6-Kanal-Amp - welche EndstufenModule?

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Hifihannes
Stammgast
#1 erstellt: 27. Nov 2025, 20:53
Hallo zusammen,

ich bin gerade dabei, für meine großen Aktiv-LS neue Endstufen zu organisieren.
Die LS sind wegen Umzug und Mangel an Zeit / Prio ein paar Jahre im Keller gestanden - Jetzt habe ich aber endlich wieder Platz und auch etwas Zeit dafür.
Da die Verstärker allerdings mittlerweile die Wohnzimmer-Beschallung versorgen, muss da etwas neues her.

Die Trennung erfolgt über einen Aurora-DSP (symmetrische Ausgänge).
Für die Subs würde ich wegen der guten Erfahrungen auf die Behringer NX3000 setzen.

Was noch fehlt:
-> Sechs weitere Endstufenkanäle für HT, MT und TT.

Anforderungen:

  • Da nur 3Wege über 100Hz, ist nicht viel Leistung nötig. Vmtl. würden 50W/Kanal ausreichen.
  • Symmetrische Eingänge wären nett, aber sicher kein muss.
  • da ich direkt auf die HT gehe, wäre ein geringes Grundrauschen schön.
  • falls DIY, wäre es schön, wenn ich möglichst ohne aufwändiges Debugging auskommen könnte


Bisherige Optionen:

  • Eine Überlegung wären die t.amp S-100 MK II (oder die 75er). Wäre sicher die einfachste Lösung. Die Qualität kann ich schlecht einschätzen - im Netz habe ich verschiedenes gelesen.

  • DIY: Gremlin-Module und (Meanwell-SNT). Von Sure gibt es auch ein Board mit 3x200W, mit sehr ähnlichen Specs.
  • DIY: LJM L20.5 oder L20V10 - Mit Kühlung, Netzteil, Schutzschaltungen vmtl. die aufwändigste Lösung.
  • DIY: TPA3255-Module - scheint einer der modernsten Chips zu sein, aber die Qualität der Umsetzung v.a. der vielen "China-Boards" lässt sich schwer beurteilen.
  • DIY: TDA7294 - hier gibt es auch diverse Boards. Wie tauglich sind die einfachen Ausführungen mit minimal-Beschaltung?


Scheinbar gibt es zu jeder DIY-Option einen oder mehrere Threads, wo die Amps als das non-plus-Ultra gepriesen werden.
Soll ich mich da einfach zu einer Gruppe der Wahl dazu gesellen?

Was sind eure Meinungen und Erfahrungen?

Viele Grüße
Hannes


[Beitrag von Hifihannes am 27. Nov 2025, 23:18 bearbeitet]
kboe
Inventar
#2 erstellt: 27. Nov 2025, 21:43
Ich persönlich würde niemals auf symmetrische Verbindungen verzichten, wenn irgend möglich.
Lies mal die Bewertungen zu den T-Amps auf der T homepage. Da scheint durchaus mechanischer Trafobrumm ein Thema zu sein.
Auf audiosciencereview ist die Begringer A 800 gar nicht mal so schlecht bewertet worden. Hat Schaltnetzteil, da brummt zumindest erstmal nix
stoneeh
Inventar
#3 erstellt: Gestern, 11:11
Erstmal: schönes Lautsprecherprojekt mit sympathischen empirischen Entwicklungsansatz.

Zur Elektronikfrage: ich weiß nicht, was du für ein Budget anpeilst, aber ich würde bei einem Lautsprecher dieser Qualität Richtung NCore tendieren. Das soll nicht heißen, dass nur teure Markenware gut ist, oder dass ich einer dieser bin, der so denkt - aber ich hab schlicht sehr viel gehört / getestet, und Ncore (im konkreten Fall war's ein FA123) ist 1. das einzige Class D Modul, das ich kenne, das nicht mal mehr ansatzweise nach Class D klingt, sondern einfach nur unauffällig und neutral 2. einfach total ruhig & souverän, d.h. Hintergrundgeräusche gibt's nicht 3. Class D-typisch uneingeschränkt stabil, d.h. man hat bis zum Clipping nicht das Gefühl, dass der Amp jemals "nachlässt" / einbricht, insb. im Bass, wie es doch bei eigtl. fast allen bis allen Class ABs der Fall ist. Diese Kombination von Qualitäten ist schon was wert.
Leider gibt's NCore nur als Einbaumodul, nicht für DIY. Die Module selbst ohne Gehäuse sind leider OEM. Man muss sich also wenn man sie will Fertiggeräte mit Gehäusen vom Händler zulegen, wie zB dieses.

Wenn noch Klasse AB, dann würde ich schlicht zu einem alten AVR (rein für Nutzung via den analogen Ins und Outs) raten. Bitte die Dinger nicht unterschätzen. Ich benutze selbst aktuell für Lautsprecher einer Qualität Richtung Ende der Fahnenstange einen Denon AVR-1604, und mir geht echt kaum was ab. Der ist ruhig, "klanglich" klar und neutral (d.h. er klingt nicht wirklich nach irgendwas, was ja das Optimum ist), und selbst leistungstechnisch hab ich auch beim laut hören an ner ordentlichen Last (aktuell 2x6,5" Sats und ~12" Gesamtmembranfläche Sub) kaum was zu bemängeln.

