Otoplastik selbst gemacht? Kann das funktionieren?

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XperiaV
Inventar
#1 erstellt: 07. Jul 2016, 14:49
Bin am Überlegen mir für den PSB IE Otoplastik anfertigen zu lassen, müsste da aber erstmal ein Laden in der Nähe finden.
Im Netz bin ich dann auf diesen Artikel von PCWELT gestolpert. Dort wird erklärt wie man sich sowas selbst anfertigen kann, und angeblich mit dem selben Ergebnis.

Das dauernde Kaufen von Comply Foams Aufsätzen ist mir irgendwie ein Dorn im Auge.

Hat das schon mal jemand probiert, wenn ja - mit welchem Ergebnis?
AG1M
Inventar
#2 erstellt: 07. Jul 2016, 16:27
Theoretisch kann das durchaus klappen, das Thema hatten wir auch mal hier im Forum: http://www.hifi-forum.de/viewthread-211-362.html

Das Problem bei vielen Universal IEMs ist das der Klang meist zu stark verfälscht wird mit Otoplastiken, das ist ja selbst mit normalen Aufsätzen schon teilweise ein Krampf, bis man das optimale Ergebnis erhält.

Wenn schon Otoplastik, dann würde lieber Nummer sicher und ~ 75 Euro in die Hand nehmen und das von Profis anfertigen lassen (gibt verschiedene Anbieter dafür), die auch die Erfahrung haben und auch oftmals im Vorfeld wissen ob sich der gewünschte Universal IEM eignet, oder zu starke negative Ergebnisse am Ende kommen. Beim Gehörgeräte Akustiker noch ein Paar Abdrücke für ~ 25-30 Euro machen lassen die benötigt werden um die Otoplastik anfertigen zu können.
XperiaV
Inventar
#3 erstellt: 07. Jul 2016, 16:48
Mhh das stimmt leider mit den Universal IEM's.
Jedes mal wenn ich die Complys tausche ist es extrem schwierig den richtigen Seal zu finden beim PSB, ich scheine aber auch sehr komische Gehörgänge zu haben.
Habe mir auch schon gedacht dass es nix bringen wird mit dem Selfmade und dem PSB. Der Winkel des Schallrohres scheint bei mir etwas ungünstig zu sein.
Ich habe jetzt mal die größten Complys probiert, aber da scheint es noch schwieriger zu sein mit dem Seal.
Diese Complys nutzen sich auch viel zu schnell ab, muss ein Riesen Geschäft sein
XperiaV
Inventar
#4 erstellt: 07. Jul 2016, 16:58
Führt Vision Ears keine Aufsätze mehr? Ich würde mal die Double oder Triple Aufsätze probieren wollen. Aber auf der Homepage finde ich nix mehr dazu.
AG1M
Inventar
#5 erstellt: 07. Jul 2016, 17:06
Du kannst doch z.B. bei Amazon und Co. alternativ die Xcessor Triple Flange Aufsätze oder Fisher Amps (FA-Silikon Eartips) Double Flange Aufsätze, wenn die passen bei deinen IEMs. Triple bzw. Double Flange Aufsätze haben bei mir zumindest bisher beste Ergebnisse geliefert, ansonsten angefertigte ordentliche Silikon Otoplastiken, bis hin zum richtigen CIEM.
bartzky
Inventar
#6 erstellt: 07. Jul 2016, 17:13
Das Tutorial von PCWELT sieht ja echt grauenhaft aus - sowohl Durchführung als auch Endergebnis Hätte dabei Angst um Gehör und Inear.

Was hast du eigentlich gegen Silikon-Tips?
XperiaV
Inventar
#7 erstellt: 07. Jul 2016, 18:36

bartzky (Beitrag #6) schrieb:


Was hast du eigentlich gegen Silikon-Tips?


Nix, die funktionieren bei mir nur nicht, egal welche Form, Farbe oder Größe
Beim MH1c ging es so einigermaßen. Ich bekomme mit den Silikon Dingern einfach keine Abdichtung. Kann nur an meinem Gehörgang liegen, was auch sonst!?

