Bändchenhochtöner vs. Kalotte

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manu86
Stammgast
#1 erstellt: 12. Apr 2004, 21:54
Hallo!!

Ich möchte mir neue Lautsprecherboxen selbst bauen und bin nun am Überlegen welchen Hochtöner ich dafür verwenden soll. Hab mich schon in einigen Zeitschriften informiert, aber irgendwie hab ich nirgends die "eigentlichen" Vor- und Nachteile von Bändchen- bzw. Kalottenhochtöner gefunden.
Rätselhaft für mich ist nur, weil Bändchenhochtöner in den meisten Fällen gelobt werden, allerdings verbauen nur wenige Hersteller solche Hochtöner in ihren hochwertigen Fertigboxen... Warum??

Schon mal vielen Dank im Voraus!!

Gruß
Manuel
qnorx
Stammgast
#2 erstellt: 12. Apr 2004, 23:04
Weil die guten Bändchen (es gibt auch nicht so gute...) relativ teuer sind und weil viele Hersteller von Lautsprecher selbst keine Bändchen fertigen können (weil das Knowhow fehlt) und daher extern zukaufen müssten (was natürlich den Gewinn schmälert). Kommt hinzu, dass viele Bändchen noch von Hand gefertigt werden, also zumindest die Folien von Hand gefaltet werden und die Bändchen daher gar nicht in so grossen Stückzahlen im Markt zu haben sind wie es für eine grosse Serie notwendig wäre. Gleiches gilt auch für AMTs.

Ergo verbauen viele lieber eine Kalotte als ein Bändchen. Und da's auch noch sehr gute Kalotten gibt, ist die Entscheidung umso einfacher.
In highendigeren Lautsprechern findest Du ab und an ein Bändchen oder AMT. Ich hab hier z.B. den Mini-Monitor von HH mit dem Expolinear Bändchen RT-4pro und die Emotion auch von HH mit dem Eton AMT ER4. Und finde beide sensationell, es gibt nicht viele Kalotten die an diese Luftigkeit und Leichtigkeit herankommen.
Allerdings: Einie Bändchen bündeln vertikal relativ stark, das ist eine meiner Meinung nach nicht unerheblich Einschränkung, weil der SweetSpot dann auch noch vertikal eingeschränkt ist.

Andreas Gudhe von Cantare ist ja neuerdings auch hier im Board, der kann sicher auch noch was dazu sagen. In der neuen K&T ist übrigens ein Monitor-Projket mit einem seiner Bändchen.
Cantare
Stammgast
#3 erstellt: 13. Apr 2004, 12:40
Hallo,

gute und ECHTE Bändchenhochtöner sind zum einen teuer in der Herstellung und zum anderen vom Klang her sehr ehrlich und hochauflösend. Man muss sich mit der Weichenbeschaltung und Abstimmung etwas auskennen. Gewebe-Kalotten sind etwas gutmütiger und "verzeihen" Fehler der Elektronik etc. Sie klingen in der Regel weicher und z. T. schönfärberischer, verschlucken aber auch viele Details. Bei den Bändchen muss man aufpassen das sie nicht zu analytisch klingend abgestimmt werden. Wenn man lange mit Bändchen hört, und dann auf eine gewöhnliche Kalotte umschaltet fällt einem auf was alles fehlt.
Man muss halt mal über den Tellerrand schauen...

Im Fertigboxenbereich geht der Trend auch eindeutig zu den Bändchenhochtönern. Es ist nur eine Frage der Zeit bis diese in vielen renommierten Fertigboxen zu sehen sind. ;-)

Grüsse

Andreas
qnorx
Stammgast
#4 erstellt: 13. Apr 2004, 13:03
ich höre da eine leise unterschwellige hoffnung auf gute geschäfte mitschwingen... lol
Cantare
Stammgast
#5 erstellt: 13. Apr 2004, 14:35
Ja, das Zwinkern hat seinen Grund... *g*

Grüsse

Andreas
bukowsky
Inventar
#6 erstellt: 13. Apr 2004, 14:49
haben Bändchen nicht eher Probleme mit niedrigerem Wirkungsgrad (Kennschalldruck) und nicht so hoher Belastbarkeit?
Hörzone
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 13. Apr 2004, 14:53
Das ist zumindest bei den Monitoren von Adam) Vergangenheit, die werden heutzutage auch in großen Heimkinoprojekten eingesetzt, und da gehts bestimmt laut zu..
Gruß
Reinhard


[Beitrag von Hörzone am 13. Apr 2004, 14:54 bearbeitet]
qnorx
Stammgast
#8 erstellt: 13. Apr 2004, 15:53

haben Bändchen nicht eher Probleme mit niedrigerem Wirkungsgrad (Kennschalldruck) und nicht so hoher Belastbarkeit?


