optimiertes geschlossenes Gehäuse

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hermes
Inventar
#1 erstellt: 10. Apr 2005, 13:43
Hallo!

Ich hab gestern mal wieder einen von diesen absolut kultigen Werbetexten über die B & W Nautilus lesen dürfen. Oh je, ich will hier keine Diskussion über die Nautilus! Kurz um ich hab drüber nachgedacht, weil die als Gehäuse ja immer so spitz zulaufende Rohre nehmen (oder Schnecke) in denen sich der Schall angeblich totläuft.

Aber das hätte je nach dem wie mans macht auch einen anderen ganz netten Effekt:
Aus dem Car-Hifi dürfte ja bekannt sein, dass der sog. Druckkammereffekt, der ja auch in einer geschlossenen Box herrscht erst ab einer Gehäuselänge von Lambda-halbe langsam eintritt.
Für folgende Überlegung muss man sich mal ein normales Geschlossenes Gehäuse nicht als Druckkammer vorstellen sondern vor Augen führen, wie der Druckkammereffekt entsteht und wo der fließende Übergang zum normalen Raum liegt.
Angenommen wir haben eine geschl.Box mit einem 40 x 40 x 40 cm Gehäuse: Der Tieftöner bewegt sich in die Box hinein. Dann strahlt er zunächst mal den Anfang einer ganz normalen Kugel-Welle in das Gehäuse, ohne das es einen Druckkammereffekt gibt! Der entsteht nämlich erst etwas Zeitversetzt wie folgt: Der erste Druckanstieg der Kugelwelle wird sofort von den Wänden reflektiert und trifft wieder auf die Membran, während sie noch auf dem Weg zur vollen Auslenkung nach innen ist. Nun übt der reflektierte Wellenanfang auf die Membran mit seinem Druck eine Kraft aus, die der Bewegung der Membran nach innen entgegen wirkt. Diese Kraft ist es, die letztendlich die Einbaugüte des Lautsprechers erhöht. Es funktioniert am besten, wenn man sich die Tiefe BAsswelle als eine Ansammlung tausender Elementarpeaks vorstellt, die alle um 2 x 0,4 m / 340 m/s = 0,00235 s zeitversetzt auf die Membrane treffen und eine kleine Kraft ausüben! Da sie alle aber ständig an beiden Seiten Reflektiert werden üben sie ihre Kraft alle gleichzeitig aus, der Lautsprecher "spürt" einen Gegendruck.

Aus dieser überlegung ergibt sich, dass es eigentlich keine echte Druckkammer gibt. Dazu müsste die Box entweder unendlich klein sein, oder die Schallgeschwindigkeit unendlich groß. Klingt alles sehr theoretisch und geht an der Praxis voll vorbei! Aber der BEitrag wäre nicht von Hermes, wenn er nicht irgendwo bei der Praxis, nämlich dem Wasteln enden würde!

Das schöne bei obiger Überlegung ist die Tatsache, dass der Lautspercher innerhalb der ersten 0,00235 s, bis die ersten reflektierten Elementarpeaks ankommen, in diesem Gehäuse spielt, wie wenn er freiluft aufgehängt wäre. Er "sieht" also in dieser Zeit kein Gehäuse!
Je länger ich nun das Gehäuse mache (als Rohr vorstellen), desto länger ist die Zeit, in der der LSP kein Gehäuse "sieht". Oder anders gesagt: Je länger das Gehäuse, desto phasenverschobener kommt die Welle zurück. Bei einer Gehäuselänge, die der halben Wellenlänge entspricht kann der Lautsprecher schließlich eine volle Schwingung durchführen, ohne dass er ein Gehäuse "sieht".
Wenn er nun zwei Schwingungen ausführt trifft zwar auch die erste Schwingung auf die Membran, sie übt aber kaum Kraft auf sie aus weil die vielen Elementarpeaks nicht gleichzeitig, sondern als Welle verteilt eintreffen. Deshalb hat eine Transmissionline ja auch keinen großen Einfluss auf die Einbaugüte.

Das heißt ich komme zu dem Schluss, dass ein Lautsprecher in einem geschlossenen Gehäuse mit der Länger der halben Wellenlänge wie unter freiluftbedingungen spielt, vor allem, wenn man das Rohr bedämpft und die Welle eh nur schwach zurückkommt.

