Erfahrungsbericht mit Etymotic ER-4P: Erste Eindrücke

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glubsch
Stammgast
#1 erstellt: 22. Apr 2006, 14:05
Da die In-Ear Front in diesem Forum bedenklich klein ausfällt (oder sich versteckt), möchte ich meine Erfahrungen mit euch teilen und euch vielleicht ein paar hochwertige IEMs schmackhaft machen

Nachdem meine ER-4P einige Tage unterwegs waren sind sie nun endlich angekommen.
Bin froh, mich von den Shure E4c getrennt zu haben, denn letztere haben mir die Höhen, an die ich mich bei den Ety ER-6i gewöhnt hatte, leider vorenthalten und mit dem Tragekomfort konnte ich auch nichts anfangen. Nun also ER-4P extra aus den USA eingeflogen von Headphonesolutions.
Zunächst ist zu sagen, dass der Händler absolut zu empfehlen ist (hat einen Ebay-Ableger: idealsound)- authorisierter Ety-Händler, der sich sehr viel Mühe gibt und extrem schnell versendet.
Insgesamt hat mich der Spaß umgerechnet ca. 190€ mit Versand, 10 Tage Wartezeit und einige Nerven gekostet (deutsche Behörden ).

Haptik
Die äußere Form ist recht unauffällig. Das gewundene Kabel macht einen sehr robusten Eindruck. Zudem ist es ziemlich lang und wurde von mir gekürzt. Nicht so toll finde ich, dass der rechte Hörer in rot und der linke blau gefärbt ist. Kennt noch einer die alten GameBoy-Kopfhörer? Wirkt etwas billig, aber egal.
Das Problem der mikrophonischen Effekte ist hier natürlich auch vorhanden, wird aber durch den Shirt-Clip für mich in akzeptabler Weise gelöst. Zudem wird das Ohr vom Druck des Kabels entlastet. Bei den Shure E4c hat es mich gestört, dass das schwere Kabel dauernd zog.

Tragekomfort
Die Etys kommen mit den mir schon von den ER-6i bekannten TriFlanges und schwarzen Foamies. Erste Überraschung: Die Triflanges, mit denen ich in leicht modifizierter Form bei den ER-6i so gut klarkam, sind hier recht unangenehm, da der Kopfteil der ER-4P länger ist. Komme mit den schwarzen Foamies besser zurecht, die sind sehr bequem und isolieren hervorragend. Ich kann sie mehrere Stunden tragen ohne dass sie mich stören würden. Außerdem finde ich, dass sie den Sound voller machen.
Allerdings sind die ER-4P etwas auffälliger als die ER-6i, da sie ein Stück aus dem Ohr herausragen.

Soundeigenschaften
Zunächst einmal habe ich wenig Unterschiede zum ER-6i bemerkt. Die Signatur ist, wie zu vermuten war, ähnlich. Erst nach einigen Stunden Einspielzeit fallen einem die kleinen Nuancen auf- noch realistischeres Gesamtbild, etwas größere Bühne, detailreicher, luftiger. Alles um Nuancen besser, für die man eben viel Geld bezahlt. Natürlich muss man den sehr neutralen, linearen Sound mögen und eher auf Details als auf dicke Bässe wert legen. Wobei die Etys recht viel Bass besitzen.
Ich finde sie für Klassik und Jazz überragend, aber auch sehr gut für Pop (grad das neue Prince Album gehört) und HipHop (z.B. Chronic Album von Dr.Dre- ungeahnte Details). Tipp: Das Katie Melua Album hört sich mit den Etys einfach orgastisch an. Die Gesangsperformance ist sehr intensiv, man hört alle Details wie Rutschen auf Gitarrenseiten oder kurzes Luftholen. Liveathmosphäre!
Am ehesten würde ich vielleicht bei Rock-Musik von den Etys abraten. Auch typisch englische Abstimmungen (Beatles oder diverse aktuelle BritRock-Bands)klingen grauenhaft. Meine geliebten Beatles-Alben muss ich weiterhin mit Creative EP630 hören, der die schlechte Aufnahme zu einem angenehmen Brei vermengt.

