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Der Deutsche Schlager Stammtisch Thread

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Autor
Beitrag
PRW
Hat sich gelöscht
#1 erstellt: 06. Jan 2015, 14:04
Erst mal danke an chriss71 der mich auf die Idee zu diesen Thread gebracht hat. Hier soll es ein Stammtisch für den Deutschen Schlager geben. Hier im HiFi-Forum gibt es kein Forum für den Deutschen Schlager. Warum eigentlich nicht??? Sich ist es nicht leicht sich zum Deutschen Schlager zu bekennen, das habe ich schon im Andrea Berg Thread gemerkt. Warum warum hat der Deutsche Schlager hier keine zu Haus???

Gruß

PRW
arnaoutchot
Moderator
#2 erstellt: 06. Jan 2015, 15:02

PRW (Beitrag #1) schrieb:
Hier im HiFi-Forum gibt es kein Forum für den Deutschen Schlager. Warum eigentlich nicht???


Threads leben von Leuten, die solche Musik hören und darüber diskutieren wollen. Wir werden sehen, wieviele sich hier einfinden ... ich kann leider dazu nichts beitragen.
HansFehr
Hat sich gelöscht
#3 erstellt: 06. Jan 2015, 15:32
Ich auch nicht. Ich bin zu weit vom Schlagergenre entfernt.
Jugel
Inventar
#4 erstellt: 06. Jan 2015, 15:52
Na, das mit dem Deutschen Schlager ist ein weites Feld. Vielleicht sollte man erst einmal zur Einstimmung diese DoCD abspielen und dabei überlegen, worüber es sich konkret zu reden lohnt.

jpc.de

Schlager-Bild: Die 50 größten Schlagerhits
Da findet sich mE ein gelungener Überblick zu den Jahren 1961-1997 auf 2x (ganz) knapp 80 Minuten. Das Doppelalbum ist auch soundmässig okay.
Daneben gibt es jede Menge weiterer Zusammenstellungen - bis hin zu 20-CD-Boxen... Oder soll es um einzelne Interpreten gehen?
Vielleicht noch ein Gedanke: Unterm Laser findet sich bei mir ein sehr breites musikalisches Spektrum und somit auch Deutscher Schlager. Allerdings ist diese Sparte sehr spärlich vertreten und wird meistens in Verbindung mit nostalgischen Wallungen (nach dem Motto: Weisst Du noch?) hervorgekramt. Also ein Spezialist in diesem Fach oder gar ein Fan mit missionarischen Ambitionen bin ich weiss Gott nicht...

Gruß
Jugel
chriss71
Inventar
#5 erstellt: 06. Jan 2015, 16:03

PRW (Beitrag #1) schrieb:
Erst mal danke an chriss71 der mich auf die Idee zu diesen Thread gebracht hat.


Bitte schön, gerne gemacht. Ich werde mal meine über 8.000 Tonträger durchsuchen, ob ich hier was beisteuern kann...

TKCologne
Inventar
#6 erstellt: 06. Jan 2015, 16:06
Bin auch seeeeeeehr weit entfernt vom Schlager.

Halte es so wie OTTO in den 80ern. Der deutsche Schlager und andere Geisteskrankheiten.

Aber wem es gefällt der soll es hören und sich auch hier austauschen. Es gibt ja zum Glück nicht nur Metal und Chartsgedudel. Wenn alle das gleiche hören würden gäb es ja nichts zum diskutieren.
UVox
Inventar
#7 erstellt: 06. Jan 2015, 17:29
Der deutsche Schlager,

also ich bin der Meinung, dass das was vor fünfzig Jahren als deutscher Schlager verkauft wurde
weitaus hörenswerter war, als das was heute unter diesem Etikett verkauft wird.

Aber, wenn man sich Aufzeichnungen der ZDF Hitparade aus den 70er/80er Jahren anschaut (auf ZDF-Kultur)
sieht man des öfteren armselige Gestalten welche englischsprachige Tophits als deutschen Schlager missbrauchten.

Der Schlager hat irgendwann einen Weg eingeschlagen der ihm nicht gut bekommen ist.
Rahel
Inventar
#8 erstellt: 06. Jan 2015, 17:41
Ich mache in meiner Kneipe 1 x pro Monat 'nen
Musikabend mit unterschiedlichen Themen -
angefangen bei Country-Western über Neue Deutsche Welle
bis Hardrock. Wenn ich jedoch dann Nachts Schlager z.B der 60er
und 70er Jahre auflege, singen sogar die jungen Leute (so ab 25 Jahre) mit.
UVox
Inventar
#9 erstellt: 06. Jan 2015, 17:57
ab einem bestimmten Pegel Alkohol ?
Mr._Lovegrove
Inventar
#10 erstellt: 07. Jan 2015, 11:32

Rahel (Beitrag #8) schrieb:
Wenn ich jedoch dann Nachts Schlager z.B der 60er
und 70er Jahre auflege, singen sogar die jungen Leute (so ab 25 Jahre) mit.

Das kann ich nur bestätigen. Zu Abi-Zeiten waren 2 Kumpels und ich immer die DJs auf
Feten. Tendenziell war das Musikprogramm Mitte bis Ende der 90er recht Grunge, Crossover und auch Technoverseucht, aber nach 12 haben wir auch immer klassische Schlagerhits der 70er aufgelegt.
Also "Griechischer Wein" und so. Und da ging die Post richtig ab.
Ich bin sicher vom Schlager geschjmackstechnisch seeeeeehr weit entfernt, aber durch meine ehemalige Tätigkeit als Tonträgerhändler (siehe auch Posting im Andrea Berg Thread) bin ich mit Schlager und Volksmusik sehr intensiv in
Berührung gekommen und konnte das Publikum, das diese Musikrichtung kauft, kennenlernen und so ein wenig
analysieren. Und: Das sind Fans! Das sind teilweise Musikfreaks, wie hier im Forum die Jazzer, Rocker, Metaller und Japanimportsammler es sind.
Man mag die Musik in eine Belanglosigkeitsecke stellen oder sie auch ekelig finden, aber die Käufer muß man eigentlich
noch ernster nehmen, als andere Musikhörer. Ich habe das als Händler immer getan und ihnen ihre "Futter" gegeben.
Nur mal zwei Beispiele:
amazon.de
Juwelen & Kostbarkeiten
Auf dieser CD ist das Stück "Like a hero" von Miro drauf. ALLEINE wegen diesem Stück haben bei uns dutzende Menschen die CD gekauft; für 17,99 das Stück! Und dass, weil NDR Radio Niedersachsen das Stück rauf und runter gespielt hat
amazon.de
NDR Frühlingshitparade 3
Gleiches gilt für diese Doppel CD. Hier ist das zugegebenermaßen billige Instrumental "Ice Dancer" drauf. Gleiches Spiel mit den Kunden und pro Doppel CD 19,99, und das wegen einem Stück!

