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subjektiver Höreindruck und seine Metaphern

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Autor
Beitrag
gitarissimo
Ist häufiger hier
#1 erstellt: 06. Nov 2006, 14:23
Hallo Forum,

meinen ersten Beitrag im HifiForum hab ich mal
in die Voodoo-Ecke gestellt. Vielleicht passt er hier sogar
am besten hin. Jedenfalls ist mir dieses Unterforum am sympathischsten, da es am stärksten polarisiert

Ich hab mir als absoluter Nicht-High-Ender eben die Frage gestellt, was die verschieden Klangverbesserungsmaßnahmen (egal ob klein, groß, teuer, billig, Voodoo, Technik, Logik...) konkret mit dem Hörerlebnis anstellen
und (!) wie man diese beschreiben kann.

Zu meiner "Geschichte":

Seit ich denken kann, spielt Musik eine übergeordnete Rolle in meinem Leben. Großgezogen wurde ich mit Blues und 60s/70s-Underground quasi aus der Nuckelflasche. Mit 10 hab ich dann angefangen, diverse Instrumente auszuprobieren und bin dann bei dem einen oder anderen hängengeblieben. Seitdem bin ich voll auf der Musik-Droge.
Heute höre ich alles, was mich "emotional anpackt". Von Can über Doors bis hin zu Bach und Stravinsky sind schon einige DMs und €s in das CD-Regal geflossen, was ich niemals bereuen würde.

Bislang habe ich passiven "Musikgenuß" über einen Sony-Frühneunziger Reciever, mannshohe Standboxen der (Nicht-)Marke Neckermann, einen Technics SL-PG 540A CDPlayer, ner ganzen Menge Standard-Spaghetti-Beipack-Strippen und etwas, dass ich im Keller gefunden habe und seitdem als Boxenkabel verwendete, "erlebt". Und das alles im Jenseits jeglicher Stereo-Dreiecke mit Boxen in unmittelbarer Wandnähe...

Als Musiker habe ich natürlich schon die eine oder andere Stunde im Studio verbracht. Beim Abmischen über sündhaft teure Nahfeldmonitore ist mir dann aufgefallen, dass Musik auch irgendwie "anders" sein kann.
Instrumente können u.a. platziert werden, Frequenzen kann man betonen oder diffus machen usw usw..
Als "Produzent" habe ich also die Möglichkeit, gravierenden Einfluss auf das Bühnengeschehen zu nehmen, welches hinterher durch das Endprodukt Tonträger vermittelt werden soll.
Jedoch stellte sich heraus, dass beim anschließenden Probehören auf der heimischen "Anlage" die gewaltigen Veränderungen, die im Studio gemacht wurden, nur marginal bis gar nicht wahrnehmbar waren.

Dem sollte Abhilfe geschaffen werden.

Als "Low-Budget-Brotlos-Künstler" habe ich dann versucht, mir eine einigermaßen repräsentative Anlage zusammenzustellen, mit der ich ohne viel Materialeinsatz ein vernünftiges Resultat erzielen könnte.

Also, Hifi-Forum und ebay aufgeschlagen und losgelegt:

1. 30 Jahre alten Scott-Verstärker A440 erstanden: 40€
2. DreiwegeBoxen von Canton. Ca. 25 Jahre alt : 40€
3. Daumendicke Oehlbach-Cinch-Strippen : 30€
4. Onkyo xyz??!!-CD-Player : 20€
5. Material für Boxenständer : 50€ (!)
6. Billigste Spikes & Absorber : 25€
7. "echte" Boxenkabel : 20€

>> 225€ gesamt!

Hab mir dann meinen "Konsumort" nach vernünftigen logischen, bzw symetrischen Kriterien (ohne teure Akustik-Module)aufgebaut. (Hochtöner auf Ohrhöhe, Wandabstände, Winkel... sehr viel mit der Symetrie experimentiert)

Was soll ich sagen?! Verbesserung von 200% !!

