Akustik-Paneele Wirksamkeit

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Der_Weihnachtsmann
Inventar
#1 erstellt: 11. Jan 2026, 22:24
Hallo zusammen,

die Suchfunktion spuckt mir z.Z. nur komische Ergebnisse aus, deshalb frage ich mal direkt: Meine Mutter hat sich eine kleine Fernseh-Ecke eingerichtet. Geschaut wird aus einem 1,40 m Bett heraus, das leider direkt mit dem Kopfteil an der Wand und seitlich am Kniestock steht. Die Lautsprecher und der TV stehen am Fußteil. Bei letzteren handelt es sich übrigens um Dali Zensor 7 an einem Yamaha V6A. Das ist natürlich ein akustischer Supergau von dem ich selbst weiß wie schlecht er ist, da ich es in meiner Studentenbutze auch mal so handhaben musste. Nun würde ich diese Ecke gerne akustisch für sie behandeln damit die Reflektionen verringert werden und die Verständlichkeit besser wird. Dazu kommt nämlich, dass meine Mutter schwerhörig ist. Verständlicherweise möchte sie aber auch nicht immer mit Lösungen hören, die direkt in die Hörgeräte gehen, sondern auch einfach mal ganz normal über Lautsprecher. Es geht dabei nur um Ton aus Fernsehen und Mediatheken, Musik hört sie darüber so gut we nie.
Nun hatten wir uns in Baumärkten schon was angeguckt und wollten eigentlich Schaumstoff anbringen, aber der sah überall wirklich derart hässlich aus (vor allem farblich oft braun anstelle des deklarierten anthrazit/grau und auch qualitativ sehr schlecht zumal die Preise dafür frech sind. Auf noch teurere Experimente, von vermeintlich schickeren Schaumstoffen aus dem Internet, wo man dann immer noch nicht weiß wie sie in Natura aussehen, hat meine Mutter Abstand genommen, da sie vom Schaumstoff eh nicht besonders angetan ist, was ich auch verstehen kann.
Nun gibt es ja diese Holz-Akustik-Paneele https://www.hornbach...60-x-18-mm/12021858/. Die sehen natürlich sehr viel schöner aus, aber wirken auf mich als ob sie doch noch recht viel Reflexionsfläche haben. Wie gut funktionieren die eurer Erfahrung nach wirklich? Insbesondere auch für einen solchen kleinen Bereich/Anwendungsfall. Wir würden sie in 3-4 Bahnen vom Boden bis zur/zum Decke/Giebel direkt an der Wand hinter dem Bett anbringen und ggf. noch am Kniestock, an dem das Bett steht. Bringt es eurer Erfahrung nach etwas oder kann man sich Geld und Arbeit sparen?

https://ibb.co/dJ40PzV7
AusdemOff
Inventar
#2 erstellt: 11. Jan 2026, 23:56
Das würde so ein reiner Blindflug werden. Ergebnis ungewiß.

Hast du denn den Yamaha bereits eingemessen?

Der Hörgeräteakustiker kann dir den Frequenzschrieb deiner Mutter geben. Damit kannst du nach dem Einmessen
mittels des im Yamaha eingebauten Equalizers versuchen die Korrekturkurve für deine Mutter nachzustellen.
Der_Weihnachtsmann
Inventar
#3 erstellt: Gestern, 00:15
Ja, ist eingemessen. Nach dem Einmessen kann man mit den aktuellen Einstiegs-AVR aber nichts mehr korrigieren. Da müsste man ohnehin alles von vornherein machen. Den parametrischen EQ hat Yamaha allerdings auch weggespart, weshalb das alles mehr als müßig ist und man selbst mit REW nicht weit käme.
Es ist einfach so, dass in der Ecke der Ton sich "sammelt" und nicht so klar ist. Da erhoffe ich mir durch die Paneele etwas Streuung und Schluckung des Schalls.
stoske
Inventar
#4 erstellt: Gestern, 08:41
Das scheint mir alles sehr Overkill zu sein. Anstatt zur überdimensionierten Anlage, die ja scheinbar auch gänzlich unnötig ist, auch noch Akustik-Panele zu installieren (warum überhaupt?), würde ich sowohl den Verstärker als auch die Boxen entfernen und der schwerhörigen Dame, die ohnehin keine Musik hören will, einfach eine Soundbar installieren. Dann braucht es auch keine Akustik-Panele mehr. Ich würde auch mal probieren, ob die Lautsprecher des Fernsehers nicht schon völlig ausreichend sind.

Die Anlage kann dann der Sohn haben, der hier ja offenbar der Antrieb des eigenen Interesses ist.


[Beitrag von stoske am 12. Jan 2026, 08:56 bearbeitet]
Der_Weihnachtsmann
Inventar
#5 erstellt: Gestern, 09:45
Die Lautsprecher gehören mir und bevor sie (dort eh eingelagert) ungenutzt rumstehen, können sie auch genutzt werden. Es standen vorher auch schon deutlich kleinere Zensor 1 dort, aber die großen wurden als besser empfunden. Der gleiche AVR steht auch im Wohnzimmer, weshalb Bedienung und Funktionen bekannt sind.
Warum eine Soundbar in der Ecke nicht reflektieren soll, erschließt sich mir auch nicht. Der TV strahlt nach hinten ab und damit in den Raum statt auf den Hörplatz. Das wäre sinnfrei. Und anpassen kann man im Vergleich zu einem AVR sowohl mit TV als auch Soundbar nur sehr wenig.
AusdemOff
Inventar
#6 erstellt: Gestern, 11:26

Der_Weihnachtsmann (Beitrag #3) schrieb:
Ja, ist eingemessen. Nach dem Einmessen kann man mit den aktuellen Einstiegs-AVR aber nichts mehr korrigieren. Da müsste man ohnehin alles von vornherein machen. Den parametrischen EQ hat Yamaha allerdings auch weggespart, weshalb das alles mehr als müßig ist und man selbst mit REW nicht weit käme.

