon in der dritten Auflage. Für mich ist dieses Jazz-Lexikon absolut empfehlenswert.

Gruß

Peter


Ja, Peter, der Kunzler ist nicht schlecht, hab ich auch (welche Auflage, müsste ich jetzt nachschauen). Wenn man die englischsprachigen Quellen kennt, wird er allerdings teilweise ein wenig redundant. Aber von den deutschen Lexika sicherlich eines der empfehlenswertesten.
dietmar_
Inventar
#32 erstellt: 04. Feb 2011, 19:11
Eine Frage.
Ich warte seit einigen Jahren auf die dritte Auflage des Rough Guide Jazz im J.B. Metzler Verlag erschienen – ich erwähnte hier im Oktober dieses Buch. Einer der drei Hauptautoren, Ian Carr, ist vor einiger Zeit verstorben, doch es gibt seit Jahren – vor Carrs Tod erschienen - eine englischsprachige 3. Auflage.

Hat jemand Informationen, ob eine dritte deutsche Auflage in Bälde geplant ist? Wenn nicht, muss ich doch auf die mittlerweile auch nicht mehr ganz frische zweite Auflage zurückgreifen. Meine alte, erste fleddert mittlerweile ziemlich, weil ich sie sehr häufig gebrauche.

Dietmar
trompet
Ist häufiger hier
#33 erstellt: 17. Jul 2011, 12:41
Hallo,

hat schon jemand die neue Coltrane-Biographie von Carl Lippegaus gelesen und kann was dazu sagen?


Dank und Gruß

Peter
trompet
Ist häufiger hier
#34 erstellt: 10. Aug 2011, 18:39
na, dann antworte ich mir mal selber

51zujIOHF4L._SL500_AA300_

Das Buch liest sich so runter. Es ist, wie bei solchen Biographien üblich, an der Diskographie orientiert, nicht übermäßig musiktheorielastig (also auch laienkompatibel), aber mit vielen Querverweisen und Anekdoten angereichert.

Es ist für den Jazzfan sicher nicht alles neu, aber in der Darstellung auf jeden Fall lesenswert. Ich habe mit dem Buch drei Abende Coltrane durchgehört.

Gruß

Peter
jaydd
Schaut ab und zu mal vorbei
#35 erstellt: 15. Aug 2011, 21:59
R.I.P - guter Jazz in Köln

ondestage

... und viel qualifizierte Infos zu Jazz in Prag

that jazz
dietmar_
Inventar
#36 erstellt: 24. Jun 2012, 18:05
billie

Julia Blackburn, Billie Holiday, Berlin Verlag

Tonbandinterviews von Zeitzeugen und Wegbegleitern Holidays, geführt in den frühen 70er Jahren, dienten als Grundlage für dieses Buch. Geführt von einer gewissen Linda Kuehl, die aber verstarb bevor sie eine Veröffentlichung zuwege brachte. Die Aufzeichnungen waren dann lange verschollen, die Autorin Julia Blackburn fand die Interviews, entschlackte sie und setzte sie in einen verständlichen Zusammenhang.
Spannend, intim, teilweise widersprüchlich weil von den unterschiedlichsten Wegbegleitern. Von Menschen, die ihr wohlgesonnen waren oder die sie ausgenutzt haben – letztlich wollen sich auch diese in keinem schlechten Licht zeigen.

Dennoch ergibt das Ganze einen guten Einblick wie die große Sängerin tatsächlich lebte, dachte und fühlte.
Es gibt keine Antworten z. B. wie tatsächlich Holiday mit ihrer Drogensucht umging, doch durch die Menge der Zeugen ergeben sich überraschende Aspekte zu dieser Thematik.

