Wohnzimmer - Absorberplatten hinter Sofa - sinnvoll?

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synes83
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 22. Mai 2020, 14:27
Hallo liebe Community,

ich würde gerne Eure Meinung erfahren oder euren Rat in Anspruch nehmen.

Ich ziehe bald in eine neue Wohnung. Im Wohnzimmer (28qm), so meine Idee, würde ich gerne Absorberplatten in unterschiedlichen dicken (3-7cm) hinter dem Sofa anbringen.

Jetzt habe ich ein bisschen recherchiert und eigentlich ist immer die Rede davon, die Platten an den Seitenwänden bei den Punkten der Erstreflexion anzubringen. Hier befinden sich jedoch Fensterfront und Eingangstür, folglich ist dies nicht möglich.

Macht es denn überhaupt Sinn, Absorberplatten hinter die Couch anzubringen? Wir würden dies auch aus "ästhetischen" Gründen machen wollen.

Ich habe auch ein Bild vom Wohnzimmer inklusive Einrichtung, welches ich jedoch gerade nicht hochgeladen bekommen. Ärgerlich.

Herzlichen Dank für eure Antworten.


[Beitrag von synes83 am 22. Mai 2020, 14:29 bearbeitet]
GAREA
Stammgast
#2 erstellt: 22. Mai 2020, 15:00
Ja, macht Sinn, da auch von der Rückwand Reflexionen zum Hörplatz kommen.
Über ein Deckensegel aus Absorbern könntet ihr auch noch nachdenken.
AusdemOff
Stammgast
#3 erstellt: 22. Mai 2020, 15:00
Bevor man überlegt was eventuell wo angebracht werden soll, ist es extrem hilfreich zuerst einmal
nachzumessen was denn eventuell wo absorbiert werden soll.

Hierzu bietet sich ein PC/MAC mit REW oder CARMA software plus Messmikrofon UMIK-1 an.
Die Software ist unentgeltlich, das Mikro kostet ca. EUR 100,-
DJBonoBobo
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 22. Mai 2020, 16:45
Wie weit steht das Sofa denn von der Rückwand entfernt? Normalerweise ist die Sitzposition umso schlechter, je näher man an der Rückwand sitzt.
In jedem Fall sind Absorber an der Rückwand sinnvoll, ja. Ich würde allerdings dringend zu viel dickeren Modellen raten. Mindestens 10cm, besser mehr. Wie dringend das alles ist, sieht man natürlich am besten mit Messungen, das ist richtig.
GAREA
Stammgast
#5 erstellt: 22. Mai 2020, 17:18
Wichtig ist das Material, für das du dich entscheidest. Davon hängt maßgeblich die notwendige Dicke ab. Bei 3-7cm tippe ich auf Basotect. Warum unterschiedliche Dicken? Nur wegen der Optik?

http://www.acousticmodelling.com/porous.php
Damit kannst du was rumspielen und siehst, welche Dicke je nach längenbez. Strömungswiderstand (bei Basotect ~14000 Pa*s/m2) sinnvoll ist.

10cm (+ evtl. Air Gap) ist so ziemlich das Optimum für Materialien wie Basotect.


[Beitrag von GAREA am 22. Mai 2020, 17:44 bearbeitet]
synes83
Schaut ab und zu mal vorbei
#6 erstellt: 22. Mai 2020, 20:15

DJBonoBobo (Beitrag #4) schrieb:
Wie weit steht das Sofa denn von der Rückwand entfernt? .........
Mindestens 10cm besser mehr. ........
sieht man natürlich am besten mit Messungen.


Ich sitze auf einem Sessel mitten im Raum. Das heißt das ich ca. 3m von den Boxen weg sitze und hinter mir noch 1 Meter ist.

10 cm, da streikt meine Frau, befürchte ich =D

Messungen könnte ich nicht interpretieren, muss ich sagen. Das würde mir nichts bringen.
synes83
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 22. Mai 2020, 20:18

GAREA (Beitrag #5) schrieb:
Bei 3-7cm tippe ich auf Basotect. Warum unterschiedliche Dicken? Nur wegen der Optik?


Genau, Basotect war mein Gedanke. Unterschiedliche Dicken wegen der Optik, genau. Aber ich dachte, dass es vielleicht auch noch ein bisschen diffus wirkt?

Beim Rest von dem was du schreibst, versteh ich nur Bahnhof Aber ich gucke, dass ich was verstehe. Danke auf jeden Fall.
synes83
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 22. Mai 2020, 20:24
Wohnzimmer
Per Handy konnte ich nun das Foto hochladen. Hier sieht man denke ich ganz gut, wie der Raum aufgebaut ist.
GAREA
Stammgast
#9 erstellt: 22. Mai 2020, 20:34
Zu Diffusion kann ich nicht viel sagen (da ich selbst keine Diffusoren habe).
Von dem was ich gehört / gelesen habe, scheint es, als dass man für sinnvolle Diffusion deutlich mehr Abstand nach hinten braucht (deutlich mehr als 1m).