Ich kann Musik nun hören! Für 225€ Kapitaleinsatz und mit einem Bisschen logischen Denken und natürlich dem Hifi-Forum bin ich nun Begriffen wie "Präsenz", "analytisch", "Bühne", "Ortbarkeit" etc. ein gewaltiges Stück näher gekommen.
Meine alte Plastik-Anlage hat übrigens mehr als das Doppelte gekostet.
Im gleichen Atemzug hab ich festgestellt, dass mein Technics-CDP (mit einer gereinigten Linse) meinem Ohr etwas wohler gesonnen ist, als der (als "Einsteiger-Highend-CDP" angepriesene) Player von Onkyo.
Für 35€ in der eBucht wieder schwimmen lassen und den Preis für die schöne neue Welt auf 190 Öre reduziert.

Welche Schlüsse ziehe ich daraus? Eigentlich möchte ich gar nichts schlussfolgern. Ich bin lediglich froh darüber, mit ein paar "Klassikern" (sowohl materieller wie nicht materieller Art) ein halbwegs anständiges Ergebniss erzielt zu haben.
Wobei diese Anlage sicher absolut nicht das Ende der High-End-Fahnenstange ist. Bei weitem nicht...

Was mich viel mehr interessiert:

Welche konkreten greifbaren Verbesserungen in der Musikwahrnehmung kann man durch eine "Verbesserung" der Anlage erzielen?

Und vor allem:
??Wie kann man diese benennen??

Egal, ob diese Verbesserungen nun umstrittenes (teures oder billiges) Voodoo oder mehr oder minder anerkannte Erkenntnisse sind...

Mir ist folgendes aufgefallen:

-Das Frequenzspektrum wirkt ausgeglichener.

-D.H., es gibt keine (weniger) Überbetonungen wie z.B. zu viel Bass, zu wenige Mitten usw...

-Instrumente machen sich ihre Plätze nicht streitig. (Grob: Der Bass lässt der Basedrum z.B genug Raum. Becken werden eindeutiger von Hi-Hat unterscheidbar...)

-Instrumente werden wirklich ortbar. (Hammond-Orgel links, Bass rechts, Gitarre ein Quentchen weiter rechts, Schlagzeug dahinter...)


Für mich die vielleicht wichtigsten "Entdeckungen":

-Vorher als "nervig" empfundene Songs oder Parts werden plötzlich interessant

-Vorher nicht verständliche Textzeilen werden verständlich

-Bestimmte Geräusche, die vorher nicht "da waren" (leises Vertärkersurren, leises Rutschen der Finger über die Saiten eines Instruments..) tauchen plötzlich auf

-Viele Songs werden länger! (Hab mich schon immer gewundert, warum ein Track 4.30 Minuten hat, obwohl man nur bis 4.20 was hören kann...??!!)

-Ich empfinde geringere Lautstärken nun als lauter, bzw. große Lautstärken irgendwie leiser.

-Die Musik wirkt allgemein ruhiger und für mich am verblüffendsten:
Musik scheint "langsamer" zu laufen, was ja praktisch nicht sein kann. Trotzdem konnte meine Freundin diesen Eindruck ohne mein suggestives Zutun bestätigen!
Diese Langsamkeit macht sich bemerkbar, in dem ich nun viel differenzierter zuhören kann.
Z.B. bleiben kurze Einwürfe von Streichern irgendwie länger im Raum und geben mir so Möglichkeit, sie zu verarbeiten, bevor sie von anderen Eindrücken überlagert werden.

-Stille ist plötzlich wirklich still!!

-Breaks erfüllen ihren Zweck. Musik wird dynamisch und ich habe nun gelegentlich das berühmte "Groove-Gefühl" auch zu Hause im Bauch, welches ich eigentlich nur im Proberaum (bzw. vor und auf der Bühne) bei ´ner anständigen Lautstärke habe.

-Ich habe den Eindruck, dass ich nun viel mehr die Menschen, die eine Musik gemacht haben, wahrnehmen kann. Nicht nur den Klang ihrer Instrumente, Stimmen und ihren Fähigkeiten am Mischpult...


Diese Liste ließe sich meinerseits noch ergänzen.
Ich möchte aber hauptsächlich wissen, wie ihr, als meine "Leidensgenossen" versucht, eure Höreindrücke zu beschreiben.

