Wie vergleicht Ihr Kopfhörer?

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Kapsul
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 26. Sep 2016, 15:30
Moin,
wollte mal fragen wie ihr so Kopfhörer mit einander vergleicht. Ich empfinde es
als sehr schwierig, immer Kopfhörer ab und auf setzen und ein und aus zustecken.
Selbst wenn ich mich beeile hab ich es kaum noch im Ohr wie der andere klang zudem
wird es mit der Zeit auch stressig. Wie lange lasst ihr einen Kopfhörer laufen bevor ihr
wechselt und stoppt ihr dann das Lied oder lasst ihr weiter laufen? Und wie macht ihr das
mit der Lautstärke? Mal klingt der eine räumlicher und klarer aber wenn ich dann bei dem anderen
die Lautstärke erhöhe klingt dieser wieder räumlicher. Ich probier jetzt seit 2 Stunden rum und hab
keine Ahnung wie oft umgestöpselt aber klüger bin ich dadurch nicht geworden.
Sub_6
Stammgast
#2 erstellt: 26. Sep 2016, 16:26
Über einige Wochen viele Alben mit einem Kopfhörer hören. Beim Wechsel auf einen anderen KH fallen mir in den ersten Minuten die meisten Sachen auf, oder aber erst in den nächsten Tagen. Gewöhnung & Entspannung sind essentiell für eine gute Beurteilung.
Jason_King
Inventar
#3 erstellt: 27. Sep 2016, 04:59
Das ist sicher die am besten zum Ziel führende Herangehensweise, um da etwas Klarheit in die Thematik zu bringen. Suche Dir zwei, drei Musikstücke aus, die Du seeeeehr gerne hörst und ganz genau kennst. Die Stücke immer ganz anhören und dann erstmal sacken laßen. Am nächsten Tag dann einen anderen Hörer mit dem selben Musikstück anhören. Nach der Session eventuell Notizen machen, so vergißt man seine Eindrücke nicht. Hektik allgemein ist der Tod intensiven Musikgenußes. Laß Dir vor allem Zeit, laß Musik und Hörer auf Dich wirken. Dann wirst Du sicher in einiger Zeit "Deinen" Hörer für Deine Art Musik finden. Und es schadet nicht, wenn sich herausstellt, daß man mehr als einen Hörer braucht, um seine Musik entsprechend zu genießen.
kopflastig
Inventar
#4 erstellt: 27. Sep 2016, 05:45
Die Zeiten von A-B-Vergleichen, bei denen ich mir einen kurzen Auschnitt eines Musiktitels zigmal anhöre und dabei ständig zwischen zwei Kopfhörern wechsle - die sind vorbei.
Das hat den einfachen Grund, dass mein Gehirn mir irgendwann anfängt Streiche zu spielen, besonders bei Modellen, die klanglich in die gleiche Richtung gehen. Ich habe dieses Bäumchen-wechsel-dich-Spiel zum Beispiel mit dem HD 600 und dem HD 650 gespielt. Ergebnis: ich konnte irgendwann nicht mehr zwischen beiden unterscheiden und dachte der HD 600 spielt, nur um dann mit Schrecken zu erkennen, dass ich den HD 650 auf dem Kopf hatte - und umgekehrt.

Zudem nehme ich deutlich unterschiedlich abgestimmte Modelle bei längeren Hörproben (so 15 bis 30 Minuten, dann Wechsel) unterschiedlich wahr. So kann es kommen, dass ich einen HD 650 im ersten Moment mal als dick und mumpfig wahrnehme (wenn ich vorher ein dünn/hell abgestimmtes Modell auf dem Kopf hatte), mal als schlank (wenn vorher eine Basschleuder auf meinen Ohren saß).

Mittlerweile höre ich ein neues Modell erst einmal für mindestens eine Woche ausschließlich. So kann sich mein Gehirn an die klangliche Signatur gewöhnen, und ich kann mir darüber klar werden, wie mir das jeweilige Modell unter dem Strich gefällt und was er im Vergleich zu meinen anderen Kopfhörern klanglich besser oder schlechter macht.
Dabei habe ich so rund ein Dutzend Musikstücke beziehungsweise Alben, die sich über die Jahre als meine klangliche "Referenzliste" herausgestellt hat, die jeder Kopfhörer durchläuft.

