Mittenpräsenz / Bühnendarstellung

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xlupex
Inventar
#1 erstellt: 21. Aug 2005, 18:05
Hallo!
In einer Lautsprechervorführung wurde gezeigt wie durch Absenkung der Mitteneine Verschiebung der akustischen Bühne nach hinten erreicht wurde.
Weiss dazu jemand genaueres?
Mich würde interessieren, welche Freq.bereich in dieser Hinsicht ausschlaggebend ist.
Grüsse
xlupex
Inventar
#2 erstellt: 21. Aug 2005, 21:57
Nochmal ich.

Ist dieser Zusammenhang etwa falsch?
Gelscht
Gelöscht
#3 erstellt: 22. Aug 2005, 09:42
die tiefenwahrnehmung des gehörs alleine ist sehr schlecht. allein durch indizien und in verbindung mit dem sehsinn ist eine exakte tiefenbestimmung möglich. ein indiz ist z.b. der höhenabfall bei weit entfernten schallquellen.
US
Inventar
#4 erstellt: 22. Aug 2005, 09:43
www.sengpielaudio.com

Stichwort: "Blauertsche Bänder"

Gruß, Uwe
Gelscht
Gelöscht
#5 erstellt: 22. Aug 2005, 10:08
widerspreche us ungerne, aber die blauertschen bänder (nach jens blauert benannt - wer sich für räumliches hören interessiert, unbdingt lesen) sind für die lokalisation in der medianebene (oben, unten, vorne, hinten) entscheidend. nicht für die tiefenwahrnehmung.
die blauertschen bänder entstehen durch verzerrungen an kopf und ohr und sind trotz grosser gemeinsamkeiten von mensch zu mensch einmalig wie sein fingerabdruck. normierungsversuche dieser individuellen aussenohrübertragungsfunktion sind gescheitert (siehe z.b. kunstkopf).
richi44
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 22. Aug 2005, 11:26
Wenn unsere Ohren so scharf bündelnd und drehbar wären, wie jene eines Hirschs, wäre allenfalls eine Tiefen"messung" möglich.
Wir reagieren aber nur auf Hall, Lautstärke und Klangfarbe. Daher ist in einem "schalltoten" Raum eine "Tiefenbestimmung" nicht möglich.

Wenn also eine Box eine gute räumliche Tiefe bringt, ist sie falsch konzipiert. Sobald sie nämlich durch Phasenfehler der einzelnen Chassis zueinander nicht mehr als Punktschallquelle arbeitet, sondern der Klang "vom Lautsprecher gelöst erscheint", gibt sie auch keine scharfe Ortung der Instrumente, wie sie bei Intensitäts- und vor allem bei Laufzeitstereophonie möglich ist. Damit schafft sie den Eindruck von Raumreflexionen, die auch die Ortungsschärfe beeinträchtigen. Und das wiederum gaukelt eine grössere räumliche Tiefe vor.

Es gibt bei Stereomischpulten den Panoramaregler (Balance beim Verstärker), mit welchem man Schallquellen stufenlos zwischen links und rechts positionieren kann.
Und bei Surround-Pulten gibt es einen Joystick, mit welchem die Position sowohl in der Seite als auch in der Raumtiefe vorgenommen werden kann.
Hier wird genau dieser Umstand des Halls, der Laufzeit zu näher positionierten Quellen und des Frequenzgangs ausgenützt. Zum Hall wird auch der Grundhall des Raums berücksichtigt, damit der Klang möglichst natürlich bleibt.
Es ist also kein Problem, das Ohr und Hirn auch in dieser Hinsicht zu täuschen.
xlupex
Inventar
#7 erstellt: 22. Aug 2005, 17:43

Wenn also eine Box eine gute räumliche Tiefe bringt, ist sie falsch konzipiert.

Es geht um folgendes: Der LS bleibt gleich, der angeschlossene Amp ändert sich.
Der eine Amp "macht eine Bühne", die deutlich mehr in die Tiefe, sprich bis zum hinteren Ende des Raumes geht/staffelt, der andere Amp stellt sämtliche Musik vor den Lautsprechern dar.
Da der zweite Amp der bessere ist, der deutlich mehr Details im Mittenbereich darstellt, würde ich ihn gerne behalten, ihn vielleicht per DSP etwas zügeln, da ich eigentlich ein "holografische" Abbildung in die Tiefe bevorzuge. Der direkte Amp ist mir eigentlich zu direkt.
Da dachte ich, dass hier etwas über eine Mittenabsenkung zu machen wäre.
Grüsse
US
Inventar
#8 erstellt: 22. Aug 2005, 20:24
Hallo Markus,

die Blauertschen Bänder haben ihre Bedeutung sowohl in der Saggital- als auch in der Horizontalebene.

siehe auch hier, letzter Absatz:
http://www.sengpiela...hmungMedianebene.pdf

Interessant auch dieses Dokument:
http://www.sengpiela...uertschenBaender.pdf

@richie:

Wenn also eine Box eine gute räumliche Tiefe bringt, ist sie falsch konzipiert. Sobald sie nämlich durch Phasenfehler der einzelnen Chassis zueinander nicht mehr als Punktschallquelle arbeitet, sondern der Klang "vom Lautsprecher gelöst erscheint", gibt sie auch keine scharfe Ortung der Instrumente, wie sie bei Intensitäts- und vor allem bei Laufzeitstereophonie möglich ist. Damit schafft sie den Eindruck von Raumreflexionen, die auch die Ortungsschärfe beeinträchtigen. Und das wiederum gaukelt eine grössere räumliche Tiefe vor.


Das ist so nicht ganz korrekt. Räumliche Tiefe ist sehr wohl per Stereophonie über das Hallmuster des Aufnahmeraums darstellbar - dies sogar bei Mono!
Voraussetzung hierfür ist allerdings neben dem Vorhandensein eines aufnahmeseitigen Hallmusters des Aufnahmeraumes auch weitgehend reflexionsfreie Abhörbedingungen.

Deine Darstellung ist richtig bei direkt abgenommenen Schallerzeugern unter Freifeldbedingungen. Hier läge bei Hörbarkeit von Räumlichkeit tatsächlich ein Artefakt der Wiedergabe vor.

Gruß, Uwe


[Beitrag von US am 22. Aug 2005, 20:26 bearbeitet]
Gelscht
Gelöscht
#9 erstellt: 23. Aug 2005, 09:25
@ us
über "präsent" und "diffus" geht der einfluss der richtungsbestimmenden bänder bzgl. tiefenwahrnehmung nicht hinaus. zusätzliche raumakustische einflüsse sind unabdingbar für eine korrekte tiefenwahrnehmung.
Suche:
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