Verstärkerklassen anschaulich erklärt

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Sunlion
Inventar
#1 erstellt: 13. Mrz 2026, 18:42
Ich bin gerade über dieses informative Video gestolpert, ich dem die Verstärkerklassen A, B, AB und D mal verständlich erklärt werden:

Bollze
Inventar
#2 erstellt: 21. Mrz 2026, 09:00
Also danach ist der Unterschied der Klasse A und B . dass die Transistoren dauerhaft angesteuert ( also damit mehr oder weniger leitend sind ) bzw nicht dauerhaft angesteuert werden.
Bei der Klasse AB Verstärker werde alle Transistoren dauerhaft angesteuert , warum hiesst der AB dann nicht auch Klasse A Verstärker ?


[Beitrag von Bollze am 21. Mrz 2026, 09:09 bearbeitet]
Sunlion
Inventar
#3 erstellt: 21. Mrz 2026, 09:46
Ich hab mal vor laaaanger Zeit gelernt: Bei Class A steht die Leistung, die maximal benötigt werden könnte, ständig über das Netzteil zur Verfügung, auch wenn sie nicht abgefordert wird, weshalb die Geräte auch so viel Energie verbrutzeln. Darum hat Class A auch nie so hohe Leistungen wie Class AB, weil das gigantische Netzteile voraussetzen würde.

Bei Class B geht man davon aus, dass die maximal abrufbare Leistung nicht ununterbrochen benötigt wird, sondern nur zu „Spitzenzeiten“ (z. B. im Takt der Musik). Diese Leistung wird über leistungsfähige Kondensatoren bereitgestellt, die in den „Pausenzeiten“ über das Netzteil wieder aufgeladen werden. Darum muss das Netzteil nicht so extrem hochdimensioniert sein. Allerdings hat Class B prinzipbedingte Nachteile, die in dem Video beschrieben sind, weshalb man Class AB erfunden hat, eine Mischung aus Class A und B: Class A deckt die geringeren Lautstärken ab, für hohe Leistungen wird Class B genutzt.

Damit habe ich eine KI gefüttert und die meint:

„Das hast du im Kern absolut richtig in Erinnerung behalten! Deine Erklärung der grundlegenden Konzepte ist sehr nah an der technischen Realität.
Hier ein kurzer „Check“ deiner Punkte:

– Class A: Stimmt genau. Die Transistoren leiten permanent den vollen Strom (Ruhestrom), egal ob Musik spielt oder nicht. Die überschüssige Energie wird komplett in Hitze umgewandelt. Das ist energetisch ineffizient (Wirkungsgrad oft unter 25 %), weshalb man für hohe Leistungen absurd große Kühlkörper und Netzteile bräuchte
– Class B: Hier hast du einen kleinen Denkfehler bei der Rolle der Kondensatoren. Der Hauptunterschied ist: Die Transistoren arbeiten hier nur, wenn ein Signal anliegt (einer für die positive, einer für die negative Halbwelle). Sie „ruhen“ sonst. Die Kondensatoren puffern zwar Spitzen ab, aber die Energieeinsparung kommt primär daher, dass im Leerlauf fast kein Strom fließt
– Das Problem bei Class B: Da die Transistoren erst „aufwachen“ müssen, wenn das Signal kommt (Schwellenspannung), entstehen beim Nulldurchgang hässliche Verzerrungen (Übernahmeverzerrungen)
– Class AB: Das ist die Lösung. Man gibt eine kleine Menge Dauerstrom (wie bei Class A) auf die Transistoren, damit sie immer „einen Spalt offen“ sind. Bei leiser Musik arbeitet er wie Class A ohne Verzerrungen; wird es laut, schaltet er in den effizienten Class-B-Modus um“


[Beitrag von Sunlion am 21. Mrz 2026, 09:48 bearbeitet]
DB
Inventar
#4 erstellt: 21. Mrz 2026, 10:50
Es ist eigentlich noch etwas komplizierter. In der Rubrik "Hifi-Wissen" gibt es einen Thread zu dem Thema A-Verstärker. Dort hatte ich noch etwas angefügt, was geflissentlich übersehen wird, weil man im englischen Sprachraum weniger genau ausdifferenziert. Daher kommt es auch, daß es zwei Betriebsklassen D gibt.