PRAXIS:
Sofern diese Theorie stimmt müsste ich einen Lautsprecher mit 40 Hz Eigenresonanz in ein 4,2 m langes Rohr einbauen, was schon ziemlich viel ist! Jedoch ergibt obige Überlengung, dass auch ein 2,1 m langes Rohr nur noch einen abgeschwächten Druckkammereffekt besitzt, da hier die Reflektierte Welle immerhin um 180° phasenverschoben ankommt. Das ergibt, dass es sinnvoll währe, jedes geschlossene Gehäuse als möglichst lange geschlossene und gefaltete Transmissionline aufzubauen. Je nach dem wie lang die line ist könnte man so die Einbaugüte bei gleichem!!! Volumen absenken, mit allen bekannten Vorteilen... Oder man erhält ein geringeres Volumen bei gleicher Einbaugüte.

Volumen liese sich zusätzlich sparen, indem ich die line spitz zulaufen lasse oder ihre Querschnittsfläche einfach verringere. Wo hier die Grenze liegt müsste man mal ausprobieren, denn man kann sicher keinen 12"er mit 500 cm^2 Fläche auf eine Line mit 50 cm^2 spielen lassen.
Vielleicht hat B & W ja etwas recht und ich kann die Schnelle im spitz zulaufenden Rohr so stark erhöhen, dass sich die Welle fast vollständig wegdämpfen lässt. Dann wäre unter umständen gar kein sooo langes Rohr nötig, um Freiluftbedingungen zu schaffen.

Puh ich glaub das war mein längster Beitrag! Hat irgend jemand verstanden, wies funktioniert? Was ich mein?

Ich hoffs mal und bin gespannt auf eure Antworten!

Gruß!

Hermes
hermes
Inventar
#2 erstellt: 10. Apr 2005, 13:52
PS mit der GROß- und kleinschreiburg hab ich am PC immer Probleme, fragt mich nicht wieso! Wer einen der vielen Fehler findet darf ihn behalten.
georgy
Inventar
#3 erstellt: 10. Apr 2005, 14:21
Wie kommst du denn auf diese seltsamen Theorien?
Die Federwirkung des Gehäuses bleibt immer gleich wenn das Volumen gleich bleibt, egal welche Form es hat. Was sich ändert sind die stehenden Wellen.
Bei den Nautilusschnecken spielt die Länge der Schnecke weniger eine Rolle, mehr deren Form.
hermes
Inventar
#4 erstellt: 11. Apr 2005, 13:44
@ Georgy
Ich hab doch die Theorie wirklich ausführlich begründet! Es geht nicht um die Form irgend eines geschlossenen Gehäuses sondern um einen SEHR LANGEN Kanal. Wenn man so will eine geschlossene Transmissionline, nur länger.


Die Federwirkung des Gehäuses bleibt immer gleich wenn das Volumen gleich bleibt, egal welche Form es hat.


Diese Aussage gilt nur bedingt, nämlich dann, wenn die Wellenlänge wesentlich größer als die Gehäuselänge ist! Oder willst du mir erklären, dass ein 20 m langer Gartenschlauch die selbe Federwirkung hat wie ein 4 Liter-Böxlein???



Bei den Nautilusschnecken spielt die Länge der Schnecke weniger eine Rolle, mehr deren Form.


B & W betont, dass die Schneckenform nur aus Platzgründen gewählt wurde. Die Länge der einzelnen Nautilusgehäuse sei entscheidend und hänge von der Wellenlänge ab!

Gruß
2eyes
Inventar
#5 erstellt: 11. Apr 2005, 14:24
Hermes,
das Problem an deiner Theorie ist nur, dass sich Druck in einem flüssigen oder gasförmigen Medium vom Entstehungsort radial in alle Richtungen ausbreitet, selbst wenn die Membran ein Kolbenschwinger wäre. Du müsstest dein Gehäuse also nicht nur in die Tiefe, sondern auch in die Breite und Höhe entsprechend ausdehnen.
Dass eine Box mit 2x2x2 Meter Kantenlänge sich fast anhört wie unter Freiluftbedingungen, wird hier niemand bestreiten.
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#6 erstellt: 11. Apr 2005, 15:15

hermes schrieb:
Das heißt ich komme zu dem Schluss, dass ein Lautsprecher in einem geschlossenen Gehäuse mit der Länger der halben Wellenlänge wie unter freiluftbedingungen spielt, vor allem, wenn man das Rohr bedämpft und die Welle eh nur schwach zurückkommt.


