Little Dot MK2 Vs Phonitor Mini am K812

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laurin*
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 10. Dez 2018, 23:13
Hallo Zusammen,

Gut einen Monat habe ich jetzt den Little Dot MK2 in Betrieb. Betrieben wird er, ausgehend vom PC über USB, an einem Oppo Sonica DAC. Ürsprünglich hörte ich den AKG K812 über den am Oppo angeschlossenen KHV: SPL Phonitor Mini. Nach Ablauf der ersten Woche stellte sich dann heraus der SPL reicht tiefer herunter, löst oben auch besser auf und zeigt dazwischen etwas mehr Ruhe, Transparenz und Kontrolle. Resultat: Ich höre nur noch über den Little Dot. Warum? Bei all den Qualitäten des SPL kommt mit dem AKG K812 einfach keine Stimmung auf. Dieser ist zwar mein teuerster und zum Glück auch bester Kopfhörer bis jetzt, Klassik macht zum ersten mal wirklich Spaß und akustische Instrumente sind klar und präsent auf eine Weise die ich noch nicht kannte; Jazz mittlerweile ein Hochgenuß, aber... Das Ganze funktioniert ausschließlich und nur bei sehr guten Aufnahmen. Die
Ehrlichkeit bzw. die schonungslose Aufdeckung mittelmäßiger Aufnahmequalität trübt mir den Spaß doch sehr. Durch einen Kollegen auf 50€ Röhrenverstärker aufmerksam gemacht probierte ich dann den LD MK2 und siehe da, daß was dieser aus Instrumenten machte führte dazu, daß die Füsse wieder mitwippten. Das als Wärme im Klang zu beschreiben tue ich mich etwas schwer, als Verzerrung, wenn auch Harmonische, tue ich mich auch schwer. Eher scheint es als hätten die Instrumente, besonders Gitarren und Becken, diesmal echte Rauminformationen erhalten. Diese klingen nun erstmals wie ein Körper. Bei Bässen dagegen scheint ansatzweise ein leichtes Dröhnen (ein besseres Wort will mir nicht einfallen) in den Transienten Einzug zu halten, daß auch diese irgendwie "echter" klingen. Nachteil: Die 160€ des LD MK2 zeigen recht schnell wo der Rotstift angesetzt wurde. Nach 2 Wochen kaufte ich ein paar Mullards dazu. Dabei fiel mir auf, daß der rechte Röhrensockel schief war. das war noch kein Problem. Nach weiteren 2 Wochen wieder andere Mullards doch diesmal gab es ein Übersprechen. Der linke Kanal klang bei, auf Null gedrehtem Lautstärkeregler, als stünde er auf 9 Uhr. Das glich sich dann zwar bei Erhöhung der Lautstärke wieder an, verschwand aber erst als ich -in laufendem Betrieb- die Röhre vom schiefen Sockel etwas bewegte. Die Dip-Schalter zur Einstellung der Vorverstärkung neigen bei mehrmaligem Benutzen zu Aussetzern. Wackelt man etwas ist der Ton wieder da, die Situation selbst ist aber nicht haltbar. Sehr schade! Was das Grundrauschen betrifft, ist dies sehr gering und bei erhöhter Lautstärke nur bei absoluter Stille zu vernehmen. Resultat: Jetzt weiß ich endlich was mir die ganze Zeit gefehlt hat. Da aber nun ein neuer Verstärker her muß, bin ich nach einigen Recherchen bei Schiit gelandet. Einerseits hätte ich zwar gerne den Mjolnir 2 probiert, andererseits muß ich aber auch erkennen, daß in der Abhörkette der Schallwandler größeren Einfluss nimmt. Abgesehen davon ist diese Gerätegattung doch recht teuer. Da die Verarbeitung sehr gut sein soll probiere ich nun den Vali 2. Hoffe er kann die Woche noch geliefert werden. Sollte Interesse bestehen werde ich gerne versuchen den Klangunterschied zu beschreiben und hoffe ich finde noch eine Seite die, ähnlich wie bei Little Dot, fundierte Klangbeschreibungen passender Alternativröhren bietet.

