Mein Lautsprecher Projekt

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lischper
Stammgast
#1 erstellt: 15. Okt 2005, 20:53
Hallo zusammen,

ich bin jetzt seit längerem mit meinem Projekt beschäftigt und habe jetzt auch schon einige Chassis getestet.

Folgende Hochtöner habe ich ausprobiert.
Seas KT 27 F, Seas NoFerro 900 und Scan Speak D2905/9300.
Klanglich gefiel mir der NoFerro am besten. Und vor allem am ehrlichsten.

Folgende Tiefmitteltöner habe ich getestet.
Seas Excel W17 CY001, Seas Excel W17 EX001, Seas W171 XP und Vifa 17 WP 232/8.

Alle Tiefmitteltöner habe ich in sehr vielen Weichenvariationen ausprobiert. Und zwar nach vorgegeben Schaltungen und auch nach eigenen Experimenten.
Mir ist zum Beispiel aufgefallen das die Excel Chassis sehr schwierig zu beschalten sind. Kleine Spulen funktionieren überhaupt nicht und die Impedanzlinearisierung hat bei den Excel`s einen dermaßen klanglichen Einfluß, das jede kleine Veränderung sofort hörbar ist. Der CY001 läßt sich auch ohne Saugkreis hinbekommen. Zum Beispiel mit einer 1,0 mH Spule und einer Impedanzlinearisierung bestehend aus einem 4,7 µF Kondensator und einem 8,2 Ohm Widerstand. 0,82 mH, 22 µF und 10 Ohm funktioniert auch. Die EX1 und EX2 Schaltungen konnten jedoch klanglich überhaupt nicht mithalten und das mit Sperr- und Saugkreisen. Beim EX001 habe ich auch sehr viel ausprobiert. Der funktioniert nur mit Saugkreis und dennoch konnte ich nie eine Schaltung finden, wo der EX001 seine wahren Fähigkeiten darbringen konnte. Und übers Internet konnte mir auch keiner richtig weiter helfen. Selbst Schaltungen von ProAc waren meinen Vorstellungen nicht gerecht.
Dann habe ich den W171 XP ausprobiert. Der ließ sich ja super leicht abstimmen. Nur eine Spule mehr nicht. Ich habe sowohl kleine als auch große Spulen ausprobiert. Und zwar alle von 0,33-2,5 mH. Der W171 XP ließ sich ganz einfach nach dem Gehör abstimmen. Ab Spulengrößen von 0,82 mH war der Stimmbereich dumpf und matt. 0,33 und 0,47 mH war zu analytisch. Optimal waren die 0,56 und die 0,68 mH Spulen wobei ich der 0,68er Spule den Vorzug gab. Eine Impedanzlinearisierung hatte klanglich kaum Einfluß. Unterschiede konnte man eher erahnen. Dennoch entschied ich mich für eine bestehend aus 8,2 µF und 3,9 Ohm.
Klanglich gefiel es mir deutlich besser als mit den Excel`s. Der CY001 war zwar schön musikalisch hat aber geforderte Akustikspiele zu stark verschönert. Das gewisse Etwas fehlte.
Aber was der CY001 zuviel an Wärme und Musikalität bot hatte der W171 XP im Bereich akustischer Präzision.
Dennoch war der W171 XP bis dato meine Nummer 1.
Vor einigen Tagen bekam ich meine Vifa 17 WP 232/8 Tiefmitteltöner und die wußten sogar mit der Schaltung des W171 XP sofort zu überzeugen. Dann habe ich wieder nur mit einer Spule getestet. Der Vifa ist nicht gerade wählerisch. Deshalb klang der mit allen Spulen zwischen 0,68 und 1,8 mH sehr gut. Am besten gefiel es mir mit 1,2 und 1,5 mH. Ich tendiere aber eher zu 1,5 mH.
Jetzt werde ich noch den klanglichen Einfluß einer Impedanzlinearisierung ausprobieren.

Im Moment ist es das beste klangliche Ergebnis, was mein Projekt angeht.