Und da konnte man sogar regionale, bzw. nationale Trends beobachten. Da ich direkt an der Grenze zu Holland wohne, haben wir auch viele Holländer als Kunden gehabt. Die sind noch verrückter, als die Deutschen! Die haben vorallem Volksmusike gekauft, und zwar Hardcore! Nicht nur, dass die Kastelruther Spatzen eine Art Gottgruppe waren und von denen alles gekauft wurde, nein, auch wirklich echte Volksmusik ging tonnenweise über den Tresen. Und auch und gerade DVDs waren da sehr beliebt. Melodien der Berge Vol. 1-666 war DER Renner unter unseren Nachbarn.
Die Deutschen haben da eher Schlager gekauft.
Und zu meiner Zeit kamen gerade zwei nette Rentner aufs Parkett, die man später sogar mit einem Echo davon gingen sah. Sie wurden bekannt als DIE AMIGOS!
Die machen ja schon seit Ende der 70er Musik und auch Aufnahmen, aber erst als NDR1 anfing "Durchs Feuer" zu spielen, gings los. Und wie! Die beiden Herren hatten noch nicht ihren Plattenvertrag bei MCP, da wurden wir schon mit Kundenanfragen überrannt! Und als MCP die beiden dann sich geholt hatte, gab es kein Halten mehr. Wir haben das Zeug kistenweise verkauft. Die Leute waren verrückt danach. Bellaphon und DA Music brachten dann auch noch die ganz alten Sachen aus den 80ern auf CD raus und selbst die gingen total ab. Das war absolut verrückt! Und zeigte, wie viel wahre Fans und treue Käufer es im Schlagerbereich gibt! Andrea berg ist ja da ein anderes gutes Beispiel, aber die Geschichte habe ich ja schon teilweise erzählt. Ist auch sehr interessant und spannend.

Und zum Schluß hat eine Frau damals schon Fans beider Länder hier geeint:
Helene Fischer!
Die war und ist in Holland genauso beliebt, wie in Deutschland. Das war hier schon seit dem 2. Album so, lange bevor die Fischer in der populären Allgemeinkultur unsere Nation angekommen war.

Ich selber habe übrigens auch eine Schlager- CD:
amazon.de
Howard Carpendale
Carpendale/Mittendrin
Wobei das kein richtiger Schlager im Sinne von Fox/Ballermann ist, sondern fast schon Deutschpop. Ich habe die CD auch nur wegen "Laura Jane" gekauft, dem besten Song eines deutschen Schlagerinterpreten aller Zeiten! Und den hat Carpendale auch auf Englisch gemacht, aber hier ist die deutsche Fassung tatsächlich um längen besser!
8erberg
Inventar
#11 erstellt: 07. Jan 2015, 11:56
Hallo,

DEN "klassischen" deutschen Schlager gibt es eh nicht mehr.

Wenn man sich anschaut mit was für einen Aufwand bis in die 70er Jahren Titel produziert wurden (mit großem Orchester) und sich heute die sogenannte Schlagerwelt anschaut kann man nur mit dem Kopf schütteln...Es regiert der Discofox - billig produziert und meist von austauschbaren Hupfdohlen vorgetragen. Und es muss sich Herz auf Schmerz reimen...

Der "Rest" des Schlagers ist - seitdem sich "Liedermacher" und "Rocker" eindeutig von dem Begriff in den 70ern distanziert haben - nicht mehr existent. Dafür kam damals dann der "volkstümliche Schlager" - auch "grüne Musik" genannt. Holdudieladiodudödeldu

Mit dem klasischen Schlager hat das nix zu tun, dort gab es sehr gute Künstler, hervorragende Sänger/Innen, von der Qualität absolut einwandfreie Arrangements

Natürlich gab es auch viel Tinnef, ob singende Fußballspieler ("Gute Freunde kann niemand trennen") oder "Übernahmen" von englischen Klassikern (unübertroffen peinlich "Yellow Submarine" auf Deutsch von Bill Ramsey oder ähnlich dolle Black Sabbats "Paranoid" auf Deutsch von Cindy und Bert "Der Hund von Baskerville" https://www.youtube.com/watch?v=JOAzuqngOYo .
Karell Gotts "Rot und Schwarz" - Original "Paint it Black" wag ich schon garnicht mehr erwähnen...)
Dieser Blödsinn ruinierte den deutschen Schlager - wovon er sich nie erholte.

Warum Leute damit Probleme haben wenn der Text auf Deutsch ist - übersetzt mal einige Texte Euer Lieblingsmucke aus dem Englischen... genausoviel "Tiefgang" oder vielfach merkwürdige Pennälerlyrik...

Peter
Jugel
Inventar
#12 erstellt: 07. Jan 2015, 13:27
Eilmeldung
Leider jetzt erst entdeckt: Heute, 7.1., läuft ab 14:25 h eine 45minütige Dokumentation "Deutschland, deine Schlager" (ZDF-History) auf ZDF-info

Gruß
Jugel
Mr._Lovegrove
Inventar
#13 erstellt: 07. Jan 2015, 14:35

8erberg (Beitrag #11) schrieb:

DEN "klassischen" deutschen Schlager gibt es eh nicht mehr.

