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DIY Röhren Phono Vorverstärker Fragen

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Autor
Beitrag
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#1 erstellt: 12. Mrz 2018, 10:45
Hallo zusammen,
ich möchte einen Phono Vorverstärker mit Röhrentechnik bauen und habe dazu im Internet schon ein paar Schaltungen gefunden. Die Schaltung die mir am logischsten und einfachsten vorkam ( von Hier ) hab ich einmal "abgezeichnet".

Jetzt haben sich aber einige Prboleme ergeben.

1. Ich möchte statt der E83CC und ECC88 Röhren, 6N2P-EV und 6N1P-EV verwenden (aufgrund des geringeren Preises und der besseren Verfügbarkeit)

2. Welche Art von Kondensatoren soll ich wo verwenden? In der Anleitung steht etwas von Styroflex, die gibt es aber kaum noch. Gibt es etwas gleichwertiges? oder soll ich auf ebay Ausschau halten?

3. Welche Spannung müssen die Kondensatoren jeweils aushalten?

4. Woher bekomme ich einen passenden (und preiswerten) Traffo?

5. Passt das grundsätzlich alles so? (ich glaube meine Röhren brauchen mehr Strom an der Heizung halten aber an der Anode weniger Spannung aus?!)

Das ist mein aller-erstes Röhren Projekt, weshalb ich grundsätzlich für jede Antwort und Art von Tipp dankbar bin


PhonoVV

PhonoVV_Stromversorgung


[Beitrag von Fry.Pie am 12. Mrz 2018, 11:06 bearbeitet]
DB
Inventar
#2 erstellt: 12. Mrz 2018, 12:22
Hallo,

als Ausgangsstufe würde ich einen Katodenfolger nehmen und keine SRPP-Stufe. Die sind zumeist heikel wegen Ufk.

MfG
DB
sidolf
Inventar
#3 erstellt: 12. Mrz 2018, 12:47

Fry.Pie (Beitrag #1) schrieb:
1. Ich möchte statt der E83CC und ECC88 Röhren, 6N2P-EV und 6N1P-EV verwenden (aufgrund des geringeren Preises und der besseren Verfügbarkeit)

2. Welche Art von Kondensatoren soll ich wo verwenden? In der Anleitung steht etwas von Styroflex, die gibt es aber kaum noch. Gibt es etwas gleichwertiges? oder soll ich auf ebay Ausschau halten?

3. Welche Spannung müssen die Kondensatoren jeweils aushalten?

4. Woher bekomme ich einen passenden (und preiswerten) Traffo?

5. Passt das grundsätzlich alles so? (ich glaube meine Röhren brauchen mehr Strom an der Heizung halten aber an der Anode weniger Spannung aus?!)


Hallo,

zu 1.) So ganz kompatibel sind die beiden Russen nicht zu ECC83 und E88CC. Sieh dir mal die Datenblätter an: Datenblätter

zu 2.) Styroflex wären nur für die Kondensatoren 180pF, 560pF und 3.300pF vorteilhaft, es gehen aber auch ganz normale Folienkondensatoren.

zu 3.) Spannungsfestigkeit aller Kondensatoren >= 400V. Im Heizungsnetzteil 25/35 Volt.

zu 4.) Z. B. von Conrad, Bürklin usw.

zu 5.) Die Ausgangsstufe als SRPP ist ungünstig, da diese ohne entsprechende Messgeräte und Einstellmöglichkeiten niemals richtig als PP arbeitet. DB, hat es schon vorgeschlagen, nimm hier einen Kathodenfolger (ECC81, ECC88 oder ECC82).

Die RIAA arbeitet in dieser Schaltung (aktiv) mit einem Gegenkopplungsnetzwerk. Hier könnten bei anderen Röhren evtl. Anpassungen nötig werden.

Gruß
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#4 erstellt: 12. Mrz 2018, 15:32

So ganz kompatibel sind die beiden Russen nicht zu ECC83 und E88CC

Ja das wusste ich schon (obwohl viele schreiben, dass ein Austausch ganz einfach wäre) - wie viel muss man denn verändern, damit sie funktionieren? Ich würde sie echt gerne verwenden ... habe sie sogar schon gekauft - bei 12€ inkl Versand für 4 Stück, konnte ich nciht widerstehen


nimm hier einen Kathodenfolger

Wie würde dann die Schaltung aussehen? Viel komplizierter?! Wie gesagt - ist mein erstes Röhren-Projekt und habe fast keine Ahnung von der Materie...


Die RIAA arbeitet in dieser Schaltung (aktiv) mit einem Gegenkopplungsnetzwerk. Hier könnten bei anderen Röhren evtl. Anpassungen nötig werden.

Wie würden diese Anpassungen aussehen? bzw gibt es eine bessere Lösung?
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#5 erstellt: 12. Mrz 2018, 15:40
Oh - und ich sehe gerade, die ich habe die Heizungen genau verkehrt herum angeschlossen. Also die 6N1PV gehört auf 45 und 9 und die 6N2P auf 4 und 5, oder spinne ich jetzt schon ganz?! xD
selbstbauen
Inventar
#6 erstellt: 12. Mrz 2018, 17:01
Beim Bau von Phono-Pres gibt es zwei Philosophien. Passive Entzerrung oder Entzerrung in der Gegenkopplung. Ich persönlich bevorzuge beim DIY die passive Variante, weil sie leichter zu händeln ist. Puristen behaupten, sie klinge auch besser - ich weiß das nicht.

Wenn man eine Röhre für das erste System wählt, die in der vorgesehenen Schaltung einen Ausgangswiderstand (vor dem Netzwerk) von unter 6 kOhm hat, dann kann man das Standard-Netzwerk nehmen und hängt einen 10-kOhm-Trimmer davor. Den braucht man dann nur noch auf eine Anhebung von etwa 20 dB bei 20 Hz gegenüber 1.000 Hz einzustellen und fertig ist die Chose.

Beim Ausgangssystem reicht eine E88CC, wenn man den Phono-Pre dicht beim Vor/Endverstärker zu stehen hat. Damit ist ein Ausgangswiderstand von etwa 1.000 Ohm möglich und da gibt es kein Problem mit Leitungen bis 60 cm.

Die ECC83 ist sicherlich der Standard, aber wie sagte der Entwicklungschef von Thorens: "Die gibt man seinen Kindern zu Spielen." Er und ich bevorzuge die C3g in Triodenschaltung. Ich stell mal heute Abend ein Schaltbild ein von einem Gerät, das gestern fertig wurde.