Zur Absorption:
Du kannst im Link ja einfach mal die Kurven für unterschiedliche Dicken vergleichen.

Z.B.

90B3959A-03C3-450D-9C9D-10FC2CBFB73C

Blau: 10cm
Grün: 5cm

10cm absorbiert unterhalb von 1000Hz also deutlich besser als 5cm.


Wie groß sollen die Absorber eigentlich werden?


[Beitrag von GAREA am 22. Mai 2020, 20:52 bearbeitet]
AusdemOff
Stammgast
#10 erstellt: 22. Mai 2020, 23:09

synes83 (Beitrag #6) schrieb:
Messungen könnte ich nicht interpretieren, muss ich sagen. Das würde mir nichts bringen.

Also sinnlos mal irgendwelche Diffusoren und Absorber irgendwo hingeklebt, weil irgendjemand meint das das bei ihm zu Hause
gut funktioniert hat? Man nennt dies auch Try and Error. Meistens Error. Die Frau hat da schon recht.

GAREA (Beitrag #9) schrieb:
10cm absorbiert unterhalb von 1000Hz also deutlich besser als 5cm.
Wie groß sollen die Absorber eigentlich werden?

Also absorbieren sie in diesem Bereich genauso schlecht. War die Frage ernst gemeint oder sollen die Absorber nur im höheren Frequenzbereich absorbieren?

Leute ehrlich, wenn man so an das Thema Akustik herangeht kann es nur schief gehen, oder man erhält
Zufallsergebnisse. Wenn das mit dem Messen nichts wird, und aus der Ferne ist sowieso jeder auch noch so gut gemeinte Rat
fast sinnlos, kann man hier viel Geld und Aufwand sparen. Jeder Raum ist anderes. Da spielen viele Faktoren hinein.

Absorber machen nur dann Sinn, wenn man weiß wo der Raum reflektiert. Tiefe oder hohe Frequenzen? Ist der Raum
bereits eher dumpf oder hallig? Wenn man z. B. den Hall ein wenig in den Griff bekommen will, kann man, von der Hörposition
aus gesehen. an der Wand mit einem Spiegel entlangfahren bis man im Spiegel den LS sieht. An dieser Stelle würde dann ein
Absorber kommen. Wie breit und wie hoch? Hängt vom Abstrahlverhalten des LS ab. Wäre der Raum dumpf, käme ein
Diffusor in Betracht. Diesen könnte man auch als Deckensegel ausführen. Nur eine von vielen Möglichkeiten.

Neigt der Raum zum Dröhnen? Das helfen keine Diffusoren und Absorber aus Basotect mehr. Dann wird es richtig kompliziert.
Handelt es sich um horizontal oder vertikal Moden? Welche Frequenz haben die? Von der jeweiligen Frequenzüberhöhung
hinge die Dimension des Absorbers ab. Ich bin mir ziemlich sicher, das ein Helmholtzr Resonator gar nie nicht das Wohlwollen
der Lebensabschnittsbegleitung finden wird. Auch wenn dieser das Dröhnen in den Griff bringen sollte.

Lange Rede gar kein Sinn: am besten wäre es sich professionelle Hilfe zu besorgen, da das mit dem Messen und
dessen Interpretation doch schwierig sein sollte. Kostet aber auch Geld, oftmals nicht wenig. Alternative:
Man besorgt sich den einen oder anderen elektronischen Helfer. Wunder können die zwar auch nicht, können aber
zumindest meist das gröbste ausbügeln. Die Dinger setzen aber voraus, das man einen AVR oder Verstärker besitzt bei dem
man die Vor- und Endstufe auftrennen kann.
GAREA
Stammgast
#11 erstellt: 22. Mai 2020, 23:49

AusdemOff (Beitrag #10) schrieb:

GAREA (Beitrag #9) schrieb:
10cm absorbiert unterhalb von 1000Hz also deutlich besser als 5cm.
Wie groß sollen die Absorber eigentlich werden?

Also absorbieren sie in diesem Bereich genauso schlecht. War die Frage ernst gemeint oder sollen die Absorber nur im höheren Frequenzbereich absorbieren?

Du meinst, dass 10cm dickes Basotect unter 1000 (Tausend) Hz schlecht absorbiert...? Was nutzt du dann für die Erstreflexionen im Bereich zwischen ~400 und 1000 Hz, z.B. an den Seitenwänden? Es geht um Erstreflexionen, nicht darum den Bass in den Griff zu kriegen. Den Bass (oder grob gesagt alles bis 300/400Hz) behandelt man grds. auch nicht speziell an den Erstreflexionsstellen, sondern dick und möglichst vollflächig an einer Wand oder auch „nur“ in den Raumkanten.
Die ganze Rückwand fett mit Sonorock auszufüllen steht hier doch gar nicht zur Disposition.