Er spielt nicht ganz wie unter Freiluftbedingungen, denn durch die Begrenzung der Wände kann das Chassis nicht so viel Luft verdrängen wie es gerne möchte (=> ein höherer Strahlungswiderstand).

Wenn ich Dich richtig interpretiere möchtest Du die Federsteifigkeit des hinter der Membran angeschlossenen Volumens vollständig eliminieren und so quasi einen Freiluftbetrieb ermöglichen, ohne die Nachteile z. B. einer offenen Schallwand zu erhalten.

Das ist tatsächlich mit einer Line möglich*, allerdings darf auf keinen Fall irgendwas von der Welle wieder zurückgestrahlt werden, denn sonst gibt es Dips (stehende Welle in der Line) und Drops (lambda/4). Die Line müsste also extrem bedämpft (mit Hilfe der üblichen Verdächtigen) sein.
Dadurch verringert sich die Schallgeschwindigkeit in der Line die Wellenlänge, das müsste man beachten.
Wenn die Line so stark bedämpft ist, dass wirklich nichts zum Chassis zurückkommt, dann muss es noch nichteinmal lambda/2 sein (lambda/2 von was?), sondern lambda/4 würde es sicherlich auch tun (hast Du ja auch schon erkannt). Die Line muss nur so lang, dass überhalb ein unterschiedlicher Druck herrschen kann (in der Druckkammer wäre er überall gleich).

Die spitz zulaufende Form der Nautilusse begünstigt die Bedämpfung, ist allerdings für den Heimwerker ein wenig schwierig zu realisieren (ein Keil würde aber auch schon funktionieren).

Bleibt noch die Frage, welche Frequenz man als Anhaltspunkt für die Länge der Line annimmt. Man will den Freiluftbetrieb ermöglichen, also wäre die Freiluftresonanzfrequenz sinnvoll.

Wenn man so etwas bauen möchte, sollte man natürlich auch ein geeignetes Chassis auswählen. Dessen Gesamtgüte sollte nicht zu gering sein, sonst ist es mit dem Tiefbass Essig (wie bei einem normalen geschl. Gehäuse). Weil die Line die Güte aber nur wenig beeinflusst (jetzt im Gegensatz zu einem konventionellem geschl. Gehäuse) sollte das Chassis ein Qts in der Nähe (ein wenig darunter) der gewünschten Einbaugüte haben, z. B. 0,45 bis 0,49 wenn man auf ein Qtc von 0,5 abzielt. Eine niedrige Resonanzfrequenz ist ja niemals verkehrt.

Mal eine Volumenabschätzung für eine Line konstanten Querschnitts. Als Treiber nehme ich mal den Swans M8-N, der scheint mir geeignet zu sein (nach K&T-Messung Qts=0,42, fs=32Hz, Sd=209cm²). Die Line soll den gleichen Querschnitt haben.
Eine unbedämpfte lambda/4-Line hätte dann ein Netto-Volumen von 56 l. Weil die Line ja stark bedämpft werden soll, muss sie nicht ganz so lang sein (2,6 m). Ich denke, durch eine extreme Bedämpfung kann man die Schallgeschwindigkeit um mindestens 25% reduzieren, dann wären es noch 42 l.
Das ist für einen 20er eigentlich schon ein beachtliches Volumen, allerdings sollte man bedenken, dass man so eine untere Grenzfrequenz um die 35Hz bei einer sehr niedrigen Güte erzielt. Dafür bräuchte man sonst ein sehr viel größeres Gehäuse (der besagte Treiber bräuchte 120 Liter für 38Hz bei einer Güte von 0,5).

Interessant ist die Idee auf jeden Fall, vor allem bei passiven Lautsprechern. Bei aktiven ist die Entzerrung auf eine gewünschte untere Grenzfrequenz wohl die bessere Lösung.

Edit:
muss noch hinzufügen, dass die gleiche Geschichte natürlich auch zu realisieren wäre, wenn man ein konv. geschlossenes Gehäuse hernimmt und es dermaßen stark bedämpft, dass seine Federsteifigkeit völlig neutralisiert werden würde.
Das halte ich aber zumindest für schwierig, der Umweg des Schalls über Line um dort in Wärme umgewandelt zu werden macht also schon Sinn.