Ich sehe das etwas differenzierter. Grundsätzlich stimmt es, dass sowohl Interpreten, als auch Musiker und Arrangeure heute im Schnitt nicht mal Mittelmaß abliefern und auf jeden Fall die Billig- Mentalität regiert, aber man darf die Art Musik zu produzieren auch nicht mehr mit den 50er-70ern vergleichen. Damals konntest du mit einem einzigen Hit steinreich werden und sogar davon bis zum Tod leben. Heute geht das nicht mal mehr mit 10 Hits. Man konnte mit Musik viel mehr Geld verdienen udn dementsprechend konnte man auch aufwendiger produzieren. Studiomusiker und- orchester gabs viele und waren auch bezahlbar. Auch das ist heute nicht mehr der Fall. Zudem es für jeden Heiopei möglich ist, Musik per PC und MAC zu machen. Sogar für die, die keine Noten lesen und kein Instrument spielen können. Und das ist auch verführerisch.
Es ist aber auch eine rein musikalische Wandlung vollzogen worden. Und da gebe ich dir, Peter, wieder recht. Früher war Schlager die Musik für das Volk. Gerade im Nachkriegsdeutschland brauchte es positive Texte, Texte mit denen man sich identifizieren konnte, die einem vom Herzen sprachen und die den Träumen des gerade wieder zu Wohlstand kommenden Volkes entsprachen. Deshalb u.a. hatte Freddy Quinn ja so einen gigantischen Erfolg. Nach 1968 war dann alles anders. Schlager wurde langsam aber stetig zu einer immer mehr an den Rand gedrückten Erscheinung und schon in den 70ern war der Schlager oft sein eigenes Klischee mit billigen Texten, teils spiesserhaften Erscheinungen und eben diesen vielen Adaption englischsprachiger Hits. "Just let your love flow" wurde zu "Ein Bett im Kornfeld", hmmmmm, das sagt schon alles. Neue gute Originalkompositionen wurden seltener, weil es eben einfacher war, gute Fremdkompositionen mit internationalem Flair auszuschlachten und zu mißbrauchen. In den 80ern kam dann NDW, die ja sogar in der ZDF Hitaparade den klassischen Schlager unterminierte. Aber die NDW war ja auch eine Art Schlager oder eher eine überspitzende und auch satirisch- humoristische Reflexion des Schlagers. Die NDW, die ja eigentlich aus dem Punk geboren wurde, bestand ja auch Lalala- Melodien und Nonsenstexten (und ich rede NICHT von Nena, die war NICHT NDW, die hatte mit NDW NIX zu tun). Aber im Gegensatz zum Schlager war das eine Antihaltung gegenüber vielem und somit eine ganz andere Betrachtungsweise von deutschsprachiger Musik.
Damals hat Schlager ja in den Charts nicht mehr stattgefunden. Es gab zwar solche wunderbaren Leute wie Juliane Werding (und "Stimmen im Wind" ist bis heute ein fantastischer Schlagerpopsong), aber hier fand eine zwingendermaßen eine Zäsur statt. Eine Zäsur, die, wie Peter schon sagte, daraus bestand, Schlager und "ernsthafte" deutschsprachige Rockmusik ganz eindeutig zu trennen. Peter Maffay war das das Paradebeispiel. Ein Junge, der sich seit "Steppenwolf" ganz klar von seinem Schlagerimage abgetrennt hatte und nun Rocker war. Das wollte er ja eigentlich auch immer sein, nur durfte er das in den 70ern nicht. Jetzt ging das auf einmal und er hatte mehr Erfolg denn je.
Erst mit Wolle Petry kam wieder einer um die Ecke, der den Schlager zu den Massen brachte und mit Recyclings seiner eigenen, frühen Lieder ("Alles"- Album) Äonen Platten verkaufte und sogar Stadien füllte.
Ab da ging es zumindest kommerziell wieder aufwärts. Musikalisch ging es weiter abwärts. Discofox Sounds aus der Retorte regieren das Schlagerbild bis heute. Einer klingt wie der andere. Das zieht sich bis zu Helene Fischer. Die wird musikalisch da genauso betreut, wie tausend andere Bierzeltsänger. Andrea Berg ebenso. Natürlich haben diese beiden Damen dann live mehr zu bieten und gerade die wirklich talentierte Helene Fischer macht eine gute Show, die überhaupt nicht dem entspricht, was man auf CD hört. Da ist diese wirkliche billige und miese Musik nur eine Art Lockangebot und Anheizer für die Fans.
Die Fans und das Publikum aber belohnen das auch noch mit langjähriger Treue, ausverkauften Tourneen, 342 Wochen in den Albumcharts usw, usw. Es scheint, dass dieses Publikum diese Eingängigkeit und Wiedererkennung benötigt, um nicht abtrünnig zu werden. Und deshalb MÜSSEN Schlagerstars auch immer und immer wieder auf diesen Schienen fahren und auf dieser Strecke bleiben. Sie sind gefangen in dieser Welt. Sie sind auch nur Pommesbudenbesitzer. Sie müssen immer wieder Pommes und Currywurst verkaufen. So wie jeder andere Musikstar auch, der seine Fans behalten will.
Nur Heino, der kann seit geraumer Zeit alles machen. Der ist so kultig und seit ewig schon so reaktionär, der darf jetzt seine eigenen Songs zu Heavy Metal machen - und die Leute findens geil.
Aber das ist eine absolute Ausnahme, das passiert sonst keinem anderen, auch nicht einem in Heinos Alter. Das könnten weder die Spatzen machen, noch die Wildecker Herzbuben oder Bernhard Brink. Die waren ja auch alle keine Reaktionäre und waren alle nicht Staatsfeinde in der DDR und auf der Haßliste der SPD!
Aber über Bernhard Brink darf ich nichts sagen. Der kommt hier aus Nordhorn, ist ein Nordhorner Junge und gastiert seit ein paar Jahren wieder regelmäßig in seiner Heimat. Außerdem ist der ein sympatischer Kerl und macht "guten" Schlager. Wirklich!

