Raummaße Neubau Wohnzimmer

+A -A
Autor
Beitrag
Audiophilharmonic21
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 29. Nov 2025, 16:57
Hallo zusammen,
ich plane aktuell mein Einfamilienhaus und möchte das Wohnzimmer akustisch möglichst optimal planen. Natürlich wird es nach Fertigstellung noch mit Absorbern und Diffusoren ausgestattet, aber ich möchte gern nach eurer Meinung/Expertise fragen was die Raumabmessungen angeht.
Beim aktuellen Stand hat es eine Tiefe von 4,26m und der gesamte offene Wohn-/Essbereich eine Breite von 11,26 (beides Innenmaße). Ich habe geplant diesen Großraum bei Bedarf mit einem Akustikvorhang abtrennen zu können und daher wäre die Frage, an welcher Stelle es optimal wäre diesen einzuziehen und ob die Raumtiefe von 4,26 gut ist oder etwas mehr besser wäre. Im Anhang seht ihr den Plan. TV und Lautsprecher sollen aber nicht wie hier an der rechten Wand stehen, sondern an der oberen und von „oben nach unten“ spielen.

Ich bedanke mich im Voraus für euren Input.
Majas_Patenonkel
Ist häufiger hier
#2 erstellt: 29. Nov 2025, 18:03
Ich würde an Deiner Stelle ein separates Zimmer für dieses Hobby vorsehen, wo Du keine Kompromisse eingehen musst und diesen Raum nach Lust und Laune gestalten kannst.
Audiophilharmonic21
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 01. Dez 2025, 13:01
Das kommt vielleicht mal, aber im Wohnzimmer soll das Filme schauen und Musik hören ja auch Spaß machen. Wenn man schon die Möglichkeit hat das zu planen, möchte ich versuchen es möglichst optimal hinzubekommen. Wie seht ihr denn die Tiefe von 4,26 m des Raums bzw. auch im Verhältnis zur Höhe (2,60 m) und vor allem zur Breite (Stelle des vorgesehenen Raumtrenner-Vorhangs (ca. bei 6 m)? Es gibt ja verschiedene Verhältnisse (Goldener Schnitt zB)..
Yamahaphilist
Stammgast
#4 erstellt: 01. Dez 2025, 14:12
Beispielsweise

https://takustik.com/de/montage/heimkino-einrichten/

https://www.heimkino...FheaOFLnYBEyEz1-Azmw

Es gibt zig Internetseiten, die sich mit deinem Wunsch befassen.
Solange der Raum kein Quadrat sondern in irgendeiner Form rechteckig ist, läßt sich vieles umsetzen.
Molle2
Stammgast
#5 erstellt: 02. Dez 2025, 06:55
Frag doch mal die maus, ähh die KI:
Für eine optimale Raumakustik gibt es keine exakten, universellen Maße, da dies von der Raumnutzung (HiFi-Hörraum, Studio, Büro, Klassenzimmer) und dem Raumvolumen abhängt.

Das wichtigste Ziel bei den Raummaßen ist die Vermeidung ungleichmäßiger Anregung von Raummoden (stehende Wellen), die besonders im Bassbereich zu Dröhnen oder Auslöschungen führen.

Hier sind die wichtigsten Empfehlungen für die Verhältnisse der Raumdimensionen (Höhe : Breite : Länge):
📐 Optimale Verhältnisse (Faustregeln)

Am ungünstigsten sind Räume mit gleichen oder ganzzahligen Vielfachen der Dimensionen (z. B. 4×4×2 m oder 4×8 m Grundriss), da hier die Raummoden derselben Frequenz zusammenfallen und sich gegenseitig verstärken.

Günstige Verhältnisse vermeiden dieses Zusammentreffen von Moden und sorgen für eine gleichmäßigere Verteilung der Resonanzen:

Verhältnisse nach Bolt (oft zitiert):

1,0:1,14:1,39

1,0:1,28:1,54

1,0:1,60:2,33

Praxisorientierte Empfehlungen für Grundrisse (Breite : Länge):

1:1,5 (oder 2:3)

1:1,33 (oder 3:4)

Beispiel: Bei einer typischen Raumhöhe von 2,50 m wäre nach dem Verhältnis 1,0:1,28:1,54 eine Breite von 2,50×1,28=3,20 m und eine Länge von 2,50×1,54=3,85 m günstig.
🏠 Weitere wichtige Punkte

Grundriss: Ein rechteckiger Grundriss ist akustisch meistens besser als quadratisch, L-förmig oder stark asymmetrisch. Dachschrägen können ebenfalls vorteilhaft sein, da sie Parallelität vermeiden.

Nachhallzeit: Neben den Raummaßen ist die Nachhallzeit (T60​) entscheidend. Sie sollte je nach Raumnutzung und Volumen in einem bestimmten Frequenzbereich liegen.