Letztlich läuft es auf Jasons Fazit hinaus: "Hektik allgemein ist der Tod intensiven Musikgenußes."
Huo
Inventar
#5 erstellt: 27. Sep 2016, 08:35
Wenn ich ein Review zu einem Kopfhörer schreibe, versuche ich erstmal ein Gefühl für das Produkt zu bekommen. Für wen ist es geeignet? Da gehört nicht nur Sound zu, sondern auch möglicher Anwendungsbereich.

Vor dem ersten Aufsetzen bereite ich mich aber immer mental schon drauf vor und versuche mich erstmal komplett von "Kopfhörer-Klang" zu befreien um ein erstes Bauchgefühl zu bekommen. Ich höre meistens 1-2 Wochen dann erstmal nur mit dem neuen, bis ich mich dran gewöhnt habe. Danach fange ich an wild zu wechseln und dann fallen die Unterschiede viel schneller auf. Um die Tonalität zu bestimmen braucht es keine A/B-Vergleiche sondern so eine normale Anwendung reicht (braucht halt je nachdem etwas Zeit). Danach gehe ich mit einer Sinuskurve ran und suche wie sich die klanglichen Unterschiede zu den anderen Kopfhörern erklären lassen. Ich suche also Über- und Unterbetonungen.

Danach gehe ich erst in einen A/B-Vergleich und nutze die Tracks, die ich seit Jahren in meiner Playlist "Audio Test" habe (weil ich sie persönlich gut kenne). Hier die Trommel, da die Cymbalen, beim nächsten Track die Stimme und Hintergrundgesang, usw.
Bei so "mal kurz reinhören" kann ich höchstens subjektive Präferenzen erkennen, für objektive Erkenntnisse müsste einer der beiden Kopfhörer schon etwas auffällig falsch machen. (Was es auch oft gibt.)
liesbeth
Inventar
#6 erstellt: 27. Sep 2016, 08:43
Wenn ich für mich vergleiche, also herausfinden möchte, welcher von einer bestimmten Anzahl an Hörern der geeignetere ist, höre ich mitllerweile einfach mit den entsprechenden Hörern einfach die Musik, auf die ich gerade Bock habe und entscheide dann nach dem Gesamteindruck. Dabei können dann natürlich auch ganz andere Faktoren als der Klang eine Rolle spielen, für mich ist es allerdings gleichgültig.
Der Versuch einer möglichst objektiven Herangehensweise, bei der man dann immer einzelne Klangaspekte gegenüberstellt, ist imo auch sehr anstrengend und nur für ein Review nicht aber für die eigene Wahl der richtige Weg.
Jason_King
Inventar
#7 erstellt: 27. Sep 2016, 09:36
Den "einen" richtigen Weg gibt es eh' nicht. Wir können da nur Hilfestellung geben und der TE wird dann sicher sein "Destillat" aus dem Ganzen ziehen. Mehr geht nicht...
badera
Inventar
#8 erstellt: 27. Sep 2016, 10:09
Man muss den KH einfach ein wenig Zeit geben, dass sich die Ohren an den Klang gewöhnen. Ich habe schon oft erlebt, dass bei direkt hintereinander aufgesetzten KH der Klang teilweise dumpf und blechern ist, sich das jedoch mit fortschreitendem Hören ziemlich schnell legt. Gilt natürlich auch bei LS, nicht nur bei KH.
milio
Stammgast
#9 erstellt: 27. Sep 2016, 17:56
Wenn es um die Feststellung geht, welcher Kopfhörer mehr Details hören lässt, dann funktioniert bei mir ein schneller Wechsel zwischen den Hörern schon.
Wenn ich eine Aussage über die "Bühne" machen will, wird es schon schwieriger.
Wenn ich so etwas wie Höhenbetonung, Bass-Verstärkung, Mittel-Bass drückt in die Mitten und ähnliche Aspekte bewerten will, ist schnelles Hin- und Her-Wechseln absolut ungeeignet für eine fundierte Aussage (jedenfalls kann ich das nicht).
Für die finale Beurteilung, ob mir ein Kopfhörer langfristig gefällt, hilft mir wirklich nur langes Hören mit dem einen, dann mit dem anderen Hörer.

Vermutlich ist das lange Hören und die oft daraus folgende geänderte Einschätzung eines Hörers auch der Grund, warum immer wieder Leute von "Einbrennen" sprechen - nur sollten sie es nicht auf eine Änderung der Eigenschaften des Hörers schieben.
Jason_King
Inventar
#10 erstellt: 28. Sep 2016, 05:18
Und wo ist der TE? Vielleicht mal eine Rückmeldung wäre schön......
JanoschHH
Stammgast
#11 erstellt: 28. Sep 2016, 05:35
Ganz profan:
Ein untrügliches Zeichen, dass der KH zu dir passt, ist, wenn du länger hörst, als du wolltest.
Ich erlebe das beim AKG K 702 und beim MSR7 immer wieder.

