welchen OPA?

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chilman
Inventar
#1 erstellt: 26. Aug 2006, 20:12
hmm ich poste hier ma für nen kumpel, der sich auch intensiv mit elektronik beschäftigt, is aber zu faul zum anmelden, dauert auch zu lange für ne simple frage...

er sucht einen operationsverstärker für audioanwendungen für seinen selbstgefrickelten class-a verstärker...
die eckdaten wären:eingangspegel ca. 1v
die versorgungsspannnung sollte +/- 15V sein, die verstärkung 20fach, am ausgang sollten mindestens 2mA zur verfügung stehen...
prinzipiell wäre es nun kein problem ein paar datenblätter zu durchwälzen, nur geht es hier auch um den klang, also persönliche empfehlungen....
er hat schon erfahrung mit dem TL072, da würde er ma gerne wissen, wie der sich so im vergleich schlägt...
ich bin ja grad dabei nen phono-pre aufzubauen mit nem lm5534, der soll ja nicht schlecht sein, nur wie ist der im vergleich zum 072er bzw. wie steht der allgemein dar?
KSTR
Inventar
#2 erstellt: 26. Aug 2006, 23:27

chilman schrieb:
die eckdaten wären:eingangspegel ca. 1v
die versorgungsspannnung sollte +/- 15V sein, die verstärkung 20fach
Wie soll das gehen mit +-15V Vb, wenn also +-20V Ausgangsspannung rauskommen sollen, bei 1V(peak) am Eingang (d.h. +-1V Spannungshub)? oder gar 1V(rms) am Eingang.

Sei dem auch wie...
Mit z.B. einem Burr-Brown OPA604 wird er glücklich: billig, +-24V Vb, mehr als genug Ausgangsstrom, "klingen" tut er auch gut (wenn er in ordentlichem und sauber aufgebautem Umfeld läuft, darauf kommt es nämlich viel mehr an)

Und es gibt genug Threads hier wo's um OpAmps geht, zu finden per Suchfunktion und halt dem gewünschten Typ: TL072, NE5534, OPA604, OP627, AD797(sehr gut für Phono), AD825, OP275...

Grüße, Klaus
detegg
Inventar
#3 erstellt: 27. Aug 2006, 09:38

chilman schrieb:
lm5534, der soll ja nicht schlecht sein, nur wie ist der im vergleich zum 072er ?

Zusatz:
allg. unterscheiden sich die TL07x OPAs durch die Eingangsstufe von den anderen genannten. Die TL07x haben eine FET-Eingangsstufe, die sehr kleine Ströme zieht und sehr hochohmig angesteuert werden kann.
Die anderen OPAs wie NE5534, OPA604 etc. haben bipolare Eingangsstufen mit Transistoren - höhere Eingansströme und lieben niederohmige Ansteuerung.
In Audioschaltungen bestimmt die Art der Ansteuerung eines speziellen OPAs mit über das gesamte Rauschverhalten.

Gruß
Detlef
richi44
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 27. Aug 2006, 09:43
Eigentlich "klingt" ein OPV nicht. Er kann einen miesen Frequenzgang haben, wenn man die Schaltung falsch aufbaut, er kann klirren oder rauschen. Dies alles ist aber vom Schaltungsdesign abhängig und davon, ob man die grundlegenden Vorgaben beachtet.

Dazu gehört, dass ein bipolarer OPV wie der NE5534 eine optimale Quellimpedanz von rund 10k verlangt. Damit ist das Rauschen des Quellwiderstandes etwa gleich gross oder grösser wie das Eigenrauschen des OPV, sodass das Signal nicht all zu stark verschlechtert wird.
Bei kleineren oder grösseren Widerständen verschlechtert sich das Verhältnis von Quellwiderstandsrauschen und Eigenrauschen des OPV.

Ein TL072 ist ein rauscharmer FET-OPV. Seine Rauschspannung ist wesentlich höher. Dafür kann er mit sehr hohen Quellimpedanzen betrieben werden. Er wäre also für irgendwelche Kristallanwendungen (Kristallmikrofone, Plattenspieler mit Piezo-System) einsetzbar oder bei Hochpegel-Signalen, wo das Rauschen eine untergeordnete Rolle spielt.

Ein Entzerrverstärker stellt nun eine ziemlich ungünstige Konstellation mit seinen 47k Eingangsimpedanz dar. Je nach System ist das Rauschen sowohl für den bipolaren als auch für den FET-OPV ungünstig. Daher wird (siehe mein Entzerrverstärker bei den Bauvorschlägen
http://www.hifi-foru...orum_id=103&thread=3 )
oft ein Eingangstransistor (-Paar) verwendet, der durch die Wahl des Arbeitspunktes auf minimales Rauschen abgestimmt werden kann.
Basteltante
Inventar
#5 erstellt: 27. Aug 2006, 09:57
ein Päärchen BC264 (Achtung, schwer zu beschaffen) leistet da beachtliches, dahinter ist es schön niederohmig und man kann sich sorglos was gutes aufbauen.
KSTR
Inventar
#6 erstellt: 28. Aug 2006, 11:56