Allein durch die unterschiedlichen Wahrnehmungen mehrerer Personen zu einem Ereignis, entwickeln sich differenziertere Bilder der Lady Day, als allgemein bekannt sind.
Le_Audi
Schaut ab und zu mal vorbei
#37 erstellt: 04. Okt 2012, 19:30
Bird: The Legend of Charlie Parker

Zum Buch:

Robert Reisner hat alle die Charlie Parker halbwegs gekannt hat befragt und sie ihre Geschichten über ihn erzählen lassen und dies in einem sehr schönen Buch zusammengefasst (manche Geschichten sind recht lang andere wieder nur eine Seite lang)
HansFehr
Inventar
#38 erstellt: 03. Dez 2012, 14:31
Gerade bei mir eingetroffen. Ein neues Fotobuch (s/w) mit Texten.

Bob Willoughby - jazz BODY AND SOUL





Das habe ich daraus fotografiert.

Goodman_
Stammgast
#39 erstellt: 18. Jan 2013, 10:02
Hallo,
darf es evtl. auch auf Englisch sein?

Gruss Blacky
dietmar_
Inventar
#40 erstellt: 27. Feb 2013, 19:50
pann

Die Jazzmusiker und ihre drei Wünsche,
Fotografiert und notiert von Baronesse Pannonica de Koenigswarter

Reclam

Pannonica, Fördererin unzähliger Musiker, hat diese Sammlung angelegt. Lange nach ihrem Tod hat ihre Enkelin, Nadine de Koenigswarter, es veröffentlichen können.
In ihrer Wohnung zog sich Charlie Parker zum Sterben zurück (1955), weil er nicht in ein Krankenhaus wollte. Dort zog sich Monk im sogenannten „Cathouse“ seine letzten 9 Jahre bis zu seinem Tode zurück (1982).

Die Baronin fragte 300 Jazzmusiker welche 3 Wünsche sie gerne sofort erfüllt hätten. Die Antworten tippte sie auf einer Schreibmaschine und sammelte diese in der Absicht daraus ein Buch zu machen. Sie fertigte Polaroids an, die Monk, Art Blakey oder Coleman Hawkins sehr privat und unverstellt zeigen: Monk beim tanzen oder beim Tischtennis spielen, Hawkins im Morgenmantel, Miles Davis mal gar nicht gut gekleidet. Fotos die durch das lange verschollen sein meist farbfremd daher kommen, auf manchen sind deutlich Fingerabdrücke und Kratzer zu sehen. Keine professionell gemachten Fotos. Keine gestellten Fotos. Aber sie zeigen Alltag. Alltag von denen, die man meist nur über Tonkonserven oder Coverbilder kennt. Hier sieht man Monk schlafen – und das gleich mehrfach – und oft liegt eine der angeblich 122 Katzen auf ihm herum.

Die Antworten der Musiker könnten nicht unterschiedlicher sein, obwohl manche Aussagen immer wieder vorkommen, z. B. der Wunsch nach Frieden, aber besonders der Wunsch nach Anerkennung ihrer Arbeit, ihrer Person. So verwundert es nicht, dass z. B. Miles Davis nur den einen Wunsch äußert „weiß zu sein“. Einige wünschen sich „nur“ Geld … auch dreimal, man erahnt, was da eigentlich hinter steckt. Ornette Coleman wünscht sich „ewiges Leben“. Zu Monks Wünschen meint Pannonica „das HAST du doch alles schon!“
Natürlich äußert ausgerechnet John Coltrane 4 Wünsche.

Die Bilder, die meist knappen Antworten berühren und geben einen ungewohnten Einblick in die Menschen, die man meist nur über ihren musikalischen Ausdruck kennt. Hier sieht man sie Apfel essend, schlafend, scherzend.
HansFehr
Inventar
#41 erstellt: 27. Feb 2013, 20:08
Dieses Buch ist hervorragend. Man achte auf die drei Wünsche, nein er hielt sich nicht daran, von Miles Davis.

Er hat sich auf einen Wunsch beschränkt.


[Beitrag von HansFehr am 27. Feb 2013, 20:25 bearbeitet]
arnaoutchot
Moderator
#42 erstellt: 27. Feb 2013, 21:15
Guter Tipp, danke. Klingt interessant.
Carsten_Fritz
Hat sich gelöscht
#43 erstellt: 24. Apr 2013, 19:06
Ich kann diese Bücher empfehlen:



Gnadenlos schlecht übersetzt aber sehr informativ. Man erfährt so einiges über die Platten-Bosse.



