SONY Kassetten Laufwerk schwächelt

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PBienlein
Inventar
#1 erstellt: 28. Dez 2009, 09:45
Hallo liebe HiFi Gemeinde,

ich habe hier zwei annähernd gleiche Kassettenlaufwerke aus einem SONY Doppeldeck älterer Bauart. Das Problem ist, dass aus irgendeinem Grund die Kraft nicht ausreicht, die das große Getrieberad braucht, um die Tonköpfe bei Play-Betrieb in die endgültige Position zu bringen. Hilft man hingegen etwas mit dem Finger nach, funktioniert alles.

Vorab: SM ist vorhanden. Alle Spannungen überprüft und im zulässigen Bereich. Wenn, wie oben beschrieben das Tape läuft, ist alles einwandfrei. Nichts leiert oder sonstiges. Die Geschwindigkeit scheint auch in Ordnung zu sein, ist aber noch nicht überprüft.

Mittlerweile habe ich alle mechanischen Teile demontiert, gereinigt und wieder eingesetzt. Unter dem großen Getrieberad hatte sich eine ziemlich dreckige, schmierige Pampe gebildet. Nach dem Zusammenbau lief sogar die Reverse-Umschaltung einwandfrei, jedoch nicht "der letzte Millitmeter" für den Playbetrieb.



Langsam bin ich mit meinem Latein am Ende. Deshalb also die Frage in die Runde:

1. Mit was schmiert man am besten die Mechanik?
2. Welche Ursache kann die fehlende Kraft in der Mechanik noch haben?
3. Sind u.U. die Riemen ausgeleiert? Wie kann man das zweifelsfrei feststellen? Wenn ja wäre das schon merkwürdig, denn beide Einheiten verhalten sich gleich.

Für eure Tipps und Anregungen wäre ich dankbar.

Gruß
PBienlein
hf500
Moderator
#2 erstellt: 28. Dez 2009, 19:37
Moin,
die Kraft fuer das Schaltrad kommt letztlich von einem der Schwungraeder.

Bleibt eins stehen?
Was macht der Motor, wenn man die Schwungraeder blockiert?

Wenn ein Schwungrad stehenbleibt, oder der Motor ungeruehrt weiterlaeuft, ist der Treibriemen schlapp.

73
Peter
PBienlein
Inventar
#3 erstellt: 29. Dez 2009, 08:51
Hallo Peter,

vielen Dank für die Antwort. Meiner Erinnerung nach ist es so, dass jeweils das gesamte Deck von der Elektronik abgeschaltet wird, wenn das Getriebe nicht innerhalb der richtigen Zeit in die richtige Position fährt, was ja auch korrekt wäre.

Ich habe das Gerät zur Zeit nicht vor mir liegen, werde aber mal heute Abend den Sachverhalt mit dem Motor und den Schwungrädern überprüfen. Ich bin mittlerweile fast sicher, dass die Riemen hinüber sind. Macht es Sinn, die Schwungräder LEICHT aufzurauhen, um mehr Traktion zu erhalten?

Bei der Gelegenheit stellt sich mir (und ich euch :D) gleich die nächste Frage: Wo bekomme ich die entsprechenden Flachriemen her:

SONY 3-359-417-01 Capstan Belt. Die Dinger scheinen auch bei anderen Herstellern verwendet worden zu sein. Im Netz habe ich nur amerikanische Versender gefunden, die aber anscheinend nicht nach Europa liefern.

Gruß
PBienlein
WinfriedB
Inventar
#4 erstellt: 29. Dez 2009, 09:30

PBienlein schrieb:
Ich bin mittlerweile fast sicher, dass die Riemen hinüber sind. Macht es Sinn, die Schwungräder LEICHT aufzurauhen, um mehr Traktion zu erhalten?

Wenn die Riemen ausgeleiert sind, müssen sie erstmal getauscht werden. Aufrauhen der Auflageflächen macht weder bei alten noch bei neuen Riemen Sinn - ein weitverbreiteter Irrglaube, die Reibung wird dadurch eher vermindert! Die Konstrukteure weltweit sind auch nicht ganz doof und verwenden daher glatte Riemenscheiben.

