Was sagt mir Impedanz?

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norc
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 10. Okt 2006, 07:11
Nun ja, praktisch lese ich dieses Wort immer wenn ich nach Kopfhörern schaue oder mir einer entgegenfällt.

Doch was heißt Impedanz?
Wechselstromwiderstand, Quotient aus der zeitabhängigen Wechselspannung u(t) und der zeitabhängigen Wechselstromstärke i(t).

Mag ja sein, schön und gut, doch:
- Was heißt die Impedanz für einen Kopfhörer
- Wo ist der Unterschied zwischen einem Kopfhörer mit "niedriger Impedanz" und einem mit "hoher Impedanz"

Dieses Wort tritt auch bei Verstärkern als "Ausgangsimpedanz" auf?

Was heißt das alles, wer kann das einem Laien wie mir beschreiben?

Wäre nett wenn ihr mir das Geheimnis um dieses Wort lüften könntet, dass ich nicht immer so unwissend da stehe wenn ich es sehe.

Vielen Dank im Voraus!
Anbeck
Inventar
#2 erstellt: 10. Okt 2006, 08:01
norc
Ist häufiger hier
#3 erstellt: 10. Okt 2006, 09:33
Um ehrlich zu sein, versteh ich nicht ganz worauf das hinausläuft.

Da wird technisch diskutiert. Gibt es da auch knappe, kurze und einfache Elkärung, wie z.B. "Hohe Impedanz gut" ?
Oder ist das Thema einfach so kompliziert?

Woher soll ich denn wissen nach welchen Kriterien ich die Impedanz eines Kopfhöres beurteilen darf?
armindercherusker
Inventar
#4 erstellt: 10. Okt 2006, 14:25
Ich versuche es mal knapp und dennoch ausreichend :

Jeder Lautsprecher und Kopfhörer hat eine Spule.
Und jede Spule hat einen elektrischen Widerstandswert ( in Ohm gemessen / angegeben ).

Die Impedanz ist eigentlich der gleiche Begriff dafür, nur daß er bei Wechselspannungen / -Strömen einen anderen Wert hat als mit dem normalen Meßgerät gemessen.
( ohmscher Widerstand : bei Gleichstrom ; Impedanz : bei Wechselstrom )


Jeder Verstärker ( oder ein anderes Gerät ) ist für den Anschluß einer bestimmten Impedanz ausgelegt.

Heißt also : Impedanz der LS oder des KH sollte möglichst den gleichen Wert haben, wofür der Verstärker lt. Datenblatt ausgelegt ist.


Folglich ist es kein Qualitätskriterium.
Lediglich bei Kombination zu unterschiedlicher Geräte könnte man von Qualitätaseinbußen reden.
In erster Linie betrifft es aber unterschiedliche Pegel = unterschiedliche Lautstärken.

Hast Du eine konkrete Frage zu Geräten, welche Du anschließen möchtest ?


Bitte an alle Fachkundigen : keine kritischen Antworten auf die Ausdrucksweise - es soll ja leicht verständlich ( = oberflächlich ) sein !


Dank und Grüße
detegg
Inventar
#5 erstellt: 10. Okt 2006, 14:59

norc schrieb:
Gibt es da auch knappe, kurze und einfache Elkärung, wie z.B. "Hohe Impedanz gut" ?

nein, die gibt es nicht.

Der alte Germane hat es schon angedeutet - es hängt entscheidend von der Quelle ab.


Detlef
Musikaddicted
Inventar
#6 erstellt: 10. Okt 2006, 15:37
Wenn man sich mal die ganzen alten (Studio-) KHs ansieht, dann haben die fast alle 600Ohm oder noch mehr. Das hat den Grund, dass man viele parallel schalten kann ohne den Verstärker zu grillen. Geringe Impendanzen wurden früher genommen um jedes Detail zu hören. Inzwischen ist die Technik so weit, dass das Antreiben von KHs eigentlich kein Problem mehr ist, und die Technik auch so geringe Störungen verursacht, dass man auch mit Niederohmigen fehlerfrei hören kann.
Noch vor dieser Zeit (also gaaaanz lange her) hatten die KHs so 2000Ohm oder mehr, da man sie immer (wie unseren Freund den K1000 :D) an die LS-Ausgänge angeklemmt hat und mit dem Poti trotzdem im guten Bereich sein wollte.

Generell sei gesagt: 600Ohm an nem Handy wird nicht gut, 8Ohm aber auch nicht. Einmal ist nicht genug Leistung vorhanden, und einmal wird Grundrauschen wie Sau geben. Das ist natürlich nur ein Extrembeispiel um das ganze etwas zu verdeutlichen
MusikGurke
Hat sich gelöscht
#7 erstellt: 10. Okt 2006, 16:01
hohe impedanz:

es fliest ein kleiner strom, daher verschenkst du leistung. für die lautstärke ist jedoch schon eher der wirkungsgrad der kopfhörer wichtig.

der dämpfungsfaktor ist quotient aus den Imepdanz vom KH und Innenwiderstand der Kopfhörerbuchse. mit höherer impedanz wird der dämpfungsfaktor also automatisch besser, was zumindest theoretisch die bassqualität verbessern sollte (da die rückströme aus der spule kurzgeschlossen werden). die bedeutung des DF wird bei kopfhörern jedoch überschätzt.
bei extrem niederohmigen ohrstöpseln an billigen discmans ist jedoch schon öfters von einer bassüberhöhung berichtet worden, was durch diesen effekt erklärbar ist.

einige kopfhörerverstärker (z.b. einige selbstbauprojekte mit röhren) reagieren allergisch auf niederohmige lasten. extrem hochohmige kopfhörer sind das angenehmste aus verstärkersicht. wenn kein kopfhörer angeschlossen ist, also hochohmige luft im signalweg ist, funktioniert der kopfhörerverstärker immer noch perfekt.

das parallelschalten ist bei hochohmigen khs einfacher.

was impedanz und "gut" betrifft: die impedanz sollte möglichst frequenzunabhängig sein. Ein perfekter verstärker ist zwar in der lage über verschiedenen impedanzen die gleiche spannung (=lautstärke) anzulegen, aber bei sehr starken schwankungen kann es zumindest in der theorie zu problemchen kommen.

desweiteren kann sich das grundrauschen bei billigen quellen stärker über niederohmige khs bemerkbar machen.


[Beitrag von MusikGurke am 10. Okt 2006, 16:02 bearbeitet]
norc
Ist häufiger hier
#8 erstellt: 11. Okt 2006, 05:56
Großartig..

Ich werde das nachher nochmal durchlesen und schauen ob ich das begriffen habe, aber ich denke ich verstehe soweit. :-)

Vielen Dank für die ausführlichen Erklärungen,
wenn doch alles so einfach erklärt werden könnte..
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