Reparatur B&O Beocenter 3500

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Gelscht
Gelöscht
#1 erstellt: 20. Mrz 2008, 16:31
Hallo,

ich habe eben dieses tolle Forum gefunden und "muss" nach ergebnisloser Suche hier meinen ersten bitte-um-Hilfe-Beitrag machen:

Meine Freundin hat ein altes Beocenter 3500 (Beocenter 3500das hier), das vor einigen Jahren noch ging. Ich habe es aufgeschraubt und beim kurzen Test ging sofort nach dem Einschalten gleich am Leistungsverstärker ein Leistungswiderstand in Flammen auf.

Nun bilde ich mir ein, es zu reparieren (es existieren Grobkentnisse der Elektronik). Erfreulicherweise hat mir B&O umsonst ein altes Service-Manual mit Schaltplänen zugeschickt. Kennt jemand von Euch dieses Gerät, oder den Beomaster 3000? Ich fang mal mit meinen Problemchen an:

1) das Netzteil hat laut manual 15V und 60V, ich messe aber 40V und 20V. Kann das sein? Glaubt ihr, es gab andere Modelle mit anderen Spannungen? Die genauen Bezeichnungen der Geräte (Typ...) stimmen aber bei Plan & Gerät überein.

2) Ich habe den Verstärker abgeklemmt und das Gerät nochmal eingesteckt. Am Kopfhörer hört man gar nichts, ich dachte, den Tuner sollte man hören. Liegt das am abgeklemmten Verstärker?

3) Die Lämpchen vorne gehen auch nicht. die Kontakte liegen alle beide auf 20V (???)

4) Wie kann man am besten testen, welche Kondensatoren kaputt sind? Auslöten und Widerstand messen? Ab wieviel kOhm gilt so ein Din dann als kaputt?

5) Wie kann ich pi mal Daumen prüfen, ob Transistoren kaputt sind?

6) Was kann typischerweise noch kaputt sein? Grad nach der Widerstand-in-Flammen-Aktion?


Mein Gott, sorry für den Roman, aber ich hoffe, Ihr könnt mir helfen? Zum Wegwerfen find ich das Teil einfach zu schade. Der B&O Fachhändler verweigert eine Reperatur und mich spornt es an, etwas dazuzulernen.

Danke für Eure Antworten und Grüße,

Christian!
bukongahelas
Inventar
#2 erstellt: 21. Mrz 2008, 07:54
Wenn Widerstände rauchen, ist das eine Folge zu hohen Stroms verursacht durch defekte, kurzgeschlossene Halbleiter bzw Transistoren.
Diese Kurzschlüsse kann man messen , ebenso die Basis-Emitter und Basis-Kollektor Dioden eines Transistors, am besten wenn er von der Schaltung abgelötet ist, sonst misst man alles mit, was noch dranhängt.
Kondensatoren (Elkos,Tantale) auslöten und mit Kapazitätstester nachmessen. Nicht verpolt wieder einlöten.
Man checkt die Endstufe "von hinten nach vorn", also Endtransistoren,Treiber,Kleinsignaltransistoren. Dann alle Widerstände und Elkos.
Wenn auch nur ein def Teil übersehen wird, kann es die anderen gerade neu eingebauten zerstören.
Dann darf man von vorne anfangen.
Die abweichenden Netzteilspannungen können eine Folge der def Endstufe sein oder eines Defektes im NT selbst.
Endstufen vom NT trennen, wenn die Spg nun OK, liegts an der Endstufe, wenn nicht, am NT.
Beim Messen kommt es immer auf den Bezugspunkt,das Potential an.In der Regel das Metallgehäuse , Masse.
Lämpchen sind oft durchgebrannt, Durchgang testen, und werden oft mit Wechselspannung betrieben. Oft auch mehrere in Reihe geschaltet, brennt eine durch, fallen alle aus.

bukongahelas
tri-comp
Stammgast
#3 erstellt: 21. Mrz 2008, 13:01
....and to perform all these excellent suggestions you'll need the Schematic Diagram.

This is where I can help. PM me with your e-mail address for a free pdf-copy.

Two suggestions: The output transistors MAY be defective but they are 2N3055 types and they rarely become defective. Of course they should be un-soldered and checked for shorts but if you don't find any concentrate instead on drivers, pre-drivers and DO NOT forget to replace ALL RED electrolytics from the company ROE (Name at the top of the cap's) If the capacitors used are ORANGE they usually do not become defective for some weird reason. The RED types will crack the plastic-housing at the sides and even split the top when they become defective. Out they go if you want the amplifier (..AND the Power-Supply and where else they are used) to perform without problems.

mfg,

/tri-comp
bukongahelas
Inventar
#4 erstellt: 22. Mrz 2008, 07:10
"Der B&O Fachhändler verweigert eine Reperatur..."
Das sollte jeder wissen, der den Neukauf eines Beo erwägt.
Scheinbar kann man es sich bei Beo (genau wie bei Dynaudio) leisten, Kunden, die mal dieser Marke vertraut und viel Geld ausgegeben haben, zu verprellen.
Wer war denn dieser Fachhändler ?
bukongahelas
Gelscht
Gelöscht
#5 erstellt: 22. Mrz 2008, 17:37
Hey,

vielen Dank für Euere Antorten!