So long....
8erberg
Inventar
#14 erstellt: 07. Jan 2015, 15:19
Hallo,

Bernd Brink durfte mal von meinem Bruder und einem Kumpel davon hackedicke aus einer Kneipe in meinem Heimatkaff getragen werden... dem hatte es nach einem Konzert so gut gefallen das er mit den Leuten ein Bierchen nach dem anderen wechzischte...
Jo, Schlagerstars sind auch nur Menschen.

Mr. "Pumpernickel" Chris Howland sagte mal das die Deutschen das treueste Publikum wären, die vergessen einen nie. Und dabei musste der arme Knabe seine Durststrecke in den 70ers/80ers mit vielen Baumarkteröffnungen überbrücken bis er wieder mit der Retrowelle nach "oben" gespült wurde...

Zu den Produktionen: Studiomusiker brauchen auch Geld zum Leben, und da ist einfach der Computer "konkurrenzlos billig"... anscheinend reicht das auch den allermeisten Leuten aus.
Ganz merkwürdig: Mein Bruder, der mir als zarten Jüngling in den 60ern gezeigt hat, dass es neben Beatles auch noch ein viel größeres musikalisches Universum gab und von dem ich wahnsinning viel gelernt habe geht heute mit seiner Gattin zur WDR4-Schlagerparty....

Peter
PRW
Hat sich gelöscht
#15 erstellt: 07. Jan 2015, 16:22

8erberg (Beitrag #11) schrieb:
Warum Leute damit Probleme haben wenn der Text auf Deutsch ist - übersetzt mal einige Texte Euer Lieblingsmucke aus dem Englischen... genausoviel "Tiefgang" oder vielfach merkwürdige Pennälerlyrik...


Danke, das trift vielleicht den Kern warum der Deutsche Schlager es so schwer hat.

Aber was ist der Deutsche Schlager? Für mich kann ich nur sagen das ich das nicht so verbissen sehe. Für mich gehöre Vicki Leandros, Laudia Jung, Mara Kayser, Laudia Christina, Isabel Varell, Barbara Schöneber, Andrea Berg, Susan Ebrahimi und auch Mireille Mathieu da zu.


Mr._Lovegrove (Beitrag #13) schrieb:
Die Fans und das Publikum aber belohnen das auch noch mit langjähriger Treue, ausverkauften Tourneen, 342 Wochen in den Albumcharts usw, usw. Es scheint, dass dieses Publikum diese Eingängigkeit und Wiedererkennung benötigt, um nicht abtrünnig zu werden. Und deshalb MÜSSEN Schlagerstars auch immer und immer wieder auf diesen Schienen fahren und auf dieser Strecke bleiben. Sie sind gefangen in dieser Welt. Sie sind auch nur Pommesbudenbesitzer. Sie müssen immer wieder Pommes und Currywurst verkaufen. So wie jeder andere Musikstar auch, der seine Fans behalten will.


Das ist auch der Grund warum ich recht selten ganze CDs kaufe, es gibt leider immer nur ein oder zwei Lieder die aus dem Rahmen fallen. Diese setzten sich aber bei mir fest. Wenn ich dann aber mal eine CD kaufe sind sie aber einfach toll.


Jugel (Beitrag #12) schrieb:
Eilmeldung
Leider jetzt erst entdeckt: Heute, 7.1., läuft ab 14:25 h eine 45minütige Dokumentation "Deutschland, deine Schlager" (ZDF-History) auf ZDF-info


Danke für den Tipp, schaue ich mir jetzt gleich an.

Gruß

PRW
Rahel
Inventar
#16 erstellt: 07. Jan 2015, 17:38
Wenn`s noch älter sein darf ...habe vorgestern nacht um 0:30
Hans Albers aufgelegt "auf der Reeperbahn nachts um halb eins".
Da ging es dann mit und ohne Alkohol die Post ab.
PRW
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 07. Jan 2015, 17:49
45minütige Dokumentation "Deutschland, deine Schlager" (ZDF-History):

Schöner Rückblick auf den Deutschen Schlager und wie geht es weiter? Vielleicht hier ein schöner Überblick auf:

SR3 SchlagerWelt - Deutschland Top 40
http://www.sr-online...3_webchannel102.html

Der Webchannel für die Freunde und Liebhaber des Schlagers. Hier wird rund um die Uhr ausschließlich deutschsprachige Musik gespielt. Die SR 3-Schlagerwelt präsentiert die Klassiker genauso wie die aktuellen Hits. Fester Bestandteil sind auch Titel von Künstlern, die aus dem Saarland stammen. Angereichert wird dieses Angebot durch regionale Bestandteile aus dem Mutter-Programm von SR 3 Saarlandwelle: Comedy, Mundart, CD-Tipps und Künstlerportraits. Jede Woche gibt es ein neues, speziell für die „ SR 3-SchlagerWelt“ zusammengestelltes Programm. Quelle: SR 3 Saarlandwelle

Erst hier habe ich den Deutschen Schlager wieder zu Schätzen gelernt, einfach toll was da gesendet wird. Nur Schade das es da keine Anzeige der Titel gibt

Gruß

PRW


[Beitrag von PRW am 07. Jan 2015, 17:56 bearbeitet]
frank60
Inventar
#18 erstellt: 07. Jan 2015, 23:37

PRW (Beitrag #15) schrieb:
Für mich gehöre ... und auch Mireille Mathieu da zu.

