Pionner A-757 MKII - Endstufe defekt

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mahl
Stammgast
#1 erstellt: 15. Apr 2018, 17:36
Hallo,

ich habe hier einen Pioner A-757MKII, der nach einem Kurzschluss an den Lautsprechersprecherkabeln die Netzsicherung ausgelöst hat. Nach dem Ersetzen der Sicherung hat er kurz in der Richtung der defekten Endstufe gequalmt und startet nicht. Die Sicherung bleibt heile. Die Stelle, die gequalmt hat, ist nicht zu finden.

Nach Messung sind auf einer Seite zwei von vier Leistungstransistoren auf einer Seite defekt. Es sind 2SA 1265N und 2SC 3182N von Toshiba verbaut. Würdet Ihr nur die Transistoren ersetzen oder habt Ihr andere Erfahrungen mit dem Gerät?

Was ist z.B. mit dem Treiber IC? Gibt es das überhaupt noch?

Vielen Dank für Eure Tipps!

Thomas
CarlM.
Stammgast
#2 erstellt: 15. Apr 2018, 18:38
Die Transistoren sind ja preisgünstig (1,10 EUR). Die würde ich erst einmal ersetzen.
Das Gerät hat meines Wissens ja zwei Trafos, so dass Du mit der "100W-Glühbirnen-Methode" dann prima Vergleichsmessungen durchführen kannst.
Oder sind beide Kanäle kaputt?
Prüfen würde ich aber insbesondere die Lötseite der Platine, ob Kupfer verdampft wurde. Es ist ja schon ungewöhnlich, dass ein Kurzschluss am Lautsprecher-Ausgang bei einem Gerät mit einer entsprechenden Kurzschlusssicherung (bzw. Überlast-Sicherung) zu einem solchen Schaden führt. Bei meinem Pioneer schaltet das Gerät die Lautsprecher zuverlässig über die Relais ab. Das habe ich schon ungewollt "getestet".


[Beitrag von CarlM. am 15. Apr 2018, 18:40 bearbeitet]
Uwe_1965
Inventar
#3 erstellt: 15. Apr 2018, 20:46
- Never touch a burning system -
Sieht mir eher nach einem Totalschaden aus.
Du kannst es ja gerne probieren, wie der Vorschreiber es beschreibt, aber... da ist bestimmt noch mehr kaputt gegangen.
Gruß Uwe


[Beitrag von Uwe_1965 am 16. Apr 2018, 07:20 bearbeitet]
mahl
Stammgast
#4 erstellt: 16. Apr 2018, 09:34
@CarlM: Es ist nur eine Seite betroffen. Die Kupferseite haben wir eingehend geprüft und keine Beschädigungen finden können.

@Uwe 1965: Die Hoffnung stirbt zuletzt .... Es ist ja ein schöner und hochwertiger Verstärker. Ich denke, ein Versuch macht Sinn. Wenn er mit neuen Endpillen nicht läuft war es das dann aber auch. Im Ebay gibt es diese Geräte für ca. 200 Euro.

Beste Grüße

Thomas
Bollze
Inventar
#5 erstellt: 16. Apr 2018, 10:35
Im Schaltplan sind zahlreiche Widerstände in der Endstufe mit einen Dreieck mit Ausrufezeichen gekennzeichnet, es sind höchstwahrscheinlich Sicherungswiderstände, also Widerstände die neben ihrer "ohmischen" Funktion noch als eine Art Sicherung fungieren und den Halbleitern z.B. in der Vorstufe den "Arsch" retten können, diese Widerstände prüfen, hier können einer oder einige offen sein, nicht optisch prüfen, sondern nach nachmessen... und die Emitterwiderstände 2 x 0,33 Ohm bei den Endtransen können auch teilweise offen sein, ohne dass man von aussen Kampfspuren sieht.

Schaltplan kann man netterweise kostenlos hier downloaden
https://elektrotanya...33.pdf/download.html


[Beitrag von Bollze am 16. Apr 2018, 10:47 bearbeitet]
Uwe_1965
Inventar
#6 erstellt: 16. Apr 2018, 13:18

mahl (Beitrag #1) schrieb:
Nach dem Ersetzen der Sicherung hat er kurz in der Richtung der defekten Endstufe gequalmt und startet nicht. Die Sicherung bleibt heile. Die Stelle, die gequalmt hat, ist nicht zu finden.



Was ist z.B. mit dem Treiber IC? Gibt es das überhaupt noch?



Das was gequalmt hat, war wohl vermutlich die Wärmeleitpaste, als der Transistor etwas warm wurde.

Das IC scheint es noch zu geben, aber wie war das "Die Hoffnung stirbt zuletzt".
Da sind im Schaltplan einige Widerstände eingezeichnet mit "Dreieck" eingezeichnet, ich würde alle Bauteile (Widerstände, Dioden...etc. ) die zumindest von der 56V Railspannung versorgt werden prüfen und ersetzen.
Und ich würde mir da ein gewisses Limit setzen, bis zu welchem Betrag eine Reparatur lohnt.