"Leidensgenossen" daher, da es in meinen Augen gar nicht so einfach ist, für Musik bzw. akustische Phänomene die "richtigen" Vokabeln zu finden.
Dieses berühmte Zitat (von wem auch immer) kann ich daher nur bestätigen:


"Über Musik zu reden ist wie über Architektur zu tanzen"


Welche Metaphern habt ihr so parat, um das zu beschreiben, was unsere Ohren mit uns machen, bzw was wir mit unseren Ohren machen? Speziell, wenn es darum geht, Verbesserungen der Anlage zu beschreiben.

Ich denke, dieser Keim fällt hier im Voodoo-Forum auf den fruchtbarsten Boden.
(Ohne abwertend gemeint zu sein. Bin selbst auf dem besten Wege, Musik-Esoteriker zu werden und mit Microfasertüchern den Transparenzgeistern zu huldigen
)

Viele Grüße
hal-9.000
Inventar
#2 erstellt: 06. Nov 2006, 19:52
Hi - und willkommen im Forum. Also die meisten Metaphern, Redewendungen, Phrasen, Klangbeschreibungen oder was auch immer findet man IMHO in der "Fachpresse". Man muss da nichtmal auf Tests bestimmter/teurer Geräte warten, (fast) jede Komponente wird ausgesprochen wohlwollend umschrieben. Kann man von halten, was man will - aber da wirst Du diesbezüglich m.E. am ehesten fündig.
Onemore
Inventar
#3 erstellt: 06. Nov 2006, 20:00

gitarissimo schrieb:
Bin selbst auf dem besten Wege, Musik-Esoteriker zu werden und mit Microfasertüchern den Transparenzgeistern zu huldigen


Als werdender Musik-Esoteriker ist dein Beitrag doch noch ziemlich textlastig. Du benötigst als echter High-End-Esoteriker eigentlich nur Schlagworte, wie z.B. ... ... ... ... leider habe ich die jetzt alle wieder vergessen. Aber du wirst sie schon finden.



Gruss Bernd

P.S. Ach doch noch eines, auf jedenfall muss die "Bühne" immer größer werden. Im echten High-End-Bereich ist immer alles gößer und natürlich auch besser.


[Beitrag von Onemore am 06. Nov 2006, 20:01 bearbeitet]
kptools
Hat sich gelöscht
#4 erstellt: 06. Nov 2006, 20:41
Hallo,

....und am Allerwichtigsten sind die Vorhänge, die in mehreren Schichten vor den LS hängen und ständig (immer schön nacheinander) weggerissen werden.

Kann es sein, daß wir bereits einen ähnlichen Thread haben ?

Darum hier etwas Ernsthafter, bitte! Als Gegenpart zu dem anderen Thread könnte man sich hier mal ein paar Gedanken über sinnvolle Klangbeschreibungen machen, um einen sprachlichen Konsens des Gehörten zu finden, unter dem die Mehrheit sich das Gleiche vorstellt --> Sinnvolle Klangbeschreibungen mit Allgemeingültigkeit (ohne zu "schwurbeln" ).

Grüsse aus OWL

kp
danmangurke
Hat sich gelöscht
#5 erstellt: 06. Nov 2006, 23:45
Interessant ist wie unterschiedlich die Auffassungen in Sachen Hifi sind.
Wenn man im Car Hifi Bereich schaut, da muss es immer krachen und drücken. Am besten is auch: ich hab gar keine Luft mehr bekommen.
-> nicht böse sein, es gibt zum glück immer mehr Ausnahmen.

Das ganze Gegenteil finde ich, hört man dann im Home Hifi.
Da gibt es Vorhänge (gefällt mir pers. sehr gut, in etwa wie wenn man fragt wie schmecken bunte Klammern) und ähnliche, äuserst ulkige Bechreibungen.

Gratulation an gitarissimo, so kann eine gelunge Verdeutlichung des erlebten Klangs aussehen.
Es geht also....