Grüße an alle Leser
Blechdackel
Stammgast
#2 erstellt: 11. Dez 2018, 11:52
Die Erfahrungen über den Vali 2 wären sicher interessant, obwohl ich vermuten würde das der wie ein Mittelding zwischen Röhre und Solidstate klingen dürfte. Stehe als überzeugter Nutzer von Oldschool-Hifi, selbst dem Thema KHV etwas vorsichtig und dennoch interessiert gegenüber, das ich als niederschwellige Lösung einen gebrauchten älteren Amity bei Ebay für 35,50 € ersteigert habe.
Der erste zaghafte Vergleich zu meinem für Kopfhörerbetrieb bevorzugten Telefunken Hifi-Verstärker zeigte nur kleine Unterschiede.
Aber ich werde noch weitere Anläufe für Vergleiche machen, wenn Zeit ist.

Heiko


[Beitrag von Blechdackel am 11. Dez 2018, 11:52 bearbeitet]
laurin*
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 13. Dez 2018, 13:27
Nachtrag zum Little Dot MK II. Diesen über seine Cinch Ausgänge als Vorverstärker einzubinden und damit "Röhre" auch über Lautsprecher zur Verfügung zu stellen ist keine gute Wahl. Habe den MKII dabei per Cinch nicht an eine Endstufe sondern an den CD-Eingang meines AV-Receivers angeschlossen. Die Musik klingt dabei als klebe sie an den Lautsprechern. Tatsächlich habe ich noch nie Musik so stark getrennt, gleichzeitig aus zwei Lautsprechern gehört. Da ich keine explizite Endstufe besitze habe ich sofort den Pegel reduziert um eine eventuelle Überlastung des Hochpegeleingangs auszuschließen aber das Phänomen liegt am Little Dot nicht am Pegel. Mein 50€ USB Mikrofon von Samson dagegen klingt so sauber, rauschfrei und auch nach Stereo, daß ich durchaus mittlerweile die 950€ Differenz zum Oppo-DAC nicht mehr wirklich als gerechtfertigt sehe. Jaja, so kanns gehen
laurin*
Ist häufiger hier
#4 erstellt: 25. Dez 2018, 20:14
Richtig geschätzt. Er klingt tatsächlich wie ein Mittelding aus Röhre und Transistor. Mit der mitgelieferten Röhre zumindest. Diese hat eigenartigerweise aber noch nicht mal einen Aufdruck. Kann also nicht sagen um welche es sich handelt. Der Klang ist gut. Tiefe Töne sind etwas "röhriger" als normal, ansonsten klarer als beim Little Dot, d.h die Bühne ist deutlich übersichtlicher; auch Transparenz und Dynamik sind auf etwas höherem Level. Mit dem AKG K812 allerdings nicht wirklich mitreißend. Ähnlich wie beim Phonitor Mini sind alle Instrumente, erstaunlich klar gegliedert aber der Schuß echte Röhre fehlt einfach. Bin dann auf eine Tesla R88CC Goldpins gewechselt, was sich als Fortschritt herausgestellt hat. Bässe und Stimmen haben nun mehr "Farbe" Dem Mehr an Röhre steht aber nun leider einem Plus an Höhen gegenüber das sogar mir manchmal etwas zuviel ist. Klingt etwa so als hätte man den Treble-Regler ein oder zwei Striche zuweit aufgedreht. Merkt man also nur wenn die Aufnahme selbst schon über beträchtliche Höhenauflösung verfügt. Für einen Kopfhörer der "modern" sprich langzeittauglich abgestimmt ist, also ab 1kHz irgendwann "zugemacht" wurde, sicherlich eine optimale Ergänzung.
Bin nun auf der Suche nach anderen Röhren die evtl untenrum mehr Röhre und obenrum etwas seidiger klingen. Werde wohl Philips PCC88 und Electro-Harmonix 6922 EH mal testen. Telefunken E88CC ist mir ohne weitere Kenntnisse zum Antesten zu teuer. Wenn auch das nicht das gewünschte Ergebnis bringt, muß ich wohl in den sauren Apfel beissen und Neustarten. D.h. entweder einen anderen KHV: Cayin CS-1H oder Reußenzehn Harmonie III oder Hafler HA-75. Beide Letztgenannten haben Regler für die harmonischen Verzerrungen. Oder aber gleich neuen Kopfhörer wie z.Bsp Hifiman Ananda oder den Fostex TH610. Sollte jemand noch Röhrentipps haben oder einen entsprechenden Link kennen... ich bin für jede Hilfe dankbar!
Grüsse an alle Leser
laurin*
Ist häufiger hier
#5 erstellt: 05. Jan 2019, 13:35
Ein frohes und gesundes neues Jahr Euch allen