Gruß
Cpt.

*Natürlich nicht vollständig, die Parameter werden durch die Line schon beeinflusst, aber weit weniger als durch eine Druckkammer.


[Beitrag von Cpt._Baseballbatboy am 11. Apr 2005, 15:30 bearbeitet]
hermes
Inventar
#7 erstellt: 11. Apr 2005, 17:14
@Cpt._Baseballbatboy

Danke für deine Antwort! Genau so hab ich mir das vorgestellt.



Er spielt nicht ganz wie unter Freiluftbedingungen, denn durch die Begrenzung der Wände kann das Chassis nicht so viel Luft verdrängen wie es gerne möchte (=> ein höherer Strahlungswiderstand).


Ja, das hatte ich mir auch gedacht, habs aber weggelassen, weil ich mir das nicht mit meiner Laienhaften Theorie herleiten konnte.



Wenn ich Dich richtig interpretiere möchtest Du die Federsteifigkeit des hinter der Membran angeschlossenen Volumens vollständig eliminieren und so quasi einen Freiluftbetrieb ermöglichen, ohne die Nachteile z. B. einer offenen Schallwand zu erhalten.


Exakt das!



Die Line müsste also extrem bedämpft (mit Hilfe der üblichen Verdächtigen) sein.
Dadurch verringert sich die Schallgeschwindigkeit in der Line die Wellenlänge, das müsste man beachten.


Das stimmt wohl nicht, hat mal ein Visatontechniker gemessen:
http://www.exdreamau...ohre_geschaut.html


Einfach nach dem Stichwort Schallgeschwindigkeit suchen (unterer Link). Hab ich grade vorhin gefunden!



42 l. Das ist für einen 20er eigentlich schon ein beachtliches Volumen, allerdings sollte man bedenken, dass man so eine untere Grenzfrequenz um die 35Hz bei einer sehr niedrigen Güte erzielt. Dafür bräuchte man sonst ein sehr viel größeres Gehäuse (der besagte Treiber bräuchte 120 Liter für 38Hz bei einer Güte von 0,5).

Du hast es erkannt. Wenn man die Line spitz zulaufen lässt, so dass sie eine rechteckige Querschnitsfläche hätte, dann würde sich das Volumen nochmal bei gleicher länge halbieren! Womit wir dann bei einem Volumen von ca. 25 l wären. Bei einem QTS von 0,5!
Wie du schon geschrieben hast würde auch die Bedämpfung besser funktionieren, da die Schallschnelle bei verringertem Querschnitt ja zunimmt.

Je länger ich darüber nachdenke halte ich das für sehr interessant, zumal es eigentlich keinen Nachteil gibt, sofern man der Bedämpfung genügend Aufmerksamkeit schenkt.

Gruß


[Beitrag von hermes am 11. Apr 2005, 17:17 bearbeitet]
hermes
Inventar
#8 erstellt: 11. Apr 2005, 17:45
So könnte das ganze aussehen um möglichst viel Volumen zu sparen:



Im Gegensatz zur selben Box ohne die Brettchen innen müsste Qtc hier auf jeden Fall niedriger liegen!

Am sinnvollsten ist das ganze bei Lautsprechern mit sehr leichter Membran und hohem Wirkungsgrad, da gerade hier sehr große Volumina notwendig sind - im Falle einer konventionellen Box. Die Line wäre jedoch unabhängig vom Membrangewicht immer die gleiche! Bei geschickt gewähltem Treiber lässt sich also sagen, dass man mit dieser Gehäuseform bei gegebenem Volumen und Tiefbassausbäute einen höheren Wirkungsgrad erreichen kann.

Gruß


[Beitrag von hermes am 11. Apr 2005, 18:11 bearbeitet]
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#9 erstellt: 11. Apr 2005, 18:56

hermes schrieb:


Die Line müsste also extrem bedämpft (mit Hilfe der üblichen Verdächtigen) sein.
Dadurch verringert sich die Schallgeschwindigkeit in der Line die Wellenlänge, das müsste man beachten.