Würde auch sagen, dass das heute im Allgemeinen kein Problem darstellt. Kommt natürlich immer auch etwas darauf an, was man unter einem niedrigen Wirkungsgrad versteht.
Allerdings, meist ist es doch eh so, dass infolge Baffle Step eh oben noch etwas gesenkt werden muss ansonsten die Ankoppelung des TTs nicht gelingt. So gesehen scheint mir selbst ein tieferer Wirkungsgrad eines HTs/MTs nicht wirklich kritisch.
Cantare
Stammgast
#9 erstellt: 13. Apr 2004, 16:46
Hallo,

niedriger Wirkungsgrad und hohe Trennfrequenzen gehören der Vergangenheit an.
Die ARG Bändchen z. B. fangen bei 92dB an und hören bei 100dB auf. Noch grössere Version kommen im Sommer hinzu.
Heutzutage verwendet man starke Neodym-Magnetstäbe. Aber Vorsicht, mittlerweile gibt es Trittbrettfahrer auf dem Markt die Bändchen(Kopien) mit minderwertigem Magnetmaterial anbieten, welches mit der Zeit nachlässt.
Die elektrische Belastbarkeit ist etwas niedriger als die von ferrofluidgekühlten Kalotten, ferrofluidfreie sind nicht nennenswert belastbarer als echte Bändchen.
Wichtig ist die richtige Handhabe der Bändchenhochtöner, bei Messungen ohne Weiche muss stets ein Schutzkondensator verwendet werden, um das Bändchen nicht zu überdehnen. Die Membranfläche des Bändchens bestimmt die Trennfrequenz, je nach Typ zwischen 1,2-2,8 kHz. Richtig eingesetzt geht die Sonne auf.

Grüsse

Andreas


[Beitrag von Cantare am 13. Apr 2004, 16:49 bearbeitet]
qnorx
Stammgast
#10 erstellt: 13. Apr 2004, 17:20

Aber Vorsicht, mittlerweile gibt es Trittbrettfahrer auf dem Markt die Bändchen(Kopien) mit minderwertigem Magnetmaterial anbieten, welches mit der Zeit nachlässt.


Kannst Du da Namen nennen? Das würde mich sehr interessieren.
Cantare
Stammgast
#11 erstellt: 13. Apr 2004, 21:43
images/smilies/insane.gif

Einfach den Blick auf einen Nachzügler werfen und bedenken wie lange "meine" Bändchen schon auf dem Markt sind.
Mehr kann und will ich zu dem Thema nicht sagen...
Aber auch andere Marken wie Excel, Scan Speak, Morel und Seas werden mitlerweile kopiert...

Grüsse

Andreas


[Beitrag von Cantare am 13. Apr 2004, 21:45 bearbeitet]
SamSerious
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 01. Mrz 2013, 15:55
Ich bin kein Fan von "Nekroposting", aber das Thema liegt mir echt mal auf der Seele
Ich kenne mich da nicht SO sehr aus, aber "beginnen" Bändchenhochtöner nicht erst relativ weit oben im Frequenzgang? Ich habe schon einmal Lautsprecher gesehen, die zwischen dem Tieftöner und dem Bändchenhochtöner noch eine Kalotte besaßen, damit der TT nicht völlig abgehängt wird in den oberen Mitten..

Wo liegt denn der Unterschied zwischen "echten" und unechten Bändchenhochtönern? Bei einem Test der Behringer B3030a Monitore auf Amazona hat mal jemand geschrieben, da gebe es noch einen Unterschied zu günstigeren Bändchenmagnetostaten ? Schätze, die sind dann wohl auch in meinen Philips MCM760 verbaut..


[Beitrag von SamSerious am 01. Mrz 2013, 15:56 bearbeitet]
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