| HIFI-FORUM » Akustik » Akustik » Akustische Optimierung Hörraum Keller / Büro | |
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Akustische Optimierung Hörraum Keller / Büro+A -A |
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Capten23
Schaut ab und zu mal vorbei |
#1
erstellt: 30. Jan 2026, 09:08
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Hi zusammen, ich habe mein Büro und meinen Hörraum / Hobbyraum im Keller unseres Hauses und würde diesen wenn es denn möglich ist gerne akustisch etwas optimieren. Es muss kein audiophiles Studio werden, aber es soll sich schon einigermaßen gut anhören. Der Raum ist wie gesagt im Keller und hat keine besonders guten Eigenschaften. 1. niedrige Deckenhöhe von ca. 220cm 2. Nahezu Quadratisch ca 5m x 5m 3. Laminat verlegt 4. Li und Re an der Seite befinden sich jeweils Schränke mit glatter Oberfläche 5. vor der Couch und dem Lowboard liegt aktuell ein Teppich der nun zugunsten einen größeren Wollteppich ausgetauscht wird (siehe Foto mit altem Teppich) Hier sind je ein Bild aus dem Raum und eine Skizze: https://www.directupload.eu/file/d/9173/zjlwov6g_jpg.htm https://www.directupload.eu/file/d/9173/s9vqbu5o_jpg.htmWas könnte ich tun um den Raum so einfach (und unsichtbar) wie möglich akustisch zu optimieren? Ich dachte in erster Linie den Schrank mit der Holzverkleidung mit Akustikpanellen zu beplanken, ob das was hilft - ich denke nur ein bisschen, da diese nicht besonders dick sein können, da sonst die Türen nicht mehr öffnen. Zweite Idee wäre über den Schreibtisch eine Art Absorber zu hängen (Holzabsorber mit unterschiedlichen Winkeln und Längen der Hölzer). GGf. könnte ich die Eingangstüre zum Raum auch mit entsprechenden Platten bestücken ?? Was meint ihr ? Danke schonmal für euren Input! Viele Grüße Matthias |
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Times
Inventar |
#2
erstellt: 30. Jan 2026, 17:57
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Das Thema Raumakustik teilt sich grundsätzlich in zwei Bereiche auf, mit unterschiedlichen Herausforderungen und Möglichkeiten zur Steuerung: Tiefton: ca. < 300Hz Mittel- und Hochton: ca. > 300 Hz Die Trennfrequenz zwischen Bereichen ist vom jeweiligen Raum abhängig und wird Schröderfrequenz genannt: Die Schröderfrequenz ist eine kritische Grenzfrequenz in der Raumakustik, die den Übergang vom Modenverhalten (dominante stehende Wellen bei tiefen Frequenzen) zum diffusen Schallfeld (gleichmäßige Schallverteilung bei hohen Frequenzen) markiert. Der Wikipedia-Artikel dazu ist meiner Meinung nach eine gute Ausgangslage --> https://de.wikipedia.org/wiki/Raummode#SchröderfrequenzUm (am Hörplatz) eine möglichst klare Tieftontonwiedergabe zu erreichen, sollte oder kann man (in dieser Reihenfolge) - Gute Lautsprecher / Subwoofer nutzen - eventuell mit Cardioid-Design, bei denen sich der Tiefton nicht kugel- sondern nierenförmig ausbreitet, was das entstehen von Raummoden verhindert. - Die Positionierung der Lautsprecher und des Hörplatzes möglichst optimal wählen. Hierbei hilft bspw. die "Room Sim" Funktion in der kostenlosen Software REW. Ein guter Ansatzpunkt ist auch die 1/3-Regel: (Front-) Lautsprecher auf 1/3 der Länge des Raumes positionieren, den Hörplatz auf 2/3. Die LS direkt an der Wand und den Hörplatz in der Mitte führt meist dazu, dass man in einem "Bassloch" sitzt. - Die Raumecken und -kanten mit Bassfallen (große, dichte Absorber) behandeln. Große, schwere Polstermöbel, wie Sessel oder Couches helfen ebenfalls. - Mehrere Subwoofer an verschiedenen Stellen im Raum betreiben. - Eine digitale Raumkorrektur einsetzen, um nach den o.g. Maßnahmen noch übrige Moden zu behandeln. VORSICHT: Überhöhungen abzuschwächen geht grundsätzlich gut. Senken oder gar "Löcher" aufzufüllen geht nur sehr schlecht bis gar nicht, kostet Unmengen an Verstärkerleistung und führt zu Verzerrungen der LS. AUSNAHME: Dirac ART und Trinnov Waveforming. Wobei auch hier entsprechende Verstärkerleistung vorhanden sein sollte. Um eine möglichst angenehme Mittel- und Hochtonwiedergabe (am Hörplatz zu erreichen), sollte man: - Die Nachhallzeiten des Raumes durch großflächige, absorbierende Elemente, wie Teppiche und Vorhänge, auf ein angenehmes Maß reduzieren - Die Erstreflexionspunkte mit der "Spiegelmethode" oder einem Raumsimulator ermitteln und dort Absorber oder Diffusoren einsetzen - je nachdem, wie "hallig" der Raum noch bzw. wie "tot" er schon ist. - Eine digitale Korrektur im Mittel- und Hochtonbereich, oberhalb der o.g. Schröderfrequenz, ist nur bedingt empfehlenswert bzw. sollte man dabei wissen, was man tut, da das Messmikrofon nicht weiß, ob es sich um Direkt- oder Diffusschall handelt. Bei deinen Gegebenheiten würde ich: - den REW-Room Simulator nutzen und die optimale Ausgangsposition für Lautsprecher und Hörplatz ermitteln - und/oder mal mit der 1/3 + 2/3 Methode beginnen: Lautsprecher auf 1/3 der Raumlänge von der Wand weg, Hörplatz von der Mitte auf 2/3. - Mir überlegen, wieviel Geld ich vom Verstärker und LS-Budget für Akustik-Elemente abzwacken kann und will, um dann... - Bassfallen für die vorderen Raumecken zu kaufen (wenn das vom aufgehängten Rad her geht) - Die Wände direkt hinter den beiden Front-Speakern mit zwei großen Breitband-Absorbern behandeln - an die Decke zwischen LS / TV und Hörplatz selbstklebende Breitband-Absorber-Schaum-Elemente kleben, da sie für ein richtiges Deckensegel wahrscheinlich zu niedrig ist. - ggf. einen größeren und schwereren Teppich anschaffen (aber vielleicht täuscht das Bild auch) - vielleicht noch ein paar Pflanzen kaufen, die auch im Keller bei wenig Licht gut gedeihen - an den Erstreflexionspunkten an den beiden Schränken ebenfalls (selbstklebende) Basotect Module (o.Ä.) anbringen - Auch hinten, im Bereich der Türe und des Schreibtisches, helfen streuende und absorbierende Elemente - Zwischendurch immer mal wieder mit REW messen, um gezielt gegensteuern zu können. ...und den Rest mit der neuen Hardware = Lautsprecher, Subwoofer und Amp / AVR mit Audyssey XT32 oder Dirac Live / Bass Control / ART ausgleichen. Gruß, Times |
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Capten23
Schaut ab und zu mal vorbei |
#3
erstellt: 30. Jan 2026, 18:10
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danke dir für deine sehr detaillierte Antwort. Ich werde mich da mal intensiv beschäftigen um ein Konzept erstellen zu können. Absorber an Türe und über dem Schreibtisch sind schon eingeplant. Muss ich mal schauen was sich auch optisch gut integrieren lässt - ich hatte an 3D Filz Absorber gedacht. ich teste am Wochenende mal mit dem aktuellen Setup! Ich glaub danach bewerbe ich mich als Tontechniker 😂 Grüsse |
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Times
Inventar |
#4
erstellt: 30. Jan 2026, 19:02
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Gerne. Lass mich wissen, wenn ich mit meinem gefährlichen Halbwissen noch irgendwo unterstützen kann. Hilfreich wäre sicher - wenn du noch keines hast - ein Messmikrofon zu kaufen und dich in REW (kostenlos) einzuarbeiten. Das kostet dich 100€ und etwas Zeit. Im Vergleich zu allem anderen, wie Verstärker und Lautsprecher, Peanuts. Und bringen kann es eine ganze Menge, vor allem an Erkenntnis und damit Steuerungsmöglichkeit. |
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Kunibert63
Inventar |
#5
erstellt: 31. Jan 2026, 15:30
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Besonders wenn es sich erübrigt andere Lautsprecher und AVR/Stereoverstärker/Endstufe besorgen zu "müssen", siehe anderen Thread. Ach Capten23 Kannst Dir unmengen Bilder dazu ansehen wie andere ihr HIFI/Kino eingerichtet haben. Da kann man fast mehr "mitnehmen" als sich in Software einzuarbeiten. http://www.hifi-foru...um_id=36&thread=1288Und noch 'n paar Regeln https://www.audiophysic.com/de/regeln-zur-aufstellung/Schön kostet Hauptsächlich Geld. Im Keller, glaube ich, kommt Schön an dritter Stelle. Mein KinoKeller werde ich nicht zeigen, aber man kann in Ausschnitten in der Galerie was erahnen. |
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