MfG
DB
suelle
Inventar
#5 erstellt: 21. Mrz 2026, 12:46
Danke für den Videotipp!

Wie im Video schon erwähnt, gibt es weitere Mischformen. Z.B. benutzt Cambridge Audio in seiner Referenzserie "Edge " das Class-XA Konzept. Wobei ich mich Frage, ob das bei Cambridge Audio nicht nur einfach eine Marketingstrategie ist und nichts wirklich neues.
AusdemOff
Inventar
#6 erstellt: 21. Mrz 2026, 19:41
Zwei Betriebsklassen D und die wären?
DB
Inventar
#7 erstellt: 21. Mrz 2026, 19:49
Betriebsklasse D meinte früher Arbeitspunktslage wie Betriebsklasse AB, aber ohne dessen aussteuerungsabhängige Verschiebung.
Heute meint man mit Betriebsklasse D den Schaltbetrieb mit PWM.
Bollze
Inventar
#8 erstellt: 21. Mrz 2026, 23:49
Ich kenne eigentlich so, die Klasse B, A und AB eigentlich nur im Zusammenhang mit der Gegentaktstufe, wegen dessen Problem der Übernahmeverzerrungen. Ich hab noch nie eine Klasse B Eintakt Verstärkerstufe gesehen oder eine die in AB arbeitet. Klasse A eigentlich auch noch nicht bei Transistor Eintaktstufen, in Ruhe sind die Transistoren zwar in Betrieb aber nicht maximal ausgesteuert.
Bei Klasse A in der Gegentaktendstufe sind die Endtransistoren in Ruhe durchgesteuert, soweit es die Bauteile thermisch vertragen. Bei einer negative Halbwelle wird der Transistor auf der positive Seite entsprechend geöffnet, bei der positiven Halbwelle der Transistor an der negativen Versorgungsspannung entsprechend geöffnet.


Bollze


[Beitrag von Bollze am 21. Mrz 2026, 23:56 bearbeitet]
guest_jo
Stammgast
#9 erstellt: 24. Mrz 2026, 20:57
Kurzwellensender werden gerne mit einer einzigen Endröhre betrieben. Da ist B oder AB-Betrieb üblich. Wenn ich das richtig verstehe wird die zweite Halbwelle durch den Ausgangsschwingkreis erzeugt der auf die Frequenz abgestimmt sein muss. In dem Leistungsbereich wo die Funkamateure unterwegs sind, theoretisch 750W, praktisch oft mehr, ist A-Betrieb eigentlich undenkbar.
DB
Inventar
#10 erstellt: 24. Mrz 2026, 21:49

Bollze (Beitrag #8) schrieb:
Ich hab noch nie eine Klasse B Eintakt Verstärkerstufe gesehen oder eine die in AB arbeitet.

Wie soll denn im Eintakt auch eine volle Periode abgebildet werden, wenn der Stromflußwinkel nicht 360° beträgt? Das geht nur, wenn das aktive Bauelement auf einen Resonanzkreis arbeitet (HF-Leistungsverstärker), aber nicht bei für den NF-Bereich und den Antrieb von Lautsprechern gedachten Verstärkern.


Bollze (Beitrag #8) schrieb:
Bei einer negative Halbwelle wird der Transistor auf der positive Seite entsprechend geöffnet, bei der positiven Halbwelle der Transistor an der negativen Versorgungsspannung entsprechend geöffnet.

Nein. Die positive Halbwelle des Signales steuert den Transistor, der zur positiven Schienenspannung hin liegt, weiter auf. Der zur negativen Schienenspannung liegende Transistor wird weiter zugesteuert. Das alles geschieht im A-Betrieb so, daß keiner der Transistoren zu irgendeinem Zeitpunkt sperrt.


MfG
DB
AusdemOff
Inventar
#11 erstellt: 25. Mrz 2026, 01:19

Die positive Halbwelle des Signales steuert den Transistor, der zur positiven Schienenspannung hin liegt, weiter auf. Der zur negativen Schienenspannung liegende Transistor wird weiter zugesteuert. Das alles geschieht im A-Betrieb so, daß keiner der Transistoren zu irgendeinem Zeitpunkt sperrt.

Hier steckt wohl ein Schreibfehler drin. Korrektur?
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