Gruß
sb
GüntherGünther
Inventar
#7 erstellt: 12. Mrz 2018, 18:11
Hallo,

das geht viel einfacher. Hier ein Schaltbild:

AMP-PHONO-2

[Quelle - Angelfire]

Hatte ich selbst schon nachgebaut mit ECC82 mu-Folger dahinter.
Die 12AX7/ECC83 ist doch günstig von JJ zu bekommen. Du kannst sicherlich auch die 6N2P dafür einsetzen, allzu große Unterschiede gibt es nicht (habe die Datenblätter aber auch nur schnell überflogen) - bis auf die Beschaltung der Heizung. Bauteilmäßig sparst du mit dem Schaltplan aber ein bisschen was ein.
Wenn du den Ra des zweiten Anodenfolgers zweiteilst und vom folgenden Kathodenfolger her bootstrapst, kannst du die Verstärkung noch etwas hochsetzen.

Grüße, Thomas

Nachtrag @sb - der Autor will nicht so viel Geld für die Röhren ausgeben, da ist eine C3g, wo niemand weiß, wie lange man die noch halbwegs bezahlbar bekommt, nicht die optimale Lösung. Und warum eine Pentode als Triode schalten? Das Stromverteilungsrauschen hat man dann von der Pentode mitgenommen, nicht aber ihre Vorteile ggü einer echten Triode. Außerdem ist die ECC83 doch eine gängige NF-Röhre, millionenfach bewährt, was soll an ihr schlecht sein?


[Beitrag von GüntherGünther am 12. Mrz 2018, 18:17 bearbeitet]
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#8 erstellt: 12. Mrz 2018, 20:40

das geht viel einfacher. Hier ein Schaltbild


Das ist dann der komplette Vorverstärker?! Hmm - Ich nehme einmal an, die zweite Röhre in meinem Plan war nur dazu da um die Signalstärke noch etwas anzuheben?! Wäre das sinnvoll?


Wenn du den Ra des zweiten Anodenfolgers zweiteilst und vom folgenden Kathodenfolger her bootstrapst, kannst du die Verstärkung noch etwas hochsetzen.

Und jetzt auf Deutsch bitte xD


Die ECC83 ist sicherlich der Standard, aber wie sagte der Entwicklungschef von Thorens: "Die gibt man seinen Kindern zu Spielen."

Wie gesagt, mein erstes Projekt - demnach wäre das dann genau mein Niveau xD

Würde mir die Schaltung dennoch gerne anschauen

Ach ja, ich finde bei Conrad einfach keine Passenden Trafos. Die haben alle am Ausgang maximal 230V ... kann mir da einmal jemand einen Link reinstellen?!



PS, ich sehe gerade dass es einen eigenen DIY Bereich gibt, wenn das Thema hier also nicht rein passt, bitte verschieben


[Beitrag von Fry.Pie am 12. Mrz 2018, 20:42 bearbeitet]
DB
Inventar
#9 erstellt: 12. Mrz 2018, 21:08
Hallo,

bau ruhig die Schaltung vom Thomas. Trafos mit 230V Ausgangsspannung sind schon in Ordnung, nach der Gleichrichtung hast Du 230V * Wurzel2 = 325V. Ausgehend von der Spannung kannst Du dann auch eine ordentliche RC-Siebung im Netzteil aufbauen. Ob die Schaltung nun 250V, 200V oder 290V sieht ist fast unerheblich.


MfG
DB
pragmatiker
Administrator
#10 erstellt: 12. Mrz 2018, 21:11
Servus Fry.Pie,

Fry.Pie (Beitrag #8) schrieb:
Ach ja, ich finde bei Conrad einfach keine Passenden Trafos. Die haben alle am Ausgang maximal 230V ... kann mir da einmal jemand einen Link reinstellen?!

für ein Röhrenprojekt genau passende Netztrafos in Einzelstückzahlen als garantiert funktionierende Neuware zu finden, ist heutzutage nicht mehr ganz so einfach - dazu sind die Stückzahlen, die für große Trafobauer interessant wären, inzwischen einfach zu gering.

Ein Netztrafo, der für EINEN Kanal Deines Projektes taugen könnte, findest Du hier (die Firma verkauft auch an Privatleute):

https://www.buerklin.com/de/netztransformator/p/12c110

Da müßtest Du beide Heizwicklungen in Serie schalten - dann wäre aber auf alle Fälle genug "Gleichspannungsfleisch" für den MOSFET des Verbrat-Gliedes da (der wird halt dann etwas wärmer). Ich persönlich würde die Heizungsversorgung dieser Mimik deutlich anders aufziehen (und die Schaltung von Thomas aufbauen) - aber dazu kannst Du hier eine Menge nachlesen, da ist eine Menge Philosophie und Weltanschauung mit dabei, da brauch' ich mir nicht nochmal den Mund verbrennen:

http://www.hifi-foru...5333&back=&sort=&z=1


PS, ich sehe gerade dass es einen eigenen DIY Bereich gibt, wenn das Thema hier also nicht rein passt, bitte verschieben :)

Das ist richtig - es hat sich allerdings über die Jahre eingebürgert, daß Röhren-DIY-Projekt auch hier im Röhrenforum abgehandelt werden - insofern steht dieser Thread schon im richtigen Bereich.

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 12. Mrz 2018, 21:12 bearbeitet]
selbstbauen
Inventar
#11 erstellt: 12. Mrz 2018, 21:35
Das wäre mein Vorschlag:

Phono C3g+E88CC neu

An der Stelle der C3g kann man auch eine E88CC nehmen - ist dann nicht mehr ganz so extra.

R8 und 9 sowie C6 und 7 sind das Standardnetzwerk für die RIAA-Entzerrung. Mit R8 (zunächst ein 10kOhm Poti) stellt man den Innenwiderstand der Röhre davor ein. Bei der C3g liegt er bei etwa 5,93 kOhm. C7 ist mit 103nF auch Standard - beim Nachmessen eines 0,1µF Kondensator wird man meist 102 bis 105 nF messen. Und C6 sind zwei 150nF parallel.

Kein Hexenwerk, klingt super (fast so wie meine Nuvistoren) und ist einfach im Nachbau. Bei eBay gibt es 250V-Trafos ab 10 Euro. Manche haben auch eine 9 bis X Volt Wicklung, die man für die Heizung nehmen kann.

Gruß
sb
pragmatiker
Administrator
#12 erstellt: 12. Mrz 2018, 21:41
Ich vermisse etwas die lokale Stufengegenkopplung zur Erzielung eines halbwegs vorhersehbaren Kanalgleichlaufs zwischen den beiden Stereokanälen......aber, natürlich, es gibt ja auch Balance-Steller......