Fazit
Endlich wieder der gehobene Ety-Sound, den ich bei den Shures vermisst habe. Für den "normal bekloppten" Anwender wird sicherlich der ER-6i ausreichen, weil er bestimmt 85% der Leistung des ER-4P bringt. Für Head-Fi-er und hifi-forum.de-ler muss es natürlich 15% mehr sein und hier liefert der ER-4P den kleinen aber feinen Unterschied.

Werde mir noch das P to S Convert Kabel kaufen, da der ER4S wohl noch besser sein soll. Hat jemand damit Erfahrungen?
Silent117
Inventar
#2 erstellt: 22. Apr 2006, 15:57
p to s kabel kannst dir am besten selbst basteln. das is nur ein 75 ohm wiederstand an beiden kanälen mehr nicht ^^ Dein Pa2v2 wird dann noch mehr aus den Ety´s rausholen..

Ansonsten:
Greif mal zu Dualdriver Modellen , die liefern noch mehr sound. Auch auf Detail brauchst du nicht zu verzichten , wenn du eben keine Westone´s holst...

Wie gesamte Ety´s haben den "king of analytik sound" titel... Sie bieten guten kühlen klang , allerdings schafft etymotic irgendwie den sprung auf dual-driver oder triple-driver noch nicht so ganz...

Wenn man den Sound aber mag ist das klar so ne sache. Sie sind eben *extrem* schrill , deswegen wird dir überall die höhenwiedergabe fehlen (bei absolut ALLEM...). Aber das is ansichtssache:

Du findest die um2 bestimmt "dumpf" und ich finde die etymotic "schrill". Das is geschmackssache mehr nicht. Freut mich das du letztenendes doch deinen Weg gefunden hast...

Ansonsten:
Rock und Ety´s is schlimm. Metal und Ety´s ARGH MEINE OHREN. Death Metal und Ety´s -->

Wünsch dir viel spaß mit dem neuen spielzeug und:
IEM´s haben kein einspielen ,du gewöhnst dich nur an den klang ^^
glubsch
Stammgast
#3 erstellt: 22. Apr 2006, 16:38

Freut mich das du letztenendes doch deinen Weg gefunden hast...

Ja, bei In Ears ist das echt ein Problem. Man kann viel in Foren lesen, aber ausprobieren kann man sein Produkt nicht und dann sind Enttäuschungen auf jeden Fall vorprogrammiert wie bei mir mit den Shures, die ich behalten hätte, wo mich aber nur die Kleinigkeit mit dem um die Ohren herum tragen störte...
Leider hat man dann schon einigen Aufwand, wenn man nicht sofort seinen "Traumhörer" findet. Na ja, aber wenn am Ende alles gut wird, soll es egal sein.

Werde mich jetzt erstmal 2 Jahre lang mit meinen Etys austoben, keine Lust mehr auf dauerndes Upgraden. Irgendwann muss man mit seinem Equipment auch mal zufrieden sein und einfach Musik hören. Da kommt man sonst ja gar nicht mehr zu
Silent117
Inventar
#4 erstellt: 22. Apr 2006, 19:19
Seh ich auch so , ich hab zwischen A900 und Um2 auch ne weile gehabt. Jetzt ist auch erstmal ruhe!

Ich schaue nur noch ob ein KHV den Um2 soviel bringt. Wie sieht das bei dir mit den Er4 aus? Khv bringt viel? Wenn ja was?
glubsch
Stammgast
#5 erstellt: 22. Apr 2006, 23:24
Finde schon, dass ein KHV noch mal einen ziemlichen Schub gibt. Bei den ER-4P profitieren die Bässe und der ganze Sound hat eine größere Bühne. Er kann sich besser entfalten und hört sich "weiter" und weniger eingeengt an. Denke, dass sich der mit ca. 50€ relativ geringe Preis eines portablen KHV durchaus lohnt. Der Nachteil ist eben, dass die Portabilität etwas leidet, da man ja noch mehr Kabelsalat und noch mehr in den Taschen zu verstauen hat. Aber das geht eigentlich. Hab den Player immer in der rechten und den KHV in der linken Hosentasche
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