Das stimmt wohl nicht, hat mal ein Visatontechniker gemessen:
http://www.exdreamau...ohre_geschaut.html


Einfach nach dem Stichwort Schallgeschwindigkeit suchen (unterer Link). Hab ich grade vorhin gefunden! :D


Hm. US hat neulich mit einer cardioiden Abstrahlung experimentiert und dabei Glaswolle (?) als Fließwiderstand benutzt, um die Schallgeschwindigkeit zu reduzieren. Möglicherweise ist nicht jedes Dämpfungsmaterial dazu geeignet.
Wenn ich mich recht entsinne dann verringert Dämpfungsmaterial den Adiabatenexponenten kappa und damit auch die Schallgeschwindigkeit: http://de.wikipedia.org/wiki/Schallgeschwindigkeit
Es mag aber sein, dass der Effekt weitaus geringer als von mir vermutet ist.


Je länger ich darüber nachdenke halte ich das für sehr interessant, zumal es eigentlich keinen Nachteil gibt, sofern man der Bedämpfung genügend Aufmerksamkeit schenkt.


Ich finds auch interessant, aber irgendein Nachteil muss doch dabei sein
Gibt schließlich nichts umsonst.

Gruß
Cpt.
UglyUdo
Inventar
#10 erstellt: 12. Apr 2005, 00:31

... der Umweg des Schalls über Line um dort in Wärme umgewandelt zu werden macht also schon Sinn


Ich bilde mir ein, daß ich das schon mal vor Jahren gesehen habe. Hat sich wohl nicht bis heute erhalten, da Entwicklung + Aufwand in Keinem Verhältnis zum erzielten Ergebnis stand - eine normales geschlossenes Testhäuse ist leichter und schneller im Volumen variert und unterschiedlich arg gestopft.
Cpt._Baseballbatboy
Inventar
#11 erstellt: 12. Apr 2005, 08:43
Und da ist er schon der Nachteil.

Aber so schwer ist der Gehäusebau auch nicht, es gibt ja immerhin klare Richtlinien: die Line hat so und so lang zu sein, in ihr muss der Schall vollständig vernichtet werden, also muss sich stark bedämpft sein.

Ich würde einfach mal probehalber versuchen, mir die Line zu basteln (noch nicht spitz zulaufend, erstmal viel zu aufwändig) und richtig dick mit Dämmmaterial auszustopfen.

Sicherlich müssen erst noch Grundlagen und Erfahrungswerte geschaffen werden, denn die scheint es bisher noch nicht zu geben (außer vielleicht in den Labors von B&W).

Gruß
Cpt.
Christoph_H.
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 12. Apr 2005, 16:59
Hallo,

der Ansatz, die Line so stark zu bedämpfen, daß der Schall komplett vernichtet wird, hat schon bei der Erfindung der klassischen TL nicht funktioniert, gleiches hat man auch hier versucht. Man hat nämlich erwartet, daß sich die line rückwärtig offen oder geschlossen gleich verhält, was sie ja bei vollständiger Bedämpfung machen müsste (vorausgesetzt, der Schall läuft sich schon auf einfacher Strecke tot).
Wie wir wissen, macht sie das nicht.
Bleibt also der ursprüngliche Ansatz dieses Threats, die Reflexion mittels Lamda/2-Line phasengleich auf die Membran wirken zu lassen. Dies wirkt aber nunmal verstärkend und nicht neutral.
Und eine halbe Oktave höher wirkt die Reflexion dummerweise der Membranbewegung genau entgegen.
Die geschlossene Line verhält sich bzgl. Stahlungswiderstand an der Membranrückseite also genauso buckelig wie eine offene, jedoch sind "Berge und Täler" genau vertauscht.
Was auch wegfällt, ist der Schallanteil, der bei der offenen TL am Line-Ende abgestrahlt wird.
Das Konstrukt wird vermutlich genauso kritisch wie eine offene TL, jedoch mit doppelter Länge.