Grüße

Herbert
GüntherGünther
Inventar
#13 erstellt: 12. Mrz 2018, 21:53
Hallo,


Fry.Pie (Beitrag #8) schrieb:
Das ist dann der komplette Vorverstärker?! Hmm - Ich nehme einmal an, die zweite Röhre in meinem Plan war nur dazu da um die Signalstärke noch etwas anzuheben?! Wäre das sinnvoll?


ja, das ist der komplette Phonovorverstärker, zumindest die Spannungsverstärkung. Der Ausgang ist aber relativ hochohmig, weshalb eine Kathodenfolgerstufe danach sinnig wäre. Bin leider im KH nur mit Laptop unterwegs, weshalb ich dir auf die Schnelle nur eine Handzeichnung anbieten kann. Die kommt gleich als Nachtrag.
Rechnerisch sollte die Schaltung auf jeden Fall auch mit 6N2P funktionieren. Als Kathodenfolger geht auch die 6N1P, die du ja offenbar schon gekauft hast.

Grüße, Thomas

Nachtrag - tut mir leid für die schlechte Zeichnung. So kann das Ganze aussehen, mit niederohmigen Ausgang. Das zweite Bild zeigt den „Bootstrap“, der die Verstärkung erhöht, indem er den Ra, den die Anode „sieht“, dynamisch gesehen erhöht. Schwer zu beschreiben, ich habe das Konzept selbst erst vor rel. kurzer Zeit entdeckt, jedoch waren Versuchsaufbautwn relativ vielversprechend.
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[Beitrag von GüntherGünther am 12. Mrz 2018, 22:13 bearbeitet]
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#14 erstellt: 12. Mrz 2018, 22:09

Trafos mit 230V Ausgangsspannung sind schon in Ordnung, nach der Gleichrichtung hast Du 230V * Wurzel2 = 325V.

Meine Güte, du hast natürlich vollkommen Recht ... Offenbar kann Kaffee schlaf nicht ersetzen lol


Kein Hexenwerk, klingt super (fast so wie meine Nuvistoren) und ist einfach im Nachbau

Puh sieht für mich schon Recht kompliziert aus. Aber ich speichere es mir einmal, schließlich bleibt es ja nie bei nur einem Projekt xD


Der Ausgang ist aber relativ hochohmig, weshalb eine Kathodenfolgerstufe danach sinnig wäre. Bin leider im KH nur mit Laptop unterwegs, weshalb ich dir auf die Schnelle nur eine Handzeichnung anbieten kann. Die kommt gleich als Nachtrag.

Sehr cool, danke!
Deine Schaltung sieht ja echt einmal anfängerfreundlich und nachvollziehbar aus.


[Beitrag von Fry.Pie am 12. Mrz 2018, 22:11 bearbeitet]
Rolf_Meyer
Stammgast
#15 erstellt: 12. Mrz 2018, 23:39
Moin, Fry.Pie,

Na isset wahr, man kann wieder was posten,,,, Ich bin es leid, meine Lebenszeit an scheice programmierte Forensoftware zu verlieren!!!!
Wenn ich so'nen Schrottscheice abgeliefert hätte, hätte man mich nicht nur der Steuerhinterziehung angegklagt....
selbstbauen
Inventar
#16 erstellt: 13. Mrz 2018, 02:31

pragmatiker (Beitrag #12) schrieb:
Ich vermisse etwas die lokale Stufengegenkopplung zur Erzielung eines halbwegs vorhersehbaren Kanalgleichlaufs zwischen den beiden Stereokanälen......aber, natürlich, es gibt ja auch Balance-Steller......
Grüße
Herbert


.... oder man selektiert die Röhren. Man kann einfach ein Voltmeter nehmen und die Spannungen an den Anoden vergleichen. Ist die bei beiden identisch, dann sind auch beide Kanäle gleich.
Gruß
sb
Rolf_Meyer
Stammgast
#17 erstellt: 13. Mrz 2018, 08:50
Moin,

Da es gestern abend mit dem Posten von Bildern etwas geklemmt hat, heute morgen neu...
Also, die im Eröffnungspost gezeigte Schalte ist doch so verkehrt nicht.
6n2p 6n1p riaa
Allerdings ist die Entzerrung noch nicht ganz so optimal...Und dann diese ominösen 47k Anodenwiderstand über der SRPP...Das vernichtet jede Menge Verstärkung. Vorn am Gitter der Eingangsröhre fehlt mir ein Schwingschutzwiderstand, Die 47pF sind da schon ganz nett, aber ich habe mir bei fehlendem Schwingschutz regelmäßig HF-Einstreuungen eingefangen (Und wenn es nur ein Knacken vom Weidezaungerät des Nachbarn war...)
Ich täte so tun, mit der vorgeschlagenen Schalte...
6n2p 6n1p riaa mod
Dass es zehntausend andere Schaltungsvarianten gibt, sei mal außen vor. Und ich will mich dem Reigen der Empfehlung anderer Schaltungen nicht anschließen
Allerdings finde ich den Phasenfehler untenrum schon als ziemlich hoch...Und klirren tut das auch... aber angenehm.

Gruß, Matthias

Edit: Zweite Schaltung getauscht, war das falsche Bild


[Beitrag von Rolf_Meyer am 13. Mrz 2018, 09:12 bearbeitet]
DB
Inventar
#18 erstellt: 13. Mrz 2018, 09:14

selbstbauen (Beitrag #16) schrieb:

.... oder man selektiert die Röhren. Man kann einfach ein Voltmeter nehmen und die Spannungen an den Anoden vergleichen. Ist die bei beiden identisch, dann sind auch beide Kanäle gleich.

Wobei anzumerken ist, daß ein statischer Arbeitspunkt nichts über die dynamischen Eigenschaften des aktiven Bauteils aussagt.


MfG
DB
selbstbauen
Inventar
#19 erstellt: 13. Mrz 2018, 10:36
Aber wir haben es mit einer Signalspannung von 5 mV am Gitter zu tun. Da ist nicht so viel Dynamik - oder? Und das Rauschen?

In der Literatur wird immer eine möglichst große Verstärkung in der ersten Stufe empfohlen, um insbesondere das Rauschen gering zu halten.

Was mich noch stört, ist die zu hohe Spannung an der Kathode. Rk will ich daher noch verringern. Damit würde auch der Innenwiderstand sinken, wenn man Spannung und Ra dann anpasst. Da ist es dann von Vorteil, dass das Netzwerk einfach durch die Vergrößerung von R8 angepasst werden kann. Damit käme man dann auch in den geraderen Verlauf der Röhre.