Ich dachte immer, die gehört in die Schublade Chanson? Wieder was dazu gelernt.
Zum aufgezählten Rest kann ich nix sagen, kenne ich alle nicht, höchstens mal vom Hörensagen. Habe ich da etwas verpaßt? Dem Threadthema folgend vermutlich eher nicht.
Mr._Lovegrove
Inventar
#19 erstellt: 08. Jan 2015, 09:49
Also ich finde das Thema äußest interessant. Und zwar auch, weil ich nie verstanden habe,
wie Schlagerfans- und hörer die Musik beurteilen. Ich bitte das jetzt nicht als abwertend zu verstehen.
Nur ist es so, dass ich eigentlich bei den meisten Musikrichtungen (auch bei denen, deren Fan ich nichtbin)
herausfiltern konnte und kann, was Qualität hat und was nicht. Das ist ja oftmals (nicht immer) an einigen Paramtern
wie Produktion, Musizierkompetenz, Interpretation, Gesangstalent etc, also halt an den klassischen Beurteilungemerkmalen
von Musik festzuhalten.
Gerade bei neuerer Schlagermusik greifen die meisten dieser Parameter irgendwie nicht. Selbst ein A+ Produkt wie Helene Fischer klingt für mich wie billige Kellerbastelei. Ich komme da einfach nicht hinter, ganz ehrlich! Klar gibt es gute und schlechte
Sänger, aber alleine die Tatsache, dass auch große Stars sich oftmals mit Weichspülertexten und den üblichen Klischees
abgeben, macht die Beurteilung sehr schwer.
Und wenn ich dann denke, das so ein billiges Ding wie "Durchs Feuer" für die Amigos DER Karrierestart war, dann habe ich erstrecht 'ne Menge Fragezeichen im Kopf.

Also, vielleicht kann mich ja einer der Schlagerfreunde hier mal aufklären, wie er seine Musikrichtung beurteilt und was
ihm wichtig bei seiner Musik ist. Da lerne ich gerne was dazu.
Jugel
Inventar
#20 erstellt: 08. Jan 2015, 15:45

Mr._Lovegrove (Beitrag #19) schrieb:
...Also, vielleicht kann mich ja einer der Schlagerfreunde hier mal aufklären, wie er seine Musikrichtung beurteilt und was ihm wichtig bei seiner Musik ist. Da lerne ich gerne was dazu.

Dieser Bitte schliesse ich mich an.

Dann würde ich gerne noch einige weitere Aspekte in die Diskussion einbringen.

- Da ist einmal die zeitliche Achse. Bis zum Aufkommen des Rock´n´Roll gab es keine "Trennung" zwischen der Musik für die Jugend/die Heranwachsenden/die (sehr) jungen Erwachsenen und den älteren Semestern. Die Trennung kam da erst auf (und hat sogleich einen tiefen Graben aufgerissen), was sicherlich damit zu tun hat, dass so etwas wie Rebellion, Protest Einzug hielt - bis hin zum Punk, dem absoluten Gegenteil des Schlagers.

- Dann gab es bei der U-Musik eine Veränderung hinsichtlich der Instrumentierung. Schlager greifen bis zum heutigen Tag in der Regel auf Orchesterbegleitung (auch wenn aus dem PC kommend) zurück, während Rock/Pop meistens mit wenigen Instrumenten daherkommt. Das macht es dann auch für nicht "musikalisch (grund-)ausgebildete" Menschen möglich, ins Business zu kommen. Interessant ist hier, dass nur die wenigsten Schlagerinterpreten ihre Songs selbst schreiben, also in aller Regel auf professionale Zuarbeiter angewiesen sind.

- Schliesslich steht beim Schlager der Gesang deutlich im Vordergrund - ist also ohne Text schlicht undenkbar.

Bleibt die Frage, was wir heute hören. Ich schlage vor Camillo Felgen - Ich hab' Ehrfurcht vor schneeweißen Haaren ( 1961 ) (No Punks )

Gruß
Jugel


[Beitrag von Jugel am 08. Jan 2015, 15:47 bearbeitet]
1-0-1
Inventar
#21 erstellt: 09. Jan 2015, 02:24

PRW (Beitrag #15) schrieb:

8erberg (Beitrag #11) schrieb:
Warum Leute damit Probleme haben wenn der Text auf Deutsch ist - übersetzt mal einige Texte Euer Lieblingsmucke aus dem Englischen... genauso viel "Tiefgang" oder vielfach merkwürdige Pennälerlyrik...

Danke, das trifft vielleicht den Kern warum der Deutsche Schlager es so schwer hat.


Ich denke, der Kern ist eher, dass der Deutsche Schlager bei vielen ein Glaubwürdigkeitsproblem hat. Nichts ist wie es scheint. Roy Black war ein Weißer und Roberto Blanco ein Schwarzer - und Andrea Berg sieht auch nicht ganz echt aus. Aber das ist nicht nur ein Problem des Deutschen Schlagers. Ich habe immer das Gefühl, dass die sich selbst nicht ernst nehmen, sondern eigentlich nur rumblödeln und auch nicht verstehen, warum das alle gut finden :L. Das Problem ist auch nicht ein fehlender Ernst (Zappa hat z.B. auch oft rumgeblödelt, jedoch stets mit einer ernsten und konkreten Absicht und sei es nur der Provokation willen gewesen), sondern das überhaupt nicht erkennbare Konzept jenseits barer Geselligkeit.
Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.
PRW
Hat sich gelöscht
#22 erstellt: 09. Jan 2015, 02:58
Hallo alle zusammen,

hier mal ein Beispiel: Barfuß durch Paris - Susan Ebrahimi

Musik, Gesang und der Text finde ich perfekt gelungen, habe ich den ganzen Sommer über gehört.
Das Lied bringt wahre lebensfreude einer lebenslustigen Frau rüber.
Ich konnte mir das bildlich vorstellen wie das ist an einem schönen Sommertag

Gruß

PRW
Mr._Lovegrove
Inventar
#23 erstellt: 09. Jan 2015, 10:19
Das ist ja mal wirlich gute und weniger klischeebelastete Schlagermusik. Das hat schon
richtig Qualität und klingt schon eher Deutschpop mäßig.
Das ist aber nur ein klitzekleiner Teil der Antwort auf meine Frage, da Frau Ebrahimis Musik schon
recht ungewöhnlich für eine Schlagersängerin klingt.
Nein, vielleicht kann man das etwas allgemeiner Beantworten.
8erberg
Inventar
#24 erstellt: 09. Jan 2015, 22:01
Hallo,

das Wort "Schlager" ist einfach verbrannt: wohl keiner denkt mehr an die witzigen und pfiffigen Texte der 20er Jahre oder die tollen Kompositionen der 50er Jahre. Ausgerechnet das Wort, das INS Englische übersetzt zum "Hit" wurde!