Gruß,
KuNiRider
Inventar
#13 erstellt: 21. Nov 2006, 23:57
Hab mir großen Interesse dies Thread gerade gelesen. Ich hatte mir im Frühjahr auf Grund einer ähnlichen Idee einen Probesub zusammengewastelt. 2 Peerlessnonames aus dem Fundus 8" Qts ca 0,56 Fs 29Hz Re=6,8 Ohm vorne und hinten in einer 6x66cm-Line (ca 4,5m mit Dämmmaterial/ Querschnitt 200ccm²). Meine Idee war an beiden Enden ein Chasis zu betreiben d.h. keine Vribationen durch Boxerbetrieb und die Welle des gegenüberliegenden Chasis kommt immer phasenrichtig an. Imho wird die Welle dort auch nicht reflektiert, da das angetriebene Chasis ihr ja 'ausweicht' und Ausschwingvorgänge sollten dadurch kürzer werden.
Oder??? Was haltet ihr davon?
Leider habe ich erst wieder mit dem Selbstbau angefangen und (noch) kein Messequipment. Klingen tut es erstaunlich kraftvoll und per Gehör und Testgenerator komme ich mit dem großen Mivoc-Aktivmodul (+4db bei 30Hz) auf etwa 30Hz runter. Wenn jemand im Großraum Stuttgart mal messen möchte, schleppe ich das Teil gerne mal vorbei
hermes
Inventar
#14 erstellt: 22. Nov 2006, 01:40
Hi Kunirider,

klingt sehr interessant. Allerdings wird die welle vom anderen Chassis nur dann Phasenrichtig auf der anderen Seite ankommen, wenn die Wellenlänge genau der Linelänge Entspricht. In deinem Fall also 9m Wellenlänge=37 Hz. Was da dann raus kommt vermag ich auch nicht vorhersagen. ICh könnte mir vorstellen, dass du im Bereich 37 Hz eine Art Tuning erhälst. Wenn sehr gut läuft gleicht das tuning vielleicht den natürlichen Treiberabfall aus, so wie bei Bassreflex. Interessant ist dann, dass du in einem Gehäuse zwei Treiber unterbringen kannst, die line also in beide Richtungen nutzen kannst, ob man da Volumen sparen kann!? Muss mal drüber nachdenken...

Grüße
Hermes

PS Nachteile kannst du dem Post über deinem entnehmen.


[Beitrag von hermes am 22. Nov 2006, 01:42 bearbeitet]
Syntropus
Hat sich gelöscht
#15 erstellt: 22. Nov 2006, 10:33
Hi,

aus meinen Versuchen mit der PicoLino als breitbandigem Mitteltöner ergab sich die geringste Welligkeit im Frequenzbereich wenn die Transmissionline stark bedämpft war, aber offen. Verschliesst man die Line nimmt die Welligkeit wieder zu. Bedämpft war sie mit stark gestopfter Schafswolle. Ausserdem war es wichtig das Dämpfungsmaterial bis dicht an das Chassis ran zu bringen.

Gruss
Syntropus
ronmann
Inventar
#16 erstellt: 22. Nov 2006, 10:53
Klingt so ein überdämpftes Gehäuse nicht schrecklich müde und langsam, egal welcher Form?
KuNiRider
Inventar
#17 erstellt: 22. Nov 2006, 11:50
@Hermes:
Das Ziel war nicht unbedingt Volumeneinsparung. Ich mag lieber einen trockenen Bass und nehme lieber Abstriche in der max. Lautstärke in Kauf, somit war ein Subwoofer für mich bisher CB und mit zwei Chasis in impulskompensierter* Anordnung. Mit der Line will ich Versuchen das Chasis von frühen Reflexionen zu entlasten und wenn's top läuft, den Bassabfall rauszuzögern. Welligkeit ist mir wurscht, bei >60Hz wird er eh wieder abgewürgt und bei den Pegelsprüngen die ein normaler Hörraum im Bass macht, halte ich einen linealglatten Verlauf des Woofers für weniger wichtig.

*wenn ich richtig rechne, zerrt und drückt eine 100 Gramm-Membran mit je 8kg am Gehäuse (+-1cm Hub bei 50Hz Dreiecksignal)
elefant!no
Hat sich gelöscht
#18 erstellt: 22. Nov 2006, 11:51

ronmann schrieb:
Klingt so ein überdämpftes Gehäuse nicht schrecklich müde und langsam, egal welcher Form?

Ja.
Syntropus
Hat sich gelöscht
#19 erstellt: 22. Nov 2006, 12:00

Ja.
?

Meines klang ganz gut. Das Problem war lediglich, dass die PicoLino keine Leistung verträgt.
elefant!no
Hat sich gelöscht
#20 erstellt: 22. Nov 2006, 12:10
Hai Synthie,

meinen Erfahrungen nach bewirkt man mit dem Stopfen eines offenen Gehäuses starken Klirr (v.a. k3). Ob dieser ursächlich für den müden Klang ist, oder ob noch andere Effekte dafür verantwortlich sind, da bin ich mir noch nicht ganz sicher.