Gruß
sb
DB
Inventar
#20 erstellt: 13. Mrz 2018, 12:14

selbstbauen (Beitrag #19) schrieb:
Aber wir haben es mit einer Signalspannung von 5 mV am Gitter zu tun. Da ist nicht so viel Dynamik - oder?

Die dynamischen Eigenschaften bezeichnen z.B. die Wechselspannungsverstärkung. Bei zwei Verstärkerstufen, die lediglich für Gleichstrom gegengekoppelt sind, kann sich dennoch eine unterschiedliche Wechselspannungsverstärkung ergeben.


selbstbauen (Beitrag #19) schrieb:
Und das Rauschen?

Das Rauschen wird bei hoher Verstärkung vom Wirkwiderstand der Signalquelle, bei geringer Verstärkung von der Verstärkerschaltung dominiert.


selbstbauen (Beitrag #19) schrieb:

In der Literatur wird immer eine möglichst große Verstärkung in der ersten Stufe empfohlen, um insbesondere das Rauschen gering zu halten.

Das ist auch richtig, aus dieser Sicht wäre es zweckmäßig, in der ersten Stufe eine Pentoden-, Bestpentode- oder Kaskodestufe zu verwenden. Das Grundrauschen des Verstärkers sollte halt unter dem Rillenrauschen liegen, was so schwierig nicht ist.


selbstbauen (Beitrag #19) schrieb:

Was mich noch stört, ist die zu hohe Spannung an der Kathode. Rk will ich daher noch verringern. Damit würde auch der Innenwiderstand sinken, wenn man Spannung und Ra dann anpasst. Da ist es dann von Vorteil, dass das Netzwerk einfach durch die Vergrößerung von R8 angepasst werden kann. Damit käme man dann auch in den geraderen Verlauf der Röhre.

Wenn Du der 1. Stufe einen Katodenfolger nachsetzt, könntest Du in der 1. Stufe mehr Verstärkung erzielen und hättest dennoch die Möglichkeit eines niederohmigen Entzerrungsnetzwerkes. Aber, wie gesagt, man müßte schauen, ob sich das überhaupt lohnt. Eine LP schafft vielleicht 40-50dB Geräuschspannungsabstand und 25dB Kanaltrennung, k=4% auf der Innenrillle. Nichts, was man bei einem Rundfunktgerät tolerieren würde.


MfG
DB


[Beitrag von DB am 13. Mrz 2018, 12:38 bearbeitet]
sidolf
Inventar
#21 erstellt: 13. Mrz 2018, 12:40

Rolf_Meyer (Beitrag #17) schrieb:
Und dann diese ominösen 47k Anodenwiderstand über der SRPP...Das vernichtet jede Menge Verstärkung.


Hallo Matthias,

der 47K Widerstand ist kein Anodenwiderstand der SRPP, er ist Teil der Siebkette. Mit einem RLast der SRPP von 2,2K, dazu noch parallel 330K und dem Eingangswiderstand der nachfolgenden Stufe ergibt das niemals einen sauberen PP-Betrieb der SRPP. Der RLopt müsste etwa um die 9,5 K sein.

Grobe Formel: RLopt = (µ x Rk - Rk - Ri)/2.

Anstelle des 2,2K Widerstandes sollte ein Trimmer von etwa 15 - 20K eingesetzt werden. Aber die Abstimmung der SRPP mit dem Trimmer erfordert diverse Messgeräte und ist alles andere als trivial.

Ein Kathodenfolger wäre hier besser geeignet!

Gruß


[Beitrag von sidolf am 13. Mrz 2018, 12:42 bearbeitet]
GüntherGünther
Inventar
#22 erstellt: 13. Mrz 2018, 12:52
Hallo,


sidolf (Beitrag #21) schrieb:
der 47K Widerstand ist kein Anodenwiderstand der SRPP, er ist Teil der Siebkette.


in diesem Fall fehlt doch dann aber der Sieb-C zwischen den 47k und der Anode nach Masse..

Grüße, Thomas
sidolf
Inventar
#23 erstellt: 13. Mrz 2018, 13:07

GüntherGünther (Beitrag #22) schrieb:

sidolf (Beitrag #21) schrieb:
der 47K Widerstand ist kein Anodenwiderstand der SRPP, er ist Teil der Siebkette.


in diesem Fall fehlt doch dann aber der Sieb-C zwischen den 47k und der Anode nach Masse..


Hallo Thomas,

also ich sehe da C12 (47µF) von der Anode nach Masse. Ohne C12 wäre die Schaltung als SRPP absolut unbrauchbar!

Man kann den sauberen PP-Betrieb in der Emulation prüfen, in dem man den Strom durch das obere- und untere Röhrensystem misst. Beide Ströme müssen die gleiche Amplitude aufweisen. Wenn man jetzt den 2,2K vergrößert oder verkleinert sieht man, wie sich die Ströme beider Systeme verändern.

Gruß

Ich glaub' das mit den Zitaten lerne ich nie mehr. Jetzt fehlt schon wieder die Umrandung. Sorry!

[EDIT]: Zitat repariert.


[Beitrag von pragmatiker am 13. Mrz 2018, 13:34 bearbeitet]
pragmatiker
Administrator
#24 erstellt: 13. Mrz 2018, 13:37
Servus Sigi,

sidolf (Beitrag #23) schrieb:
also ich sehe da C12 (47µF) von der Anode nach Masse.

also: ich seh' nirgends einen C12 direkt an der Anode. Kannst Du mal bitte das Schaltbild verlinken, in dem Du den C12 siehst?

Dankeschön.

[EDIT]: Jetzt hab' ich den C12 auch gefunden - in der zweiten Simulation von Matthias in Beitrag #17.

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 13. Mrz 2018, 13:41 bearbeitet]
GüntherGünther
Inventar
#25 erstellt: 13. Mrz 2018, 13:45
Achso - ich ging vom Schaltplan im Beitrag 1 aus. Da fehlt er - obwohl er hin gehören würde.
sidolf
Inventar
#26 erstellt: 13. Mrz 2018, 14:09
Hallo,

in der Ursprungsschaltung #1 Original ist auch dieser ominöse 47K (Anodenwiderstand?) vorhanden.

Ich glaube da hat einer das Prinzip SRPP vollkommen falsch verstanden. Derjenige wusste zwar, oder hat mal gelesen, dass eine SRPP eine "ziemlich" niederohmige Last braucht um richtig zu funktionieren; und so wurde halt mal ein 2,2K Widerstand als Grundlast reinkonstruiert.