PBienlein schrieb:

Bei der Gelegenheit stellt sich mir (und ich euch :D) gleich die nächste Frage: Wo bekomme ich die entsprechenden Flachriemen her:

Flachriemen werden auch hierzulande angeboten, wenn auch nicht unter der SONY-Nr. Bei ebay gibts div. Händler, hab gerade selber einen bestellt (s. Andruckrollen-Thread). Gib da das Suchwort ein und schau in der Kategorie "Audio/Hifi". Kosten ca. 5-10EUR.

Du kannst den alten Riemen ausbauen und flach zusammengedrückt auf ein Lineal legen, der Umfang ist dann 2x gemessene Länge und für den Durchmesser das Ganze durch 3,14 teilen. Oder du schneidest ihn mutig durch, mißt die Länge und teilst auch durch 3,14. Ca. 5% abziehen, um Riemenerschlaffung auszugleichen, dann hast du den Durchmesser, den du brauchst. Wenns das genaue Maß nicht gibt, lieber kleiner bestellen. Achtung, Flachriemen gibts auch in verschiedenen Breiten.

Ich habs (bei Kameras) schon erlebt, daß Schmiermittel von Plastik-Zahnrädern eine pattexähnliche Konsistenz und Wirkung hatten. Am besten raus mit der alten Schmiere (geht mit Feuerzeug- bzw. Waschbenzin ganz gut) und alle Reib- und Gleitflächen leicht mit Silikonfett, notfalls Vaseline, einreiben. Kein normales Schmierfett verwenden, das enthält Mineralöl, das manche Kunststoffe auf Dauer anlöst. Natürlich darauf achten, daß kein Fett auf Riemen(scheiben) kommt.
PBienlein
Inventar
#5 erstellt: 29. Dez 2009, 11:00
Hallo Winfried,

vielen Dank für die Infos. Ersatzriemen sind gerade bestellt Nach deren Einbau und Schmieren der Mechanik mit Silikonfett sehen wir weiter. Ich habe aber ein gutes Gefühl.

... to be continued

Gruß
PBienlein
hf500
Moderator
#6 erstellt: 29. Dez 2009, 16:50
Moin,
kein Silikonfett.
Das ist ein Wasserschutzmittel, aber kein Schmierstoff,
ausserdem hat Silikon die Neigung, froehlich ueberall herumzukriechen.

Die "notfalls Vaseline" ist fuer diesen Anwendungsfall ein vollkommen ausreichendes Schmiermittel. Sie greift die meisten Kunststoffe nicht an und ist nicht wie normale Schmierfette ein verseiftes Mineraloel.

73
Peter
PBienlein
Inventar
#7 erstellt: 29. Dez 2009, 16:55
Hallo Peter,


Vaseline" ist fuer diesen Anwendungsfall ein vollkommen ausreichendes Schmiermittel


Also doch die guten, alten Hausmittelchen . OK - habe ich sogar da. Vielen Dank für die Info.

Gruß
PBienlein
hf500
Moderator
#8 erstellt: 29. Dez 2009, 19:51
Moin,
fast alles, was in UE-Geraeten mit Fett geschmiert wird, ist mit Vaseline zufrieden. Nur bei hohen Druecken ist druckfesteres Fett notwendig. Dafuer nehme ich dann MoS2-Fett.

Wenn man Kunststoffteile nur leicht schmieren will, dafuer geht auch Kontakt 61. Das muss aber gut ablueften, "frisch" hat es wegen des Loesungsmittels eine erbaermliche Schmierwirkung. K61 wird ja auch als Feinschmierstoff angeboten.

73
Peter
PBienlein
Inventar
#9 erstellt: 02. Jan 2010, 11:24
Zunächst mal ein gutes neues Jahr in die Runde

und dann ein Update: Die Ursache für die Fehlfunktion der Decks waren tatsächlich die beiden Capstan-Flachriemen. Die neuen sind fast zwei Zentimeter kürzer, als die ausgeleierten - also kein Wunder, das es nicht mehr funktionierte. Nach Montage der neuen Riemen funzte alles wie es sollte.

Ein Dankeschön an alle, die mit Rat zur Seite standen. So macht dieses Hobby Spaß.

Gruß
PBienlein
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