Mfg
storchi07
Hat sich gelöscht
#6 erstellt: 07. Nov 2006, 13:32
eine normierung solcher begriffe ist (leider) nicht möglich, da jeder zu einem bestimmten begriff eine andere vorstellung/empfindung hat.

trotzdem allen viel spass bei unserem hobby.
Signature
Inventar
#7 erstellt: 07. Nov 2006, 18:51

storchi07 schrieb:
eine normierung solcher begriffe ist (leider) nicht möglich, da jeder zu einem bestimmten begriff eine andere vorstellung/empfindung hat.

trotzdem allen viel spass bei unserem hobby. :prost

Dem kann ich nicht 100%tig zustimmen. Natürlich gibt es viele Begriffe, die nur als Füllwörter verwendet werden können. Es gibt jedoch ebenfalls welche, die man richtig interpretieren kann. Es verhält sich mit diesen Metaphern IMO wie bei dem Vokabular von Weinkennern. Gewisse Begriffe wie "Räumlichkeit", "Ortbarkeit" oder "Bühne" haben sich im Laufe der Jahre etabliert und werden auch von vielen gleicherweise verstanden. Gäbe es diese Begriffe nicht, wäre eine verbale Beschreibung der Klangeigenschaften um vieles komplizierter. Andere Metaphern sind aber in der Tat für die Tonne (z.B. "Viele Songs werden länger").

Eine wirkliche "Normierung" im Sinne von amtlicher Norm ist das natürlich nicht, aber bei vernünftigen Umgang ist der eine oder andere Begriff für Klangbeschreibungen durchaus brauchbar.

Gruß
- sig -
Z
Hat sich gelöscht
#8 erstellt: 07. Nov 2006, 20:34
Hi

IMHO sind die blumigen, bildhaften Begriffe schon in Ordnung, in den meisten Fällen kann ich mir schon in etwa vorstellen, was gemeint ist. Kommt meiner Meinung nach auch ein wenig auf den Zusammenhang an. Wenn einer sagt "meine neuen Lautsprecher klingen deutlich freier in den Höhen" kann ich da schon etwas mit anfangen. Kommt die gleiche Aussage aber im Zusammenhang z. B. mit einem sogenannten "Digital"-Kabel können sich die meisten ein Schmunzeln wohl nicht mehr verkneifen.

Gruß,
Z
-scope-
Hat sich gelöscht
#9 erstellt: 07. Nov 2006, 22:48

Es verhält sich mit diesen Metaphern IMO wie bei dem Vokabular von Weinkennern. Gewisse Begriffe wie "Räumlichkeit", "Ortbarkeit" oder "Bühne" haben sich im Laufe der Jahre etabliert und werden auch von vielen gleicherweise verstanden


Möglicherweise werden sie von (Wein)-"Kennern" in korrekter
Größenordnung benutzt und vielleicht auch wieder in korrekter Größenordnung vom Gegenüber verstanden.
Nun sind aber dem Leser in einem Forum die Menschen, die mit solchen Begriffen um sich schmeissen, in der Regel nicht näher bekannt, und somit hat man selbst als (Wein)-"Kenner" nicht die Chance einer annähernd sinnvollen Einstufung des "Geschreibsels".

Ich lehne mich jetzt bewusst aus dem Fenster und behaupte, dass ein Großteil der vermeintlichen (Wein)-"Kenner" völlig emotionales Zeug schreibt, welches sie aus gelesenen Artikeln der Fachpresse etc. zusammenbasteln.
Nicht selten kommt dabei Abenteuerliches heraus.


Gäbe es diese Begriffe nicht, wäre eine verbale Beschreibung der Klangeigenschaften um vieles komplizierter.


Sie ist auch "so" schon derart kompliziert, dass ich sie als "Mission Impossible" bezeichne.
Zwei Menschen, die hingegen täglich zusammenhängen, und jede Minute ihrer aktiven Hifi-Freizeit miteinander verbringen, dürften sich weitgehend unmißverständlich austauschen können.
Dazu brauchen "die" dann aber auch kein Forum mehr.


aber bei vernünftigen Umgang ist der eine oder andere Begriff für Klangbeschreibungen durchaus brauchbar.