Hörraum/Wohnzimmer: Oft angestrebt werden Werte unter 0,5 Sekunden, für kritische HiFi-Anwendungen sogar unter 0,4 Sekunden.

Büros/Klassenzimmer: Hier gelten Vorgaben aus Normen wie der DIN 18041, die von der Nutzung abhängen.

Akustische Behandlung: Selbst bei optimalen Raummaßen ist eine akustische Behandlung (Absorber, Diffusoren) fast immer notwendig, um die Nachhallzeit zu korrigieren und die Moden in den Griff zu bekommen, insbesondere in den Ecken.

Möchten Sie wissen, welche idealen Raummaße für ein spezifisches Raumvolumen oder eine spezifische Nutzung (z. B. Heimkino, Musikstudio) empfohlen werden?

Das von Ihnen angegebene Raumverhältnis (H×B×L) von 2,6 m × 2,26 m × 11,26 m ist akustisch extrem ungünstig für die meisten Anwendungen, da es sich um einen sehr langen und schmalen Raum handelt.

Die dominierenden akustischen Probleme sind:
🚨 Extrem ungleiche Modenverteilung

Die Raumdimensionen liegen im Verhältnis von ca. 1:0,87:4,33 (bezogen auf die Höhe von 2,6 m) oder genauer:
H:B:L≈2,6:2,26:11,26
B:L≈1:5

Dieses Verhältnis führt zu folgenden Problemen:

Längenmoden (Länge): Durch die enorme Länge von 11,26 m liegen die Moden sehr dicht beieinander. Dies führt zu einem sehr unruhigen, ungleichmäßigen Bassbereich mit starken Überhöhungen und Auslöschungen entlang der Länge.

Breitenmoden (Breite): Die Breite von 2,26 m und die Höhe von 2,6 m sind sehr ähnlich. Hier fallen die Moden nahezu zusammen oder liegen in Vielfachen sehr dicht beieinander. Dies führt zu starken, überbetonten Resonanzen im tiefen Mitten- bis Bassbereich.

🔊 Der "Flatterechofaktor"

Aufgrund der großen Länge und der parallel verlaufenden Wände ist die Gefahr eines Flatterechos (schnelle, aufeinanderfolgende Echos) zwischen den Stirnseiten des Raumes extrem hoch, was die Sprach- und Musikverständlichkeit massiv beeinträchtigt.
✅ Empfohlene Maßnahmen zur Verbesserung

Da die Raummaße nicht verändert werden können, muss die Akustik massiv passiv (durch Materialien) behandelt werden.

Behandlung der Stirnseiten (Flatterecho):

Bringen Sie an den kurzen Wänden (Stirnseiten) großflächige Diffusoren an (z. B. QRD-Diffusoren), um das reflektierte Signal zeitlich zu zerstreuen und somit das Flatterecho zu unterbinden.

Behandlung der Parallelwände (Breitenmoden und Flatterecho):

Um die dominanten Moden und die Reflexionen der langen Wände zu kontrollieren, sollten Sie an den Wänden großflächige Absorber anbringen.

Breitbandabsorber (mindestens 5–10 cm dick) an der ersten Reflexionsstelle.

Für die starken Bassmoden (besonders im Verhältnis H:B) sind zusätzlich tieffrequente Absorber (Basstraps) in den Ecken und/oder an den Wänden unbedingt notwendig.

Decke und Boden:

Um die vertikalen Moden (Höhe) und Reflexionen zu dämpfen, sollten Sie einen Teppich auf den Boden legen und/oder Akustiksegel bzw. Akustikplatten an der Decke anbringen.

Ohne eine sehr umfangreiche akustische Behandlung mit Absorbern und Diffusoren ist es kaum möglich, in einem Raum mit diesen Maßen eine akzeptable Akustik zu erzielen.

Frei nach Ikea, wohnst du schon, oder dämpfst du noch


[Beitrag von Molle2 am 02. Dez 2025, 06:57 bearbeitet]
Audiophilharmonic21
Ist häufiger hier
#6 erstellt: 02. Dez 2025, 21:32
Vielen Dank für die Antworten! Die KI hab ich auch schon mal gefragt, aber mir war nicht ganz klar, ob Länge die Fernsehwand mit 6m oder die Seitenwand mit 4,26 m ist (also was bei Länge und Breite bei den Verhältnissen zutrifft). Beim hier geposteten KI-Ergebnis hat sich allerdings ein Fehler eingeschlichen, weil von einer Tiefe von 2,26 m und nicht 4,26 m ausgegangen wird. habt ihr Erfahrungen mit Vorhängen? Also wäre das eine gute Option den Raum damit abzutrennen? Habe auch einen eher schweren vorgesehen, um auch tiefere Frequenzen zumindest einigermaßen zu dämpfen.
BassTrap
Inventar
#7 erstellt: 03. Dez 2025, 01:58
Hofa zeigt, wie ihre Vorhänge dämpfen:
https://www.youtube.com/watch?v=Ihv625w4Dp8
https://www.youtube.com/watch?v=6GmuKT8iB7M
Das muß rundum aber recht dicht sein.