Nachtrag: Seit Jahreswechsel Betrieb mit einer electro-harmonix 6922 goldpin. Nach zwei Tagen die Ernüchterung: Kein wesentlicher Unterschied zur Tesla E88CC bis auf einen subtil kräftigeren Tieftonbereich der Tesla. Aus Frust Quercheck mit dem Phonitor Mini. Resultat: Mit den bisher verwendeten Röhren kein "Röhrenklang" der den Kauf des Schiit gerechtfertigt hätte. Warte noch auf E88er von Philips und Amperex. Wenn die nichts ändern wird der Vali 2 verkauft.
Es kann doch nicht so schwer sein einem AKG K812 kräftigere Klangfarben zu verpassen
Hat bitte jemand Alternativen für mich?

Grüße an alle Leser
Blechdackel
Stammgast
#6 erstellt: 05. Jan 2019, 14:27
Der Vali 2 soll in der Tat nicht typisch "Röhre" sein. räumlicher als ein Magni 3 soll er ja immerhin sein.
Ich habe in der letzten Zeit vom neuen Feliks Audio Echo recht interessantes gelesen, den es für etwa 400 € gibt. Die anderen Modelle dieses kleinen Herstellers rangieren alle im vierstelligen Bereich und die grundsätzliche Einstellung dieses Herstellers aus Polen lesen sich auch gut.
Das ist das einzige was mir zum Thema Röhre in einem normalen Preisbereich einfällt. Außer dem Valhalla 2.
Ich stehe dem Thema Verstärkerklang eher skeptisch gegenüber.

Heiko


[Beitrag von Blechdackel am 05. Jan 2019, 14:28 bearbeitet]
laurin*
Ist häufiger hier
#7 erstellt: 06. Jan 2019, 01:29
Danke für den Hinweis. Über den Echo bin ich auch schon "gestolpert". Die Review ist stellenweise recht überschwenglich. Beim Vali 2 haben sich auch manche fast überschlagen. Der Little Dot MK2 war mit Mullard-Röhren schon sehr nah an dem was mir gefällt. Er lies allerdings etwas an Raum, Staffelung und Kontrolle vermissen... aber bei dem Preis will ich nur an der Haltbarkeit meckern. Leider mußte ich aber auch feststellen das manche Röhrenverstärker, so wie der Vali 2, anscheinend garnicht so richtig nach Röhre klingen sollen. In Ermangelung eines Fachgeschäftes bleiben mir also nur die Beschreibungen in Tests oder die Erfahrungen von Besitzern. Sei es nun Darkvoice, Woo-Audio, Feliks, Opera, Cayin, Brocksieper, Hafler, Fosgate oder Reußenzehn; leider finde ich in diesem Forum fast keine fundierten Beschreibungen. Einzig bei Little Dot ist mehr zu finden aber von denen möchte ich eigentlich nichts mehr kaufen, da sich am MK2 nach mehrmaligem Röhrenwechsel ein Sockel gelockert hatte. Auch empfinde ich einen lauten Einschalt-Plopp bei einem MK3SE in dieser Preisklasse als Zumutung. Das Design aber spricht mich sehr an.