Als wohnraumtaugliche Lösung bleibt für den Bass eigentlich nichts anderes übrig als Elektronik, da hast du recht.... Außer jemand baut ihm schicke Helmhöltzer.


AusdemOff (Beitrag #10) schrieb:
Leute ehrlich, wenn man so an das Thema Akustik herangeht kann es nur schief gehen, oder man erhält
Zufallsergebnisse. Wenn das mit dem Messen nichts wird, und aus der Ferne ist sowieso jeder auch noch so gut gemeinte Rat
fast sinnlos, kann man hier viel Geld und Aufwand sparen. Jeder Raum ist anderes. Da spielen viele Faktoren hinein.


Dem stimme ich zu, natürlich sollte man vorher messen, was die Probleme sind.
Aber dass eine Rückwand, vor der man nur 1m entfernt ist, und die nicht speziell akustisch vorbehandelt ist, nicht wunderbar reflektiert, ist quasi ausgeschlossen. Das sind immerhin gerade mal ~6ms Laufzeitdifferenz zum Direktschall. An der Rückwand hat man nunmal auch Erstreflektionspunkte. Und genau darum ging es ja im ersten Post (an den Seitenwänden kann er nix an die ER-Punkte setzen... bringt es was, die Absorber an die Rückwand zu setzen).




AusdemOff (Beitrag #10) schrieb:
Absorber machen nur dann Sinn, wenn man weiß wo der Raum reflektiert. Tiefe oder hohe Frequenzen? Ist der Raum
bereits eher dumpf oder hallig? Wenn man z. B. den Hall ein wenig in den Griff bekommen will, kann man, von der Hörposition
aus gesehen. an der Wand mit einem Spiegel entlangfahren bis man im Spiegel den LS sieht. An dieser Stelle würde dann ein
Absorber kommen. Wie breit und wie hoch? Hängt vom Abstrahlverhalten des LS ab. Wäre der Raum dumpf, käme ein
Diffusor in Betracht. Diesen könnte man auch als Deckensegel ausführen. Nur eine von vielen Möglichkeiten.

Den Spiegel kann er sich sparen. Ein bisschen Geometrie (Einfallswinkel = Ausfallswinkel) und es bleiben die ER-Punkte an Seitenwänden, Decke, Boden und Rückwand (mal ausgenommen dass sie von irgendwelchen Gegenständen verdeckt werden). Gibt sogar Tools im Internet, die das für einen erledigen.
Wenn das noch nicht reicht, kann man anschließend mit ner Schnur noch die übrigen Spitzen im ETC suchen. Aber ein Spiegel hat mE keinen Mehrwert.

Der TE sollte aber vielleicht nochmal genau(!) erklären, was er erreichen will. Für mich klang es nach Reflexionen und Nachhall verringern (eben weil er sich für Basotect interessiert hat und es genau für diesen Zweck genutzt wird). Dass er damit kein Bassdröhnen reduziert, ist klar.
Genauso wenig bringen elektronische Helfer was gegen Reflexionen und Nachhall - die Hauptprobleme neben Bassdröhnen in den meisten Wohnräumen.


[Beitrag von GAREA am 23. Mai 2020, 02:48 bearbeitet]
synes83
Schaut ab und zu mal vorbei
#12 erstellt: 23. Mai 2020, 01:24

Also sinnlos mal irgendwelche Diffusoren und Absorber irgendwo hingeklebt, weil irgendjemand meint das das bei ihm zu Hause gut funktioniert hat?
Wer meint, dass es bei ihm zuhause gut funktioniert? Vielleicht kann der mir ja helfen..."Irgendwo" habe ich präzisiert im Ausgangsposting, hinter die Couch (inklusive Bild des Wohnzimmers).


an der Wand mit einem Spiegel entlangfahren bis man im Spiegel den LS sieht. An dieser Stelle würde dann ein Absorber kommen

habe ich in meinem ersten Posting erklärt warum dies nicht funktioniert und ausgeschlossen


am besten wäre es sich professionelle Hilfe zu besorgen
...das dachte ich mir auch nach dem Lesen deines Beitrags.
DJBonoBobo
Ist häufiger hier
#13 erstellt: 23. Mai 2020, 12:48
Als du in deinem ersten Post "hinter dem Sofa" geschrieben hast, habe ich natürlich gedacht, dass du auch auf dem Sofa sitzt zum Hören. Hinter der Hörposition hat man - wie ja schon gesagt wurde - natürlich in jedem Fall einen Reflexionspunkt.
Da das aber nicht so ist, sind die Einwände aus dem Off inhaltlich schon richtig. Denn wenn du jetzt hinter dem Sofa (also asymmetrisch versetzt auf einer Seite hinter deiner Hörposition) dünne Absorberchen installierst, könnte sich das möglicherweise auch negativ auswirken.
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