Jeder der heute "ernsthaft" deutschsprachige Musik macht hält einen Riesenabstand vom "Schlager" als wäre das eine ansteckende Krankheit. Also bleiben dann nur die "üblichen Verdächtigen" bei Discofox und Malle

Nur wundert mich immer wieder: auf jedem Schützenfest können selbst die 16-jährigen bei >1,2 o/oo Alk-Pegel alle Schlagertexte auswendig...

Noch was komisches: Eine Helene Fischer zum Beispiel holt nicht nur in den muttersprachlichen Ländern "D-A-CH" Goldene Platten im Dutzend, nein auch in Belgien, Dänemark und den Niederlanden... Wobei es in NL sehr viele Freunde des deutschen Schlagers gibt, einige Musiker haben ja auch ihre Schlager auf Niederländisch eingesungen.

Der Schlager ist verpönt, teilweise sogar verhasst - aber andersrum gibt es einfach Augenblicke im Leben wo sich eben Herz auf Schmerz reimen muss: ich werde nie vergessen als ich auf der Petersilienhochzeit meiner Schwester "Das kannst Du mir nicht verbieten" von Bernd Spier auflegte. Bei der Platte haben die beiden sich kennengelernt. Die Gesichter der Beiden sagten alles, da hab ich verstanden, dass es Schlager geben MUSS

Peter
Mr._Lovegrove
Inventar
#25 erstellt: 11. Jan 2015, 11:28

8erberg (Beitrag #24) schrieb:

Jeder der heute "ernsthaft" deutschsprachige Musik macht hält einen Riesenabstand vom "Schlager" als wäre das eine ansteckende Krankheit. Also bleiben dann nur die "üblichen Verdächtigen" bei Discofox und Malle

Das hat sich mittlerweile durchaus etwas gelockert. Wenn ich Annett Louisan betrachte, dann steht die musikalisch durchaus auf der Schwelle zu chansonshaftem Schlager und hat auch durchaus Fans aus dem Schlagerlager.
Und das in meinen Augen absolut beste Beispiel, wie sehr Schlager in einer völlig anderen deutschsprachigen Musikwelt angekommen ist, ist Unheilig. Und zwar nicht aus dem Grund, dass der Graf Schlagermusik macht (sondern mittlerweile gesichtlosen Konsens), sondern, dass der Graf in Schlagershows auftritt. Ein Mann, der mal durchaus eine Speerspitze der deutschen Gothicbewegung darstellte, hat es nicht nur verstanden, wie man mit einer völligen Modifikatione seines Musikkonzpetes Erfolg haben kann, sondern er nutzt diese TV Plattformen, um deutlichmehr Publikum aus der Mitte zu bekommen.
Was auch zeigt, dass du als deutschsprachiger Künstler kaum an solchen Sendungen vorbeikommst, wenn du einem Millionenpublikum deine Musik vorstellen willst. Mit einem Chartbreaker wie Andreas Bourani ist es ja nicht anders gewesen.
Schlager und Volksmusik besetzen mit den ihnen angegliederten TV Konzepten weiterhin extrem wichtige Kanäle, die eine Käuferschaft ansprechen, die eben kaum bis gar nicht in sozialen Netzwerken vertreten ist.
Da wird es niemals zu einer Show kommen, die ausschließlich Deutschrock oder Alternative/Electro aus D spielen wird.


8erberg (Beitrag #24) schrieb:

Nur wundert mich immer wieder: auf jedem Schützenfest können selbst die 16-jährigen bei >1,2 o/oo Alk-Pegel alle Schlagertexte auswendig...

Was hast du gedacht? Dass 16-Jährige bei 2,5 Promille "Pull me under" von Dream Theater mitgröhlen?


8erberg (Beitrag #24) schrieb:

Der Schlager ist verpönt, teilweise sogar verhasst -

Nein, ist er eigentlich gar nicht mehr. Jedenfalls nicht in der Mitte des musikkonsumierenden Volkes. Das mit dem Hass kommt eher aus der Richtung von Fans und Freaks anderer Musikrichtungen, aus einigen Teilen der Journaille und des Feuilletons, aber wenn du überlegst, wie viele Millionen Leute z.B. "Ein Stern" gekauft haben oder eben "Atemlos" oder damals schon "Herzilein" und "Patrona Bavaria", dann ist der Schlager eher im Volk angekommen, als verhasst.

Eigentlich ist der Schlager die Volksmusik unsere Landes. So wie Country in den USA, Chansons in Frankreich oder Fado in Portugal. Mit einigen kleinen Unterschieden. Die genannten anderen Musikrichtungen haben Weltstars hervorgebracht. Johnny Cash, Charles Aznavour, Misa. Und Musik aus diesen Richtungen ist nicht nur bei uns als "ernsthaft" und einflußreich anerkannt. Aber auch da gibt es natürlich Klischees und auch schlechtes Material.
Der Schlager hat das nie geschafft. Das mag sicher auch der deutschen (und somit für Ausländer oftmals schwierigen) Sprache liegen. Das liegt aber auch an der fast schon immer international inkompatiblen Musik- DNA, die eine Vermarktung außerhalb in großem Stile nicht möglich macht. Ausnahmen gabs und gibts da sicher.
Und diese DNA ist ja über all die Jahrzehnte hinweg immer wieder mutiert, und zwar immer mehr in diese so klischeebehaftetet Richtung, die wir heute als Schlager kennen. Der Schlager wurde und hat sich aber auch selbst in diese Ecke gedrängt und kommt da so langsam wieder raus und öffnet sich wieder mehr.
Natürlich hat die deutschsprachige Musik an sich durch diesen Schub, den Wir sind Helden (quasi im Alleingang) ausgelöst haben, wieder Oberwasser gewonnen. Dieser seit Anfnag des Jahrtausends anhaltende Trend hatte zunächst nichts mit Schlager und seinen Machern zu tun, aber der Schlager hat von der wiedergefundenen Liebe der Deutschen zu ihrer Sprache in der Musik enorm profitiert. Und somit wurde er damit großenteils rehabilitiert.
TKCologne
Inventar
#26 erstellt: 11. Jan 2015, 18:13
Ich zitiere mal Mr.Lovergrove:
Das mag sicher auch der deutschen (und somit für Ausländer oftmals schwierigen) Sprache liegen. Das liegt aber auch an der fast schon immer international inkompatiblen Musik- DNA, die eine Vermarktung außerhalb in großem Stile nicht möglich macht. Ausnahmen gabs und gibts da sicher.