Zwei Stühle...Zwei Meinungen.


[Beitrag von -scope- am 07. Nov 2006, 23:23 bearbeitet]
-scope-
Hat sich gelöscht
#10 erstellt: 07. Nov 2006, 22:55

...in den meisten Fällen kann ich mir schon in etwa vorstellen, was gemeint ist.


Ich kann mir auch fast immer "vorstellen" was gemeint war. Es bleibt aber völlig unklar, ob ich mir nach lesen der Sätze DAS vorstelle, was ursprünglich (vor Ort) zu hören war.


Wenn einer sagt "meine neuen Lautsprecher klingen deutlich freier in den Höhen" kann ich da schon etwas mit anfangen


Nun...da hätte ich bereits "Probleme"

Was bedeutet "Freiheit" diesbezüglich denn genau?: mehr? klarer? "vom LS gelöst" ...usw....Da gibt es keine feste Definition. Zumindest wäre mir diese nicht bekannt.


[Beitrag von -scope- am 07. Nov 2006, 22:59 bearbeitet]
storchi07
Hat sich gelöscht
#11 erstellt: 07. Nov 2006, 23:08
eben, keine normierung möglich !
gitarissimo
Ist häufiger hier
#12 erstellt: 09. Nov 2006, 16:21
Hallo zusammen,

dann hat mein Thema ja tatsächlich den erhofften "Anklang" gefunden. Freut mich.


Onemore schrieb:

Als werdender Musik-Esoteriker ist dein Beitrag doch noch ziemlich textlastig.


Da ich nicht nur Musikliebhaber, sondern auch ganz offensichtlich Textliebhaber bin, habe ich dieses Thema gestartet. Es wird also nicht ohne ein paar Verben und Substantive auskommen.


kptools schrieb:

Darum hier etwas Ernsthafter, bitte! Als Gegenpart zu dem anderen Thread könnte man sich hier mal ein paar Gedanken über sinnvolle Klangbeschreibungen machen, um einen sprachlichen Konsens des Gehörten zu finden, unter dem die Mehrheit sich das Gleiche vorstellt --> Sinnvolle Klangbeschreibungen mit Allgemeingültigkeit (ohne zu "schwurbeln" ).
kp


Und genau das ist es, worum es mir eigentlich geht:
Ich möchte nicht in Erfahrung bringen, wie und wodurch man ein paar Stufen auf der High-End-Leiter empor steigen kann.
Dafür wird es kein Patentrezept geben. Ausprobieren ist imho da die beste Lösung.
Mich interessiert ganz übergreifend, in wie fern die menschliche Sprache Mittel und Wege findet, um subjektive Eindrücke anschaulich zu machen. Im Besonderen, wie Sinneseindrücke metaphorisiert werden können.


storchi07 schrieb:
eine normierung solcher begriffe ist (leider) nicht möglich, da jeder zu einem bestimmten begriff eine andere vorstellung/empfindung hat.


Darin liegt des Pudels Kern. Unumstritten: Mit Beschreibungen wie "klangliche Vorhänge abreißen" werden wahrscheinlich soviele verschiedene Assoziationen ausgelöst, wie es verschiedene Ohren auf der Erde gibt.
Aber genau solche Umschreibungen sind wichtig, um einen Begriffspool anzulegegen, in dem sich jeder bedienen kann, wenn er (oder sie, gibt es SIE wirklich??)ein Klangerlebnis in Worte fassen möchte.

(leider etwas Theorie )

In der Sprachsemantik gibt es etwas, dass sich "Prototypetheorie" nennt. Einfach gesagt geht diese Theorie davon aus, dass Worte von verschiedenen Menschen zwar unterschiedlich interpretiert werden können, dass aber irgendwo ein versteckter Konsens herrscht, der bei allen dieser Sprache mächtigen Menschen ähnlich oder gleich ist.
So ist beispielsweise das Wort "Vogel" gleichsam auf einen Pinguin, ein Huhn oder einen Emu korrekt anzuwenden. Aber die "Grundassoziation", der so genannte Prototyp ist für einen Sprecher unserer Breiten eher eine Amsel oder eine Meise.
Für jemanden aus den Tropen aber eher ein Papagei...

