CR-420 Endstufentransistoren halten nicht

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woj74
Neuling
#1 erstellt: 03. Jan 2012, 12:20
Hallo liebe Freunde der HiFi-Klassiker!
Vielleicht könnt Ihr mir bei einem Problem mit einem Yamaha Stereo Receiver CR-420 helfen. Hier die Story:
Die Besitzerin des Geräts, die sehr daran hängt, hat mich gefragt, ob ich nicht mal schauen kann, warum das Teil keinen Mux mehr von sich gibt. Gesagt getan. Als erstes ist aufgefallen, dass die Sicherungen durch waren. Getauscht und direkt wieder durchgebrannt. Den Grund dafür habe ich auch gefunden: Die beiden Endstufentransistoren des Kanals A waren defekt. Die Endstufentransistoren getauscht und siehe da, das Lautsprecher-Relais zieht wieder und aus den Lautsprechern spielt nette Musik. Ich habe das Gerät dann etwa einen Tag lang ohne Probleme getestet. Dann das Gerät wieder zur Besitzerin gebracht, an deren Boxen angeschlossen und vorgeführt. Nach etwa 5 Minuten Spielzeit ein kurzes unangenehmes Geräusch und Ruhe. Die Endstufentransitoren waren wieder durch. Da das Gerät bei mir 1 Tag lang ohne Probleme lief, hatte ich die Boxen der Besitzerin im verdacht (z.B. defekte Frequenzweiche). Dann erneut die Endstufentransistoren getauscht und mit meinen Boxen erfolgreich mehrere Tage getestet. Heute morgen nach etwa 3 Minuten Spielzeit an meinen Boxen erneut das unangenehme Geräusch und Ruhe. Ich denke, die Endstufentransistoren sind wieder hin. Die Boxen kann ich aber als Urssache ausschließen.

Woran kann das noch liegen? In beiden Fällen, als die Transistoren durchgeschlagen sind, hatte ich die Lautstärke relativ leise. Kann das damit zusammenhängen?

Ich stelle mal noch den Schaltplan mit rein (der ist im Internet auch frei beziehbar).
Die im Plan aufgeführten Endstufentransistoren 2SB595-C und 2SD525-C hatte ich durch die äquivalenten BD243-C und BD244-C ersetzt, da die originalen nur schwer zu beschaffen sind.

Vielen Dank für Eure Hilfe schon mal vorab!
Gruß,
Joern
CR420 Schematic
Bertl100
Inventar
#2 erstellt: 03. Jan 2012, 15:36
Hallo,

hast du den Ruhestrom nachgemessen? Dazu die Spannung über R443+R441 eins messen, im Vergleich zum nicht reparierten Kanal.
Dann mit R401 (bzw. äquiv. des anderen Kanals) denselben Wert einstellen.

Hast du die Transistoren, Dioden und Widerstände der Treiberstufe allesamt überprüft?

Gruß
Bernhard
woj74
Neuling
#3 erstellt: 03. Jan 2012, 16:42
Hallo Bernhard,
Vielen Dank für die schnelle Antwort. Sobald ich neue Endstufentransistoren eingebaut habe, werde ich, wie von dir vorgeschlagen, die Spannungen an R443 und R441 messen und mit dem B-Kanal an diesen Messpunkten vergleichen. Wird die Spannung hierzu an R443 bzw. R441 gegen Masse gemessen? Kann ein falsch eingestellter Ruhestrom die Endstufentransistoren tatsächlich zerstören? Ich hätte gedacht, dass das eher schädlich für die Lautsprecher ist...

Die Dioden und Transistoren der Treiberstufe hatte ich mit der Diodentestfunktion des Voltmeters überprüft. Die Widerstände habe ich nur einer Sichtprüfung unterzogen. Ich besorg mir noch ein vernünftiges Ohm-Meter und hole das nach.

Gruß,
Joern
buhauf
Stammgast
#4 erstellt: 03. Jan 2012, 20:44
Wenn der Ruhestrom zu hoch ist, würde das Gerät ziemlich warm werden - ansonsten halte ich es eher für wahrscheinlich, daß die Endstufe ins Schwingen gerät und dadurch gekillt wird. Schwierig zu finden - als erstes mal gründlich nachlöten (insbesondere die Masseverbindungen) - und ansonsten zum Testen des Gerätes eine Glühlampe (100Watt) in Reihe in die Zuleitung einschleifen - dann sieht man einen hohen Stromfluß, und die Transistoren gehen nicht flöten.

Gruß Burkhard
audiophilanthrop
Inventar
#5 erstellt: 03. Jan 2012, 21:56
2SD525 haben fT 12 MHz typ, BD244 sind mit 3 MHz min angegeben. Hmm. Kann sein, daß der BD zu schnarchig ist. Im Zweifelsfall lieber 'n bißchen mehr Ruhestrom spendieren.

