Hoertest beim Musikausstatter

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malchuth
Stammgast
#1 erstellt: 23. Apr 2007, 10:35
hatte neulich noch einen Tag Zeit in Deutschland und bin bei einem Musikausstatter vorbei, eigentlich um mir den Sennheiser HD 25-1 anzuhoeren. Natuerlich war der nicht vorraetig :|, also habe ich gehoert was da war.

- Sennheiser HD 270
- AKG K 271 S
- AKG K 240 DF
- Beyerdynamic DT 990 pro

An Musik stand genau eine CD mit einer seltsamen Mischung aus klassischem Rock, leichtem HipHop, deutscher Popmusik und etwas Rap zur Verfuegung. Keine Klassik, kein Jazz, kein Singer-Songwriter-Zeugs.

Da auf der Suche nach einem geschlossenen Hoerer habe ich mit dem K 271 angfangen. Der macht ganz nette Mitten, klingt aber, fuer meine Ohren ein wenig flach, vermutlich weil es obenrum und untenrum etwas fehlt. Der HD 270 fuehlt sich deutlich billiger an, klingt aber, immer noch nur fuer mich, etwas erwachsener. Der Raum wurde etwas weiter und ich meine etwas mehr Luft zwischen den Instrumenten gehoert zu haben.
Beide Hoerer haben mich nicht wirklich ueberzeugt. Der AKG wirkte besser verarbeitet und der Sennheiser klang etwas besser.
Der Wechsel zu den offenen Hoerern war qualitativ ein Sprung eine Klasse nach oben. Zuerst gefiel mir der DT 990 etwas besser, weil mehr Bass und detailiertere(lautere?) Hoehen. Nach kurzer Zeit habe ich aber die Aufloesung der Mitten, die der 240er bot vermisst. Leider erscheint mir der 240er leicht zu verfaerben, ueber das ganze Frequenzspektrum hinweg. Ich dachte an gelblich (ok, Klang hat keine Farbe, aber mir faellt kein besseres Wort dafuer ein - und ich habe nunmal gedacht das es gelblich klingt).
Letztendlich habe ich nach 2 Stunden alle Hoerer im Laden gelassen, aber doch was gekauft.
Mir hat der sehr direkte Sound des ganzen Setups gefallen. Alles wirkte irgendwie praesenter und etwas straffer als ich es von meinen Klinken zu Hause (CDP und Amp) gewohnt bin.
Das Ganze ging von irgendeinem DJ-CDP via line out in den hier:

http://www.presonus.com/hp4.html


Das Teil kostet rund einen Hunderter und klingt dafuer nicht schlecht, zumindest besser als die Klinken meiner CDP oder meines 2.000.- DM Amps. Qualitativ macht es den Eindruck als wenn man es auch mal fallen lassen duerfte oder als Tritt benutzen koennte, um ein Buch ganz oben ins Regal zu schieben.
Da ich sonst noch keine KHV's gehoert habe kann ich nichts Vergleichendes zu anderen KHV sagen. Der Verkaufsmensch meinte zwar die ueblichen Behringers wollte er mir im Vergleich gar nicht erst anbieten, aber vielleicht hat der Laden bei denen ja auch nur eine kleinere Marge. Gut finde ich die stabilen Klinken (die sitzen wirklich fest und passen auch, Stecker rasten ein und sind fest) und die Potis drehen sich leicht und kratzen nicht.
Vermutlich wird kein Home-HiFi-Mensch die 4 KH Klinken wirklich brauchen, aber beim Hoertest fand ich es angenehm, die Hoerer gleich laut einstellen zu koennen und nicht permanent umstopseln zu muessen.