[Beitrag von BassTrap am 03. Dez 2025, 02:00 bearbeitet]
Molle2
Stammgast
#8 erstellt: 03. Dez 2025, 09:56
Upps mein Fehler.

Das ist eine wichtige Korrektur. Der Raum ist immer noch sehr lang, aber die etwas größere Breite verbessert die Situation deutlich, insbesondere im Bassbereich.

Ihre korrigierten Maße sind:
H×B×L=2,6 m×4,26 m×11,26 m
📊 Analyse der Verhältnisse und Moden

Das Verhältnis der Raumdimensionen ist nun:
H:B:L≈1:1,64:4,33

Dies bedeutet:

Axiale Moden (H:B): Die Moden zwischen Höhe und Breite sind gut verteilt und liegen nicht mehr so dicht beieinander wie im ersten Beispiel. Dies ist akustisch stabil.

Frequenzen der 1. axialen Moden (ungefähre Werte bei c≈343 m/s):

Höhe (1-0-0): ≈66 Hz

Breite (0-1-0): ≈40 Hz

Axiale Längenmoden (L): Die Moden entlang der Länge (11,26 m) bleiben das größte Problem.

Länge (0-0-1): Die tiefste Mode liegt bei ca. 15 Hz.

Da die Länge sehr groß ist, liegen die Längenmoden extrem dicht beieinander (alle ≈15 Hz Abstand: 15 Hz,30 Hz,45 Hz,60 Hz, etc.). Dies führt zu einem sehr dichten, aber stark unregelmäßigen Spektrum im Bassbereich, was fast immer ein sehr "schwammiges" und unpräzises Bassdröhnen verursacht.

💡 Akustische Herausforderungen und Maßnahmen

Das Raumvolumen (2,6×4,26×11,26≈124,7 m3) ist groß, was generell eine lange Nachhallzeit mit sich bringt, wenn die Wände hart sind.
1. Bekämpfung der Längenmoden und des Flatterechos

Die Hauptaufgabe bleibt die Behandlung der langen Achse (11,26 m).

Bass-Management:

Sie benötigen sehr wirksame, großvolumige Bass-Absorber (Basstraps) an den Stirnseiten (Vorder- und Rückwand), da die Längenmoden dort ihre Schalldruckmaxima aufweisen.

Da die erste Mode bei 15 Hz liegt, ist eine passive Absorption dieser Frequenz extrem schwierig (man bräuchte poröse Absorber in der Größenordnung von 41​λ≈5 m Dicke).

Realistische Lösung: Installieren Sie Platten- oder Helmholtz-Absorber, die gezielt auf die höheren, aber immer noch sehr tiefen Längenmoden (≈30−80 Hz) abgestimmt sind, um die Energie im Bassbereich generell zu reduzieren.

Flatterecho: Die langen, parallelen Wände (11,26 m) sind weiterhin anfällig für Flatterechos.

Seitenwandbehandlung: Nutzen Sie Diffusion (Diffusoren) und Absorption (Breitbandabsorber) in einem abwechselnden Muster entlang der langen Wände.

2. Nachhallzeit (RT60)

Für das Volumen von ca. 125 m3 sollte die optimale Nachhallzeit (abhängig von der Nutzung) vermutlich zwischen 0,5 und 1,0 Sekunden liegen (bei 500-1000 Hz).

Breitbandige Dämpfung: Nutzen Sie Breitbandabsorber (z. B. 10 cm dickes Mineralfaser-Material) an Decke und Seitenwänden, um die Nachhallzeit in den Mitten und Höhen zu verkürzen.

Deckenbehandlung: Bringen Sie Akustiksegel oder eine Akustikdecke an, um die vertikalen Moden (Höhe) zu dämpfen und die Nachhallzeit zu reduzieren.

Fazit: Der Raum ist aufgrund seiner Länge (hohes L/B-Verhältnis) weiterhin akustisch anspruchsvoll, aber die verbesserte Breite macht die Behandlung der Moden zwischen den kurzen Achsen realistischer. Die Längenmoden erfordern jedoch einen sehr hohen Aufwand im Tiefbassbereich.
Suche:

Anzeige

Aktuelle Aktion

Partner Widget schließen

  • beyerdynamic Logo
  • DALI Logo
  • SAMSUNG Logo
  • TCL Logo

Forumsstatistik Widget schließen

  • Registrierte Mitglieder930.703 ( Heute: 9 )
  • Neuestes MitgliedWerner_Klirrfrei
  • Gesamtzahl an Themen1.563.600
  • Gesamtzahl an Beiträgen21.830.108