Grüße an alle Leser
Fotoingo
Stammgast
#8 erstellt: 09. Jan 2019, 01:48
Hi Laurin.
Ich bin vor einiger Zeit auf das Review von Tyll Henderson auf YouTube gestoßen.
Little Bear B4
Ein schöner Vergleich zwischen einem reinen, etwas rauschenden Röhren Amp und einem gemischten Amp, der die Röhren nur für das Eingangssignal verwendet.
Ehrlich gesagt, für den Preis hab ich mir den Little Bear B4 einfach mal zum probieren gekauft. Da er wirklich gute Röhren hat nehme ich auch in Kauf, daß er nur mit Akku läuft, leicht rauscht und die Röhren nicht wechselbar sind. Ist auch nicht nötig, gerade die eingebauten Röhren sorgen für den wirklich guten Klang und sind nicht nur zu Schau da.
Der liefert einen Sound, den ich nur als koheränt und smooth bezeichnen kann. Neben einer schönen Bühne flößt er den KHs, die ich daran betreibe, tatsächlich mehr Leben ein, wie du es ja auch beschreibst.
Und je schwerer der KH zu betreiben ist, desto mehr vom guten Röhren-Klang ist zu hören (siehe auch Tyll). Macht richtig Spaß.
Klingt sicher etwas wie Fanboy-Geschwafel, ja, aber ich bin wirklich überrascht über den Röhrenverstärker. Sogar soweit, daß ich, wenn möglich, meine KHs am Little Bear betreibe. Nur mein Haupt-KH braucht ein spezielles Speiseteil.
Für Dich wäre ja vielleicht tatsächlich der neue Little Bear B4-X etwas. Der läuft in einem Dual-Mono Betrieb und dürfte noch mehr Leistung haben. Kostet dann aber auch um die 100 Euro. Läuft ebenfalls nur mit Akkus.
Wenn du aber mit Akkus leben kannst, könnte schon der normale Little Bear dich glücklich machen können, kann ich mit vorstellen.
Der hat jedenfalls bei mir überhaupt keine Qualitäts-Probleme.
Ach, übrigens, hab noch das hier gefunden: This unit uses USA 5899 tubes along with a replacement NE5532 OP chip. The combination provides a warm, classic tube sound.


[Beitrag von Fotoingo am 09. Jan 2019, 02:00 bearbeitet]
laurin*
Ist häufiger hier
#9 erstellt: 09. Jan 2019, 06:24
Hallo Fotoingo,
Besten Dank für den Tip . Werde mir den B4 genauer anschauen. Bin auch schon über Little Bear gestolpert. Bei dem Preis kann man sicherlich nicht viel falsch machen. Falls er was bringt könnte man mal über ein höherwertiges Modell dieser Firma nachdenken. Interessant wäre hier evtl auch etwas wie der Darkvoice 336SE als stationäres Gerät. Der von mir verwendete AKG K812 macht Rauschen gnadenlos hörbar, deshalb auch meine Verwendung der Dynavox X-6000. Die erwähnten Röhren werde ich mir auch noch genauer anschauen.
Vielen lieben Dank

Gruß Laurin
Elhandil
Inventar
#10 erstellt: 09. Jan 2019, 09:57
Ich kann zwar nichts zum Thema Low-Budget Röhrenverstärker beitragen, würde aber doch gerne mal die Frage in Raum werfen, ob es nicht schlauer wäre, sich mal nach einem anderen Kopfhörer umzusehen, der eher deinem Geschmack entspricht anstatt mit Trial-and-Error den 812er doch noch in die gewünschte Richtung zu drücken.

Der Phonitor Mini ist doch eine klasse Amp, da würdest du wahrscheinlich sogar mit dem altehrwürdigen HD650 mehr Spaß haben als mit dem AKG. Oder vielleicht mal einen LCD2 oder Focal Elear ausprobieren wenn du in der 1000 € Klasse bleiben willst.
Fotoingo
Stammgast
#11 erstellt: 09. Jan 2019, 12:18
Hallo Elhandil,
ich würde ja sagen, im Prinzip hast du recht. Laurin hat aber gesagt, daß er mit dem Little Dot bis auf die Qualität schon sehr zufrieden war.
Ich hab damals bei Sören von Inexxon einen Stax gekauft. Der hat mich mit einer ungeheuren Dynamik (Schnelligkeit) überzeugt und auch die Detailauflösung ist nicht von schlechten Eltern. Allerdings klang er auch etwas dünn und mit sehr wenig Fundament.
Ich habe Sören dann gefragt ob ich einen besseren Stax kaufen sollte. Seine Antwort war, ich solle ein besseres Speiseteil kaufen, am besten eins mit Röhren. Ich hab mir dann mit Audirvana Plus einen EQ eingestellt, auf den der Stax richtig gut reagiert hat.
Meine Kopfhörer (u.A. ein HE300 von Hifiman, der HD650 hatte mich nicht überzeugen können) inclusive den Inears von Pioneer haben allerdings durch die Bank vom Röhren KHV profitieren können.
Das muß also nicht verkehrt sein und könnte Laurin vermutlich eher weiterhelfen als ein neuer KH mit komplett anderer Klangsignatur, da er ja mit dem 812 prinzipiell zufrieden ist.
@Laurin Wenn ich mir die Bewertungen über den Little Dot so im Netz anschaue, scheint der ja jedenfalls sehr gut anzukommen. Und der hat ja auch keinen Transistor eingebaut.
Wäre es nicht eine Option, den einfach zurückzuschicken und gegen einen neuen zu tauschen, der vielleicht besser verarbeitet ist? Der Darkvoice scheint ja vom Aufbau her nicht so aufwendig verarbeitet wie der Little Dot zu sein (2 statt 4 Röhren). Und er ist doppelt so teuer.