(genug Theorie )

Ich finde sehr interessant, wie sich solche Begriffsfelder in einem Diskussionsrahmen wie diesem Forum hier, unter Menschen mit ähnlichen Interessen und ähnlichem Input entwickeln und manifestieren, bzw. auch zu Unstimmigkeiten führen können. Vielleicht gibt es ja so etwas wie einen Prototyp für den "Klangvorhang" oder für "luftige" Höhen.
Ich finde jedenfalls sehr spannend, wie unterschiedlich diese Dinge interpretiert und beschrieben werden.

Natürlich könnte ich mich "einfach" durch das ganze Forum lesen und eine Sammlung anlegen um diese dann hier einzustellen. Nur wäre das fürn Ar..., weil dann der Zusammenhang, der "menschliche und klangliche Hintergrund" fehlen würde.


hal-9.000 schrieb:
Also die meisten Metaphern, Redewendungen, Phrasen, Klangbeschreibungen oder was auch immer findet man IMHO in der "Fachpresse".


Absolut richtig. Da werden viele der Beschreibungen geschaffen, die dann im normalen Sprachgebrauch (zu Hause, im Forum...) weiterentwickelt, umgedeutet, abgewandelt (...) werden und dann eine Eigendynamik entwickeln.
Leider fehlt mir da der "menschliche Background", da sie, ähnlich der 10 Gebote, einfach so dastehen und keinerlei Diskussionsfeld aufstellen. Da ist das Forum wertvoller, da hier solche Beschreibungen auch kontrovers diskutiert werden (können).



danmangurke schrieb:
Interessant ist wie unterschiedlich die Auffassungen in Sachen Hifi sind.
Wenn man im Car Hifi Bereich schaut, da muss es immer krachen und drücken. Am besten is auch: ich hab gar keine Luft mehr bekommen.
-> nicht böse sein, es gibt zum glück immer mehr Ausnahmen.
Das ganze Gegenteil finde ich, hört man dann im Home Hifi.
Da gibt es Vorhänge (gefällt mir pers. sehr gut, in etwa wie wenn man fragt wie schmecken bunte Klammern) und ähnliche, äuserst ulkige Bechreibungen.


Auch interessant. Ein anderer Wahrnehmungsrahmen schafft andere Wortfelder. Danke für den Einwurf. Vielleicht schreibt auch die Car-Hifi-Fraktion, worauf es dort alles ankommt.


Signature schrieb:
Es verhält sich mit diesen Metaphern IMO wie bei dem Vokabular von Weinkennern.


Vielleicht sollte ich im Weinforum mal ein ähnliches Thema eröffnen, um "seidene und rauchige Abgänge" zu diskutieren. Leider ist mir auf dem guten Rebensafte ein bischen zu wenig Schaum drauf!



Alles in allem schonmal vielen Dank für die konstruktiven Beiträge. Mir gefällt es bei euch im Forum.
Darum: Weiter so!
Schreibt, was ihr hört!
Das ganze darf natürlich in einem lustigen Rahmen passieren, solange genug Abstand zum Lächerlichen gewahrt wird.

gruß*gitarissimo
danmangurke
Hat sich gelöscht
#13 erstellt: 09. Nov 2006, 20:14
Na das mit dem "drücken" war nur ein Beispiel.
Es wir meiner Meinung nach im Car Hifi Bereich viel mehr Zeug mal schnell eingebaut damit danach es ordentlich "Rumst".

Meine nur das in fast jeden Auto meiner Kumpels eine "Anlage" verbaut ist. (meist Radio + Sub)
Wenn man dann imensen Aufwand betreit wird man nur belächelt. (meist solange bis der jenige im Auto mal etwas Musik lauschen konnte)
Im Home Hifi Bereich ist Aufwand mit Staunen und Bewunderung verbunden.