Gruß
tinnitusede
Hat sich gelöscht
#27 erstellt: 13. Mrz 2018, 14:47
oh je, ich seh nur noch SRPP

wenn es bei aktiver Entzerrung bleibt, kann Jogi´s Röhrenbude auch was Schönes beisteuern

http://www.jogis-roe...V/inhalt/Inhalt.html

Hatte sie gebaut und war eigentlich zufrieden, trotzdem bin ich aber bei dieser einfachen passiven Variante hängen geblieben,

http://phonoclone.com/diy-pho3.html

aufgebaut mit E86C, wegen der sehr verdrahtungsfreundlichen Sockelbeschaltung,

man möge mir die unsauberen Lötstellen nachsehen, es ist mein Experimentier Brettchen mit gefühlten tausend Lötversuchen.

100_1637

100_1638

Hans
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#28 erstellt: 13. Mrz 2018, 20:40
Danke für alle Antworten, obwohl ich jetzt fast verwirrter bin als vorher xD

@GüntherGünther
Super, danke für deine Zeichnungen - bisher definitiv mein Favorit
Im zweiten Bild, wohin geht da das [...] vom Grid? Und wohin der Pfeil von der Anode?

@Rolf Meyer
Wow - Ich verstehe zwar zugegebenermaßen nichts von dem was ich hier sehe, aber danke! Würdest du sagen, mit deinen Änderungen ist ein gutes Ergebnis mit der Schaltung zu erzielen?


Ich weiß, dass man bei Röhrentechnik sehr viele verschiedene Meinungen erhält und die Emotionen überwallen, bei meinem Projekt geht es aber wirklich vorrangig um den Spaß-Faktor und einen Klang für den man sich nicht genieren braucht xD
Darum lieber recht simpel, als zu komplex.

Wenn mir das Ergebnis bzw das Bauen gefällt, wird es sowieso nicht bei dem einen bleiben und dann kann man noch einmal darüber reden, wie man nun den allerbesten Sound erhält


[Beitrag von Fry.Pie am 13. Mrz 2018, 20:41 bearbeitet]
sidolf
Inventar
#29 erstellt: 13. Mrz 2018, 20:52
Hallo Herbert,

herzlichen Dank für Deine "Rahmen", was mach ' ich da bloß immer falsch? Ist mir eine Rätsel, vielleicht per PM eine kurze Erklärung?

Besten Gruß


[Beitrag von sidolf am 13. Mrz 2018, 20:53 bearbeitet]
pragmatiker
Administrator
#30 erstellt: 13. Mrz 2018, 20:52
Servus Fry.Pie,

Fry.Pie (Beitrag #28) schrieb:
bei meinem Projekt geht es aber wirklich vorrangig um den Spaß-Faktor und einen Klang für den man sich nicht genieren braucht xD
Darum lieber recht simpel, als zu komplex.

Dann sollte das, was Thomas vorschlug, erste Wahl sein - viel einfacher und nachbausicherer geht es nicht (eine Röhre pro Kanal - that's it):

GüntherGünther (Beitrag #7) schrieb:
AMP-PHONO-2

Eine ECC83 pro Kanal - ein simples Netzteil was mit diesem Netztrafo auskommt:

https://www.buerklin.com/de/netztransformator/p/12c100

Ich sehe grade, daß man den nur noch 25-stück-weise bekommt - dann halt den schon mal vorgechlagenen:

https://www.buerklin.com/de/netztransformator/p/12c110

Mit dem Trafo kannst Du in der Siebkette locker über 100[V] verbraten und hast trotzdem noch bequem +250[V] Versorgungsspannung. Bei den Siebfaktoren, die bei den geringen Strömen der ECC83 Klasse nötig sind, können die Siebfaktoren auch so hoch sein, daß auch ohne jeden Einsatz von (ggf. teuren und aufwendigen) Reglern, Drosseln usw. eine hinreichend brummarme Anodenspannung sichergestellt ist. Und: Den Trafo kannst Du dann auch noch für größere Projekte verwenden, wenn Dich das da überkommt (und ES wird Dich überkommen, gaaanz sicher):

Wenn mir das Ergebnis bzw das Bauen gefällt, wird es sowieso nicht bei dem einen bleiben und dann kann man noch einmal darüber reden, wie man nun den allerbesten Sound erhält

Das Endstadium dieses schrittweisen "noch a bisserl mehr wollens" dürftest Du dann erreicht haben, wenn Du mit dem Entzerrer-Vorverstärker von Dr. Götz Corinth persönliche Bekanntschaft gemacht hast (die Siebkette in dessen Anodennetzteil ist neunstufig - und, nein: die Anodenspannung ist nicht geregelt).

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 13. Mrz 2018, 23:11 bearbeitet]
GüntherGünther
Inventar
#31 erstellt: 13. Mrz 2018, 22:27
Guten Abend,

pragmatiker (Beitrag #30) schrieb:
...mit diesem Netztrafo...


das könnte sogar noch günstiger gehen. Müller-Rondo hat mir damals den Trafo dafür als Ringkerntrafo mit 200V/0,05A und 7V/1,2A nur 24,xx€ gekostet. Preislich natürlich ein absoluter Kracher - dazu noch nach Kundendaten. Ob sie den Preis jetzt - 3 Jahre später, noch haben, kann ich nicht sagen.

Schönen Abend Euch,
Thomas
pragmatiker
Administrator
#32 erstellt: 13. Mrz 2018, 22:34
Ist ein guter Preis, Thomas, und meiner Meinung nach auch absolut einwandfrei, aaaaber: es ist ein Ringkerntrafo.....und die mag hier nicht jeder......

Ich mag Ringkerntrafos (und baue auch seit vielen Jahren mit ihnen), weil sie - aus meiner Sicht - in der Summe überlegene Eigenschaften gegenüber anderen Trafotopologien aufweisen, wenn sie richtig eingesetzt werden. Meine Links oben beziehen sich allerdings auf Sachen, die in Einzelstückzahlen für den Privatmann ab Lager zu annehmbaren Preisen lieferbar sind und nicht erst angefertigt werden müssen (oder aus anderen Gründen ewige Lieferzeiten haben) - deswegen der Netztrafo mit M-Kern.

@Fry.Pie:

Zum Netzteil mit dem vorgeschlagenen Netztrafo (250[V] / 50[mA] sekundär + Heizwicklungen) --> Annahme: Stromaufnahme @ +250[V]: Stereo maximal ca. 4[mA].