[Beitrag von Fotoingo am 09. Jan 2019, 14:43 bearbeitet]
laurin*
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 09. Jan 2019, 17:23
Hallo und vielen Dank,
In der Tat Elhandil ist die Überlegung einen anderen KH zu kaufen völlig richtig und von logischer Konsequenz. Allerdings bietet der K812 ein klangliches Potential auf das ich nicht mehr verzichten möchte. Der Phonitor Mini ist meiner Meinung nach ein wirklich guter Amp und bleibt auch weiterhin im Bestand, nur halt mit einem anderen KH. Alle von Dir erwähnten KH habe ich schon mit einbezogen. Dazu kommen noch Focal und Fostex.
Fotoingo, Du hast das gut herausgelesen, dass ich eigentlich schon fast alles mit dem Little Dot hatte. Das mit dem Zurücksenden geht nicht mehr da dieser schon in der Tonne ist. War mir zu riskant einen so teuren KH an einem Gerät zu betreiben das einen lockeren Röhrensockel hat. Beim Darkvoice hatte ich eigentlich gedacht, dass sich der Preis auch in der Verarbeitung zeigt. Reviews und Meinungen zur Schwere des Gerätes scheinen das zu bestätigen. Einige meinen der La Figaro klänge noch besser und ich wäre auch bereit den Preis zu zahlen, nur war der Little Dot mein erstes Gerät aus China und gleich ging es kaputt. Das lässt mich etwas ratlos über die Verarbeitungsqualität, die von dort kommt, zurück.
Fest steht aber es soll ein Röhrengerät werden. Habe gegrübelt warum und wie man das beschreiben kann. Wärme? Nicht so wirklich. Basslastiger? Auch nicht so richtig. Ich glaube was hier geschieht ist, dass die Röhre der Studioaufnahme einen Art von Live-Charakter verpasst, bei der den Instrumenten und Stimmen eine Form von Rauminformation gegeben werden, die evtl nicht vorhanden ist, diese aber hervorragend ergänzt. Deshalb suche ich einen Röhrenverstärker mit den Eigenschaften des Little Dot MK2, nur mit breiterer Bühne, sauberer Staffelung und der noch in den Mittel-Hochton hineinreicht um den Übergang homogener zu gestalten. Danke auch für die Bestätigung meiner Einschätzung zum Stax.
Gruß laurin
Fotoingo
Stammgast
#13 erstellt: 09. Jan 2019, 18:38
Hi Laurin,
jup, der Stax braucht, zumindest mein Lambda, etwas Sounding. Allerdings waren meine bisherigen Versuche mit anderen Kopfhörern immer so, daß die zwar in einigen Bereich z.T. deutlich beeindruckender waren wie den Bässen oder auch die Brillanz, aber eigentlich immer nur in Teilbereichen. Und durch die Betonung ihrer Stärken wurden mir die Kopfhörer eigentlich immer zu anstrengend auf Dauer, auch weil ich dann immer versucht habe, die Schwächen zu kompensieren. Also war ich eigentlich immer begeistert und Gleichzeit unzufrieden. Das ist beim Stax einfach nicht so, weder mit den fast perfekten Höhen und Mitten (für mich) noch mit dem trockenen (von mir leicht angehobenen) Bass. Auch wenn ich nur kurz was hören will, ich bleibe einfach immer viel länger als geplant dabei. Deshalb bin ich damit eigentlich zufrieden, nur portabel ist der Stax nicht. Deshalb eben auch ein mobiler Röhren KHV und ein dynamischer KH, wobei ich da immer noch etwas offen bin, da mir beim einen die Bühne, beim anderen die Klangfarbe und die Höhen und bei beiden die Geschwindigkeit nicht nur in den Bässen etwas fehlt.
Was ich aber sagen wollte ist, daß Tyll ja in dem Video auch noch seinen großen Röhren KHV hat, der allerdings wohl eher in die Tausende geht vom Preis her. Im mittleren Preisbereich fällt mir kein Nicht-Chinesische Röhrenverstärker ein, der auf Transistoren verzichtet.
Wenn ich allerdings ein chinesisches Gerät kaufe, dann nur von Amazon und lieferbar direkt in Deutschland. Dann hat man wenigstens etwas Absicherung, so daß man die Geräte auch zurückschicken kann oder Amazon einen dabei wenigstens unterstützt.
burki111
Inventar
#14 erstellt: 09. Jan 2019, 21:09
Ich würde mich bei der Suche nicht auf reine Röhren-KHVs versteifen.
Der AKG hat m.W. eine Impedanz von 56 Ohm und da fangen reine Röhrengeräte ohne Überträger zum Schwingen an.
Der eigentliche "Röhrenklang" wird in der Vorstufe erzeugt, so dass Hybridgeräte hier deutlich mehr Sinn machen.
Vor vielen Jahren setzte ich einen xCan V2 (inzwischen gibt es da einige Updates), der sich ordentlich tunen lies (nicht nur durch Röhrenaustausch) und durchaus zum AKG passen könnte.
Aktuell setze ich als Hybrid einen Pathos Aurium ein (sehr solide, stufenloser gain und Balanceregler), der ebenso ein gewisses Röhrenfeeling aufkommen lässt.
Ebenso setze ich einen AudioValve Luminare ein, welcher zwar ein reines Röhrengerät ist, aber ausser dem OTL- und Stax-Modus auch einen Modus mit Überträger für niedrigohmige KHVs bietet.
Preislich deutlich niedriger angesiedelt ist von Feliks Audio der Echo, der von vielen Seiten (auch bzgl. Verarbeitung) hoch gelobt wird.
Doch auch hier empfiehlt der Hersteller KHs mit einer Impedanz von > 100 Ohm...
laurin*
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 09. Jan 2019, 21:37
Hi