@AG1M
Danke für die Tipps, ich schau mir das mal an.
cyfer
Inventar
#8 erstellt: 07. Jul 2016, 21:23
Was ist denn mit InAirs? Sollen ja genauso gut wie Complys sein, dabei aber noch haltbarer und günstiger.
sarah.10.03
Stammgast
#9 erstellt: 07. Jul 2016, 23:01
Kann ich überhaupt nicht bestätigen. Ich hatte die für meine Audio-Technica und die Shure, aber bei beiden Hörern passten die nicht so gut auf die Schallröhrchen wie die entsprechenden Complys oder die Shure Foams. Sind mir öfter mal im Ohr steckengeblieben
Haltbarkeit war auch maximal auf Comply Niveau, aber sicherlich nicht besser.
schmiddla1990
Ist häufiger hier
#10 erstellt: 08. Jul 2016, 05:34
Servus,

hab mir das Tutorial mal angesehen und kann da nur sagen: FINGER WEG VON DEM SCH****! Erstens kommt da nur Mist dabei raus und zweitens, und meiner Meinung nach viel wichtiger, haben solche Massen nix im Ohr verloren, wenn nicht von einer dafür ausgebildeten Person da platziert.

Ich leite die Entwicklung in einem der größten Otoplastiklabore in Deutschland und hab da schon einige Horrorstorys mitbekommen, von Abdrucknahmen die leider schief gelaufen sind.

Wenn du dir einen guten Akustiker suchst, sollten die Otoplastiken für deine Hörer nicht allzu viel kosten, und wenn gut gefertigt, werden die dir bestimmt viel Spaß bringen. Durch neue Fertigungsarten lassen sich hier einige coole Dinge anstellen, da mittlerweile auch Silikonotoplastiken komplett digital modelliert werden können.

LG Dominic
BartSimpson1976
Inventar
#11 erstellt: 08. Jul 2016, 07:35
Ein Bekannter hatte immer Probleme mit seinen IE800.
Er hat sich dann durchgerungen sich Snugs anfertigen zu lassen und
ist seitdem wunschlos gluecklich. Es gibt aber mit Sicherheit auch guenstigere Loesungen.

Auf jeden Fall eine Ueberlegung wert. Wenn ein paar Schaumaufsaetze zwei Wochen haelt hat sich die Investition nach einem
Jahr gelohnt.


[Beitrag von BartSimpson1976 am 08. Jul 2016, 08:21 bearbeitet]
XperiaV
Inventar
#12 erstellt: 08. Jul 2016, 09:14
Ich denke ich suche mir ein Akustiker hier irgendwo in der Nähe - leider kein Ballungsgebiet, mal schauen ob es hier jemanden gibt der das schon mal gemacht hat, speziell auch bei IE Ohrhörern.
Aber irgendwie interessiert mich auch der SD3. Wenn das nicht klappt mit dem Akustiker dann ist wohl ein CIEM unausweichlich, am besten ein Model wo man KEINE Complys braucht, was zB beim SD3 der Fall ist oder?
Klanglich (wenn die Fummelei erfolgreich) bin ich höchst zufrieden mit dem PSB. Aber wenn man sich ausrechnet wie viel Kohle man für die Complys ausgibt, dann hat man in absehbarer Zeit so viel Kohle dafür ausgegeben (für meine Vorgänger-Modelle habe ich auch schon viel bezahlt) dass man gleich auf einen Custom Model sparen kann.
audiophilanthrop
Inventar
#13 erstellt: 08. Jul 2016, 10:52
Mich (2 unterschiedliche Aufsatzgrößen, oft Sitzprobleme) ärgert das auch gerade. Nachdem ich aber nur mit dem E10 in der Gegend rumeiere, werde ich's vielleicht als nächstes mal mit dem Eigenbau-Klassiker versuchen, weil für das, was ich für meine letzte Packung Complys bezahlt habe, kriege ich auch eine Lochzange und eine Packung Ohropax...
bartzky
Inventar
#14 erstellt: 08. Jul 2016, 11:03

XperiaV schrieb:
Wenn das nicht klappt mit dem Akustiker dann ist wohl ein CIEM unausweichlich, am besten ein Model wo man KEINE Complys braucht, was zB beim SD3 der Fall ist oder?