  • An die 250[V] Wicklung einen Silizium-Brückengleichrichter.
  • Auf den folgt der Ladeelko 47[µF] / 450[V].
  • Dann der erste Siebwiderstand: 8.2[kOhm] / 3[W] / MOX.
  • Dann der erste Siebelko: 100[µF] / 450[V].
  • Dann der zweite Siebwiderstand: 8.2[kOhm] / 2[W] / MOX.
  • Dann der zweite Siebelko: 100[µF] / 450[V].
  • Dann der dritte Siebwiderstand: 8.2[kOhm] / 1.1[W] / MOX.
  • Dann der dritte Siebelko: 100[µF] / 450[V].

Am Ende dieser Siebkette stehen bei ca. 4[mA] Summenlaststrom dann ca. +250[V] an - mit einer Restwelligkeit (Brummspannung) von < 10[µVss] - das sollte auch für einen empfindlichen Plattenspieler-Entzerrer-Vorverstärker reichen.

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 13. Mrz 2018, 22:57 bearbeitet]
tinnitusede
Hat sich gelöscht
#33 erstellt: 13. Mrz 2018, 22:44
Ringkern zu dem Preis geht immer noch,

https://www.tube-tow...rafo-30VA::2192.html

oder den mit reichlich Reserve für´n Kopfhörerverstärker.

https://www.tube-tow...trafo-50VA::527.html

Hans
pragmatiker
Administrator
#34 erstellt: 13. Mrz 2018, 23:04
Servus Hans,

tinnitusede (Beitrag #33) schrieb:
https://www.tube-tow...trafo-50VA::527.html

Danke für den Tip! Da hab' ich jetzt grad fünf Stück bestellt, damit die Bastelkiste für "Projekte aller Art" gefüllt ist. Damit kann man zehn Doppeltrioden heizen und mit Anodenspannung versorgen - das reicht für vieles - paßt.

Grüße

Herbert
GüntherGünther
Inventar
#35 erstellt: 13. Mrz 2018, 23:08
Stimmt - Dirk habe ich ja ganz vergessen. Der ist immer eine heiße Adresse, wenn man Schnäppchen sucht
tinnitusede
Hat sich gelöscht
#36 erstellt: 13. Mrz 2018, 23:11
Hi Herbert,

willst mich jetzt verarschen,

Gruß Hans
pragmatiker
Administrator
#37 erstellt: 13. Mrz 2018, 23:22
Nein, überhaupt nicht, Hans - das ist mein voller Ernst: Ich habe zwar hier Material ohne Ende rumliegen, das stimmt - aber Röhren-Netztrafos, die bei 6.3[V] nicht nur ein mickriges Ampere an Heizstrom hergeben (und dann noch eine zweite Heizwicklung mit unerklärlichen 700[mA] haben) und die auf der 250[V] Seite nicht nur mit 50[mA] daherkommen, sondern etwas potenter), die scheinen mir ausgestorben zu sein. Und solche Sachen braucht der Röhrenbastler: Die ECC88 kommt mit 365[mA] Heizstrom daher......einige Russenröhren mit noch mehr.......und die 120[mA] auf der Anodenwicklung gelten ja auch nur bei 250[Veff] - auf der Gleichspannungsseite schmilzt das recht schnell auf 70[mA] oder weniger zusammen. Und dann paßt das: 8 (4 pro Kanal - Stereo!) niederohmige Röhren a la ECC88 brauchen ca. 2.9[A] Heizstrom (wird durch die 3[A] Heizwicklung perfekt abgedeckt) - und mit 5[mA] mittlerem Anodenstrom pro System (ich komm' eher aus der ansprechend robusten, niederohmigen ECC81 / ECC88 Ecke und nicht so aus der fizzeligen ECC83 Ecke) bei 16 Systemen landet man bei ca. 80[mA] - was auch passend in der Gegend der 70[mA] liegt. (Vorverstärker)Baustellen mit umfangreichen Kaskode- und SRPP-Stufen in Stereo: mit diesem Netztrafo kein Problem.

Und weil der eben soooo gut für solche Sachen paßt (und ich solche GENAU passenden RINGKERNnetztrafos von der Stange sonst noch nirgends gesehen habe), hab' ich ein paar auf Vorrat bestellt (ist ja unerfreulich, wenn man z.B. am Karfreitagmorgen feststellt, daß das ganze lange Wochenende gelaufen ist, weil kein passender Netztrafo da ist) - ganz ohne Flachs.

Grüße

Herbert


[Beitrag von pragmatiker am 13. Mrz 2018, 23:36 bearbeitet]
Rolf_Meyer
Stammgast
#38 erstellt: 13. Mrz 2018, 23:39
Moin,


sidolf (Beitrag #23) schrieb:

GüntherGünther (Beitrag #22) schrieb:

sidolf (Beitrag #21) schrieb:
der 47K Widerstand ist kein Anodenwiderstand der SRPP, er ist Teil der Siebkette.


in diesem Fall fehlt doch dann aber der Sieb-C zwischen den 47k und der Anode nach Masse..

...Ohne C12 wäre die Schaltung als SRPP absolut unbrauchbar!

Man kann den sauberen PP-Betrieb in der Emulation prüfen, in dem man den Strom durch das obere- und untere Röhrensystem misst. Beide Ströme müssen die gleiche Amplitude aufweisen. Wenn man jetzt den 2,2K vergrößert oder verkleinert sieht man, wie sich die Ströme beider Systeme verändern.
...

Ja, ohne den C12 macht die Schalte irgendwas, nur nicht SRPP, deshalb habe ich den eingefügt. Übrigens, die optimale Last für die 6N1P in dieser Schalte wäre 5,6kOhm. Dann kommen da aber auch fast 5Veff bei 5mVeff/1kHz am Eingang raus, viel zu viel!


Fry.Pie (Beitrag #28) schrieb:

...

@Rolf Meyer
Wow - Ich verstehe zwar zugegebenermaßen nichts von dem was ich hier sehe, aber danke! Würdest du sagen, mit deinen Änderungen ist ein gutes Ergebnis mit der Schaltung zu erzielen?
...


sagen wir mal so, mein Freund täte sagen..."Naja, Ohrenkrebs bekommt man nicht direkt..."
Im Prinzip ist das aber so schon ganz i.O. wobei weniger mehr ist... für den gegebenen Aufwand ist das Ergebnis nicht gut genug.
Und jetzt tue ich es doch... Hier, so würde ich mit den bereits bezogenen Röhren was aufziehen...
Zur Diskussion:
Phono 6n2p 6n1p

Immerhin fast 0,8Veff an 50k/200p...Mit wenig Klirr (<0.1%, nur K2) und fast perfekter Entzerrung.