Danke für den Tipp mit dem Echo. Auf der Herstellerseite schreibt einer er hätte den K812 nicht wiedererkannt. Klingt schon mal gut. Aussehen tut er Klasse und der Preis ist auch noch im Rahmen. Werde versuchen noch genauere Klangbeschreibungen zu finden und vielleicht...

Gruß laurin
azeg
Stammgast
#16 erstellt: 12. Jan 2019, 16:08
Ich würde es nochmal mit einem Little Dot versuchen.
Es scheint, dass Du ein Montagsgerät erwischt hast.
Ich hatte über 3 Jahre einen LD, dieser war einwandfrei verarbeitet und wies keins der Probleme auf, die Du Eingangs beschrieben hast.
Ein Freund von mir war so begeistert von meinem LD, dass er diesen ebenfalls gekauft hat; dieser LD versieht nach wie vor unproblematisch seinen Dienst bei ihm.

VG
laurin*
Ist häufiger hier
#17 erstellt: 12. Jan 2019, 17:20
Das hatte ich auch schon vermutet/gehofft. Little Dot ist recht häufig hier im Forum vertreten und ich konnte noch keinen Eintrag auf Verarbeitungsmängel finden. Evtl wird's ja doch noch ein LD .
Irgendwas zwischen 3SE und 9... vielleicht.

Wechsel:
Habe über Ebay aus USA eine russische Amperex von Privat bestellt. Etwa eine Woche später bekomme ich folgendes:
"Ihr Kauf bei [.......] über unser Programm zum weltweiten Versand konnte leider nicht abgeschlossen werden. Der betreffende Artikel wurde als unzulässig eingestuft. Als Gründe hierfür kommen Import-/Versandbeschränkungen oder die Auswahlkriterien für das Programm zum weltweiten Versand in Frage. Der Artikel wird nicht an Sie gesendet und auch nicht an den Verkäufer zurückgeschickt."
Eigentlich wollte ich nur eine Elektronenröhre und kein AK47.
Weiss jemand ob es da Beschränkungen gibt?

Gruß an alle Leser
laurin*
Ist häufiger hier
#18 erstellt: 18. Jan 2019, 12:53
Letzter Nachtrag zum Vali 2.

