Verstärkersuche

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Annaluegt
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 22. Feb 2026, 15:46
Hallo in die Runde,

ich suche mithilfe Eurer Erfahrung einen Verstärker.
Folgende Ausgangssituation:
Mehr als 30Jahre besitze ich meine geliebten TSM SL5 Lautsprecher und habe zu Anfangsmit einem ROTEL 820 Vollverstärker gehört. Später wurde mittels eines PIONEER-AV-Receiver mal Surround,
mal in Stereo gehört. Der Klang war am Rotel angenehm, wenn auch arm an Bassfundament,
am Pioneer ähnlich, jedoch schrill in den Höhen.
Nun gelten TSM-Lautsprecher als neutral, fast monitorartig abgestimmt und ich bilde mir ein,
das bestätigen zu können.

Vor einiger Zeit hat man mir eine BRAUN-Atelier Anlage (incl. A2) überlassen und, tata: meine SL5 spielen fortan in einer anderen Liga, mit warmen Bassfundament bereits bei Zimmerlautstärke und nicht mehr ganz so ausgeprägten Höhen.
Das hat mich zu einem Erwerb der TSM 6000 (ja, ich bin TSM-Fan ) bewogen und seit dem möchte ich gar nichts anderes mehr hören wollen, bis auf vlt. das Quäntchen mehr an Höhen bei niedriger Lautstärke. Fulminant geht es bereits bei geringer Lautstärke zu. Ganz zu schweigen von dem, was sich bei 12Uhr-Pegelstellung tut (Yello-"Oh yeah", Maxi-Version Vinyl) =
Das ein Verstärker doch so ausgeprägt Einfluss auf den Klang hat, war mir nicht bekannt/bewusst.

Da aber der BRAUN A2 natürlich schon in die Jahre gekommen ist, spiele ich mit dem Gedanken des Ersatzes oder einer Revision.

Daher habe ich mal für einen schmalen Taler einen YAMAHA AX700 erworben, der mich aber enttäuscht hat: absolut dünn und keine Grundwärme bei Zimmerlautstärke und erst bei gehobener Lautstärke spielt er mit zwar kontrolliertem Bass, dabei aber auch mit ohrenbetäubend-schrillen Höhen=absolut nicht meins!
Einpegeln kommt für mich nicht in Frage: entweder er kanns, oder er kann es nicht!

Meine Recherche ergab, dass neutral (Verstärker) + neutral (LS) schnell nervig sein kann.
So kam ich also, auf der Suche nach tonal eher "warm" abgestimmten Amplifier, auf SANSUI AU717, LUXMAN L-410 (eher auch meine Preisklasse) oder Kenwood KA8100. Da befinden wir uns also im Vintage-Bereich, wo eigentlich nur revisionierte Geräte in Frage kommen. Modernere Verstärker (elektrische Potis, Class-D, D/A-Wandler etc.) will ich eher ausschließen, da (Achtung: Vorurteil?) zu anfällig.

Ach ja: meine Quellen sind Vinyl (BRAUN PS550S (Shure M95ED) mit neuer JICO-Ersatznadel) und CD (BRAUN CD4), Streaming nur im Hintergrund über BT-Adapter per Mobilphone.

Meine favorisierte Musik setzt sich überwiegend aus Rock und Pop aller Dekaden, ausgenommen der Neuzeit, zusammen. Hier und da darf es auch mal etwas Klassisches sein.

Meine Frage nun an die, die ähnlich Erfahrungen gemacht haben: welchen Verstärker-Herstellern kann man eine ähnlich Klangphilosophie zuschreiben, wie den BRAUN-Verstärkern? Oder ist eine Revision des A2 vorzuziehen?

Viele Grüße!!!
DB
Inventar
#2 erstellt: 22. Feb 2026, 16:02
Hallo,

hattest Du an dem Yamaha die einstellbare Loudnessfunktion genutzt?


MfG
DB
Annaluegt
Schaut ab und zu mal vorbei
#3 erstellt: 22. Feb 2026, 16:28
Jepp,
dann müsste ich den Loudness kplt. runterregeln und dementsprechend Volume auf 12Uhr. Wehe, ich schalten dann "CD Direct" ein.