Zumindest Rammstein hat es geschafft international auf deutsch erfolgreich zu sein. Da wird mitgesungen, egal wo auf der Welt.
Mr._Lovegrove
Inventar
#27 erstellt: 11. Jan 2015, 18:20
Mein Hinweis galt vornehmlich dem Schlager und nicht der deutschsprachigen Musik an sich.
Auch wenn die sich international an sich schwer tut; wohlweislich auch wegen der Sprache.

Rammstein singen in den USA im übrigen trotzdem auf Englisch!
Mr._Lovegrove
Inventar
#28 erstellt: 11. Jan 2015, 19:28
Und um mal aufzuzeigen, wie stark und wichtig TV Sendungen in den 70er in Deutschland auch für Weltstars
waren, gebe ich ein gerade im TV laufendes Beispiel. Da läuft gerade als Wiederholung die "Starparade" mit Rainer Kolbe in einer Ausgabe von 1978. Und neben Schlagersternchen wir Vicky Leandros und Ireen Sheer traten da auch Superstars wie ABBA und die Carpenters auf.
Das war ja bei "Disco" mit Ilha Richter nicht viel anders. Und das war auch klamaukenhaft. Und dennoch traten da internationale Stars von Rang, sowie gleichberechtigt Schlagersänger auf.
Heijohpeih
Inventar
#29 erstellt: 11. Jan 2015, 19:57
Was ich festgestellt habe, in keinem anderen Genre (ausgenommen vielleicht HipHop aufgrund des Sampling) wird mehr geklaut als im Schlager?
Hier zwei prominente Beispiele zu Helene Fischer:
Land of Dreams
Festival der Liebe
Mr._Lovegrove
Inventar
#30 erstellt: 11. Jan 2015, 21:04
Dass mit "Ein Festival der Liebe" habe ich heute im TV gesehen.
Ein gewisser Jack White hat sich jetzt (erst) zu Wort gemeldet und
beanstandet Kompositionsdiebstahl! Zitat:
"Bei Helene Fischers „Atemlos“ ist in den ersten 12 Takten der Verse nicht eine einzige Note, die nicht von meiner Komposition „Ein Festival der Liebe“ übernommen worden ist. Die ersten 8 Noten sind unstrittig 1:1 identisch. Die Noten 9 bis 12 sind eine Wiederholung der ersten vier Noten. Dann werden alle 12 Noten wiederholt, bevor „oho oho“ kommt, was kompositorisch ebenfalls identisch ist mit „oho aha“ – was die Nation schon seit 40 Jahren mitsingt. Ich bitte um Verständnis, dass ich mein Eigentum schützen möchte."
Aber daß White sich jetzt erst zu Wort meldet, ist schon seltsam. Ich glaube kaum, dass er den Song nicht schon bei Release kannte. Die Schlagerwelt ist nämlich dann doch eher klein. Da kennt man sich.
8erberg
Inventar
#31 erstellt: 11. Jan 2015, 21:16
Hallo,

da Frau Fischer das Lied nicht komponiert hat wird sie es wenig interessieren...

Es geht wohl mal wieder um Kohle...

Und ja Roy Black und Jack White waren mit Absicht 2 Kunstnamen... na ja, Horst Nussbaum klingt ja nich so dolle...

Jack White war auch international äusserst erfolgreich. http://www.jack-white.de/files/Echo_0308_JackWhite.pdf

Peter
Ziegenmilch
Neuling
#32 erstellt: 12. Jan 2015, 18:03
Ja, wenn es um Noten geht die kommen immer wieder mal in anderen Liedern vor da brauch man sich auch nicht so aufregen, es gibt nunmal nur so und so viele Noten und das da sich mal was überschneidet oder das man die Melodie teilweise übernimmt ist doch fast normal.
Jugel
Inventar
#33 erstellt: 15. Jan 2015, 10:37
Am Schlager-Stammtisch sollte das ein Thema sein: Christian Anders wird heute siebzig Jahre alt.
Aus diesem Anlass sollten wir uns (mindestens) einen Song von ihm (gemeinsam?) anhören, z.B. Es fährt ein Zug nach Nirgendwo

Gruß
Jugel
Heijohpeih
Inventar
#34 erstellt: 23. Nov 2015, 00:23
Für mich das Non plus ultra am Schlagerhimmel zurzeit:
Christian Steiffen — Sexualverkehr
Christian Steiffen — Arbeiter Der Liebe
brezelbu
Ist häufiger hier
#35 erstellt: 09. Dez 2016, 00:23
Durch meine 11-jährige Tochter bin ich auf Vanessa Mai gekommen. Wir haben sie bisher 3 mal live gesehen, und gehen Ende Februar wieder auf ein kleines "Clubkonzert" in der Hazienda, im Hotel von Andrea Berg und ihrem Mann.

Im Sommer habe ich öfters dieses Album gespielt

https://www.amazon.de/Wachgek%C3%BCsst-Wolkenfrei/dp/B00XZKT47M

Damals hatte sie noch bei der Gruppe Wolkenfrei gespielt. Das Album finde ich persönlich besser als ihr Soloalbum. Schöne frische Sommerlieder, die sich beim Autofahren oder einem Glas Wein gut anhören.