Um das zu toppen, muss man schon wesentlich mehr Aufwand treiben! Und wir benutzen hier auch nur zwei Röhren!
Wie gesagt, weniger ist mehr. Und ich weiß, wovon ich hier schreibe... Habe diese Schalte mit mehreren Röhrentypen aufgebaut (natürlich mit jeweils angepasster Ümgebung!)

@DB,

Das ist auch richtig, aus dieser Sicht wäre es zweckmäßig, in der ersten Stufe eine Pentoden-, Bestpentode- oder Kaskodestufe zu verwenden.


Ich habe in den letzten Jahren haufenweise Phonos gebaut... Aber genau das, kann ich nicht bestätigen.
Bestpentode ist Murks, nicht nur, weil der Signalweg "sandverseucht" ist....hier kann man nachlesen, warum.
Kaskode ist auch Mist... PSRR ist "unter aller Sau" und die 6922 von EH haben nach einem Jahr gerauscht, wie die Niagarafälle....blos wech mit den Dingern... E88CC von Philips waren langlebiger....haben am Ende aber auch gerauscht, wie nix Gutes.
Und über Pentoden in einem Phono... da brauchen wir gar nicht drüber reden.
Die Besten Ergebnisse habe ich mit D3a und RD12Ta (nicht zu verwechseln mit den Rauschgeneratoren namens RC5B von Tesla!) erzielt. nämlich nahezu KEIN Rauschen, Auch sehr gut, ECC81 von RFT und ECC83 von Telefunken...

@Herbert,
Wo sind Deine "Sticheleien" bezüglich meiner Aussagen über Ringkerne abgeblieben?

Gruß, Matthias


[Beitrag von Rolf_Meyer am 13. Mrz 2018, 23:43 bearbeitet]
GüntherGünther
Inventar
#39 erstellt: 14. Mrz 2018, 00:10
Hallo Matthias,


Rolf_Meyer (Beitrag #38) schrieb:
Kaskode ist auch Mist... PSRR ist "unter aller Sau"


ich habe bis jetzt eigentlich nur gute Erfahrungen mit Kaskode gemacht. War zwar zugegebenermaßen mit der ECC81 statt der 88, aber Rauschen konnte ich nie feststellen. Sollten die PSRR-Werte denn nicht genau so gut/schlecht wie bei einer normalen Pentode sein?

Grüße, Thomas
DB
Inventar
#40 erstellt: 14. Mrz 2018, 00:13
Genau genommen ist es ein Widerspruch in sich, sich über Rausch- und Verzerrungsarmut von Phonoentzerrern tiefergehende Gedanken zu machen. Das gibt das Tonspeicherverfahren einfach nicht her.

MfG
DB
Rolf_Meyer
Stammgast
#41 erstellt: 14. Mrz 2018, 00:25

DB (Beitrag #40) schrieb:
Genau genommen ist es ein Widerspruch in sich, sich über Rausch- und Verzerrungsarmut von Phonoentzerrern tiefergehende Gedanken zu machen. Das gibt das Tonspeicherverfahren einfach nicht her.

MfG
DB


Womit Du natürlich vollig Recht hast, in Anbetracht der systemimmanenten Verzerrungen der Schallplattenwiedergabe
Allerdings hat es sich ja so eingebürgert, dass bei hochgelegten Tonarm absolut nix aus den Lautsprechern zu ertönen hat... Kein Restbrumm, kein Rauschen. Am Musikgenuss wird weder etwas Grundrauschen, noch etwas Restbrumm etwas ändern. Meine Meinung.
Aber es ist doch auch nicht schlecht, wenn es weniger brummt und rauscht...


Sollten die PSRR-Werte denn nicht genau so gut/schlecht wie bei einer normalen Pentode sein?

Nö, bei einer Kaskode muss das Gitter der "oberen" Röhre mit einer Gleichspannung versorgt werden... Und jedes Püpselchen an Rauschen oder Brummen aus dem Netzteil (wo ja nun diese Gleichspannung herstammt) wird gnadenlos verstärkt weitergereicht.

Gruß, Matthias
selbstbauen
Inventar
#42 erstellt: 14. Mrz 2018, 17:14
Ich finde, das Thema "Bau eines Phono-Pre" wird vom falschen Ende aufgezäumt. Baut man ihn selber zusammen, dann kann man Wiedergabeprobleme der Anlage und des Raums mit in Angriff nehmen. Ist das Wohnzimmer spartanisch eingerichtet (viel Reflexion von hohen Tönen), dann lässt man die RIAA-Kurve zu den Höhen hin leicht abfallen. Hat man eine Holzverbundkonstruktion als Wände (schwacher Bass), dann hebt man die Bässe etwas mehr an.

Dazu muss man die von anderen ermittelten Werte des Korrekturnetzwerks selber verändern. Das ist bei Röhren/Schaltungen mit hohem Innenwiderstand und insbesondere bei gegengekoppelten Netzwerken ein sehr schwieriges Unterfangen. Hinzu kommt, dass auf Grund von Toleranzen der Röhren zumeist ohnehin die angegebenen Werte nur eine grobe Richtschnur sind.

Deswegen würde ich eine Röhre wählen, die eine Schaltung mit geringem Innenwiderstand erlaubt, ein Standardnetzwerk nehmen und die individuelle Anpassung an Röhre und Raum mit einem Trimmer vornehmen.

Gruß
sb
DB
Inventar
#43 erstellt: 14. Mrz 2018, 18:54
Also ich würde keine weitere als die Schneidkennlinienentzerrung in den Phonoverstärker einbauen. Man will möglicherweise mal ein paar Platten digitalisieren und hat dann gleich noch die Wohnraumentzerrung mit drin. Wenn, dann sollte man dafür einen etwas umfangreicheren Vorverstärker aufbauen.

Zweckmäßig wären für den Phonoverstärker ein Rumpel- und Rauschfilter mit je vielleicht 3 Einsatzfrequenzen und im Vorverstärker eine Höhen-/Baßeinstellung und auch eine gehörrichtige Lautstärkenregelung. Wenn man einmal dabei ist, kann man dann auch noch seine Lautsprecher korrigieren.

Das gab es übrigens schon. Der Heli VS-1 hatte ein LC-Rausch-/Rumpelfilter mit je 5 Einsatzfrequenzen und eine Lautsprecherkorrektur für K20, L40 und L80.