Verwendete Röhren:
Tesla E88CC Goldpins,
Elektro-Harmonix 6922 EH,
Philips PCC88,
Reflektor? 6N23P-EV

Tesla und Reflektor haben einen subtil etwas mehr grummeligen Tiefton. Auf einer Skala von 1 (Null Änderung) bis 10 (deutliche Verfärbung) würde ich den Tief-Mittelton-Farben eine 2 geben. Tesla geringfügig heller als die Anderen.

Fazit: Was ich hier erkenne ist, daß ich den Vali 2 nicht gebraucht hätte. Für alle Anderen die sich noch entscheiden müssen für einen Transistor-Kopfhörerverstärker in der 600€ Klasse, wie der SPL Phonitor Mini, sei gesagt, der Vali 2 leistet dasselbe für deutlich weniger Geld. Kann man auf symmetrische Eingänge verzichten, spart der Vali 2 ordentlich Geld und ist gut verarbeitet.
Ab jetzt stehen bei mir nur noch Echte -also OTL-Verstärker- an.
Maguggewasgeht

Gruß an alle Leser
Maexchen79
Stammgast
#19 erstellt: 18. Jan 2019, 21:21
Ich kann mir kaum vorstellen das der Vali oder Little Dot besser gehen als der Phonitor Mini. Schiit kann nicht einmal fehlerfrei Verstärker bauen.

https://www.audiosci...hone-amplifier.3733/ Wenn du mehr
laurin*
Ist häufiger hier
#20 erstellt: 19. Jan 2019, 00:30
Der Little Dot MK2 ist auch nicht besser als der Phonitor, er ist anders. Die Unterschiede hatte ich oben beschrieben. Er ist etwas "lebhafter" am K812. Zwischen dem Vali 2 und dem Phonitor höre ich beim besten Willen nur die vorher beschriebenen marginalen Unterschiede.

Gruß laurin
laurin*
Ist häufiger hier
#21 erstellt: 07. Mai 2019, 15:53
Hallo alle zusammen,

Nun ist es doch ein Feliks Echo geworden. Diesen habe ich nun gut 2 Monate im Betrieb und kann sagen, dass ich meinem Ideal ein gutes Stück näher gekommen bin. Treiberröhren-Typ ist der Gleiche wie die beim Vali2 und ich habe auch noch 2x 6N23P-EV als Balanced-Paar besorgt. Auch hier sind die Höhen noch etwas heller. Obwohl meine Erfahrung mit verschiedenen 6922er gezeigt haben, dass sich am Klang nichts grundlegend ändert, ist es beim Echo diesmal anders. Die mitgelieferten 6922er klingen für mich besser. Die Höhen sind zwar nicht stärker herausgearbeitet aber - obwohl nichts fehlt - klingt das Ganze nicht nur homogener sondern auch räumlicher. Bei einem Titel von Chesky hatte ich einen unerwarteten Tiefeneindruck. Ich im Publikum, vor mir das Orchester und dahinter doch tatsächlich der Chor! Sowas hatte ich bis jetzt garnicht. Blöd nur, dass ich den Track nicht wiederfinde. Muss wohl alles nochmal durchgehen.
Eine der ersten Unterschiede die mir auffielen, war das Ausschwingverhalten. Neu für mich wie feinste Töne nicht nur klar herausgearbeitet, sondern auch bis zum Ausklingen deutlich und körperhaft dargestellt werden können. Stimmt die Aufnahme klingen Stimmen wie im echten Raum. Da wandert nichts und fasert nichts aus. Die Stimme bleibt wo sie ist, hat einen Körper und vermittelt Räumlichkeit. Aufnahmen bei denen die Stimmen im Vordergrund positioniert sind können, aufgrund ihrer Nähe, schonmal Irritieren, so nah sind diese. Die gelungene räumliche Darstellung stellt aber alles klar auf. Es wirkt also nichts unnatürlich. In einem direkten Vergleich zum Phonitor Mini kann ich -zumindest für mich- sagen, dass seine Neutralität nichts für den K812 ist. Das Klanggeschehen wirkt auf mich so neutral, dass es schon langweilig ist, ja schlapp klingt. Leider. Mit einem Kopfhörer der von Haus schon einen kräftigen Grundton hat, tiefe Töne verstärkt und zur Langzeittauglichkeit ab 1 kHz abflacht sicher ein guter Partner; für den K812 aber ein NoGo! Überhaupt habe ich erst durch den K812 erfahren wie mittelmäßig viele Aufnahmen sind. Das JRiver MC, mit seinem "Analysator", ist sehr hilfreich die begrenzte Abdeckung des Frequenzbereichs vieler Stücke graphisch zu Verdeutlichen. Das bestätigt meine Aussage zum K812: "Was nicht da ist wird auch nicht dargestellt". Klingt im ersten Moment nach dem was wohl jeder hören will um sicher zu gehen Musik unverfälscht zu hören, ist aber in der Praxis -für mich- stinklangweilig.