Aber, wie geschrieben, möchte ich nichts einregeln

Viele Grüße!
AusdemOff
Inventar
#4 erstellt: 22. Feb 2026, 17:07
Also wieder die alte Frage: Klingen alle Verstärker gleich?

Der hier wahrgenommene Hörunterschied liegt nicht in der eigentlichen Verstärkerstufe, sondern im Phono-Vorverstärker.
Für europäische Ohren sind z.B. die Phono-Vorverstärker der Yamaha-Verstärker schlicht fehl angepasst, zu hohe Eingangskapazität, was zu einer Höhenbetonung führt. Sowas lieben die Asiaten.

Andere Japaner machen das besser, aber eben nicht grundsätzlich. Hier hilft nur ein externer Phonoverstärker den man an
das Abtastsystem des Drehers anpassen kann. Hintenraus ist der Verstärker dann wieder egal.

Ach ja, da war noch der Braun CD4. Diese waren seinerzeit mit zwar nicht schlechten Sony D/A-Wandler bestückt, im Vergleich zu heute muss man leider sagen waren diese nicht klangneutral. Es tobte damals auch der Digitalklangkrieg der D/A-Wandler. Auf dem Papier sehen diese DACs zwar nicht schlecht aus, doch leider schweigten sich damals die Hersteller über das Rekonstruktionsfilter (ich hasse dieses Wort! Hier wird nichts rekonstruiert, das ist ein schnödes Tiefpassfilter) aus.
An dieser Stelle fanden sich die größten Klangunterschiede unter den DACs und damit unter den CD-Playern.
Hier würde es sich sogar lohnen, falls der Verstärker moderner Bauart einen DAC hat diesen zu verwenden, oder über einen externen zu gehen. Versuch macht kluch ...
Annaluegt
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 22. Feb 2026, 18:11

AusdemOff (Beitrag #4) schrieb:
Also wieder die alte Frage: Klingen alle Verstärker gleich?

Der hier wahrgenommene Hörunterschied liegt nicht in der eigentlichen Verstärkerstufe, sondern im Phono-Vorverstärker.


Hi,
mir liegt es fern, einen Glaubenskrieg anzuzetteln

Aber es geht nicht alleine um den Vinylklang (der in meinem Fall eher von dem Yamaha profitiert).
Nein, alle Signalquellen sind von meiner Wahrnehmung betroffen und so bin ich zu dem Schluss gekommen,
dass die Hersteller bewußt und jeder für sich, eine Klangphilosophie verfolgen. Yamaha halt mit "Natural Sound".
Dementsprechend müssten andere Hersteller je nach Entwicklung der Serie oder der Firmenphilosophie ihren Konstruktionen andere Eigenschaften anerziehen.

Ich bin mir bewusst, dass es hörbare Einflüsse gibt. Aber das, was ich hier gehört habe, waren Welten.

Viele Grüße!
dialektik
Inventar
#6 erstellt: 22. Feb 2026, 19:10
Also ich würde an deiner Stelle den BRAUN behalten und vielleicht mal in einer Werkstatt vorstellen.
Deine Geräte passen doch toll zusammen. BRAUN steht ja nicht ohne Grund in Museen der Welt
Klanglich könntest du auch mal am Dreher ein MC-System versuchen, der Verstärker hat ja auch hierfür den passenden PreAmp eingebaut.


[Beitrag von dialektik am 22. Feb 2026, 19:18 bearbeitet]
Annaluegt
Schaut ab und zu mal vorbei
#7 erstellt: 22. Feb 2026, 19:22
Hi Dialektik,

das steht auch zur Debate aber ich liebäugle auch nach etwas Neuem. Immerhin fehlen mir ein paar Höhen.
Aber vlt. ist das nach einer Überholung auch kein Thema mehr.
Btw: wer einen Fachmann im Aachen-Kölner Raum kennt, der so eine Revision an BRAUN-Geräten durchführen kann,
wäre ich für Namen nund Adressen sehr dankbar.