Der B&O Händler ist (natürlich) in München und (natürlich) im mit-am-teuersten Stadtviertel (Haidhausen) zu finden. Naja, was solls.

@bukongahelas

Alles auslöten habe ich bereits befürchtet. Das braucht etwas Zeit, klingt aber nach einer sinnvollen Maßnahme. Ja Das Netzteil habe ich tatsächlich (nur) von der Endstufe getrennt gemessen. Mich hat nur gewundert, dass es so "glatt" 40V (statt 60) und 20V (statt 15V) angezeigt hat. KAnn man sich vorstellen, dass hier das Gerät vom orig. Schaltplan abweicht? Ich hab auch schon einige Widerstände entdeckt, die um 3 Größenordnung von den Vorgaben abweichen...
Messprinzip gegen Masse ist klar, trotzdem Danke für die Tips!

@tri-comp
Thanks, indeed i have the original schematics! Also thank you for your advive!

Wo bekommt man denn am besten ein Ersatz-NT mit den gewünschten Spannungen (60V / 15V) und entsprechender Leistung her? Gibts sowas von der Stange?

Danke und viele Grüße,
Christian
wattkieker
Inventar
#6 erstellt: 22. Mrz 2008, 19:40

bukongahelas schrieb:
"Der B&O Fachhändler verweigert eine Reperatur..."
Das sollte jeder wissen, der den Neukauf eines Beo erwägt.
Scheinbar kann man es sich bei Beo (genau wie bei Dynaudio) leisten, Kunden, die mal dieser Marke vertraut und viel Geld ausgegeben haben, zu verprellen.
Wer war denn dieser Fachhändler ?
bukongahelas



Das BC3500 wird seit 1980 nicht mehr gebaut, warum also das Niedermachen eines Fachhändlers? Bei welchem Fabrikat gibt es denn problemlos Support nach 28 Jahren? Mit jedem Marantz etc rennst du dir genauso gut die Nase beim Philips-Service ein.

@Kiiriin:
Versuch dein Glück im internationalen Forum der Beoworld, da gibts ein paar Spezies, die dir vielleicht helfen könnten. Nehm aber nicht die deutsche Beoworld - da sind die Klassiker unterrepräsentiert. B&O ist hier im Forum auch nicht so stark vertreten, die Fangemeinde bei den B&O - Klassikern ist hier in der Aussenseiter-Rolle.
bukongahelas
Inventar
#7 erstellt: 23. Mrz 2008, 07:49
Bei so einer Edelmarke erwarte ich einfach Unterstützung, zumindest die Abgabe eines KVA. Eine Rep abzulehnen ist eine Frechheit gegenüber dem Kunden und ein Offenbarungseid des "Fachhändlers".
Das Problem besteht mE mehr darin, dass es dem Händler so gut geht, dass er die aufwändige Handarbeit scheut.
Eine kundenfreundliche bezahlbare Lösung zu finden, dass unterscheidet mE den kompetenten Fachhändler vom Massenmarkt der grossen Ketten.
Wenn ich mir dann noch die Klagen der Kleinen, die Grossen würden ihnen wegen günstigerer Preise die Kunden abwerben, anhören muss, kann ich in diesem Fall nur sagen: Selber Schuld.
Der Philips Service gehört in den selben Sack.
Netzteil: Besteht im Prinzip aus Trafo (fast nie defekt),Gleichrichter(dioden), Elkos und Spannungsreglern (auch diskret aufgebaut) für Kleinspannungen der Vorstufen.
Müsste doch mit dem SM reparabel sein, scheint mir einfacher als die Rep der Endstufe selbst.
Es muss natürlich sicher sein, dass das SM auch das genau passende ist. Oft gibt es weiterentwickelte (MK-2) Geräteversionen.

bukongahelas
Gelscht
Gelöscht
#8 erstellt: 23. Mrz 2008, 22:32

wattkieker schrieb:


@Kiiriin:
Versuch dein Glück im internationalen Forum der Beoworld, da gibts ein paar Spezies, die dir vielleicht helfen könnten.


Das klingt nach einer super Idee, danke für den Tip! Ich werd gleich mal nachforschen.

Grüße,

Christian
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