Die BDA Seite 199 sagt da aber etwas anderes.

Okay, Stichwort REW ist gefallen. Dann solltest du erstmal den Raum ausmessen und dann überlegen welche Panels
wo hin müssten.

Wenn dies zu aufwendig werden sollte, probier einmal ein minidsp. Dann kannst du gezielte Hörkurven für die Mutter
kreieren.
Der_Weihnachtsmann
Inventar
#7 erstellt: Gestern, 15:20
Der GEQ hat halt 7 feste Bänder, die viel zu weit gestreut sind. Die lassen sich nicht gezielt für Sprache nutzen. Dazu läsdt einen der AVR die gemesdenen Ergebnisse nicht bearbeiten. Das konnten die Vorgängermodelle mit dem parametrischen EQ halt noch. Die Dialogverstärkung funktioniert aber sehr gut.
Mich würde halt interessieren, ob diese Paneele auf so kurze Distanz (wären vielleicht 20-30 cm von Wand bis zum Kopf) überhaupt funktionieren oder ob da immer noch zu viel Schall reflektiert würde.
AusdemOff
Inventar
#8 erstellt: Gestern, 17:11
Leider steht in der BDA nicht wie weit die Mittenfrequenz der Bänder und der Q-Faktor verändert werden können.
Ich kann mir aber vorstellen, das diese in den Sprachbereich geschoben werden können.

Yamaha hat noch nie zugelassen das Einmessergebnis zu editieren. mit den PEQs oder GEQs konnte immer nur
im Nachhinein das Ergebnis noch ein wenig angepasst werden.

Hierzu sind Systeme wie DIRAC von Nöten.

Die Distanz LS/Ohr, bzw. LS/Panel spielt hier nur eine untergeordnete Rolle. Es wird dir sicherlich etwas bringen
die Rückseite, also die Wand gegenüber den LS komplett mit Paneelen zu versehen die den Frequenzbereich der Sprache
dämpfen.

Um dich einmal mit dem Thema Akustik ein wenig zu beschäftigen, sei folgende Broschüre hier empfohlen. Sie enthält auch Anregungen
wie und wo man die Paneele montiert. Seite 30ff informiert dich über die Wirkungsweise.

Nichtsdestotrotz sollte man erst Messen und dann das Material und die Position bestimmen.
BassTrap
Inventar
#9 erstellt: Gestern, 17:30
Solche überwiegend schallharten Paneele mit ihren paar Millimeter Plastikfilz absorbieren nur um Hochton und dort recht wenig, im Bereich von Stimmen überhaupt nicht.
Vielleicht werdet Ihr dort fündig: https://xb-acoustics...orber-stoffbespannt/
In 10cm Dicke wirken die bis auf 200Hz herunter. Ich hab 14 Stück in 100x50cm im Wohnzimmer.
Probier's mal mit fünf Stück davon, zwei am Kopfende, drei an der langen Bett/Wand-Seite, bündig ins Eck oder halt wie's am besten klingt.
Der_Weihnachtsmann
Inventar
#10 erstellt: Gestern, 22:14

AusdemOff (Beitrag #8) schrieb:
Leider steht in der BDA nicht wie weit die Mittenfrequenz der Bänder und der Q-Faktor verändert werden können.
Ich kann mir aber vorstellen, das diese in den Sprachbereich geschoben werden können.

Yamaha hat noch nie zugelassen das Einmessergebnis zu editieren. mit den PEQs oder GEQs konnte immer nur
im Nachhinein das Ergebnis noch ein wenig angepasst werden.


Der EQ lässt sich nicht mehr editieren wie früher. Es ist jetzt auch nicht unbedingt nötig, stumpf Frequenzen anzuheben. Die Dialogverstärkung funktioniert schon sehr gut und eleganter. Meine Mutter schaut eh keine Filme, wo Dialoge untergehen oder grottig/zu leise abgemischt wurden. Es geht hauptsächlich darum, den Klang sauberer zu bekommen ohne die ganzen Reflektionen.


BassTrap (Beitrag #9) schrieb:
Solche überwiegend schallharten Paneele mit ihren paar Millimeter Plastikfilz absorbieren nur um Hochton und dort recht wenig, im Bereich von Stimmen überhaupt nicht.
Vielleicht werdet Ihr dort fündig: https://xb-acoustics...orber-stoffbespannt/
In 10cm Dicke wirken die bis auf 200Hz herunter. Ich hab 14 Stück in 100x50cm im Wohnzimmer.
Probier's mal mit fünf Stück davon, zwei am Kopfende, drei an der langen Bett/Wand-Seite, bündig ins Eck oder halt wie's am besten klingt.


Das war meine Befürchtung. Ich werde mich da mal umschauen. Preislich nimmt sich das ja auch nicht so viel und sieht deutlich besser aus als die klassischen Schaumstoff-Teile wie man sie aus dem Proberaum kennt.
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