Viele Grüße!
Annaluegt
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 22. Feb 2026, 19:34
Nabend,

nochmal zur Verdeutlichung: ich rede nicht von dem Einfluss der Raumakustik oder der von Lautsprecherkabel, sauberer Netzspannung und Entkoppelung des HiFi-Racks.
Ich rede von massiven Änderungen der Klangeigenschaften bei derselben Kette (mit Ausnahme des Verstärkers!), derselben Räumlichkeit und derselben Musikquellen.
Ich bin ein 08/15-Musikhörer und Maße mir nicht an, DAS Ohr zu haben!!!

Doch wenn meine Frau und mein Sohn mir mein Gehörtes ebenfalls auf Anhieb bestätigen, gehe ich von einem objektiven Fall aus.

Danke für Eure Beiträge und Teilnahme!!!

Viele Grüß!
Ano_Malie
Stammgast
#9 erstellt: 22. Feb 2026, 19:58
Hallihallo


Also wieder die alte Frage: Klingen alle Verstärker gleich?


Eindeutig NEIN -> Popcorn raus...

Ich habe ein ähnliche Erfahrung mit meinem NAD C 3050 LE gemacht. Auf den bin ich von einem NAD C 725 BEE umgestiegen. Die Höhen waren auf einmal etwas zurüchhaltender ohne Details zu verlieren und der Bass wurde etwas voller, aber trotzdem auch konturierter und kontrollierter. Ich war sehr positiv überrascht. (und das lag mit absoluter Sicherheit nicht am Phono-Pre).

Es gibt momentan noch den 3050 und neu auch den 3030 bzw. 3030S (gleiche Verstärkertechnologie, nur weniger Leistung). Hol dir einen und probiere es aus. Das kannst nur du und auch nur bei dir zuhause. Niemand hier kann dir sagen wie irgendwas in deinem Wohnzimmer klingt.

Aber ich würde ggf. deinen Braun-Amp irgendwann revidieren lassen. Kostet auch Geld, aber du weißt was du bekommst. Never change a winning system Und du scheinst ja sehr zufrieden zu sein..

LG
Annaluegt
Schaut ab und zu mal vorbei
#10 erstellt: 22. Feb 2026, 20:33
Hi,

das mit der Revision wird immer wahrscheinlicher, je mehr ich lese.
Bspw. den Bericht von @AnthonyP bzgl. seiner
Revision eines A2: http://www.hifi-forum.de/viewthread-185-14855.html

Er hat auch schon den Luxman 410 zwischen gehabt, könnte also, wenn er noch hier aktiv ist, super Tipps geben.

Ich weiß nur leider nicht, wie man jemanden in einem Threat anstupst, ohne direkt eine PM oder Mail zu schreiben

Dann vlt. so: http://www.hifi-forum.de/index.php?action=profile&pID=473188

Viele Grüße!
DB
Inventar
#11 erstellt: Gestern, 19:27

dialektik (Beitrag #6) schrieb:
BRAUN steht ja nicht ohne Grund in Museen der Welt ;)

Wegen der Gehäuse. Nur wegen der Gehäuse.
stoske
Inventar
#12 erstellt: Gestern, 20:00
Das klingt so abwertend. Selbstverständlich stehen die in Museen wegen des Designs, warum denn auch sonst?
dialektik
Inventar
#13 erstellt: Gestern, 20:00
Also ich habe BRAUN Anlagen auch prima klingend bei einer Ausstellung in einem Museum erleben können
DB
Inventar
#14 erstellt: Gestern, 20:22

stoske (Beitrag #12) schrieb:
Das klingt so abwertend.

Aber nein. Die Funktion folgt konsequent der Form.
kallix
Inventar
#15 erstellt: Heute, 21:07
Ich würde den Braun auch revidieren lassen.

Da gibt es sicher eine gute Werkstatt - aber da mögen sich berufenere melden.

Vielleicht mal hier fragen ?

http://www.hifi-forum.de/index.php?action=browse&forum_id=185

https://www.braun-hi...07c74d0ba76143ce6d88
paul1
Inventar
#16 erstellt: Heute, 21:16
Es gibt auch ein Braun Forum. Ich könnte mir vorstellen das einem da geholfen wird.
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