Gruß Uwe
Broesel02
Inventar
#7 erstellt: 16. Apr 2018, 15:56
Ein paar kleine Bemerkungen noch von meiner Seite:
Die Endtreiber solltest du nur mit originalen Transistoren von Toshiba oder ON/Fairchild ersetzen. Bei dem recht hohen Ruhestrom fliegen dir die China- Derivate für 1,1 Euro oder noch billiger sofort um die Ohren. Und der dann drohende Kollateralschaden macht die Sache nur noch schlimmer.
Quelle ist also Mouser, Digikey oder Farnell. Alles andere ist leider auch von Fake Typen besetzt. Also NICHT EBay, nicht Kessler, nicht Little Diode, nicht Reichelt und so weiter.
Wenn die Endtreiber durch sind fliesst der Strom rückwärts zu den ansteuernden Transitoren. Die gehen daher häufig mit kaputt, hier also die Q129 - Q 136. Wenn die defekt sind fliesst über den Arbeitwiderstand R 175 - R178 und R 183 bis R186 meist ein zu hoher Strom der zum Abbrennen eben dieser Widerstände führt. Ich denke dort wird es geraucht haben.
Du kannst als Endtreiber zum Beispiel einen 2SA1186 und 2SC2837 von Digikey bestellen. Dann aber bitte alle 4 Transistoren tauschen!
Wenn du Fragen zu den passenden Endtreibern hast kannst du dich ja noch mal melden.
BTW: Bitte auch die C201 - C204, 33uF/16V erneuern (auf beiden Kanälen). Gegen welche mit gleicher Kapatität ber mit 25V oder 30 Volt. Die sind sicher durch Alterung schon recht mitgenommen.
Wenn du ein wenig Glück hast ist nichts weiter verstorben. Und man darf ja auch mal Glück in Unglück haben

Richard
mahl
Stammgast
#8 erstellt: 16. Apr 2018, 18:38
Hallo,

vielen Dank für die Hinweise. Die Endtransen und die Emitterwiderstände (sind auch defekt) sind im Original bestellt.

@Broesel: Vor dem Einbau werden wir Deine Hinweise prüfen und weitere bezahlbare Teile ersetzen.

Beste Grüße

Thomas
mahl
Stammgast
#9 erstellt: 17. Apr 2018, 12:46
Hallo,

vom Lieferanten der Emitterwiderstände (Landgraf) habe ich eine Absage bekommen. Die sind leider nicht mehr lieferbar. Hat von Euch noch jemand eine Lieferadresse?

Oder kann ich die defekten Seiten einfach durch Einzelwiderstände ersetzen?

Beste Grüße

Thomas
Broesel02
Inventar
#10 erstellt: 17. Apr 2018, 15:50
Die Emitterwiderlinge gibt's bei Buerklin. MPC Typen nehmen. Keine normalen Widerstände verbauen, das fliegt nicht
Richard
mahl
Stammgast
#11 erstellt: 24. Apr 2018, 17:55
Hallo Hifi-Freunde,

wir haben jetzt eine defekte Endstufenseite ersetzt (2 Transistoren, die anderen beiden waren heile), sowie die beiden Emitterwiderstände durch 4 Widerstände von Bürklin ersetzt. Die Teile, die Broesel02 angemerkt hatte sind alle ok nach Vergleichsmessung mit der heilen Seite.

Ergebnis: Der Amp schaltet das Relais nach normaler Zeit durch und dann nach ca. 3 Sekunden wieder ab. Auf der defekten Seite hört man ein Plopp im Lausprecher bei Durchschaltung des Relais (leichte Gleichspannung?). Dann schaltet das Relais wieder durch, dann wieder ab usw. Nichts wird heiß oder qualmt. Musik ist, auch auf der heilen Seite nicht zu hören.

Hat noch jemand eine Idee oder ab in die Tonne? Was ist mit dem Treiber IC? kommt das in Frage und gibt es noch Originale ohne China-Fake?

Beste Grüße

Thomas
Broesel02
Inventar
#12 erstellt: 24. Apr 2018, 18:18
Habt ihr denn mal den Ruhestrom und den Offset gemessen? Oszi drangehalten um zu schauen ob da was schwingt? Mal den Strom gemessen den das Gerät aufnimmt?

Eure Angaben sind noch etwas dünn, da kann ich noch nicht so viel mit Anfangen.

Ich weiss jetzt auch nicht was ihr gewechselt habt und was nicht. Allerdings wechsle ich bei Endstufenschäden, wenn die Endstufentransistoren verstorben sind, immer ALLE Transistoren in einem Kanal und im Umfeld noch einiges mehr. Das erspart häufig die zeitraubenden Schleifen und Fehlersuchen.

Richard
mahl
Stammgast
#13 erstellt: 11. Jun 2018, 11:43
Hallo,

hier der Abschlussbericht zu dem Thema:

Mein Bekanter hat für kleines Geld ein baugleiches Gerät in der E-Bucht geschossen. Der defekte 757 wird nicht mehr repariert und landet dann irgendwann als Bastlerkiste auch in der E-Bucht.

Trotzdem vielen Dank für Eure Hilfe.

Beste Grüße

Thomas
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