detegg schrieb:
Die anderen OPAs wie NE5534, OPA604 etc. haben bipolare Eingangsstufen mit Transistoren
Hä? OPA604: FET-Input, Low Distortion Operational Amplifier (Rev. A) (opa604.pdf, 637 KB)
KSTR
Inventar
#7 erstellt: 28. Aug 2006, 12:05

richi44 schrieb:
Eigentlich "klingt" ein OPV nicht. Er kann einen miesen Frequenzgang haben, wenn man die Schaltung falsch aufbaut, er kann klirren oder rauschen. Dies alles ist aber vom Schaltungsdesign abhängig und davon, ob man die grundlegenden Vorgaben beachtet.
Na ja, in einer Schaltung mit hohem Noise-Gain (die typische Klangregelschaltung z.B.) "klingt" ein OpAmp beträchtlich, und zwar umso mehr, je weniger Gain-Reserve er hat. Da misst man deutlich (und hört es evtl. auch) einen Unterscheid zwischen einem TL071 und einem OPA627, oder einem NE5534 und einem AD797.

Grüße, Klaus
KSTR
Inventar
#8 erstellt: 28. Aug 2006, 12:16

Basteltante schrieb:
ein Päärchen BC264 (Achtung, schwer zu beschaffen) leistet da beachtliches, dahinter ist es schön niederohmig und man kann sich sorglos was gutes aufbauen.
Sind die besser als ein U401?


[Beitrag von KSTR am 28. Aug 2006, 12:20 bearbeitet]
detegg
Inventar
#9 erstellt: 28. Aug 2006, 12:47
Basteltante
Inventar
#10 erstellt: 28. Aug 2006, 13:47
hab noch keine U401 verarbeitet, kann dazu nichts sagen.
BC264 ist ein Oldie FET der sehr gern in der allerersten Stufe von Mikrofonpreamps auftaucht. Er arbeitet dort mit allergeringsten Rauschpegeln.
richi44
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 29. Aug 2006, 05:46

KSTR schrieb:

richi44 schrieb:
Eigentlich "klingt" ein OPV nicht. Er kann einen miesen Frequenzgang haben, wenn man die Schaltung falsch aufbaut, er kann klirren oder rauschen. Dies alles ist aber vom Schaltungsdesign abhängig und davon, ob man die grundlegenden Vorgaben beachtet.
Na ja, in einer Schaltung mit hohem Noise-Gain (die typische Klangregelschaltung z.B.) "klingt" ein OpAmp beträchtlich, und zwar umso mehr, je weniger Gain-Reserve er hat. Da misst man deutlich (und hört es evtl. auch) einen Unterscheid zwischen einem TL071 und einem OPA627, oder einem NE5534 und einem AD797.

Grüße, Klaus

Typischerweise wird bei einer Klangregelschaltung nur die Reglerdämpfung ausgeglichen und das sind üblicherweise 20dB. Da ist bei fast jedem halbwegs anständigen OPV genug Verstärkungsreserve vorhanden.
Kritisch wird es bei bipolaren, wenn die gewählte Schaltung zu hochohmig ist. Aber das gehört dann in den Bereich, den ich erwähnt habe, nämlich die Berücksichtigung der jeweiligen Vorgaben.
richi44
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 29. Aug 2006, 05:53

Basteltante schrieb:
hab noch keine U401 verarbeitet, kann dazu nichts sagen.
BC264 ist ein Oldie FET der sehr gern in der allerersten Stufe von Mikrofonpreamps auftaucht. Er arbeitet dort mit allergeringsten Rauschpegeln.

Die BC264 wurden hauptsächlich in den Kondensatormikrofonkapseln direkt verbaut (Neumann KM84). In normalen Mik-Vorverstärkern haben sie nichts zu suchen, weil man da ja nicht auf den hochohmigen Eingang angewiesen ist (Quellimpedanz 200 Ohm), sondern mit bipolaren Schaltungen und entsprechender Wahl des Arbeitspunktes eine möglichst hohe Rauscharmut an 200 Ohm erzielen will.
Bei Entzerrerverstärkern (MM) ist gerade die Grenze erreicht, denn bipolare müssen dort mit recht geringen Strömen betrieben werden, was gelegentlich bei starken HF-Feldern zur Demodulation führt.
Für MC sind diese FETs nicht geeignet, weil sie ja typischerweise eine hohe Rauschspannung aufweisen, was bei extrem niederohmigen Quellen nicht optimal ist.
In der Praxis werden oft bis zu 10 ausgesuchte bipolare Transistoren parallel betrieben, um die Rauschleistung im Verhältnis zur Nutzspannung zu optimieren.
Basteltante
Inventar
#13 erstellt: 29. Aug 2006, 06:02
ich sammel u.a. auch alte Dokumente, Gott seis gedankt

Verweise auf die FUNKSCHAU Heftt 22 Jg. 1986
da sind sie verbaut, im Vorverstärker, erste Stufe. Dieser MicPre reicht an die technisch unterste Rauschgrenze heran, kanns also. Ganz vorn sitzt der Studioübliche Haufe Trafo, direkt dahinter die beiden FETSs.
richi44
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 29. Aug 2006, 06:29
Wie gross das Rauschen in dem Falle ist, hängt vom Übersetzungsverhältnis des Trafos ab.
Üblicherweise wird bei analogen Mikstufen ein Rauschen unter 5dB bezogen auf 200 Ohm angestrebt. Das kriegt man hin mit einem NE5534 und einem Eingangstrafo mit 10dB Übersetzung, oder mit einem vorgeschalteten LM394 (beide Trans. parallel) oder den heutigen MIK-Amp IC. Man müsste folglich bei der Funkschauschaltung das Übersetzungsverhältnis wissen.