MfG
DB
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#44 erstellt: 14. Mrz 2018, 19:09

Und jetzt tue ich es doch... Hier, so würde ich mit den bereits bezogenen Röhren was aufziehen...


Sieht wirklich gut und simpel aus.

Wenn man jetzt wirklich nur die Hälfte jeder Röhre verwendet, könnte man dann beide Kanäle über eine Röhre laufen lassen? Das würde die Sache sehr kompakt werden lassen.


Also ich würde keine weitere als die Schneidkennlinienentzerrung in den Phonoverstärker einbauen.

Da muss ich mich anschließen. Um den Klang an die Räumlichen Gegebenheiten anzupassen, hat man ja noch einen Equalizer. Der Phono Vorverstärker hat auch in meinen Augen nur zu entzerren und vor zu verstärken
Rolf_Meyer
Stammgast
#45 erstellt: 15. Mrz 2018, 00:28
Moin Fry.Pie,

Wenn man jetzt wirklich nur die Hälfte jeder Röhre verwendet, könnte man dann beide Kanäle über eine Röhre laufen lassen?

Ja, genau das ist der Sinn.
Auch wenn man selektierte Röhren (auf Systemgleichheit) vorziehen sollte, wird es kaum zu einem Entzerrungs-/Linearitätsfehler und einem Pegelunterschied von >0.5dB kommen, wenn man Röhren aus der Kiste grabbelt.
Das sollte erstmal zufriedenstellend spielen.

Gruß, Matthias


[Beitrag von Rolf_Meyer am 15. Mrz 2018, 00:30 bearbeitet]
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#46 erstellt: 15. Mrz 2018, 19:50

Rolf_Meyer (Beitrag #45) schrieb:
Ja, genau das ist der Sinn.


Ok, Danke nochmal für die Mühe!

Ich werde den nachbauen

Dennoch ein paar Fragen:

1. Bei der Stromversorgung, sollen diese 250V bereits geglättet sein?

2. warum nur 115V und 100V an den Anoden?

3. welche Spannungsfestigkeit sollen die Kondensatoren haben?

4. soll ich irgendwo spezielle nehmen? (Styroflex, Glimmer)

5. Die 6N2P sollte möglichst weit vom Trafo entfernt sein, richtig?!


[Beitrag von Fry.Pie am 15. Mrz 2018, 19:53 bearbeitet]
DB
Inventar
#47 erstellt: 15. Mrz 2018, 20:20

Fry.Pie (Beitrag #46) schrieb:

1. Bei der Stromversorgung, sollen diese 250V bereits geglättet sein?

Ja, selbstverständlich.


Fry.Pie (Beitrag #46) schrieb:

2. warum nur 115V und 100V an den Anoden?

Wieviel Volt hätten's denn gern?


Fry.Pie (Beitrag #46) schrieb:

3. welche Spannungsfestigkeit sollen die Kondensatoren haben?

Sie müssen die Spannung aushalten, welche das Netzteil ohne Last abgeben kann. Diese Spannung tritt in der Schaltung bei ungeheizten Röhren auf.


Fry.Pie (Beitrag #46) schrieb:

4. soll ich irgendwo spezielle nehmen? (Styroflex, Glimmer)

Entsprechend spannungsfeste Folienkondensatoren reichen völlig aus


Fry.Pie (Beitrag #46) schrieb:

5. Die 6N2P sollte möglichst weit vom Trafo entfernt sein, richtig?!

Richtig.


MfG
DB
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#48 erstellt: 15. Mrz 2018, 20:32

DB (Beitrag #47) schrieb:


Fry.Pie (Beitrag #46) schrieb:

2. warum nur 115V und 100V an den Anoden?

Wieviel Volt hätten's denn gern?

Im Datenblatt stehen 250V - hatte mich bloß daran orientiert
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#49 erstellt: 15. Mrz 2018, 22:28
Ach ja, zu den Widerständen:
Wieviel W müssen sie aushalten? und, sind normale Metallschicht Widerstände mit 1% genau genug?
Rolf_Meyer
Stammgast
#50 erstellt: 16. Mrz 2018, 00:19
Moin.


Fry.Pie (Beitrag #49) schrieb:
Ach ja, zu den Widerständen:
Wieviel W müssen sie aushalten? und, sind normale Metallschicht Widerstände mit 1% genau genug?


Ja, Metallschicht, keine Kohlemasse oder sonstewas für HighEnd-Zeugs... Auch Silber ist weder für die Verdrahtung, noch für die Kontaktierung von Bauelementen notwendig
R3 und R8 min. 1W, R10 min. 2W...für den Rest reichen 1/4W
Und, bitte die Verdrahtung so, wie der Ernst es weiter vorn vorgemacht hat...ist bei Phono wichtig. Wenigstens die Signalleitungen am Eingang sollten geschirmt sein, wenn wesentlich länger als 3cm...Am Ausgang ist das nicht so entscheidend, aber manchmal doch notwendig. Masse als Sternmasse!
Das Gehäuse erden...undzwar direkt...nix mit irgendwelchen antiparallelen Dioden, Widerständen und/oder Kondensatoren.
Als Trafo kannst Du ruhig die hier vorgeschlagene billig-Ringkern-Variante nehmen
Aber so weit wie moglich von den Röhrensystemen weg, am Besten, das ganze Netzteilgeraffel in ein eigenes Gehäuse bringen.

Hier noch ein sehr simples Rumpelfilter:
Phono 6n2p 6n1p rumpel
Das kann man durch die Umdimensionierung des C6 implimentieren... vielleicht sogar umschaltbar.
ABER: als derartig simple Ausführung ist es nicht besonders steilflankig...und bitte diese Kapazität im Betrieb nicht ändern (umschalten)... das macht 'nen Mega-Plopp...
Die Kapazitäten wären für
-3dB/20Hz = 7,2nF
-3dB/10Hz = 15nF
-3dB/5Hz = 33nF
-3dB/2,5Hz = 100nF
470nF für maximale Bandbreite

Gruß, Matthias


[Beitrag von Rolf_Meyer am 16. Mrz 2018, 00:21 bearbeitet]
Fry.Pie
Schaut ab und zu mal vorbei
#51 erstellt: 16. Mrz 2018, 21:48
Ich versuche gerade die Teile zusammenzusuchen, und schon beim ersten glaube ich mache ich irgendwas falsch ... https://www.conrad.a...%20pF&sort=Price-asc
Das kann doch nicht sein, oder?!

EDIT: Oh, ich sehe gerade die verkaufen sie nur zu tausenden Stück ...


[Beitrag von Fry.Pie am 16. Mrz 2018, 21:57 bearbeitet]
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