Trennfrequenz an Endstufe genauer einstellen

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Freeway240516
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 28. Jun 2020, 02:21
Hallo,

ich stehe gerade vor einem Problem. Ich möchte mein FS (vollaktiv) vorrübergehend (bitte keine Kommentare zur Sinnvollkeit) bei ca. 2,8 kHz trennen. Dafür möchte ich die Filter an meiner Endstufe nutzen (Radio kann das nicht).

Leider sind die Drehregler für die Trennfrequenzen nicht nur minimalistisch beschriftet, sie sind auch noch logarithmisch, und für Bandpass/Hochpass sogar unterschiedlich.

Gibt es da einen Trick mit dem man das ganz genau einstellen kann?
Habe schon überlegt einen Sinuston mit dieser Frequenz vom Radio abzuspielen, jeweils nur für TMT und HT separat, und dann mit RTA-App auf dem Smartphone den Pegel zu messen. Dann den Filter einschalten, von Anschlag langsam hoch-/runterdrehen bis bei der relevanten Frequenz 3 dB weniger stehen.

Die Flanke des Filters ist mir leider nicht bekannt. Dürfte wohl egal sein?
Das Mikrofon des Smartphones ist natürlich nicht kalibriert. Dürfte wohl ebenfalls egal sein? Der Frequenzgang des Mikrofons ist hier ja weitgehend irrelevant.

Vielleicht gibt es auch eine viel einfachere Lösung, die ich übersehen habe.
zuckerbaecker
Inventar
#2 erstellt: 28. Jun 2020, 09:52
Sinnvollkeit

Wie kommst Du auf diese 2800 Hz?
Joze1
Moderator
#3 erstellt: 28. Jun 2020, 12:04
Würde mich auch interessieren

Zum Thema: Ich würde das tatsächlich auch so machen, RTA und rosa Rauschen. Dann am Regler drehen, bis der Pegel an der Stelle merklich abfällt. Theoretisch müsste dann bei 2800Hz eben der Pegel um 3dB niedriger sein, als ohne Filter. Jedenfalls, wenn es ein Butterworth-Filter mit 12dB/Oct ist

Auch wenn du keine Kommentare dazu möchtest: Ich persönlich würde einen Aktiv-Betrieb nie über die Schätzeisen am Verstärker realisieren. Dafür ist es zu sehr mit Nachteilen behaftet.
Car-Hifi
Inventar
#4 erstellt: 28. Jun 2020, 14:09
Tach auch,


Freeway240516 (Beitrag #1) schrieb:
Leider sind die Drehregler für die Trennfrequenzen nicht nur minimalistisch beschriftet, sie sind auch noch logarithmisch, und für Bandpass/Hochpass sogar unterschiedlich.

Und sie haben sicher nur eine "Genauigkeit" zwischen 10 und 20% ...


Gibt es da einen Trick mit dem man das ganz genau einstellen kann?

Von Helix gab es mal ein Gerät namens X-Just. Mit dem konnte man Weichen sehr genau einstellen. Und sich dann mal ansehen, welche Genauigkeit diese Spaß-Bedruckung auf dem Blech hat.


Habe schon überlegt einen Sinuston mit dieser Frequenz vom Radio abzuspielen, jeweils nur für TMT und HT separat, und dann mit RTA-App auf dem Smartphone den Pegel zu messen. Dann den Filter einschalten, von Anschlag langsam hoch-/runterdrehen bis bei der relevanten Frequenz 3 dB weniger stehen.

Ich würde das nicht mit angeschlossenen Lautsprechern und der RTA-App machen. Dafür ist so eine App zu ungenau und die Akustik des Autos verbiegt die Kurve zu sehr. (Gegen letzteres könnte man eine Nahfeldmessung nutzen.)

Ich würde direkt am Verstärker mit einem Multimeter die Ausgangsspannung messen. (Dafür bräuchte man natürlich ein True-RMS-Multimeter.) Wenn Du also den Lautstärkeregler am Radio so einstellst, dass am Ausgang des Verstärkers bei 2,8 kHz Sinus 10 V AC heraus kommen, drehst Du dann am HP-Regler, bis nur noch 7,07 V heraus kommen (wenn mich meine alten Erinnerungen der dB-Berechnungen nicht täuschen).
Freeway240516
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 28. Jun 2020, 15:01

zuckerbaecker (Beitrag #2) schrieb:
Sinnvollkeit

Wie kommst Du auf diese 2800 Hz?




Am liebsten wären mir ja 3000 Hz.
Ich liebäugele momentan aber mit einem DSP bei dem das keine Option ist, die Alternativen wären 2800 und 3200 und auch nur 12 dB Flanke. Und da wollte ich schon einmal experimentieren ob 2800 Hz in Ordnung sind.

Mit rosa Rauschen hatte ich das schon einmal probiert, aber dafür ist das Mikrofon im Smartphone viel zu ungenau (Frequenzgang). Die Idee mit dem Sinus-Ton kam erst ganz frisch auf.

Ich werde es später mal versuchen. Ich messe dann nur einen Lautsprecher auf einmal und diesen jeweils von zwei Positionen. Ich berichte dann heute Abend.

Wirklich genau wird das wohl nicht sein, -3 dB im Signal sind ja nicht unbedingt genau -3 dB im tatsächlichen Pegel am LS..