Zu den t.amps kann ich noch beisteuern, dass ich zwar die genannten Modelle nicht hier gehabt habe, aber dafür etliche andere, und man davon mitunter 1, 2 Schlüsse ableiten kann. Generell hatten die alle eine eher minderwertige Netzfilterung, wodurch andere Geräte im Netz teilweise eingestreut hatten. In der Linkliste in meiner Signatur findest du bei Bedarf 1, 2 Berichte mit Details dazu. Aber die t.amps würde ich sowieso in dem Fall verschmähen, da wenn man schon Klasse AB will, die Lösung mit einem alten AVR sowohl günstiger als auch qualitativ besser ist.
Hifihannes
Stammgast
#4 erstellt: Gestern, 19:01
Danke für das feedback!

Ein fixes Budget habe ich nicht, würde aber gerne unter 500€ bleiben - dann bleibt mehr übrig für Akustik, etc.


Die Behringer A800 sieht tatsächlich interessant aus - das wäre vmtl. die vernünftige unkomplizierte Lösung mit dem geringsten Zeitaufwand und qualitativ vmtl. auch top.

Ein alter AVR ist was Preis/Leistung angeht vmtl. unschlagbar.
Ursprünglich hab ich die LS auch an einem aufgetrennten Denon AVR-X1300 betrieben - das war auch unauffällig (und Spotify-Connect, HDMI-ARC war im Wohnzimmer auch sehr praktisch).
Wenn ich das richtig sehe, könnte ich z.B. einen Denon AVR 3801 (oder Nachfolge-Modelle) über die EXT-Inputs auch ohne Modifikation verwenden.
Was mich bei dieser Option etwas abschreckt ist, dass die Teile je nach Modell über 20 Jahre alt sind.
Oder ist die Sorge unbegründet?


Als neue Option habe ich jetzt noch die MA12070-Amps entdeckt.
Klanglich konnte ich bis jetzt noch keine negativen Berichte finden und symmetrische Eingänge sind auch da.
Technisch sind die Chips echt interessant (und nebenbei unterstützt man noch die deutsche Halbleiterbranche ^^)
Meint ihr, dass die Leistung ausreicht?

https://www.infineon.com/assets/row/public/documents/24/49/infineon-ma12070-ds-en.pdf

viele Grüße
Hannes
stoneeh
Inventar
#5 erstellt: Gestern, 21:07

Hifihannes (Beitrag #4) schrieb:
Wenn ich das richtig sehe, könnte ich z.B. einen Denon AVR 3801 (oder Nachfolge-Modelle) über die EXT-Inputs auch ohne Modifikation verwenden.


Ja. Jeder Kanal hat einen analogen Cinch Input. Man kann dann vorne im Bedienungsfeld beim Eingangswahlschalter über Ext In bzw. Analog diese wählen, und damit umgeht man die Digitalsektion des AVR komplett und hat einfach einen, je nach Modell, 5 bis 7 Kanal analogen Amp.


Hifihannes (Beitrag #4) schrieb:
Was mich bei dieser Option etwas abschreckt ist, dass die Teile je nach Modell über 20 Jahre alt sind.
Oder ist die Sorge unbegründet?


Ich kann jetzt auf Basis einer einzelnen Erfahrung keine Pauschalaussage tätigen, aber als Anhaltspunkt: vor seinem jetzigen Einsatzzweck hat mein Denon 1, 2 Jahre als Amp in einem Test-/Entwicklungssystem an sehr großer, und noch dazu niederohmiger (mehrere Kanäle, von 1,5 bis 3,5 Ohm ZMin) Last gedient. Und er spielt nun noch genau so wie ich ihn bekommen habe. Also, können schon auch halten, die Dinger, trotz des Alters.
Kay*
Inventar
#6 erstellt: Heute, 01:20

Hifihannes (Beitrag #1) schrieb:
Hallo zusammen,

Bisherige Optionen:

  • Eine Überlegung wären die t.amp S-100 MK II (oder die 75er). Wäre sicher die einfachste Lösung. Die Qualität kann ich schlecht einschätzen - im Netz habe ich verschiedenes gelesen.

  • DIY: Gremlin-Module und (Meanwell-SNT). Von Sure gibt es auch ein Board mit 3x200W, mit sehr ähnlichen Specs.
  • DIY: LJM L20.5 oder L20V10 - Mit Kühlung, Netzteil, Schutzschaltungen vmtl. die aufwändigste Lösung.
  • DIY: TPA3255-Module - scheint einer der modernsten Chips zu sein, aber die Qualität der Umsetzung v.a. der vielen "China-Boards" lässt sich schwer beurteilen.
  • DIY: TDA7294 - hier gibt es auch diverse Boards. Wie tauglich sind die einfachen Ausführungen mit minimal-Beschaltung?


m.M.
jede "alte" Rotel-Mehrkanal-Endstufe übertrifft deine Überlegungen
Buddy_Casino
Stammgast
#7 erstellt: Heute, 05:57

Hifihannes (Beitrag #4) schrieb:
Als neue Option habe ich jetzt noch die MA12070-Amps entdeckt.

Ich finde die super, hab schon zwei Verstärker damit gekauft. Klanglich unauffällig im besten Sinne. Performance im tiefen Bassbereich kann ich nicht beurteilen wegen aktiv-sub.
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