Seas NoFerro 900
in Reihe 3,3 µF,
dann parallel 0,27 mH,
dann in Reihe 12,2 µF,
dann dahinter 5,6 Ohm
und dann parallel 3,9 Ohm

Vifa 17 WP 232/8
in Reihe 1,5 mH

Ich habe natürlich bei allen Tiefmitteltönern den Hochtöner angepaßt und auch verschieden geschaltet und auch jeweils die optimalen Trennfrequenzen genommen und andere sogar ausprobiert.

Wie kann es sein das ein einfacher Polypropylen Tiefmitteltöner so gut ist?
Denn klanglich ist er eine Mischung aus CY001 und W171XP. Also nach meinem Geschmack optimal.

Hat jemand von Euch ähnliche Erfahrungen gemacht?
Kennt einer den Vifa und kann mir noch verfeinerte Abstimmtips geben? Das würde mir auch vielleicht einiges an Testzeit ersparen. Kommt auf den klanglichen Einfluß der Impedanzlinearisierung an. Beim CY001 war er ja sehr groß. Man konnte sogar feine Unterschiede zwischen MKP, MKT und Elko glatt hören. Da sieht man mal wie empfindlich die Excel`s sind.
Ich werde den NoFerro auch mal wie ich es auch bei den anderen Tiefmitteltönern ausprobiert habe in 12 dB anstatt wie jetzt 18 dB schalten.
4,7 µF müßte eigentlich gut funktionieren.

Kann man den NoFerro bei einer Trennfrequenz von 3500-4000 Hz auch ohne Probleme in 6 dB Schalten? Hat es einer mal gemacht?

Viele Grüße, Andreas
HerrBolsch
Inventar
#2 erstellt: 15. Okt 2005, 22:44

Kann man den NoFerro bei einer Trennfrequenz von 3500-4000 Hz auch ohne Probleme in 6 dB Schalten?


Willst du den 17er dann auch bei der Frequenz mit 6dB trennen? (Das dürfte schwieriger werden.)
A._Tetzlaff
Inventar
#3 erstellt: 15. Okt 2005, 22:56
Ehrlich gesagt, wundert mich der favorisierte Vifa nicht, denn die Excels sind mit ihren Hartmembranen alles andere als leicht handhabbar! Um die deftigen Resonanzen kalt zu stellen ist ein nicht unerheblicher Aufwand vonnöten - dann werden sie Deinen Geschmack eher treffen. Aber ohne Messung eine Weiche optimieren? Schwierig!
lischper
Stammgast
#4 erstellt: 16. Okt 2005, 03:32
Hallo,

ehrlich gesagt dachte ich daran Hoch- und Tiefmitteltöner in 6 dB zu schalten. Vielleicht ist es aber besser nur den Tiefmitteltöner in 6 dB und den Hochtöner in 12 oder wie ich es im Moment mache in 18 dB zu trennen.
Eigentlich möchte ich aber so wenig wie möglich an Bauteilen verwenden.
Dafür aber gute.
Meine Experimente machen ich ja nur mit günstigen Intertechnikbauteilen.
Später CFC oder Tritec Spulen. Eventuell auch Mundorf Backlack. Und die weißen M-Cap`s müßten auch in Ordnung sein. Und Mox Widerstände. Vielleicht auch andere....
Was meint Ihr?

Viele Grüße, Andreas
CASA
Stammgast
#5 erstellt: 16. Okt 2005, 14:01
Klingt ja ganz interessant. In was für ein Gehäuse soll das Ganze denn Platz nehmen?
Gruss CASA
HerrBolsch
Inventar
#6 erstellt: 16. Okt 2005, 14:32
Du willst einen 17er bis 4kHz laufen lassen und mit 6dB auskoppeln? Packt der das? Keine Resonanzen, Pegelabfälle, hoher Klirr, Richtwirkung??? Ich hab leider keine Daten vom Vifa...
lischper
Stammgast
#7 erstellt: 16. Okt 2005, 16:47
Hallo,

mit meinen oben angegebenen Weichenteilen trenne ich doch bei etwa 3800 Hz. Das ist mit dem Vifa überhaupt kein Problem.
Vielleicht sollte ich auf eine Impedanzlinearisierung ganz verzichten, damit die Spule nicht so exakt arbeitet. Na ja, testen kann ja nicht Schaden.