Die Bühne.. da tue ich mich etwas schwer. Die In-Kopf-Lokalisation ist und bleibt auch mit der Echo/K812-Kombi. Dieser ist wohl einfach so abgestimmt. Auch wenn er ab und an den Eindruck vermittelt die Bühne wäre vor den Augen; würde bestimmt gut zu einer VR-Brille passen.
Meine Hoffnung war der Echo ließe die Breite der Bühne anwachsen. Dem ist nicht so. Allerdings zeigt der Echo, im Vergleich zum Vali2 und Phonitor Mini, diese in einem mit deutlicheren Konturen versehenen Raum. Dimensionen sind somit besser erkennbar, der Raum wirkt "greifbarer".

Das führt mich unweigerlich zu den wirklich teuren Geräten. Lassen wir die durchaus berechtigte Kritik an der Fachpresse mal einen Moment außen vor, so lässt sich durchaus Beobachten, dass hochpreisigen Geräten, besonders Verstärkern und LS, die in der jeweiligen Hierarchie auch entsprechend hoch eingestuft werden, oft ein analoger Klang bescheinigt wird und das obwohl keine Röhrentechnik verbaut ist. Auch haben diese Geräte oft keinen sonderlich linearen Frequenzgang (von Wandlern abgesehen). Meine Vermutung geht nun dahin, dass sich diese Hersteller die Entwicklung entsprechender Schaltungen, die typische Transistorschärfe im Klang zu beseitigen, gut bezahlen lassen. RME z.B hat in manchem KHV auch eine Loudness-Schaltung integriert. Warum diese nicht dezent aber fest einbauen? Sicher gibt es viele Möglichkeiten den Klang "sinnlicher" zu gestalten aber die Hersteller wissen nur zu genau, dass die Fachwelt eigene Frequenzgangschriebe erstellt. Leider hat der linealglatte Frequenzgang oft höheres Gewicht als der Spaß an der Musik. Wenn ich dann von einem KH mit "spaßiger" Abstimmung (gibts auch im High-End) lese frage ich mich nicht selten was denn dann der Rest ist. Etwa Ernst? Heißt das nicht auch, dass ernsthaft Musikhören gleichzeitig bedeutet keinen Spaß zu haben? Vielleicht sehe ich das überspitzt aber für mich kommt ernsthaft Musik zu hören ausschließlich und nur mit Spaß zusammen.

Bewertungen um Klang werden oft kontrovers geführt. Das liegt wohl auch daran, dass es so viele Hörempfindungen wie Hörer gibt. Als sei das nicht genug kommt nicht selten noch die persöhnliche Tagesform hinzu. Gesellt sich dazu noch ein gewisser Idealismus scheint die Realität manchmal weichen zu müssen. Zumindest habe ich bei solchen Diskussionen, die den mit dem Lineal gezogenen Frequenzgang mit den Zähnen verteidigen oder die Kenner die zu Wissen glauben wie der Tontechniker sein Stück, in seinem Studio, mit seinem Equipment und mit seinen Ohren hören will, manchmal diesen Eindruck. Auch dieser Tontechniker ist nur einer von vielen mit einem ganz individuellen Hörempfinden. Auch ich muss lernen das nicht immer das ist was meiner Meinung nach sein soll.
Um zum Schluss zu kommen, mein Hörverhalten hat sich mit dem AKG K812 grundlegend geändert. Ich musste feststellen, dass KH und KHV zueinander passen müssen, dass die durchschnittliche Qualität bei Musikaufnahmen im besten fall auch nur als solche bezeichnet werden kann und dass mir Vorlieben über technische Eigenschaften meiner Geräte überhaupt nicht helfen den Klang zu erzielen den ich letztendlich bevorzuge, denn ich bin ja auch einer von vielen mit einem eigenen Hörempfinden.

Grüsse an alle Leser


[Beitrag von laurin* am 07. Mai 2019, 21:24 bearbeitet]
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