Den X-Just kenne ich, aber für den Preis gehe ich dann doch lieber direkt zum Profi
Joze1
Moderator
#6 erstellt: 28. Jun 2020, 15:19
Bist du dir denn sicher, dass dein Hochtöner auch 2.8kHz mit 12dB/Oct kann? Das ist keine Selbstverständlichkeit, sondern in der Regel schon mechanisch sehr anspruchsvoll.

-3dB im Signal ist in Relation schon recht genau -3dB im Output, wenn man jetzt nicht grad unbedingt voll ausfährt.
Freeway240516
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 28. Jun 2020, 17:20
Sicher bin ich mir nicht. Darum möchte ich es probieren. Die original-Passivweiche trennt bei 3 kHz.
Joze1
Moderator
#8 erstellt: 28. Jun 2020, 18:06
Hast du dir das ausgerechnet, wo die trennt? Oder woher kommt die Information?

Probieren kann halt mal ganz schnell zu einem defekten Hochtöner führen, zu tiefe Trennung verzeihen die oftmals absolut nicht. Deshalb messe ich sowas grundsätzlich.
Freeway240516
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 28. Jun 2020, 22:31
Das habe ich bis vor einigen Stunden gedacht, weil ich ein Messergebnis dieser LS aus einer Zeitschrift habe, und die beiden Kurven von TMT und HT schneiden sich bei genau 3 kHz. Im Nachhinein ist mir jetzt aber schon klar geworden, dass das wohl nicht unbedingt die Trennfrequenz ist. Allerdings habe ich zu diesen LS recherchiert und eine Trennung bei 3 kHz oder sogar knapp darunter wird überall empfohlen, wenn man vollaktiv fährt. Ist also nicht so wichtig.

Nun zu meinem Bericht: hat eigentlich alles geklappt wie es mir vorgestellt habe - Handy vor den Chassis positioniert, mit ein paar cm Abstand, Radio auf eine sinnvolle Lautstärke gestellt, durch das Fenster den Pegel zunächst ohne Filter abgelesen und an der Endstufe im Kofferraum dann den Regler so gedreht, dass ich dort 3 dB weniger ablese. Ich habe mich aber doch für 3 kHz entschieden. Erst für den Hochtöner, dann für den TMT eingestellt.
Bei anderen Winkeln und Abständen zum Chassis habe ich bei der Kontrollmessung abweichende Ergebnisse erhalten - das war wohl nicht anders zu erwarten und vielleicht auch gar nicht zu vermeiden.

Und tatsächlich hört sich das ganze auch besser an als alle Einstellungen die ich zuvor hatte. Darunter unter Anderem 1. Hoch- und Tiefpass auf Anschlag (4 kHz), 2. mit RTA (Smartphone) auf Kopfposition beide Filter so eingestellt dass der Frequenzgang im Grenzbereich keine Peaks hat, 3. rein nach Gefühl und Gehör..

Und doch ist auch das nur eine Notlösung, DSP wird also hoffentlich bald kommen

Braucht kein Mensch, diese Schätzeisen, wie sie hier schon genannt wurden.
Passat
Moderator
#10 erstellt: 28. Jun 2020, 23:03

Freeway240516 (Beitrag #5) schrieb:

Am liebsten wären mir ja 3000 Hz.
Ich liebäugele momentan aber mit einem DSP bei dem das keine Option ist, die Alternativen wären 2800 und 3200 und auch nur 12 dB Flanke. Und da wollte ich schon einmal experimentieren ob 2800 Hz in Ordnung sind.


Was ist das denn für ein DSP?
Selbst billige DSPs können da viel mehr.
Z.B. der Axton A500DSP hat für alle 5 Kanäle getrennt LP und HP (man kann damit auch einen Bandpass machen).
Die Flankensteilheit lässt sich für alle 5 Kanäle getrennt auf 6/12/18/24 dB einstellen, die Trennfrequenz auf 1 Hz genau zwischen 20 Hz und 20.000 Hz.
Der hat einen 7-Band PEQ für vorne/hinten getrennt.
Und das Ding kostet nicht einmal 150,- €.

Die neuere Endstufe A540DSP kann man auch rein als DSP nutzen, da sie für alle Kanäle auch Pre-Outs mit satten 6 Volt hat.
Die hat dann für alle 5 Kanäle getrennte PEQs mit satten 31 Bändern (Subwoofer 5 Bänder) in 1 Hz-Schritten von 20 Hz - 20.000 Hz einstellbar.
Und das Teil bekommt man mit etwas Handeln auch schon für weniger als 200,- €.

Ich würde aber in die Richtung Helix DSP Mini/DSP.3 gehen.
Die bieten noch viel mehr Möglichkeiten, kosten allerdings auch mehr.

Grüße
Roman
Freeway240516
Ist häufiger hier
#11 erstellt: 29. Jun 2020, 00:12
Das ist der Alpine PXE-H650, ich möchte gerne mit dem automatischen Einmessystem experimentieren. Mir wurde hier davon zwar schon mehrfach abgeraten, aber wenn es mir nicht reicht verkaufe ich ihn einfach weiter.
Abgesehen von den Weichen hat das Teil auch alles was ich mir wünsche, PEQ für jeden Kanal einzeln und Laufzeitkorrektur.
Wird gebraucht wohl so 130 Euro kosten.
Passat
Moderator
#12 erstellt: 29. Jun 2020, 00:49
Oha, das Ding ist aber wirklich antik.

Grüße
Roman
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