Ich muß zustimmen, das wenn ich mit anderen Carhifi Fanatikern rede, es deutlich einfacher ist sich auszutauschen. Das liegt aber ganz einfach daran das wir schon mal 1 Stunde im Auto verbringen und eine ganze Palette an Musik durchgehen. (macht das jemand zuhause?)

Man ist eben ungestört und auf diversen Treffen hat man ja auch Zeit.

Ich versuch mal zusammenzufassen:
(auf keinen Fall vollständig nur eine Anregung)

Lokalisierung:

1.Bühnenmitte - wo ist sie wie gut steht sie (d.h. darf nicht wandern - bei hohen Frauenstimmen z.B.)
2.wie breit ist die Bühne - Fahrzeuggrenze oder darüber hinaus
3. wie gut wird die Bühne ausgeleuchtet - gibt es Löcher wo nie Instrumente stehen ect.
4. Tiefe der Bühne - am Innenspiegel oder schon auf der Motorhaube
5. Balancing - beide Seiten perfekt gleich laut
6. Basstaging - spielt der Sub vorn?

gibt bestimmt noch mehr aber gut

Toanlität:
1. Gibt es Überhöhungen (Peaks) oder ist alles an der Idealkurve)
2. Zischeln in S lauten
3. Bassqualität - schnell langsam präzise unpräzise
4. Impulsivität - träge Anlage oder lebendig
5. Hochtöner - giftig agressiv, wie hoch reichend

und und und . ..

(Das gute ist im Auto hat man feste Punkte dich nennen kann um die Bühnenabbildung zu beschreiben.
Zuhause ist das schwierig - hat ja nich jeder die selbe Inneneinrichtung.)

Mit den oben genannten Aussagen können wird uns ganz gut verständigen meine ich.
Zumindest wäre ich in der Lage meine Anlage wie folgt zu beschreiben:

Bühnenmitte rechts neben Lenkrad ist auch wirklich Bühenmitte der hörbaren Grenzen. Die liegen ca. 5 cm ausehalb des Autos. Sänger befindet sich zw. Innenspiegel und Frontscheibe. Links ist die Bühne sehr eingeengt. Durch ein hohes Armaturenbrett ist dort dir fokusierung schwierig, links dagegen gut. Stimmen stehen fest, nur selter reist sie nach links aus. Der Bass steht im Fussraum, nur bei sehr tiefen Tönen wandert er nach hinten ab. Die Höhen sind sehr zurückhaltend aber recht detailreich. Sie gehen nicht sehr hoch hinaus kein Zischeln.
Der Mittelton ist ausgwogen, es gibt wenige leichte Überbetonungen.(1,25 kHz)
Der Bass ist nicht mega detailreich dafür druckvoll, schnell und tief.
Brummeln und Überbetonungen tretten so gut wie nicht auf. Von 35Hz linearer Lautstärkeverlauf bis 50 Hz.
Gehäuse BR auf 45 Hz abgestimmt.

So nu hat mich die Lust verlassen....

mfg
kptools
Hat sich gelöscht
#14 erstellt: 09. Nov 2006, 21:17
Hallo,

Mittellenkung müsste für echte Car-HiFi-Fans ein Traum sein sein....

Grüsse aus OWL

kp
harrykeller
Ist häufiger hier
#15 erstellt: 29. Apr 2012, 12:07
@gitarissimo

Du beweist mit deiner Anlage mal wieder vortrefflich,

das guter Klang nicht teuer sein muß.

Klasse!!!!

Liebe Grüße

Harry Keller
Zaianagl
Inventar
#16 erstellt: 29. Apr 2012, 12:17
dommii_old
Hat sich gelöscht
#17 erstellt: 29. Apr 2012, 20:08
Die wichtigste Beschreibung ist die Ehefrau, welche aus der Küche gestürmt kommt. Wenn du dich aber erst einmal in diesem Audiophilenhimmel befindest musst du diese Beschreibung mindestens alle 666 Stunden in diversen heiß diskutieren Themen anderen HiEnder und vorallem Holzohren auf die Nase binden, sonst kommt Beelzebub und entreißt dich deinem himmlischen Glück!
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