Wenn ich mal ein wenig mehr damit gehoert habe schreibe ich mal meine Eindruecke.

so far,
Dirk
audiophilanthrop
Inventar
#2 erstellt: 24. Apr 2007, 22:07
Ein paar mehr Infos zum HP4. Bei den MC3307 dürfte es sich um MC33072P von ON Semiconductor handeln. Das sind recht neuzeitliche bipolare OPs für symmetrische wie unsymmetrische Spannungsversorgung, deren Eckdaten gar nicht so furchtbar aufregend sind - die Spannungsverstärkung hält man wohl besser klein, um die Übernahmeverzerrungen zu reduzieren - , allerdings fällt eine hohe Resistenz gegenüber kapazitiver Belastung auf (was in KHVs recht nützlich zu sein scheint).
malchuth
Stammgast
#3 erstellt: 25. Apr 2007, 12:04
@audiophilanthrop
Ziemlich witziger Thread auf den Du da verlinkt hast. Die Jungs hoeren sich fuer mich etwas durcheinander an... Den technischen Feinheiten dessen was die so von sich geben kann ich leider nicht ganz folgen.

Hier meine inzwischen gesammelten Eindruecke vom HP4.
- gegenueber den Geraeteklinken, die ich sonst zur Verfuegung habe wirken die KH's am HP4 etwas straffer im Bass, leicht klarer in den Hoehen, insgesamt etwas kontrollierter. Ob sich die dargestellte Buehne veraendert kann ich nicht sagen. Dazu reicht vermutlich die Qualitaet der von mir benutzten KH's (DT 440, K 280 + diverse Sennies aus den P-Serien) nicht. Das war's auch schon. Die Unterschiede sind je nach Qualitaet der Vergleichsklinke mal groesser oder kleiner, aber immer hoerbar.
- das Ding rauscht nicht. Selbst bei Potistellung auf Rechtsanschlag kann ich absolut kein Rauschen wahrnehmen.
- Der HP4 ist ein Amp im wahrsten Sinne des Wortes. Er kann "richtig laut". Will sagen bei Potistellung rechts von 10:30 Uhr fliegen mir die Ohren weg. Kann mir nicht vorstellen, dass man sich jemals, auch mit sehr hochohmigen KH's, ueber Leistungsmangel beklagen muss.
- Die verwendeten Potis scheinen preisklassenentsprechend zu sein. Sie haben Metallknoepfe, lassen sich leichtgaengig mit genuegend Widerstand drehen, aber unterhalb von 7:30 Uhr Stellung kann ich Kanalungleichheiten hoeren.
- Der regelbare Monitor Output ist fuer mich ueberfluessig, da ich den HP4 an einen Tapeausgang meines Camtech V102 angeschlossen habe. Stattdessen haette ich, wenn ueberhaupt, lieber einen Gainregler.

Fazit: Der Presonus HP4 ist ein no-nonsens Pro-Audio KHV fuer relativ kleines Geld. Er macht das was er soll, verstaerken, ohne fuer mich erkennbaren Eigenklang zu entwickeln. Das Ding scheint stabil und sauber verarbeitet. Sollte man einen der bekannten Pfefferminzdosenvertaerker zusammen mit dem HP4 in einen Schraubstock spannen, wuerde nach dem Zudrehen des Schraubstocks die Pfefferminzdose platt am Gehaeuse des HP4 kleben und der HP4 immer noch spielbereit sein.
Ueber die verwendete technische Schaltung oder Tweakmoeglichkeiten dieser kann ich nichts sagen. Er ist kein Wunderding was aus einem DT 440 einen DT 880 macht. Ob sich bei KH's, in dem von mir bislang verwendeten Preissegment, die Anschaffung lohnt ist zweifelhaft, verglichen mit der Moeglichkeit gleich einen besseren KH zu kaufen. Wenn man aber schon einen K 701, HD650 oder DT 880 hat und noch einen Hunderter investieren will, dann kann das Teil durchaus Sinn machen. Ob es in der Preisklasse bessere KHV's auf dem Markt gibt kann ich mangels Erfahrung auch nicht sagen, laesst sich aber dank der 45-Tage-no-questions-asked return policy des Herstellers ohne groessere Investitionen herausfinden.
Ich bin zufrieden. Mein Tip: ausprobieren.

Gruss,
Dirk
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