Auch sehr interessant. Der Weg zum "Free Jazz".


Ich glaube beide sind nur noch antiquarisch zu ergattern.

Liebe Grüße

Carsten
HansFehr
Inventar
#44 erstellt: 16. Apr 2014, 12:31
Gerade eingetroffen.

Das neue Buch Stolen Moments vom Schweizer Peter Rüedi.

Beschreibungen von 1522 Jazzalben auf 1320 Seiten. Deutsch. Die Texte sind hochkompetent und mit Esprit versehen. Die alphabetischen Register für Interpreten und Alben sind sehr hilfreich.

chriss71
Inventar
#45 erstellt: 16. Apr 2014, 12:42
Danke, Hans, für den Tipp! Ist natürlich sofort zu kaufen von mir...

Wozu Titeln von Oliver Nelson doch gut sind, selbst für Buchtiteln



EDIT: Typo


[Beitrag von chriss71 am 16. Apr 2014, 12:47 bearbeitet]
HansFehr
Inventar
#46 erstellt: 23. Apr 2014, 13:57

chriss71 (Beitrag #45) schrieb:
Oliver Nelson

Durch ihn entstand tatsächlich der Buchtitel. Ich habe eine wunderbare Version von Dolphy, Hubbard, u.a.

Auch Lee Ritenour hat Stolen Moments sehr schön eingespielt.
chriss71
Inventar
#47 erstellt: 23. Apr 2014, 14:12

HansFehr (Beitrag #46) schrieb:
Ich habe eine wunderbare Version von Dolphy, Hubbard, u.a.


Wahrscheinlich die, die wir alle haben, oder?

Oliver Nelson - The Blues and the abstract truth

amazon.de

HansFehr
Inventar
#48 erstellt: 23. Apr 2014, 14:18
Genau.
arnaoutchot
Moderator
#49 erstellt: 14. Mai 2014, 19:44

HansFehr (Beitrag #44) schrieb:
Gerade eingetroffen. Das neue Buch Stolen Moments vom Schweizer Peter Rüedi. Beschreibungen von 1522 Jazzalben auf 1320 Seiten. Deutsch. Die Texte sind hochkompetent und mit Esprit versehen. Die alphabetischen Register für Interpreten und Alben sind sehr hilfreich.


Bei mir nun - etwas später - auch eingetroffen und meine abendliche Lektüre seit ein paar Wochen. Wirklich anregend und tatsächlich mit Sachverstand und dem notwendigen Quentchen Subjektivität geschrieben, das die Würze von solchen Kritiken ausmacht. Einziges kleines Caveat eines Nicht-Schweizers: Eine gewisse Schweiz-Lastigkeit ist schon festzustellen, aber nun gut, die Szene dort hat auch einiges Bemerkenswertes hervorgebracht. Danke für den Tipp, Hans ...
HansFehr
Inventar
#50 erstellt: 15. Mai 2014, 09:44

arnaoutchot (Beitrag #49) schrieb:
Eine gewisse Schweiz-Lastigkeit ist schon festzustellen

Das stimmt. Einige dieser Albumbeschreibungen habe ich gar nicht gelesen. Bleiben ja genügend andere.

Freut mich, dass Dir das Buch trotzdem einigermaßen gefällt.
*papamann*
Stammgast
#51 erstellt: 22. Aug 2017, 08:44
Ganz neu auf dem Markt; ich finde das Buch sehr gut! Besonders das Spätwerk wird hier herrlichst zelebriert. Sehr gut! Natürlich gibt es andere brauchbare Coltrane-Bücher. Sehen wir dieses als schöne Ergänzung.



Liebe Grüße

Carsten


[Beitrag von *papamann* am 22. Aug 2017, 19:33 bearbeitet]
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