Wir sind hier eigentlich von Schaltungen ohne Trafo ausgegangen (ich zumindest) und das ergibt halt schon ein etwas anderes Bild..
Basteltante
Inventar
#15 erstellt: 29. Aug 2006, 07:50

richi44 schrieb:
Wie gross das Rauschen in dem Falle ist, hängt vom Übersetzungsverhältnis des Trafos ab.

das ist ein Haufe BV511 mit 1:30
KSTR
Inventar
#16 erstellt: 29. Aug 2006, 10:36

richi44 schrieb:
In der Praxis werden oft bis zu 10 ausgesuchte bipolare Transistoren parallel betrieben, um die Rauschleistung im Verhältnis zur Nutzspannung zu optimieren.
Im LM394 tut man genau das, da sind ja schon ja 50 Transistoren pro Seite integriert... im wirklich guten Hypbid-OpAmp 990 ist er ja auch drin... und der hat an niederohmigen Quellen locker 6dB weniger Rauschen als der NE5534.

Aber 1:30-Stepup + FET kann sicher auch was. Aber gibt das nicht 900-fach multiplizierte Millerkapazität? Kenne die Funkschau-Schaltung nicht, laufen die FETs also deswegen als Kaskode? Oder als Source-Folger?

Grüße, Klaus
Basteltante
Inventar
#17 erstellt: 29. Aug 2006, 12:20


[Beitrag von Basteltante am 29. Aug 2006, 12:22 bearbeitet]
falcone
Stammgast
#18 erstellt: 29. Aug 2006, 15:44
hallo!
naja, quasi zum thema:
in einem Sub-Aktivfilter (von zucker) werden als OPV's NE5532 vorgeschlagen. Da ich noch einige TL081 hab, sowie UA741, wollt ich fragen, ob ich die verwenden kann und wenn beide Typen okay sind, welchen ich den Vorzug geben sollte. Versorgungsspannung passt.
grüße, falcone
Basteltante
Inventar
#19 erstellt: 29. Aug 2006, 16:02
081 nur für untergeordnete Zwecke, 741 garnicht, = Rauschbombe
falcone
Stammgast
#20 erstellt: 29. Aug 2006, 18:00
hui, okay.
der NE5532 ist ein dualer OPV. wie der LM358, den hab ich nun in ausreichender Anzahl gefunden. werde es damit prototypartig versuchen. katastrophe?
Basteltante
Inventar
#21 erstellt: 29. Aug 2006, 18:11
kannst du sorglos nehmen. der Kompensations-C den der 5534 braucht ist bei den beiden Hälften des 5532 bereits integriert.
KSTR
Inventar
#22 erstellt: 29. Aug 2006, 22:30
@Basteltante:
Danke für das Schaltungsdetail. T1 ist ja "bloß" als low-leakage/low-capacitance-Schutzdiode verschaltet, damit ein zu negativer Eingangspuls nicht das Gate von T2 frißt...

Den Doppelfet U401 bzw. dessen Commercial Variante SST404 (SO8) kann ich sehr empfehlen, hat sehr ähnliche Grunddaten (typischer JFET halt). Im Rauschen ist er wohl noch besser, so wie's aussieht: 10nV/SQRT(Hz) gegenüber 40nV/SQRT(Hz), @10Hz. Als SRPP Sourcefolger nach Abgleich DC-fähig, mit traumhaften Daten Rin, Cin, En

Grüße, Klaus
falcone
Stammgast
#23 erstellt: 31. Aug 2006, 21:56
auch @ basteltante:
der OPV (LM358 statt NE5532)funzt in zuckers sub-weiche. freue mich, hab keine bauteile kaufen müssen. IC hat gleiche PIN-Belegung. alles supa.
thanx
Basteltante
Inventar
#24 erstellt: 01. Sep 2006, 05:13
danke KSTR

ich hab mir eine Schachtel dieser SST404 bestellt. Bin nämlich eine große Freundin von Sperrschicht-FETs in Verstärkern und Vorstufen.
KSTR
Inventar
#25 erstellt: 01. Sep 2006, 19:48
Bitte, Manu, gern geschehen.

Dann kennst du bestimmt auch die JFET-AppNote von Siliconix:
AN102 , JFET Biasing Techniques... und falls nicht dann halt jetzt

Hat mit auch bei Röhrenschaltungen schon öfter mal geholfen.

Grüße, Klaus
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