Unter folgenden Link gibt es Infos über den Vifa.
http://www.lautsprechershop.de/pdf/vifa/lautsprecher/17wp232.pdf

Hier noch Infos von Koch Audio:

Vifa 17 WP 232 4 oder 8 Ohm

Beschreibung:
170 mm Tief-Mitteltöner mit mineralgefüllter Polypropylen-Membran. Magnesiumdruckgusskorb.

Gehäuse: Geschlossen 8,6 - 15,7 Liter, BR 16,5 - 24 Liter

Parameter:
Frequenzgang: 40 - 5000 Hz
Impedanz: 4 oder 8 Ohm (bitte bei Bestellung angeben)
Belastbarkeit: 70/105/210 Watt
Schalldruck: 88 dB
Resonanzfrequenz: 37 Hz
Parameter: VAS 35,0 Liter, Qes 0,45, Qms 1,55, Qts 0,35
Abmessungen: Ø 170 mm, Einbau Ø 146 mm, Tiefe 76 mm

Erst habe ich mit verschiedenen Gehäusen getestet. Eines von Bonsai (11 Liter Bassreflex), eines von Dantax (8 Liter Geschlossen) und auch mit zwei DIY-Gehäusen. (1x 20 Liter Geschlossen und 1x 18 Liter Bassreflex)
Beim Vifa habe ich mich auf das Bonsai Gehäuse aus optischen Gründen festgelegt. Es ist aber ein Standlautsprecher, denn das Gehäuse besteht ja aus zwei Kammern. Die Untere habe ich mit Quarzsand befüllt. Außerdem habe ich das Gehäuse geschlossen. Das Bassreflexrohr und das Anschlußterminal habe ich entfernt und die Löcher sauber zugemacht. Da das Funier schwarz ist habe ich die kahlen Holzstellen sauber mit schwarzem Filz beklebt. Das sieht jetzt aus als wären es Netzabdeckungen für Bassreflexöffnungen. Die Wandungen habe ich mit Bitumenmatten beklebt. Außerdem habe ich noch Tyrofoam und Sonofil, welches ich später noch gegen Schafswolle tausche verwendet. Die Weiche habe ich erst mal nach außen verlegt. (Bin ja noch am testen) Eventuell kommt die Weiche in die untere mit Quarzsand befüllte Kammer. Jetzt komme ich auf ein Nettovolumen von etwa 11,5 Liter.
So komme ich auf eine Lautsprechergesamtgüte von etwa 0,67-0,69. Ist doch okay, oder?
Und bei etwa 74 Hz fällt der Pegel um 3 dB ab.
Später noch ein geschlossener Sub und fertig.
Und natürlich die Weiche hochwertiger bestücken.
Ich werde, glaube ich, alles von Mundorf nehmen.
Backlack Luftspulen können ja nicht verkehrt sein. 0,71mm für den Hochtonzweig (es sei ich schalte doch in 12 dB) und 1,40 mm für den Tiefmitteltöner. Dazu die weißen MCap`s.
Bei den Widerständen bin ich mir noch nicht so sicher. Wie ist der Unterschied zwischen Metalloxid- (MOX) und Metallfolienwiderständen? Oder welche Bauteile sind von der Preis/Leistung überhaupt am besten?

Viele Grüße, Andreas
ja?
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 16. Okt 2005, 18:53

lischper schrieb:
Hallo,
Oder welche Bauteile sind von der Preis/Leistung überhaupt am besten?

Viele Grüße, Andreas :prost


Hi,

Zu schließt mit der Ansage, man solle nicht über (angeblich) klangverbessernde Maßnahmen (?!) lästern. Ich möchte Dir empfehlen, Deine Entwicklungsarbeit messtechnisch zu begleiten. Die Investition in ein Mikrophon ist das erste, was man als Klangverbesserer zu tun hat. Das zweite hat wieder damit zu tun, sein eigenes subjektives Urteil zu hinterfragen. Wie wäre es mit unbeteiligten Testhörern? Dass die die "Unterschiede" gleich Dir gewichten, und den meist erheblichen finanziellen Mehraufwand als lohnend beurteilen ist wohl fraglich.