Was denn jetzt? Custom oder StageDiver?
Soweit ich weiß nutzen nicht so viele Leute Complys auf ihren StageDivern.
XperiaV
Inventar
#15 erstellt: 08. Jul 2016, 11:34
Okay der SD3 ist kein richtiger Custom, geht doch aber in die Richtung, und so wie ich das mitbekommen habe sind die User mehr als zufrieden mit dem Seal und auch der Isolation?!
Werde jetzt erstmal die von AG1M empfohlenen Xcessor Triple Flange Aufsätze probieren.
Vielleicht bewirken die ja Wunder.
bartzky
Inventar
#16 erstellt: 08. Jul 2016, 12:31
Gibt natürlich auch die LivePro Serie von InEar

Ob du mit dem Sitz der StageDiver Modelle zurecht kommst, kannst du ja relativ einfach testen. An Demos ist einfach dran zu kommen
badera
Inventar
#17 erstellt: 13. Jul 2016, 15:43

schmiddla1990 (Beitrag #10) schrieb:
hab mir das Tutorial mal angesehen und kann da nur sagen: FINGER WEG VON DEM SCH****! Erstens kommt da nur Mist dabei raus und zweitens, und meiner Meinung nach viel wichtiger, haben solche Massen nix im Ohr verloren, wenn nicht von einer dafür ausgebildeten Person da platziert.

Ich leite die Entwicklung in einem der größten Otoplastiklabore in Deutschland und hab da schon einige Horrorstorys mitbekommen, von Abdrucknahmen die leider schief gelaufen sind.

Wie sinnvoll und hygienisch ist das eigentlich aus medizinischer Sicht? Wenn ich mir angepasste Stöpsel ins Ohr stecke, schiebe ich damit nicht
a) Ohrenschmalz in die Stöpsel?
b) Ohrenschmalz Richtung Trommelfell?
schmiddla1990
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 14. Jul 2016, 06:10

Wie sinnvoll und hygienisch ist das eigentlich aus medizinischer Sicht? Wenn ich mir angepasste Stöpsel ins Ohr stecke, schiebe ich damit nicht
a) Ohrenschmalz in die Stöpsel?
b) Ohrenschmalz Richtung Trommelfell?


Ja, dieser Gedanke ist so schon ziemlich richtig. Ich selbst trage auch sehr oft und viele Otoplastiken (ja gut, ist auch mein Job ) und hier lassen sich allgemein folgende Punkte feststellen:

- Durch das häufige Tragen von Otoplastiken steigt die Cerumenproduktion. Ohrenschmalz ist ja eigentlich dafür da Fremdkörper aus dem Ohr zu befördern, und eine Otoplastik ist eben so ein Fremdkörper
- Falls Cerumen im Gehörgang ist wird dieses durch die Otoplastik Richtung Trommelfell geschoben und auch noch schön verdichtet. Hier entsteht ganz gerne mal ein Profen der dann auch nicht mehr selbst entfernt werden kann. Die Entfernung durch den HNO Arzt ist je nach Art nicht immer wirklich angenehm, deswegen ist die richtige Pflege wichtig und sinnvoll
- Falls Cerumen in den Kanal geschoben wird, ist dies nicht weiter schlimm, da dieser Relativ lang ist und so nicht gleich den Hörer beschädigt. In harte Otoplastiken können auch wirkungsvolle Filtersysteme integriert werden

Tipp zur Ohrpflege/-Reinigung:

Bei intakten Trommelfellen ist es kein Problem bei der täglichen Dusche mal richtig mit dem Duschkopf ins Ohr zu Duschen. Ist am Anfang evtl. etwas ungewohnt, spült aber gleich das komplette Cerumen raus, wenn regelmäßig angewendet. Nach der Dusche einfach die Ohrmuschel mit dem Handtuch abtrocknen oder im Außenbereich mit Wattestäbchen reinigen. Sonst generell Hände weg von Q-Tips!
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