Viele Grüße

Tom
MasterKenobi
Inventar
#36 erstellt: 26. Dez 2016, 18:19
Ich bekenne mich gern zum deutschen Schlager, auch wenn ich ihn nicht ständig hören könnte.

Aber ein Udo Jürgens, Petry, Drews, P. Alexander, Kaiser und wie sie alle heißen und sogar einige Songs von Helene Fischer(Singen kann sie ja) und den Flippers (besonders die alte sechs köpfige Ur Besetzung) dürfen auf einer richtigen Party einfach nicht fehlen.

Ganz besonders, wenn man angefangen hat zu trinken. Aber auch ohne geht's. Udo Jürgens oder zb die alten Flippers mit Songs wie Kinder des Sommers oder so, kann ich auch wunderbar nüchtern und nicht nur auf Partys ertragen. Den Udo mag ich sogar sehr gern, Hammer Stimme und Feeling bringt der teils rüber bzw hat es rüber gebracht. Ein begnadeter Künstler.

Schlager hat schon seine Berechtigung, nicht nur wenn man besoffen ist.
Und wir dürfen nicht vergessen, kein anderes Genre bringt die Generationen näher zusammen als der deutsche Schlager. Vieles ganz altes Zeugs kennt man halt noch von den LPs vom Vatern und da waren teils echt gute Sachen bei.

Ein Fan bin ich sicherlich nicht, aber das Genre des Schlager kann auf jeden Fall höllisch Spaß machen bzw kann man seine Freude an manchem haben.


[Beitrag von MasterKenobi am 26. Dez 2016, 18:45 bearbeitet]
höanix
Inventar
#37 erstellt: 26. Dez 2016, 23:01
Moin

Für einen Schlager Stammtisch melden sich wenig Schlagerhörer zu Wort.

Ich bin kein Schlagerfan aber hören kann ich Schlagermusik, zumindest hin und wieder, schon.
Es kommt immer auf die Stimmung an.
Allerdings sind es dann meistens ältere Sachen.
Durch erbliche Vorbelastung höre ich halt hin und wieder die alten Sachen die ich in meiner Kindheit kennen gelernt habe,
Also Udo Jürgens, Peter Alexander und die üblichen Verdächtigen.
Am häufigsten Alexandra und Juliane Werding.
Aber für eine regelmäßige Teilnahme an einem Stammtisch wohl nicht oft genug.

LG
Stereomensch
Ist häufiger hier
#38 erstellt: 22. Jan 2017, 01:01
Mir hat mal jemand erzählt aus der Branche, dass das Nino De Angelo Album zu Jenseits von Eden damals ganz neue Sounds hatte, die auch international so noch niemand verwendet hatte und bei den Studiocracks als besonders gelungen galt. Dieses innovative Moment fehlt mir heute nicht nur beim Schlager sondern auch bei einem Großteil des Pops.
WEr den Titel nicht mehr im Ohr hat ;), ist auch gut gesungen.
https://www.youtube....DLfOnXk-0L1A&index=1

Und ich möchte wieder unterscheidbaren Pop, ist ja gräßlich man fliegt von Hamburg nach Mailand und im Radio werden die gleichen Sachen gespielt, musikalische Verarmung
Stereomensch
Ist häufiger hier
#39 erstellt: 22. Jan 2017, 01:21
Die Akzeptanz des Schlagers als Unterhaltungsmusik ist heute auch größer als vor 10 Jahren.
Wenn ein Roland Kaiser Titel wie dieser hier über 30.000.000 Klicks hat, dann ist diese Musik auch bei Jüngeren viel weiter verbreitet als früher. Als ich Schüler war in den späten 90ern und frühen 2000ern gab es wohl niemanden der solche Musik gehört hat.


Roland Kaiser & Maite Kelly - Warum hast du nicht nein gesagt?
höanix
Inventar
#40 erstellt: 22. Jan 2017, 01:56

Stereomensch (Beitrag #39) schrieb:
In den späten 90ern und frühen 2000ern gab es wohl niemanden der solche Musik gehört hat.

Bist du dir da sicher?
Ist wie mit Big Brother und Dschungelcamp, Keiner guckt es aber alle können mitreden.

Also 90er/00er Jahre habe ich auch keinen Schlager gehört.
Aber ich glaube ich werde alt.
Mittlerweile höre ich mir das eine oder andere sogar gern an.

LG
Stereomensch
Ist häufiger hier
#41 erstellt: 24. Jan 2017, 11:07
^^
Das war aber wohl eher auf die Popularität der Sendung Big Brother zurückzuführen.
So besonders professionell war ja dieser Zlatko Trikovic als Sänger nicht.

Ist der jetzt wieder Tankwart?
Blechdackel
Stammgast
#42 erstellt: 28. Jan 2017, 21:27
Also das in den späten 90ern wirklich niemand mehr Schlager gehört hätte, konnte ich so nicht gerade feststellen.
Das war die Zeit als Dieter Thomas Kuhn und Guildo Horn bekannt und erfolgreich wurden.
Zu einem Wanderwochenende im Oktober 1998 wollte ich nicht alleine mit meinem Golf am späten Freitagnachmittag aufbrechen, aber es ergab sich über einen Bekannten schnell eine Mitfahrgelegenheit aus dem Nachbarort.

An diesem Spätnachmittag/Frühabend sass ich dann zwischen zwei weiblichen ausgelassenen Teenies(15 und 17 Jahre) auf der Rückbank eines Astra Caravan und durfte solche Songs wie "Er hat ein knallrotes Gummiboot" oder "Über den Wolken" oder "Griechischer Wein" und so weiter und ähnlich mithören. Der Vater(und Besitzer des Astra) der Jüngeren fragte auf der Autobahn einmal teilnahmsvoll zu mir nach hinten, ob ich noch da wäre.
Ich habe es ganz gut überlebt.

Heiko


[Beitrag von Blechdackel am 28. Jan 2017, 21:30 bearbeitet]
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