Wenn Du aber bastelst, um Dich selbst von der Qualität der Lautsprecherzu überzeugen (Dich dahingehend selbst zu überreden ...), anstatt diese Qualität objektiv herszustellen,-

Viel Spaß! (Es ist ein Hobby)
lischper
Stammgast
#9 erstellt: 16. Okt 2005, 20:02
Hi,

natürlich gibt es mehrere Testhörer bei meinem Projekt und es wird auch noch gegen hervorragende Fertiglautsprecher verglichen.
Und am Ende lasse ich von einem Bekannten meine Lautsprecher messen und dann kommt halt der Feinschliff.
Aber, und da wird mir jeder Hifi-Narr recht geben, das wichtigste Meßinstrument ist und bleibt das Ohr. Und das persönliche Empfinden beim Musikgenuß sollte auch nicht gerade außer Acht gelassen werden.
Es gibt Lautsprecher mit hervorragenden Meßergebnissen, die mir überhaupt nicht klanglich gefallen haben. Für Meßfetischisten geradezu ideal. Für Leute denen der Klang am wichtigsten ist, spielt es keine Rolle wenn die Meßergebnisse durchschnittlich sind, aber der Lautsprecher klanglich zu überzeugen weiß.
Ich hatte schon sehr viele Lautsprecher. Meistens aus der 3-5000 DM Klasse. So ein Mist, ich rechne noch immer in DM.
Unter anderem auch Visonik V470, Dali 850, Chario Akademy 1, Dynaudio Contour 1.8 MkII und auch Audio Physik Tempo 3i. Irgendwelche Fehler hatte jeder Lautsprecher aber die Dynaudio und die Audio Physik welche im allgemeinen hervorragende Meßergebnisse haben waren überhaupt nicht nach meinem Geschmack. Natürlich meine MFSL CD`s, XRCD`s, Zounds und Zounds Gold CD`s, meine Japan Editionen und Chesky CD´s kamen super rüber. Aber durchschnittliche und teilweise auch gut-sehr gute Aufnahmen waren häufig zum kotzen.
Ich habe noch gute Fertiglautsprecher und baue mir jetzt ganz in Ruhe Lautsprecher die ganz nach meinem Geschmack sind. Nicht mehr und nicht weniger.
Es gibt doch nichts schöneres wenn die gehörte Musik Emotionen wecken kann.
Zum Geräusche sezieren und analysieren bin ich wirklich nicht geboren.

Viele Grüße, Andreas

PS: Ein guter Lautsprecher sollte nicht nur die hervorragend klingenden Test CD`s aus Klang & Ton, Stereo, Stereoplay, Audio und Image Hifi, welche ich teilweise selber habe wiedergeben können, sondern auch andere Aufnahmen sollten hörbar und erträglich sein. Es ist schließlich keine Kunst einen Lautsprecher nur in eine Richtung abzustimmen. Die goldene Mitte ist die Schwierigkeit. Die Musikwelt besteht ja nicht nur aus den oben erwähnten CD`s.
ja?
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 16. Okt 2005, 20:33

lischper schrieb:
Hi,

natürlich gibt es mehrere Testhörer bei meinem Projekt und es wird auch noch gegen hervorragende Fertiglautsprecher verglichen.
Und am Ende lasse ich von einem Bekannten meine Lautsprecher messen und dann kommt halt der Feinschliff.
Aber, und da wird mir jeder Hifi-Narr recht geben, das wichtigste Meßinstrument ist und bleibt das Ohr.


Hi,
Ich würde am Anfang messen, um gewisse "Seltsamkeiten" zu umgehen, die Gehörgebastelten immer wieder anhaften. Aber wegen des Hifi-Narrs muss ich Dir natürlich Recht geben.

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