Außerdem ist immer noch nicht auszuschließen, daß da noch ein anderer (hinterhältiger) Defekt drinsteckt. (Eine schlöte Lechtstelle reicht ja manchmal...) Die originalen Qs hat's ja auch erwischt.
woj74
Neuling
#6 erstellt: 03. Jan 2012, 23:00
Eine starke Erwärmung konnte ich im Moment des Ausfalls nicht feststellen (Hand über den Lüftungsschlitzen des Gehäuses). Das Unangenehme bei der Analyse ist, dass das Teil tagelang problemlos läuft, bevor der Fehler wieder zuschlägt. Ich werde euren Rat befolgen und alle Löt- und Masseverbindungen auf der Treiber-/Endstufenplatine nachlöten und prüfen.
Herzlichen Dank für Eure Antworten!
Gruß,
Joern
woj74
Neuling
#7 erstellt: 04. Jan 2012, 17:47
Hallo zusammen,
Habe heute die beiden Endstufentransistoren des linken Kanals nochmal getauscht und das Gerät läuft wieder. Davor habe ich noch alle Widerstände, Dioden, Transistoren und Elkos auf dem Platinenteil des linken Kanals geprüft - sieht alles ok aus. Die Lötpunkte habe ich auch nochmal nachgezogen.
Die Einstellung des Ruhestroms hatte ich aus dem Post von Bernhard so verstanden, dass man den Spannungsabfall am Emitter-Widerstand des rechten Kanals als Referenz nimmt und dann am linken Kanal durch Messen des Spannungsabfalls an R443 über den Trimmer R401 einstellt. Ist das so korrekt?
Auf dem rechten Kanal habe ich als Referenz 18,6mV Spannungsabfall gemessen. Am linken Kanal (der der immer wieder kaputt geht) habe ich anfangs 10,1mV gemessen und dann über den Trimmer auch auf 18,6mV gebracht. War das Vorgehen so richtig? Kann der zu geringe Ruhestrom Ursache für das beschriebene Problem gewesen sein?

Dann habe ich auch noch den Rat von buhauf befolgt und eine Glühbirne in Serie der Primärzuleitung geschalten. Ich hatte allerdings nur eine 40W zur Hand (100W gibts doch nicht mehr!). Das ging auch - die glimmt so ganz leicht vor sich hin?
Wenn der Fehlerteufel jetzt wieder iregndwann in den nächsten Tagen zuschlägt, was passiert dann? Leuchtet die Lampe dann heller auf? Und würde ich das auch hören? (ich kann nicht ganze Zeit die Lampe beobachten). Und bleiben die Transistoren dann tatsächlich heile? Das wäre prima ...

Beste Grüße,
Jörn
Bertl100
Inventar
#8 erstellt: 04. Jan 2012, 19:18
Hallo Jörn,

so wie ich dich verstehe, hast du alles richtig gemacht!

Ein zu kleiner Ruhestrom kann allerdings eigentlich nicht die Endstufe "killen".
Hast du auch nach maroden Lötstellen im Bereich Treiber geschaut?
Ferner: arbeitet das Ruhestrompoti einwandfrei? Oder schwankte der Wert beim Drehen deutlich?
Hast du Wärmeleitpaste bei der Montage der Endtransistoren verwendet?

Gruß
Bernhard
woj74
Neuling
#9 erstellt: 04. Jan 2012, 20:35
Hallo Bernhard,
Ich habe alle Lötstellen aus dem Bereich "MAIN C. BOARD(1)" des SP für den linken Kanal refreshed. Ist das ausreichend?
Für die Einstellung des Ruhestroms bzw. des Spannungsabfalls über den Trimmer war nur minimale mechanische Nachjustierung notwendig, um von 10,1 auf 18,6mV zu kommen. Die Funktion des Potis schien mir aber ok (keine heftigen Schwankungen des gemessenen Spannungsabfalls während der Justage).
Ja, Wärmeleitpaste habe ich auch auf die Transistoren gemacht - auch die Isolierbuchsen (für die Schraube die den Transistor auf den Kühlkörper drückt) sind erneuert.
Mal schaun, wie lang das jetzt hält. Der Test läuft ...
Gruß,
Jörn
buhauf
Stammgast
#10 erstellt: 04. Jan 2012, 21:52
Hallo !
Wenn die Endstufe ins Schwingen geraten sollte, wird durch die 40Watt-Glühlampe der Strom auf ca. 0,3 Ampere primär reduziert - das sollte reichen, um die Endtransen zu schützen.
In diesem Fall sollte die Spannung dann auch so weit zusammenbrechen, daß die Endstufe abschaltet - also ist der Fehler dann auch hörbar.
Solche Fehler sind wirklich blöd zu finden!

Gruß Burkhard
woj74
Neuling
#11 erstellt: 23. Jan 2012, 12:46
Hallo zusammen,
Wollte noch kurz den aktuellen Stand los werden.
Nach reichlich zwei Wochen täglichem Test, davon die erste Woche mit Glühlampenschutzschaltung, gab es bisher keine Ausfallerscheinungen mehr. D.h. die Ursache für die Zerstörung der Endtransen lag wohl tatsächlich entweder im zu niedrig eingestellten Ruhestrom oder in einer schlechten Masseverbindung oder einer schlechten Lötstelle auf der Endstufe.
Ein weiterer Fall, der mit Hilfe dieses Forums gelöst werden konnte - herzlichen Dank an die Beteiligten!
Gruß,
Jörn
pelowski
Hat sich gelöscht
#12 erstellt: 23. Jan 2012, 13:08

woj74 schrieb:
...die Ursache für die Zerstörung der Endtransen lag wohl tatsächlich entweder im zu niedrig eingestellten Ruhestrom...

Hallo,

das kann nicht die Ursache gewesen sein. Nur ein zu hoher Ruhestrom kann die Transistoren (thermisch) killen.

Dann wollen wir mal hoffen, dass das Problem nicht wieder auftaucht.

Grüße - Manfred
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