Jetzt hatte ich gerade einen Ultrasone Pro 2900 hier, der sich mit dem AKG messen sollte.
Da war ich jedesmal irgendwie erleichtert, wenn ich ihn abgenommen hab. Damit brauch ich mich dann gar nicht lange zu beschäftigen...


[Beitrag von JanoschHH am 28. Sep 2016, 05:36 bearbeitet]
Jason_King
Inventar
#12 erstellt: 28. Sep 2016, 05:44
Einen 2900 hätte ich auch gern wieder.....Erinne mich sehr gut an diesen Hörer, den ich gern bei Jazz benutzte. War einer meiner ersten KH. Hingegen komme ich mit AKG überhaupt nicht klar. Habe die ganze Palette an 7xx durch und werde mit denen einfach nicht warm. So unterschiedlich kann "Hören" sein.
JanoschHH
Stammgast
#13 erstellt: 28. Sep 2016, 05:52
Und warum kaufst du keinen?
Jason_King
Inventar
#14 erstellt: 28. Sep 2016, 06:01
Die sind mir momentan einfach zu teuer und wirklich brauchen tu ich ihn auch nicht. Bin mit sechs Hörern bestens ausgestattet. Allerdings: Wenn mir einer für einen guten Preis über den Weg läuft, könnte ich vielleicht schwach werden.
ZeeeM
Inventar
#15 erstellt: 28. Sep 2016, 06:30

Jason_King (Beitrag #12) schrieb:
Einen 2900 hätte ich auch gern wieder.....Erinne mich sehr gut an diesen Hörer, den ich gern bei Jazz benutzte.

Du hörst ja gern Grado und die Teile haben nun ihren speziellen Hochton. Mein letzter Versuch mit einem 325e ging in die Hose und den Alessandro MS1i den ich hier noch habe ist in meinen Ohren der bessere Performer.
Den MSR7 habe mir im Frühjahr 2015 gekauft und akustisch war es nicht die Liebe auf das erste Hören, es brauchte fast 2 Wochen bis er mir gefiel. Heute sind OE1 und HE5LE meine Favoriten und der Wechsel auf den MSR7 wirkt ... seltsam...
Die Wahrnehmung scheint, obwohl man im Alltag ja auch nicht mit immer anderen Ohren rumläuft und sich Alles normal anhört, sich an einen Kopfhörer zu gewöhnen. Ich vergleiche kaum noch Kopfhörer side-by-side
Jason_King
Inventar
#16 erstellt: 28. Sep 2016, 06:35

ZeeeM (Beitrag #15) schrieb:
Ich vergleiche kaum noch Kopfhörer side-by-side

Denke mal, bei Deiner Erfahrung ist das auch nicht nötig und Deine Reise zum optimalen KH-Klang ist schon lange beendet. Nur noch "just for fun" ....da muß man hinkommen.
Kapsul
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 28. Sep 2016, 14:23

Jason_King (Beitrag #10) schrieb:
Und wo ist der TE? Vielleicht mal eine Rückmeldung wäre schön......


Der genießt grad die Musik.
Was mir auf jeden Fall geholfen hat war die Kopfhörer länger zu hören und nicht ständig wild hin und her
zu wechseln. Die Kopfhörer sind auch relativ ähnlich was die Sache nicht einfacher macht aber ich hab
schon eine Tendenz.

Danke an alle für die vielen Tipps.


[Beitrag von Kapsul am 28. Sep 2016, 14:23 bearbeitet]
i.car
Stammgast
#18 erstellt: 28. Sep 2016, 17:56

Kapsul (Beitrag #17) schrieb:

Jason_King (Beitrag #10) schrieb:
Und wo ist der TE? Vielleicht mal eine Rückmeldung wäre schön......


Der genießt grad die Musik.
Was mir auf jeden Fall geholfen hat war die Kopfhörer länger zu hören und nicht ständig wild hin und her
zu wechseln.


Ich meine auch, man kann ja nicht mehr als 2-3 Parfums nacheinander riechen, danach riecht man nichts mehr oder nach jedem Probeschluck Wein ohne den Mund auszuspülen, aber wie will man die Ohren durchspülen?
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