Gruß,
Peter
Syntropus
Hat sich gelöscht
#21 erstellt: 22. Nov 2006, 12:34
@Peter

Ich habe die PicoLino in dieser Konfiguration nur bis 100 Hz runter betrieben. Auf den Subbassbereich ausgedehnt kann das schon sein mit dem Klirr und dass das nicht so gut klingt.
Ausserdem ist das mit dem stark stopfen natürlich auch sehr interpretationsfähig.
Am Besten wäre ein Dämpfungsmaterial in der Line so angepasst, dass man keine Reflexion erhält, ähnlich wie in der Hochfrequenztechnik mit Anpassung. Ob man das in der Akustik so umsetzen kann weiss ich nicht.

Gruss
Syntropus
Fosti
Inventar
#22 erstellt: 22. Nov 2006, 12:36
Hi,

wurde Alles schon mal gemacht und bei Visaton vermessen:
http://www.visaton.d...Gehäuse&pagenumber=6

und hier:
http://www.visaton.d...2&highlight=nautilus

und hier:
http://www.visaton.d...Gehäuse&pagenumber=2

Ich würde sagen, Nutzen zu Aufwand eher suboptimal. Einfacher und effektiver: Gehäuse(innen)abmessungen klein gegen die max. Frequenz halten. Macht nat. probleme bei hochgetrennten 2-Wegerichen.

Grüße,
Fosti
Syntropus
Hat sich gelöscht
#23 erstellt: 22. Nov 2006, 12:46
@Fosti

was hast Du denn für Speaker im Ripol?
...........

Die Version mit offener Line und ungleichmässiger Bedämpfung über der Länge war bei den Links noch nicht dabei.
Fosti
Inventar
#24 erstellt: 22. Nov 2006, 12:49
Hi,

das sind zwei SPH-300CTC von Monacor von denen jeweils nur eine Schwingspule arbeitet. Gehäuse und Filter hat mir Der_Axel ausgelegt. Bin sehr zufrieden
hermes
Inventar
#25 erstellt: 22. Nov 2006, 17:49
Moin,

also ein komplettes Stopfen würde bei einer Line keinen Sinn machen. Wenn das zu dicht wird dringt die Welle gar nicht mehr bis in den hinteren Teil vor und man hat das Gehäuse auf einen Bruchteil verkleinert.

Wenn, dann würde ich so stopfen, dass man in der Mitte einen Gang frei lässt, so dass die Welle die ganze Line durchlaufen kann. Mit zunehmendem Treiberabstand wird der Mittelgang dann immer enger bis er am Ende dicht ist.

Nach meinen Veruchen mit länglichen Gehäusen darf man nur nicht in der nähe der Membran stark dämpfen. Am anderen Ende das Gehäuses kann man sogar stopfen, ohne, dass es müde klingt. Darin liegt nämlich auch die Kunst: Man muss die Welle im Gehäuse dämpfen, aber nicht die Membran. Dieser Spagat gelingt umso besser je weiter das Dämpfungsmaterial von der Membran entfernt ist.

@ KuNiRider
Wenn es dir nicht aufs Volumen sparen ankommt ist eine konventionelle CB denke ich das beste. Ist zwar langweilig, aber mit gutem Treiber und etwas Entzerrung brutal gut.

Grüße
Hermes
ronmann
Inventar
#26 erstellt: 22. Nov 2006, 18:02
könnt ihr mit hierbei helfen? http://www.hifi-foru...m_id=104&thread=8674
Syntropus
Hat sich gelöscht
#27 erstellt: 22. Nov 2006, 18:38

also ein komplettes Stopfen würde bei einer Line keinen Sinn machen. Wenn das zu dicht wird dringt die Welle gar nicht mehr bis in den hinteren Teil vor und man hat das Gehäuse auf einen Bruchteil verkleinert.


Bei einer geschlossenen Line würde ich am Chassis wenig dämpfen und über die Line immer dichter bis hin zum Ende, so ähnlich wie mit dem Mittelgang.
Bei einer offenen Line sollte es umgekehrt sein, allerdings am Chassis natürlich nicht komplett dicht.
Ist halt immer eine Frage wie man das fixiert.

Gruss
Syntropus
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